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Prokrastination

Ich schätze irgendwie vor Bestrafung. Irgendetwas unerwartetes und ungerechtes wird mich durch einen Brief ereilen.
Für mich sind diese Briefe, wie eine böse Welt, da draußen. Mir will keiner was Gutes. Ich weiß das dies Quatsch-Gedanken sind, aber sie sind halt da und hören sich nach den Argumenten einen kleines Kindes an.
Mich mit den Briefen zu befassen, bedeutet sich mit diesen kindlcihen Argumenten zu befassen. Also schiebe ich die Briefe weg, tue so als wenn es diese gar nicht gäbe.
Das könnte so ein Grund sein. So vieles ist einfach meist unangenehm, es dauert immer mir klar zu machen, das ich es auch anders sehen kann.
Lockerer. Sehen kann dass ich das alles bewerkstelligen kann.
Es ist aber wichtig, dass du das was du als Kind denkst, wahrnimmst. Das ist schon die halbe Miete. Höre deinem inneren Kind zu und beruhige es. Sprich mit ihm wie eine Mutter zu ihrem Kind. Mir fällt da immer wieder das Arbeitsbuch von Stefanie Stahl "Das Kind in dir muss Heimat finden. Das Arbeitsuch in echt der Hammer. Das hat mein Leben total verändert.
 
Bei mir fing die Briefe-öffnen-Prokrastination an, als es mit meiner Selbständigkeit richtig bergab ging und ich in einer tiefen depressiven Phase landete, weil sich mein ganzes berufliches Leben plötzlich auflöste. Briefe bedeuteten immer: schlechte Nachrichten, zahlen sie Betrag X bis zum Tag Y. Und mir war es zu dem Zeitpunkt ehrlich gesagt scheixxegal, welche Konsequenzen es nach sich zog. Klar, habe ich den Kopf in den Sand gesteckt, ist normalerweise nicht meine Art, aber zum damaligen Zeitpunkt war ich so am Boden zerstört, dass mir die Kraft für fast alles fehlte. Läuft mir bis heute noch nach, aber ich versuche gerade mein Leben wieder in geordnete Bahnen zu bringen. Und ich habe mich für fast jeden Brief geschämt, den ich öffnete und wo ich durch frühere Reaktionen mir einiges an Ärger hätte ersparen können. Ich fühle mit dir!
 
Genau. Depressive sind nur bequem, Phobiker Dramaqueens und Autisten Soziopathen?
Nein.
Aber nicht jede Verhaltensweise verdankt sich einer Krankheit.
Manches lässt sich wunderbar abgewöhnen.
Ernsthafte Störungen damit zu vergleichen ist nicht meine Form des Zynismus.
Im Zweifelsfalle hilft der gang zum Fachmenschen.
Da kann dann abgeklärt werden, ob die Trägheit sich einer schweren Kindheit oder schlichter Unlust verdankt.
 
Nein.
Aber nicht jede Verhaltensweise verdankt sich einer Krankheit.
Manches lässt sich wunderbar abgewöhnen.
Ernsthafte Störungen damit zu vergleichen ist nicht meine Form des Zynismus.
Im Zweifelsfalle hilft der gang zum Fachmenschen.
Da kann dann abgeklärt werden, ob die Trägheit sich einer schweren Kindheit oder schlichter Unlust verdankt.
D’accord.
Und weil das so ist, sollte die Verhaltensweise nicht von Irgendwers als Faul- und Feigheit abqualifiziert werden.
 
Wie geht ihr das an, was für Erfahrungen habt ihr damit? Hilft es wenn man anderen involviert? Was für Ursachen seht ihr?

Ich weiß nicht, zu welcher Kathegorie ich mich zählen kann, denn ich schiebe sehr wohl auf, zugleich packe ich total mutig an, obwohl es schwer ausschaut.
Das wird sicher auch bei dir so sein. Man müsste das überprüfen, einseitig ist niemand. Sicher bist du alles andere, als ein Prokrastinierer in manchen Bereichen.

Meine beste Freundin ist leidenschaftliche "Buchhalterin", gib der eine Schachtel mit Papierkram, innerhalb kürzester Zeit gibts ein System und eine perfekte Ordnung. Sobald ich hier Probleme hätte, gebe ich das wieder an sie ab, aber seit ihrem Eingreifen im vorigen Jahrhundert habe ich es nicht mehr so weit kommen lassen. Also lass dir doch helfen, machs dir einfach. Was du nicht kannst, das wuppt wer anderer links. Frag dich durch. Im Gegenzug gibts das Gleiche von dir auf einem Gebiet, wo der andere wieder aufschiebt und schwächelt.
 
Ich glaub auch, das kann man sich abgewöhnen, indem man das gar nicht aufbauscht. Meist sagt man sich ewig lang vor, das müsste ich machen, statt andersrum zu formulieren: das mache ich. Oft liegt es nur an dem, was man sich ansagt. Das Gehirn brauchts leicht, also muss man nur richtig suggerieren.
 
Sollte jemand einen to-do-Paten brauchen, dann bin ich dabei.
Vielleicht wäre das auch ein ganz neues Thema, in dem jede(r) schreibt, was er bis dann und dann zu tun hat und über seine Erfolge und Misserfolge berichtet.

Die Idee finde ich großartig.
Nicht allein blieben ist für mich der Schlüssel.

Ich kenne das Problem selbst gut, könnte hier noch stundenlang schreiben, aber dann würde ich andere Sachen aufschieben...

Aber einen Link lasse ich Dir noch da, liebe Savay:
Ich empfehle ihn nicht als Therapeuten, das fänd ich unlauter und ich kenne ihn auch nicht persönlich, nur von schriftlichem Austausch. Aber seine Webseite ist eine Fundgrube!
 
Also ich glaube, sowas mit aufschieben hat jeder Mensch, eben die Sachen, die man nicht gerne macht.
Bei mir z.b. wäre das was du machst, Backofen putzen, staub wischen auf Regalen, wo viel Kleinkram steht usw. Überhaupt putzen in jeglicher Form 😉
Du kannst das. Dafür hab ich nun wieder kein problem mit Briefen, ich muss die öffnen, da ich Hauseigentümer und Verwalter bin. Und wenn es gar Mahnungen oder Polizeischriebse sind, dann erst recht. Sonst kommt man ja in Teufels Küche.
Ich könnte dir nur raten, dir jemand zu suchen, aus Familie, Freunde, der dir da bisschen hilft.
So im Ausstausch, mach du mir das, ich mache dir dafür das.
Ich finde nicht, das man mit solchen Problemen zum Arzt oder Therapeuten gehen sollte.
Kein Wunder, wenn die so überlaufen sind und man ewig keinen Termin bekommt.
Mal etwas spöttisch ausgedrückt, man geht zum Arzt, Hilfe Doktor, ich mache meine Briefe nicht auf, der Doktor sagt, ok ich verschreibe ihnen eine Pille. (Ironie)
 
Ich finde nicht, das man mit solchen Problemen zum Arzt oder Therapeuten gehen sollte.

Da halte ich Differenzierung für wichtig.
Etwas nicht gerne zu tun und aufzuschieben ist ein ganz anderes Maß als blockiert zu sein, weil Ängste und evtl. anderes ein Problem darstellen.
Es ist nicht jedem möglich das im Alleingang zu überwinden.
 
Ich habe kurz überlegt und erzähle mal:

Über sehr lange Zeit habe ich mich zu einem reinen Bürojob gezwungen, dabei auch Verhaltensweisen gesehen und erlebt, die ich fern jeglichen Anstands sehe.

Ich ließ das hinter mir, doch als mein Körper ausfiel, kamen nicht nur alte psychische Belastungen hoch, sondern auch das aus diesen Jahren.
Kein Drama, mal wieder zur Auffrischung Therapiestunden, Fachbücher und viel Ruhe.
Daneben, in völliger Erschöpfung und starker (!) Depression musste ich gefühlt Berge von Formularen ausfüllen.
Wo ich diesbezüglich neben Telefonieren eh einen Knacks weg hatte, Panik schob.
Gab nette Panikattacken und Zusammenbrüche aus Überforderung. Wegen solcher Kleinigkeiten!

Nun bin ich ein Stehaufmännchen, hart mit mir selbst und brachte mich wieder auf Spur.
Doch dieser Knacks ist nicht völlig beseitigt, da könnte man theoretisch nochmal versuchen therapeutisch anzusetzen.
Für mich aber ein Level, mit dem ich klarkomme. Ich prokastiniere, mir geht's nicht gut dabei, doch letztlich gewinnt meine Härte meist.
Geht mal gar nichts, lasse ich mir helfen.
Finde ich nicht dramatisch, ich muss nicht mehr perfekt sein, ich darf Macken haben.
 

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