Ursachen für Aufschieberitis können Angst, Unvermögen, Unlust, Depressionen sein.
Dass du hier schreibst, anstatt deine Post zu erledigen und danach noch staubsaugst, ist so typisch und kenne ich auch.
Ich habe diesbzgl. gelernt, mich zu disziplinieren und baue mir einen Plan. Ich hatte z.B. in den vergangenen Monaten sehr, sehr viel unliebsame und herausfordernde Post. Ich wusste genau, da ist es nicht mit einem Schrieb getan, sondern ich muss mich durchlesen, ggf. sogar durch Paragraphen arbeiten, es muss perfekt sein.
Wenn diese Post mich erreichte und ich die Absender sah, habe ich die erst einmal ungeöffnet auf dem Schreibtisch geparkt für 1 Nacht. Am nächsten Tag wird die Post geöffnet und nach Dringlichkeit und Schweregrad sortiert und darf wieder 1 Tag liegenbleiben.
Während ich dann Hausarbeit erledige, koche oder Sport mache, überlege ich, wie ich das angehen kann, was ich wie schreibe usw. Der 3. Tag (und damit bin ich immer noch im zeitlichen Rahmen) dient dazu, diese Post zu erledigen.
Am 4. Tag bringe ich die Post zur Post und hake innerlich erleichtert ab (in dem Wissen, dass die Resonanz der Post mich irgendwann wieder erreicht).
Um mal von der Post wegzukommen, habe ich auch im Alltäglichen so meinen Tagesplan. Bevor ich dies und das nicht erledigt und mein Programm abgespult habe, gibt es kein Internet, kein Handy usw.
Ich belohne mich nach getaner Arbeit mit Freizeit und das ist mir Ansporn genug.
Hört sich gut an.
Mir ist aufgefallen dass ich nebenher Dinge die mir schwer fallen, leichter tun kann. Also zb während dem Kochen mal schnell. Muss halt nur aufpassen dass ich nix anbrennen lasse^^ Aber während das Nudelwasser kocht, hatte ich mal schnell was schnell geschrieben oder ausgedruckt.
Früher war ein Hinderniss, das ich meinte, ich muss diese Sache ganz perfekt erledigten. Alles muss stimmen bei einem Schreiben zb.
Ich war immer total nervös und klar schob ich es vor mir her. Irgendwann sagte ich mir dann aber schon, egal ob das jetzt pefekt ist oder nicht, ich mach es irgendwie, Hauptsache weg damit.
In der letzten Zeit muss ich mich aber so sehr überwinden an den Dingen dran zu bleiben. Ich finde manches einfach nur so total doof und umständlich. Ich kann mich auch nicht mehr fokussieren, vor lauter Horror vor diesen vielen Sätzen.
Wie eine Überforderung.
Ich kann nur sagen, ich mach es jetzt einfach irgendwie.
Briefe sind auf, nichts wichtiges dabei.
Aber dennoch es herrscht in anderen Bereichen ja auch Stillstand.
Vermeidung ja. Macht man nichts, macht man schon nichts falsch. Aber auch nichts tun ist ja ein Fehler.
Vielleicht verschlimmert es auch grad die Wohnsituation. Ich bekomme keine 6h Schlaf mehr ab. Habe mein Schlafzimmer verlegt, jetzt ist rund um Lärm.
Bei der Nachbarin unter mir war ich schon letzten Sonntag um 5.45 Uhr. Wenn die ihre Balkontür zu haut, bin ich wach. Hatte sie gesern wohl auch wieder nicht dran gedacht. Aber wenn sie nicht ist, dann ist es die Nachbarin von oben. Die fängt auch am Wochende um 6 Uhr an. Ganz beliebt die klopfende Klobürste auf der Toilettenbrille und der blumpsenden Klodeckel.
Ja ich sollte was sagen. Hatte ich schon mal, das nimmt sie nicht ernst.
Vermieter melden. Tja, bei der Hellhörigkeit dürft sie sich gar nicht bewegen. Wobei man gegen quitschende Stühle, knallende Türen usw. etwas tun könnte.
Also auch diese Sache schiebe ich vor mir her. Glaube nicht daran dass ich irgendetwas an der Sache ändern kann. Glaube nicht dass es irgendjemand für wichtig hält. Ich selbst halte es scheinbar nicht für wichtig, denke teilweise, ich muss einfach lernen damit zu leben. Warum wache ich auch ständig auf bei dem Geboller, ist doch nur mein Problem.
Schlafentzug gilt als Foltermethode. Früher Einschlafen ist ja auch nicht drin, weil die 'Geräusche oft bis nach 23 Uhr gehen.
Nunja, dabei kann mir keiner Helfen. Ich muss das halt mal angehen mit dem Vermieter oder noch mal nach oben gehen und nicht so faul sein^^
Letzendlich ist es mir einfach unangenehm.
Ich hatte schon mal oben gesagt, das ich fast alles höre. Dann wurde mir gezeigt wie leise die Schubladen doch zu gehen und überhaupt kann das gar nciht sein dass ich sie höre, weil sie ja soo leise ist.
Jetzt gerade wieder quitschender Stuhl. Soll ich da hoch gehen und sagen ich höre ihre quitschenden Stühle, ihre Klobürste wenn sie diese auf die Toilettenbrille schlagen und den Klodeckel fallen lassen und werde dadruch am Schlafen am Abend und frühen Morgen am WE gestört? Ich will nicht wie eine Meckertante wirken. Und es mir mit denen auch nicht verschärzen. Ich wünschte mir Verständnis und das man gemeinsam nur nach Lösungen sucht. Zb ein absenkbarer Toilettendeckel. Gummi um den Klobürstenstiel. Filzstücke unter die Stühle kleben. Aber wenn sie sagt, das kann ja gar nciht sein, weil sie ja so leise ist, dann steh ich da wie ein Depp.
Dazu könnte es auch sein dass ich an ihren Mann gerate, der kaum deutsch versteht oder spricht, er ist aber dennoch nett. Aber dann stehe ich halt auch da und kann nicht wirklich sagen was ich jetzt eigentlich will. Evtl indem ich es ihm zeigen würde. Ich glaub sogar das würde er verstehen und ändern. Dennoch eine total abstruse Situation wenn ich mir vorstelle ich klopfe mit deren Klobürste auf ihrer Toilette rum^^ Oder schiebe deren Stühle hin und her.