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Einsam und ohne jede Option

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Ich persönliche finde es einfacher, sich diese Dinge abzugewöhnen und mit der eigenen Situation zufrieden zu werden, als sich von dem Wunsch danach herunterziehen zu lassen.
Von dieser Technik würde ich dringend abraten. Es mag zwar zu beginn und wohl auch noch etwas länger sehr gut sein sich absolut von allem zu trennen um von sich selbst mehr zu erfahren, aber wer das als eine gute Endlösung ansieht, hat es meiner Meinung nach nocht niemals richtig oder sogar lange durchgezogen oder ist bereits innerlich tot. Durch Abkapselung wirst du niemalsmehr ein erfülltes Leben erhalten.
Sei am besten einfach wie ein normaler Bürger, schraub deine Ambitionen und Werte herab und kümmer dich um nichts außer deinen Spaß und deine Pflichten. Ich würd mir irgendwas gönnen, was das Hirn zersetzt, damit du den Anforderungen auch gut gerecht wirst.
 
Oder Selbstbehauptungstraining oder so ähnlich. So was bieten normalerweise Verhaltenstherapeuten an.

Geht darum, in Gruppe oder einzeln in der Öffentlichkeit Dinge zu tun, die man peinlich findet und darum nicht gern tun will, kleine Dinge...

Die Idee ist wohl, dass man so seine Komfortzone verlässt und sich etwas traut und das Selbstbewusstsein so gestärkt wird.
Ok, das habe ich schon mal gemacht, wie gesagt. Ist zwar schon ewig her, aber ich weiß, dass ich als Aufgabe mit offenem Hosenstall und raushängendem Hemd (oder Pullover; keine Ahnung, was ich da an hatte) in der Stadt rumgehen und auf Reaktionen achten sollte. Das war innerhalb einer Sitzung, der Psychotherapeut war dabei.
Eine andere Übung war, in einem Café einen Kaffee zu bestellen und sich dann umzuentscheiden. Dummerweise habe ich mich zu spät umentschieden, so dass ich den Kaffee dann doch nehmen musste.
Geholfen haben mir solcherlei Übungen nichts. Wobei auch? Noch dümmer fand ich die Aufgabe von seiten dieses Psychologen, im Einkaufsladen jeden Verkäufer freundlich zu grüßen und zu lächeln. Ich meine, wer macht das üblicherweise? Und wie kann man das machen, wenn einem gar nicht danach ist? Natürlich ist mir klar, dass es wichtig ist, seine Komfortzone zu verlassen und sich Sachen zuzutrauen, die man sich bisher nicht zutraute - ich denke hierbei immer an einen meiner Lieblingssprüche (aus dem Buch "Angst, Wut & Schmerz" von Franz Simon): "Dem Leben ist es egal, wie du dich totstellst."
Und es ist mir auch bewusst, dass es für mich sehr wichtig ist, mein Selbstbewusstsein zu stärken. Nur geht es da auch schon los, denn mit Konflikten habe ich Probleme. Mein Auftreten würde dann ganz und gar nicht meinem Wunsch entsprechend ausfallen. Das beginnt schon damit, dass ich oft Angst habe, jemanden länger anzugucken, weil sich dann wieder mein Kopftic bemerkbar macht, wobei ich mir aber auch ziemlich sicher bin, dass ich diesen weit stärker wahrnehme als andere - Eigen- und Fremdwahrnehmung.
Ich habe mir in Gedanken auch schon ausgemalt, wie ich mich verhalten würde, wenn ich mit meinem E-Scooter zum Fitnesscenter fahren würde und im Gebäude die Alarmanlage meines Rollers höre. In meiner Vorstellung würde ich dann sofort nach draußen eilen, den Dieb stellen, ihn ins Gebäude zerren und die Polizei rufen lassen. Ob es dann auch in der Realität so wäre, ist eine ganz andere Frage, aber das sind eben solche Dinge, die mit dem Selbstbewusstsein zu tun haben. Und dann ist da noch meine generelle Redeangst, die wohl auch damit in Zusammenhang steht, dass ich oft das Gefühl habe, nicht gehört zu werden, weil ich uninteressant bin.
Im Grunde empfinde ich persönlich es schon als Fortschritt, wenn ich meinem Bekannten gegenüber etwas sage, was vielleicht auch mal länger ist, weil dieser mich nämlich typischerweise vollbrabbelt und mir ständig ins Wort fällt, wenn ich etwas sage. Das ist aber (natürlich) kein Einzelfall - es gibt haufenweise Leute, die sich vermutlich gern reden hören, einen totlabern und andere nicht ausreden lassen.

Ja, aber siehst du: wenn du im Moment kaum Freunde hast, dann musst du sie ja erst finden. Oder von ihnen gefunden werden, das kommt doch aber auf das gleiche hinaus, oder nicht?

Und wie sollen sie dich finden, wenn du nirgends hingehst, wo sie sind?

Du hast geschrieben, dass du nur zum Training gehst, zum Einkaufen, zu deiner Familie usw.

Aber da sind die Menschen, die deine Freunde werden können, offensichtlich nicht, sonst wären sie ja inzwischen wenigstens schon Bekannte von dir...

Das Wort Bekannt kommt von Kennen. Die meisten Menschen lernen Leute mit der Zeit kennen, d h man sieht sich nicht nur einmal, sondern immer wieder mal, z B, weil man gemeinsam ein Hobby macht oder ein Ehrenamt.

Wie sehr dich deine Krankheit gerade einschränkt und wie viel du dir zutrauen kannst, kannst letztlich nur du beurteilen (vielleicht auch in Absprache mit deinem behandelnden Arzt).

Aber falls du zur Zeit nicht nur den Wunsch hast, etwas neues auszuprobieren, sondern auch die Kraft und den Willen, schau mal in die Signatur von @Binchy.

Sie hat viele Ideen aufgelistet, wo man mehrmals Menschen treffen kann.

Ja, es ist etwas, was Zeit braucht: wie häufig musst du jemanden treffen, bis du sagen würdest: das ist ein flüchtiger Bekannter?
Ich habe im Moment nicht kaum Freunde, ich habe gar keine Freunde. Es ist auch keine Frage der Quantität, sondern Qualität. Sicher kann man sich auf die Schnelle massenweise Freunde "besorgen", wenn man sich auf Facebook anmeldet und sich dort "befreundet" - gut, das war jetzt ein Flachs. Was ich damit andeuten will: Freunde zu finden ist schwierig - zumindest für jemanden wie mich mit entsprechender Problematik, die einem in dieser Hinsicht viele Steine in den Weg legt. Deswegen ist es auch graue Theorie, in so einem Fall den sicherlich gutgemeinten Tipp zu geben, unter Leute zu gehen.
Wo sind denn deiner Ansicht nach die Leute, die meine Bekannten und danach möglicherweise Freunde werden könnten?
"Binchy" hat selbst keine Depressionen, das sind alles also auch gutgemeinte Tipps, die ich auch durchaus kenne; ich weiß also schon, was ich machen kann, wenn ich es denn könnte.
Ich bin mir generell völlig bewusst, dass ich aktiv werden muss, um überhaupt Kontakte entstehen zu lassen, nur weiß ich nicht, was genau ich machen könnte, ohne dass ich in einer Weise konfrontiert werde, die mich wieder völlig ernüchtert und resigniert zurücklässt.

Umgekehrt: normalerweise bindet man flüchtigen Bekannten die eigenen Probleme eben nicht auf die Nase.

In dem Stadium geht es sie schlicht nichts an. Später vielleicht, aber doch nicht zu Anfang.

Und Kassierer an der Supermarktkasse haben keine Zeit für einen Plausch, meistens.

Die sind im Stress, weil sie ihre Arbeit machen müssen.

Darum musst du deinen zukünftigen Freunden die Chance geben, dich woanders zu treffen.
Du hast doch damit angefangen, "flüchtigen Kontakten" meine Probleme an den Hals zu binden! Und wie schon erwähnt, habe ich diese Kontakte nicht, außer eben erwähnte Kassierer. Also weiß ich nicht, inwiefern mir das irgendwas bringen soll.

Keine Ahnung, was dann passieren wird oder auch nicht.

Vielleicht trifft dich dann ein Ziegelstein auf den Kopf, der dich sonst nicht getroffen hätte - oder gerade umgekehrt: du vermeidet einen Verkehrsunfall, den du auf dem anderen Weg gehabt hättest?

Vielleicht rettest du einem Kind, das sonst auf die Straße gelaufen wäre, das Leben, indem du beiläufig einen Ball stoppst?

Vielleicht siehst du einen Aushang an einem Laternenpfahl, der eine Veranstaltung bewirbt, die du immer mal machen wolltest und du gehst hin?

Vielleicht siehst du überraschend etwas schönes und musst unwillkürlich lächeln?

Die wahrscheinlichste Variante ist natürlich, dass nichts von alledem passiert.

Stattdessen wirst du einfach mal einen anderen Weg gehen und sehen, dass du eine gewohnte Handlung ein kleines bisschen abändern kannst, ohne dass dir der Himmel auf den Kopf fällt.

Zumindest nehme ich das an, dass das das Wahrscheinlichste ist. Ob es sich bewahrheitet, weiß ich nicht.
Ich kapier immer noch nicht, was dein seltsamer Rat mir bringen soll. Indem ich eine andere Wegroute nehme, kann mir xy passieren, was mir bei der anderen Route nicht passiert wäre. Und wenn mir das dann auf der üblichen Route passiert, was mir bei der alternativen Route nicht passiert wäre?
Ich habe vor einiger Zeit in wenigen täglichen Abständen immer wieder mal Spaziergänge gemacht - zum Zielort bin ich eine andere Route gegangen als zurück. Und was genau bewirkt das jetzt bei/in mir? Ich habe nach wie vor keine Ahnung, was dein Rat in therapeutischer Hinsicht bewirken soll.

Also, wenn ich etwas schön finde, dann ist das für mich positiv. Wie das für dich ist, weiß ich natürlich nicht.

Vielleicht war positives Erlebnis das falsche Wort. Ich meine die kleinen positiven Momente im Leben.
Naja, wenn ein Psychologe dich fragt, an welche positiven Dinge du dich in deinem Leben erinnerst, meint er damit wohl weniger einen Vogel, der am Fenster vorbei fliegt oder die Sonne durch Wolken blitzen zu sehen, sondern so etwas wie eine erfreute Begegnung mit netten Menschen, eine Überraschungs-Party, eine Nachricht von einem längst verschollen geglaubten Bekannten etc. Und noch weniger wird es um den Geschmack von Kaffee oder das Gefühl von Wasser auf der Haut gehen. Aber wir sind hier jetzt beim Philosophieren angekommen, und ich sehe hier keinen praktischen Mehrwert. Jedenfalls fühle ich mich nicht besser, wenn ich mir bewusst mache, einen Kaffee (oder Tee in meinem Fall) zu trinken oder zu duschen. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine.

Natürlich hast du es als positiv empfunden, eine Küche zu haben, das freut mich auch für dich (ebenso dein Erfolgserlebnis gestern). Auch ich würde mich darüber freuen, in einer neuen Wohnung eine (schön eingerichtete) Küche zu haben - keine Frage. Genauso wäre es auch, einen Herd und einen Kühlschrank zu haben, wenn man beides vorher nicht hätte. Aber das hat ja nichts mit der eigenen Person zu tun, sondern es handelt sich um Dinge, deren Existenz selbstverständlich positiv ist, was aber doch nicht glücklich oder zumindest zufrieden macht. Es ist halt einfach schön, so etwas zu haben. So wie ich es ja auch z. B. schön finde, einen PC zu besitzen oder ein Tablet. Aber macht es mich deswegen glücklich oder zufrieden?
 
Dafür war gestern das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich ehrlich gefreut habe, als es endlich funktioniert hat, dass ich drucken konnte, was ich im Moment brauchte.

Manchmal weiß man etwas erst zu schätzen, wenn man eine Zeit lang ohne auskommen musste.

Im Moment genieße ich es, spazieren zu gehen, weil ich das fast ein Jahr lang nicht konnte.... Na egal, es geht hier ja nicht um mich.

Was ich meine, ist : falls du magst und dazu in der Lage bist, achte auf kleine Glücksmomente: der Geschmack von Kaffee, das angenehme Gefühl, dass man es geschafft hat, nach einer Trainingseinheit, das Gefühl von Wasser auf deiner Haut beim Duschen...

Manchmal braucht es auch Zeit, um Schönheit zu erkennen.

Beispielsweise weiß ich noch, dass ich als Kind den Sternenhimmel nicht sonderlich schön fand.

Kleine Lichter am Himmel, was soll es, dachte ich mir.

Das hat sich inzwischen geändert: ich kann jetzt die Schönheit des Sternenhimmels sehen...
Wegen Zeichenbeschränkung hier der 2. und letzte Teil meiner Antwort:

Ich glaube dir sofort, dass du es genießen kannst, spazieren zu gehen, was du vorher fast ein Jahr lang nicht konntest. Auch das freut mich für dich, und ich würde das an deiner Stelle wohl auch genießen. Nur weißt du ja, dass unsere Fälle nicht gleich sind, und ich selbst würde mich zumindest freuen, spazieren gehen zu können, wenn ich das vorher nicht konnte.
Ich hatte vor einiger Zeit wochenlang ziemliche Schmerzen an einem Bein und habe deswegen täglich Schmerztabletten genommen, um die aushalten zu können. Mir war in dieser Phase nichts wichtiger, als keine Schmerzen zu haben. Und trotzdem habe ich vorgestern oder vor wenigen Tagen noch gedacht, dass diese physischen Schmerzen weniger relevant sind gegen die in dieser Situation mich massiv belastende Einsamkeit, bei der ich auch wieder dunkle Gedanken hatte und einen Heulkrampf hatte.
Wenn du depressiv und einsam bist (und vielleicht auch noch anders beeinträchtigt bist), dann siehst du die kleinen Schönheiten nicht und empfindest auch keine kleinen Glücksmomente, weil die für dich völlig irrelevant sind und du dich nach nichts mehr sehnst als nach Kontakten und Nähe.
 
Vorab, weil dir sehr wahrscheinlich nicht gefalken wird, was ich schreibe:
Ich kenne schwere Depris aus eigener Erfahrung.

Hier wurden tolle Beiträge geschrieben!
Du schmetterst jedoch alles ab, ist dir das bewusst?

Du allein triffst die Entscheidung:
Weiter verharren, nichts ändern, kein weiterer Therapieversuch, beschließen, dass nichts geht, du nicht kannst, dass du nicht weißt, dass Sonne positiv ist, ein fliegender Vogel, ein Schmetterling.

Du FÜHLST es aufgrund deiner Erkrankung nicht, aber du WEIßT es!

Verharren im Elend ist der bequeme, vertraute Weg, der keine Anstrengung erfordert.
Entscheidest du dich täglich neu dafür, entscheidest du dich auch für die Konsequenzen daraus, dafür, dich weiter schlecht zu fühlen.


Die Alternative, für die du dich entscheiden könntest, wäre anstrengend. Harte Arbeit. Die dauert. Wodurch du dich nach einer Weile in kleinen Schritten immer besser fühlen könntest.
Dazu musst du bereit sein, wenn du ein schöneres Leben möchtest.
Auf dem Präsentierteller servieren kann und wird dir das niemand.

Du entscheidest. Jeden Tag, jede Stunde neu.
Ich schmetter nicht alles ab, das siehst bzw. interpretierst du falsch. Nur kann ich mit auch noch so gutgemeinten Tipps nichts anfangen, wenn sie mir in meiner Situation nichts nützen.

Und nein, ich verharre nicht und will ja etwas ändern, sonst hätte ich kaum einen Termin bei meiner Hausärztin gemacht wegen meinem Vitamin D-Spiegel, wozu mir wiederum jemand geraten hat, den ich über eine themenrelevante Telegram-Gruppe kennenlernte.
Das sind für mich Tipps, mit denen ich etwas anfangen kann, weil sie tatsächlich in meiner (!) Situation hilfreich sein könnten.
Wenn ich nicht Hoffnung hätte, dass ein ausgeglichener Vitamin D-Spiegel mich psychisch stabilisieren könnte, dann würde ich das gar nicht machen, auch wenn es noch viele weitere positive Effekte von Vitamin D gibt.
Es sind solche Strohhalme, an die ich mich klammere.
Und ich werde meine Hausärztin wohl auch fragen, ob sie mir einen Psychologen empfehlen kann, weil mir ja inzwischen weitere Aspekte bewusst geworden sind, die ich damals noch nicht ansprechen konnte, z. B. meine tiefe Verlustangst und meine Depressionen, die das Resultat meiner Einsamkeit sind - was ich so früher auch nicht auf dem Schirm hatte.
Zur Zeit nehme ich CBD-Öl, und ich meine, dass es mir in einer höheren Dosierung, die ich seit Montag nehme, soweit hilft, dass ich nicht ganz absacke.
Es ist also nicht so, dass ich nichts unversucht lasse, um mich aus meinem Elend zu befreien, aber es ist halt verdammt schwierig, wenn es u. a. auch keine Angebote gibt, die für mich relevant wären, wie in Bezug auf meine Konfliktangst.

Und wieso kommst du jetzt wieder mit dem Firlefanz, dass Sonne positiv ist, ein fliegender Vogel oder ein Schmetterling? Natürlich sind diese Sachen positiv, aber hast du deswegen deine Medikamente, die du möglicherweise eingenommen hast, abgesetzt? Wohl kaum, nehme ich an.

Auch in der Vergangenheit war es nicht so, dass ich nicht nichts gemacht habe - im Gegenteil: Z. B. habe ich wegen meiner Sozialphobie, die für mich damals prägnant war (aber auch heute noch existent ist), eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen (mit 3 Leuten, mich eingeschlossen), bei der ich letztendlich dann das fünfte Rad am Wagen war. In Selbsthilfegruppen war ich auch schon. Auch habe ich mich bemüht, Stellen zu finden, um an meiner Konfliktangst zu arbeiten, aber nichts dergleichen gefunden.
 
Allgemeine Frage in die Runde: Gibt es irgendeine effektive Möglichkeit - entweder intern oder mit Hilfe von Zusatzsoftware -, die Kommentarseiten hier herunterzuladen, um sie zu archivieren? Ich könnte auch jede Seite als HTML abspeichern, aber vielleicht geht es ja noch besser, dass z. B. alles in einer Datei abgespeichert wird.
 
Gut, das sind aber dann keine völlig Fremden, wenn auch keine engen Kontakte. Und noch mal: Ich jammere nicht (auch wenn du mich jetzt nicht meinen solltest), sondern erörtere hier lediglich, wie es mir geht. Ich war vor einigen Jahren übrigens mal in einem Suizid-Forum - und nicht deswegen, weil ich mich zu der Zeit umbringen wollte, sondern Kontakte suchte. Aber das wollte niemand; mir kam das Ganze so surreal vor, weil jeder sich in der Art und Weise der Selbsttötung quasi überbieten wollte und nach Aufmerksamkeit harrte. Ich denke auch nicht, dass tatsächlich alle da tatsächlich Selbstmord begingen.
Ja, aber es waren auch keine engen Kontakte denen man gleich geantwortet hätte: Hey, es geht mir nicht gut.
Bei völlig Fremden kann man das anfangs gar nicht machen.
Ich meinte übrigens nicht Dich was das Jammern betrifft - das war absolut neutral gemeint
 
Ja, aber es waren auch keine engen Kontakte denen man gleich geantwortet hätte: Hey, es geht mir nicht gut.
Bei völlig Fremden kann man das anfangs gar nicht machen.
Ich meinte übrigens nicht Dich was das Jammern betrifft - das war absolut neutral gemeint
Alles gut. Und zu den Kollegen: Sie haben Interesse bekundet und dich gefragt. Das ist ja was anderes, als wenn du das von dir aus mitgeteilt hättest, was möglicherweise die andere Seite gar nicht interessiert.
 
Ok, das habe ich schon mal gemacht, wie gesagt. Ist zwar schon ewig her, aber ich weiß, dass ich als Aufgabe mit offenem Hosenstall und raushängendem Hemd (oder Pullover; keine Ahnung, was ich da an hatte) in der Stadt rumgehen und auf Reaktionen achten sollte. Das war innerhalb einer Sitzung, der Psychotherapeut war dabei.
Eine andere Übung war, in einem Café einen Kaffee zu bestellen und sich dann umzuentscheiden. Dummerweise habe ich mich zu spät umentschieden, so dass ich den Kaffee dann doch nehmen musste.

Danke für deine Rückmeldung. Finden ich interessant, weil ich mir vorgenommen hatte, sowas mal zu machen (wie gesagt, mir wurde bisher nur davon erzählt), falls sich die Gelegenheit ergibt.

Hast du eine Vermutung, warum dir dieses Training nicht geholfen hat, deine Komfortzone zu verlassen?

Waren es die falschen Übungen für dich, oder die Intensität nicht die richtige (zu viel oder zu wenig) oder deine Erwartungen zu groß oder der Therapeut dir nicht sympathisch?
Noch dümmer fand ich die Aufgabe von seiten dieses Psychologen, im Einkaufsladen jeden Verkäufer freundlich zu grüßen und zu lächeln. Ich meine, wer macht das üblicherweise? Und wie kann man das machen, wenn einem gar nicht danach ist?

Also, auch ohne Fachkenntnisse in Psychologie zu haben, kann ich zumindest die eine oder andere Vermutung äußern, warum das im Allgemeinen hilfreich sein könnte.

Ob das jetzt dir im Speziellen helfen kann, ist natürlich eine andere Frage.

Vor einiger Zeit habe ich einen Achtsamkeitskurs gemacht und die Dozentin meinte, es sei grundsätzlich eine gute Idee, zu lächeln, auch wenn einem gerade gar nicht zu lächeln zumute wäre.

Der Grund dafür wäre, dass in Studien nachgewiesen worden wäre, dass Glücksgefühle beim Lächeln ausgeschüttet würden und man sich schon alleine dadurch besser fühlen würde.

Rein praktisch gesehen, könnte sie recht haben, zumindest soweit es mich betrifft.

Was für eine Studie das genau war, weiß ich leider nicht. Habe es mir nicht gemerkt.

Ausserdem hat Lächeln eine soziale Wirkung. Mimik ist zu einem großen Teil in unserer Genetik angelegt und Menschen verstehen Mimik kulturkreisübergreifend meist ähnlich (glaube zumindest, das mal gehört zu haben).

Einen Menschen, der lächelt, empfinden die meisten Menschen nicht als bedrohlich, sondern als freundlich.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen und manches hängt auch von der Situation ab.

Verkäufer zum Beispiel werden zum Teil systematisch dazu angehalten zu lächeln und freundlich zu sein. Ähnliches gilt für manche Berufe mit Kundenkontakt, z B Stewardessen.

Glaubst du wirklich, dass die alle immer Lust drauf haben, zu lächeln?

Natürlich kann man auch lächeln, wenn es einem gerade nicht so gut geht.

Aus deinen Posts höre ich heraus, dass du nicht 'falsch' lächeln willst, wenn es dir gerade nicht gut geht.

Das ist völlig legitim. Du musst dann aber bereit sein, das Handycap in Kauf zu nehmen, wenn du versuchst, andere zu kontaktieren.

Und das Handycap ist im wirklichen Leben gewaltig.

Du hast gesagt, dass du dich für Psychologie interessierst. Such einfach mal im Netz nach Foto von lächelnden Menschen und von Menschen mit neutralem Gesichtsausdruck und überlege dir, wen du auf der Straße ansprechen würdest, wenn du z B nach dem Weg fragen müsstest oder Lust auf einen Plausch am Bushäuschen hättest, wenn du dort wartest.

Was ich auch aus deinen Posts heraus lese, ist, dass du ein großes Bedürfnis nach Ehrlichkeit hast.

Du willst nicht so tun, als ginge es dir gut, wenn es dir schlecht geht.

Diese Ehrlichkeit ehrt dich in meinen Augen. Ehrlichkeit halte ich für eine positive Eigenschaft.

Es gibt aber viele Situationen, in denen sie sich nachteilig auswirken kann und andere grundlos verletzt.

Wenn mir z B jemand, den ich privat nur flüchtig kenne, also ein Bekannter ein Tattoo zeigt, das mir nun überhaupt nicht gefällt, würdest du es dann für sinnvoll halten, das ich auf seine Frage die Wahrheit sage?

Wenn du einen Kunden zu Beginn eines wichtigen Verkaufgesprächs fragst, wie es ihm geht (in dieser Situation eine reine Höflichkeitsfloskel) und er antwortet 'gut, und ihnen?'

Hättest du dann das Bedürfnis im z B zu erzählen, dass es dir nicht so gut geht, weil du in letzter Zeit Krach mit deinen Eltern hattest?

Wirklich?

Falls du Zeit und Lust hast und Energie dazu, lies dir mal das Konzept von 'Persona' durch (glaube, das war z B auch von Jung vertreten worden aber da bin ich mir nicht sicher).

Es gibt noch viel, was ich dir antworten möchte. Das muss ich jedoch leider verschieben.

Muss bald ins Bett gehen, heute war ein anstrengender Tag.
 
Danke für deine Rückmeldung. Finden ich interessant, weil ich mir vorgenommen hatte, sowas mal zu machen (wie gesagt, mir wurde bisher nur davon erzählt), falls sich die Gelegenheit ergibt.

Hast du eine Vermutung, warum dir dieses Training nicht geholfen hat, deine Komfortzone zu verlassen?

Waren es die falschen Übungen für dich, oder die Intensität nicht die richtige (zu viel oder zu wenig) oder deine Erwartungen zu groß oder der Therapeut dir nicht sympathisch?
...

Boah, du bist echt anstrengend. Wenn mir nicht nach lächeln ist, dann lächel ich nicht. Punkt. Ich bin auch weder ein Steward noch ein Verkäufer, und es ist nicht so, dass es keine Verkäufer gibt, die nicht lächeln (vielleicht könnten die ja mal deine Dozentin kontaktieren) - habe ich genügend erlebt. Und nein, ich nehme ihnen das auch nicht krumm. Genauso erwarte ich aber auch, dass man es mir nicht krumm nicht, wenn ich nicht lächle. Ich denke, das Thema können wir jetzt abhaken, weil ich keine Lust habe, weiter groß darüber zu debattieren.
Im Fitnesscenter übrigens wirst du z. B. in der Regel auch nicht mit grinsenden Sportlern konfrontiert - höchstens innerhalb einer Clique. Und Studienergebnisse sind schön und gut, haben aber nur dann und wann einen praktischen Mehrwert, weil jeder Mensch anders ist. Und du glaubst doch nicht im Ernst, dass du - nur weil du draußen irgendwo lächelst - ruckzuck einen Kontakt herstellst, weil du freundlich wirkst? Gut, das mag bei dir anders sein, ich kenne dich ja nicht, bei mir aber sicher nicht. Ich müsste mich extrem verstellen, und im Grunde kann ich das gar nicht. Aber schön, deine Dozentin hat ja gesagt, dass es grundsätzlich eine gute Idee sei, zu lächeln, auch wenn einem gerade nicht danach zumute ist. Die hat wahrscheinlich noch nie Depressionen gehabt und ihre schlauen Bücher gelesen, ansonsten müsste sie nämlich wissen, dass man sich als Depressiver auf diese Weise (massiv) unter Druck setzt und ein Signal aussendet, das nicht dem eigenen Empfinden entspricht. Dein Gegenüber wird sich vielleicht denken „Oh, du scheinst aber eine positive Einstellung zu haben, so wie du lächelst.“ Keine Ahnung, ob dir so eine Äußerung etwas bringt - mir würde sie nichts bringen, im Gegenteil. Ich würde damit nur mich selbst und mein Gegenüber betrügen und mich vielleicht noch mehr unter Druck setzen, um den Eindruck weiterzuspinnen, den der andere von mir hat - wenn es überhaupt ein Interesse meines Gegenübers gibt, das mich dazu bewegen würde.
Um Achtsamkeit ging es übrigens auch in der Tagesklinik, wo ich vor einigen Jahren war, daher ist mir das nicht ganz unbekannt.

Wenn du ein Verhaltenstraining machen willst, dann mach es. Das ist Standardtherapie bei jedem Psychologen.
Warum es mir nicht geholfen hat, liegt daran, dass das nur ein einzelner Aspekt ist, der vielleicht bei denen anschlägt, die sonst psychisch gefestigt sind. Ich bin es nicht, und meine Depressionen resultieren aus einer sehr lang anhaltenden Einsamkeit. Der letzte Kontakt über ein Schwulen-Portal (#22) hat mir wieder einen Schlag versetzt, über den ich immer noch nicht hinweg bin, weil ich mir mehr erhoffte. Was soll ich in so einer Lage mit irgendeinem Verhaltenstraining anfangen, wenn mich keiner haben will?

Ich weiß ja nicht, wo du wohnst, aber wenn ich nach draußen schaue, sehe ich Einzelpersonen in der Regel nicht lächeln - egal ob am Bushäuschen oder anderswo. Ich fände das sogar ziemlich irritierend, so ohne Grund an so einem Ort ein festgemeißeltes Grinsen auf den Backen zu haben.

Ehrlichkeit ist doch eine wichtige Tugend, oder nicht? Wenn mir theoretisch ein Bekannter sein Tattoo zeigen und danach fragen würde, ob es mir gefällt, würde ich wohl so etwas sagen wie „Es muss dir gefallen“. Aber ehrlich gesagt, ist das in diesem Fall Pillepalle, denn selbst wenn ich sagen würde „Wow, das sieht gut aus!“, würde das keine negativen Auswirkungen haben, weil das eben nichts ist, womit man im Nachhinein wirklich jemanden verletzen kann.
Bei deinem Beispiel mit dem Verkaufsgespräch geht es - wie der Name schon sagst - ums Verkaufen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du überhaupt imstande wärst, ein solches Verkaufsgespräch zu führen, wenn es dir nicht halbwegs gut geht - das würde das Gegenüber auch merken. Und du hast ja selbst schon geschrieben, dass in Berufen wie Verkäufern Lächeln als verkaufsfördernd wirkt. Es geht hier also in erster Linie um berufliche Vorteile. Aber auch hier ist es nicht wirklich nachteilig, wenn man sagt, dass es einem gut geht (was ja durchaus stimmen kann).
Krach mit den Eltern ist keine existenzgefährdende Situation und in keiner Weise mit schweren Depressionen vergleichbar, insofern...

Dann schlaf mal gut.

Ach ja - bitte nimm dir diese Worte zu Herzen: https://www.hilferuf.de/thema/sterben-ja-nein-wenn-nein-warum.264835/post-3852463
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann schlaf mal gut.

Danke, ist eine eher unruhige Nacht.

Tut mir leid, kann den Link nicht öffnen.

Boah, du bist echt anstrengend. Wenn mir nicht nach lächeln ist, dann lächel ich nicht.

Du bist erwachsen und entscheidest selbst, was du tust oder nicht.

Wenn du nicht lächeln willst, dann lass es.

Und du glaubst doch nicht im Ernst, dass du - nur weil du draußen irgendwo lächelst - ruckzuck einen Kontakt herstellst, weil du freundlich wirkst? Gut, das mag bei dir anders sein, ich kenne dich ja nicht, bei mir aber sicher nicht.

Menschen sind verschieden.

Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Lächeln und Blickkontakt die einfachste Möglichkeit ist, Kontakt mit Fremden aufzunehmen.

Wenn das für dich nicht funktioniert (egal aus welchem Grund), dann ist es so.

Früher wurde ich manchmal sogar von Fremden angesprochen, wenn ich selbstvergessen lächelnd durch die Gegend ging. Passiert mir aktuell nicht mehr... . Ob das daran liegt, dass ich nicht mehr so hübsch bin wie mit 20 oder daran, dass ich gelernt habe, nicht mehr oder zumindest wesentlich seltener unbewusst zu lächeln, wenn ich gerade keine Lust oder Zeit habe, Kontakte aufzunehmen, ist schwer zu sagen.

Im übrigen hast du mich vielleicht falsch verstanden.

Es geht mir nicht darum, dich zu irgendwas zu überreden.

Du hast gefragt, was lächeln denn überhaupt bringen kann und ich habe geantwortet.

Wenn du wegen deiner Krankheit nicht dazu in der Lage bist, ist das so.

Stell dir vor, ich frage dich im Fitnessstudio, ob du mir helfen kannst, fitter zu werden.

Du sagst: Na klar und zeigst mir paar Übungen. Ich frage, was die bringen können und du sagst z B sowas wie Muskelaufbau, Ausdauertraining,... Ich probiere es aus und stelle fest, dass ich das im Moment noch nicht kann, z B weil das Gewicht zu schwer ist

Dann ist das so und ich kann das nicht machen.

Ob etwas jemandem grundsätzlich helfen könnte oder einer bestimmten Person helfen kann, sind doch zwei völlig unterschiedliche Dinge.
 
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