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Single Ende 40 /Selbstbewusstsein / innerer Friede

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 115599
  • Datum Start Datum Start
Sie sieht deine Karriere...obwohl Du aus nem -ich sag mal - "gewöhnlichem Elternhaus kommst...sorry...da wird man doch höchstens ne Abteilungsleiterin (nichts gegen diesen Beruf) -was anderes fällt mir grad nicht ein...aber eine Juristin "pfeif" das geht doch gar nicht! Ich will damit sagen, sie hat sich wahrscheinlich niee selber verwirklichen können... so wie Du!!!
Sie definiert sich eben über das, was ihr Mann, ihr Sohn und ihre Schwiegertochter beruflich erreicht haben. Und darüber, dass sie verheiratet ist und Nachkommen hat, wenn auch nur den einen Sohn, der seinerseits zwei Töchter (Zwillinge) hat. Ihr Sohn ist Wirtschaftsjurist mit Fachhochschulabschluss. Damit kommt man als Beamter zunächst mal nur in den gehobenen Verwaltungsdienst, hat aber, wenn man sich in besonderer Weise bewährt oder die richtigen Fürsprecher hat, im Laufe des Berufslebens die Möglichkeit des Aufstiegs in den höheren Dienst. Als Volljurist fängt man dagegen gleich im höheren Dienst an. Man hat auch nur als Volljurist die Befähigung zum Richteramt. Meine Cousine versuchte aber immer, es unterschwellig so darzustellen, als hätte ihr Sohn mehr erreicht als ich, und betonte immer, wie stolz sie auf ihn ist. Er ist bei dem großen öffentlichen Unternehmen, bei dem schon sein Vater tätig war, inzwischen Abteilungsleiter Immobilienmanagement und hat wahrscheinlich auch mehr Leute "unter sich" (einer von deren Lieblingsausdrücken 🙄) als ich. Allerdings kann man sein Unternehmen nicht ansatzweise mit meiner Behörde vergleichen (die völlig andere Aufgaben hat und demzufolge auch über eine ganz andere Organisationsstruktur und anders qualifiziertes Personal verfügt). Vor allem aber hat sein Papi ihn in dem Unternehmen untergebracht. Ich bin ohne jedwedes "Vitamin B" bei meiner Behörde untergekommen.

Die Schwiegertochter meiner Cousine ist Grundschullehrerin. Auch damit wird ordentlich geprotzt. Ist aber auch nur eine Laufbahn des gehobenen Dienstes mit entsprechender Besoldung. Ich brauche mich weder bildungs- noch besoldungsmäßig hinter einer Grundschullehrerin zu verstecken. Leute ihrer Besoldungsgruppe habe ich als Mitarbeiter. Im Übrigen hatte ich auch materiell und in sonstiger Hinsicht wesentlich schlechtere Startbedingungen als der Sohn meiner Cousine (10 Jahre jünger als ich). Möchte mal wissen, was er erreicht hätte, wenn er in meinem Elternhaus großgeworden wäre. Da war nix mit jungen, fitten Eltern, riesigem Zimmer mit PC-Ausstattung, Riesenpartys zum Geburtstag und Skiurlaub...

Vor allem: Was habe ich davon, was mein Mann, mein Sohn oder meine Schwiegertochter von Beruf sind? Deswegen bin ich das doch noch lange nicht.

Übrigens habe ich bei denen nie groß etwas von meinem Beruf erzählt. Sie protzen und sticheln aber trotz meiner Tiefstapelei. Meine Mutter hat vor Jahren mal den Fehler gemacht, dieser Cousine zu erzählen, dass ich befördert worden war. Als Antwort kam nicht mal ein "Herzlichen Glückwunsch", es wurde nicht mit einer Silbe darauf eingegangen. Der nächste Satz (!) war vielmehr, dass ihre Schwiegertochter gerade auf Lebenszeit verbeamtet worden sei. Ich finde so ein Verhalten grob unhöflich. Als der Mann meiner Cousine in den 1980er Jahren seine Meisterprüfung mit Spitzennoten bestanden hatte, hängten sich meine Eltern, kaum dass sie davon erfahren hatten, beide ans Telefon und gratulierten. Aber man sieht ja: Deswegen reagieren die Verwandten im umgekehrten Fall noch lange nicht ebenso. Ich finde das ziemlich kleingeistig.

Auch die vielen Jahre Singlesein und keine Kinder haben, dass das für Dich auch schwer war zu verarbeiten, darauf kommt sie gar nicht.
Wahrscheinlich doch, denn sie stichelt ja gern in dieser Richtung. Sie versucht, mich an einer möglichst empfindlichen Stelle zu treffen. Aber damit zeigt sie ja nur ihre charakterlichen Defizite. Hätte sie keine Minderwertigkeitskomplexe, weil sie beruflich nicht allzu viel aus sich gemacht hat, hätte sie diese Bemerkungen auch gar nicht nötig. Auch über andere Akademikerinnen zieht sie gern her, und dass der Sohn ihrer Schwester inzwischen promovierter Oberarzt (Neurologe) an einer deutschen Universitätsklinik ist und seine Frau ebenfalls promovierte Ärztin (Internistin, Gemeinschaftspraxis mit ihrem Vater), passt ihr auch nicht. Insbesondere über die Ärztin wird auch gern abfällig gesprochen. Warum wohl? 😉

Nun es ist schön, wenn man einige Single-Freundinnen hat und sich gut versteht viel unternimmt usw.... Sowas würde ich mir auch wünschen...hat eben auch nicht sollen sein und ich hab mich echt bemüht darum.
Manchmal kann man sich noch so sehr bemühen, und es klappt trotzdem nicht. Es gehört immer auch eine gehörige Portion Glück dazu, ob andere das nun wahrhaben wollen oder auch nicht. Ich hatte auch eine Phase, in der ich Verschiedenes ausprobiert habe, um wenigstens ein paar Singlefreundinnen zu haben oder alte Schulfreundschaften wieder aufzuwärmen. Letztlich ist aber alles im Sande verlaufen. Eine Zeitschrift hatte mal eine Aktion gestartet, um Brieffreundschaften zwischen Frauen zu finden. Nach einem einzigen Briefwechsel wurde einfach nicht mehr geantwortet. Das habe ich zweimal erlebt und die Versuche dann auch eingestellt. Schulfreundinnen melden sich vielleicht ein- oder zweimal im Jahr per WhatsApp oder telefonisch oder treffen sich einmal jährlich "heimlich" mit einem, tun dann beim nächsten Abijubiläumstreffen vor den anderen so, als ob man kaum etwas miteinander zu tun hätte, lassen einen mehr oder weniger links liegen und unterhalten sich vorzugsweise mit "vielversprechenderen" ehemaligen Mitschülern (aus besonders angesehenem, wohlhabendem, gebildetem Elternhaus, mit besonderer Karriere etc.). Nein, das brauche ich nicht mehr. Erzwingen kann man nichts, weder in der Liebe noch in der Freundschaft. Wenn etwas nicht sein soll, dann ist es so. Und dann findet man sich besser damit ab und versucht, sein Leben allein zu gestalten und sich mit etwas oberflächlichem Smalltalk zu Bekannten, Nachbarn und Arbeitskollegen zufrieden zu geben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich wünschte übrigens, du könntest irgendwann im Leben auch mal nach Kanada reisen. Da herrscht eine ganz andere Mentalität, wahrscheinlich geprägt dadurch, dass Kanada ein traditionelles Einwanderungsland ist:

Die Menschen dort sind wesentlich hilfsbereiter, aufgeschlossener, toleranter, weniger statusorientiert und gehen respektvoller miteinander um.

Viele meiner kanadischen Verwandten sind auch sehr früh Eltern geworden (in einem Fall sogar schon mit 16!) . Dennoch hat die Ehe in den meisten Fällen bis heute gehalten, und von wenigen Ausnahmen abgesehen, besteht auch ein gutes Verhältnis zu den inzwischen erwachsenen Kindern. Aber nicht einer hat damit geprotzt oder auch nur die kleinste Andeutung oder taktlose Stichelei von sich gegeben, warum ich nicht verheiratet bin und keine Kinder habe. Nicht einer hat mir das Gefühl vermittelt, nicht wirklich zur Familie zu gehören oder nur ein Außenseiter zu sein. Über meinen beruflichen Werdegang äußerte man sich anerkennend, zeigte Interesse, fragte sogar nach typischen Tätigkeiten und Projekten und trumpfte auch nicht postwendend mit der eigenen Karriere auf. Dass ich zur Miete wohne, während sie alle Hauseigentümer sind, war auch kein Thema. Sie mochten mich als Mensch, ich mag sie auch, und da braucht man auch nicht zu sticheln und die Lebensumstände des anderen abzuwerten, sondern unternimmt lieber was Schönes miteinander.

Kein Vergleich zu Deutschland.
 
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Also in meinem Umfeld und in meiner Familie , hier in Deutschland, ist es auch nicht anders. Vielleicht hattest Du nur die falsche Familie und das falsche Umfeld?!
Sei froh, wirklich sei froh dass Du so ein gutes Umfeld hast...siehst Du das ist so wenn die Familie passt dann passt das Umfeld... und evtl. bist Du auch nicht gerade zurückhaltend oder introvertiert... so wie ich oder Sarnade... hoffe ich trete Sarnade nicht zu nahe...

Ich habe es heute wieder bei der Arbeit gesehn...die die am lautesten "schreien" die bekommen was sie wollen...und die die ruhiger sind, werden übersehen...!! Geht einem ja selber so... man schaut auf die die rumplärren!! Und oft ist nicht mal viel dahinter... Ich sehe immer wieder, wie diese Sorte Mensch im Leben mehr erreicht ...das kann doch nicht sein!!! Wo bleibt da die Gerechtigkeit??ß

Früher in jüngeren Jahren, da dacht ich immer -wenn ich mal wieder ne Niederlage einstecken musste-...irgendwann kommt auch für die ne Retourkutsche. So war es dann meist auch... somit war das für mich so ne Art "Genugtuung" oder einfach Trost .
Aber in den letzten Jahren , da blieben diese Retourkutschen aus...da musste ich NUR einstecken... immer feste Drauf aufm Kopp.... und dann ist mal was geglückt und hab mich gefreut wie dolle ...das ging nicht lang und schon gab es irgendwas damit man JA! nicht zu übermütig wird!!!

Oft höre ich den Satz: Du darfst das nicht so an Dich ranlassen ... Du musst Dir ne dickere Haut zulegen.... das ist leicht dahergeredet. Bei mir ist es oft schon so, ich merke z.Bsp. wenn schon ne schlechte Stimmung im Raum ist!!! Oder wenn irgendwas bei meinen Eltern war, merke ich das schon ohne das die mir das sagen!!! Ich will diese Gefühle nicht haben, aber die sind einfach da!

Innerlich zieht sich mein Magen zusammen, da ist so ne Anspannung da und ich weiß grad gar nicht warum? Als wär in mir etwas was ständig sagt... pass auf...pass auf... bald passiert was wenn Du nicht aufpasst. Sei nicht so laut, benimm Dich nicht so usw... und ich merke auch, dass ich sehr verletzlich bin und sofort zu Tränen ausbreche...

Bin echt froh, wenn ich bald wieder zu meiner Beraterin gehen kann... muss noch 2 Wochen durchhalten...

Bin meistens froh, wenn es abend wird und ich in mein Bett gehe und mir ein schönes Buch zur Hand nehme und lese...da kann ich mich dann ablenken...
 
Ja ich muss anderen nichts beweisen...evtl. aber mir!! Ich wäre auch gerne mal "vorn" oder besser als die anderen...ich schwimme halt meistens mit dem Haufen mit...und sag ich dann mal was...dann ist man gleich unten durch... oder wird so doof angemacht ... und dann geht schon wieder das Grübeln los.

Ich habe nichts Besonderes vorzuweisen ....absolut nichts Besonderes... = Laaangweilig gähn
 
Oft höre ich den Satz: Du darfst das nicht so an Dich ranlassen ... Du musst Dir ne dickere Haut zulegen.... das ist leicht dahergeredet. Bei mir ist es oft schon so, ich merke z.Bsp. wenn schon ne schlechte Stimmung im Raum ist!!! Oder wenn irgendwas bei meinen Eltern war, merke ich das schon ohne das die mir das sagen!!! Ich will diese Gefühle nicht haben, aber die sind einfach da!
Wahrscheinlich bist du sensibler als der Durchschnittsmensch.
 
im Moment sehe ich keine großartigen Stärken...ok ich hab nen Job...Bürojob.... nicht studiert oder so... kann selbständig arbeiten...hab aber zwei Chefs, die sind irgendwie naja...für mich so wie sie sind "unfähig"... der eine eine Kommunikationsgenie (es wird nicht geredet keine Entscheidung getroffen ) der andere schreit nur rum...und am Ende halten sie zueinander... keiner kommt gegen die an!! Und die die schon mal aufbegehrt haben, die haben die A-Karte oder arbeiten nicht mehr dort.

Aber Lob oder mal das man mal irgendwo mit einbezogen wird...nein... sonst könnte man ja zuviel mitreden...
 

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