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Öffnungszeiten: abends und am Wochenende?

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Ach Hempel, das ist schade, dass Du solche Vorurteile hast. Ich war schon in mehreren und kann Dir sagen, asiatische Städte sind nicht viel mehr oder nicht viel weniger hektisch als unsere Großstädte. Vermutlich hast Du Bilder im Kopf von vollgestopften Metros, von Straßen mit Menschenmassen ... So was ist einfach nur eine Momentaufnahme, meistens von der Rush hour.

In asiatischen Städten ist ein Einkauf mehr ein Ereignis. Und selbst in den entferntesten Stadtteilen gibt es Geschäfte, die haben 24/7 Stunden geöffnet. Da man als Tourist ja üblicherweise viel sehen und erleben will, kommt man ganz oft - so ist es bei uns jedenfalls - erst am Abend in die Nähe seiner Unterkunft. Und dann kann man, wenn man will, seine Einkäufe fürs Frühstück o. ä. erledigen. Überall, wo Du hingehst, wirst Du fast hofiert, man begrüßt Dich, als wärest Du sonstwer. Man empfängt und begrüßt Dich, als wärest Du der Freund des Hauses. Du hast niemals das Gefühl, dass einer denken würde, meine Güte, was kommen die denn jetzt hier um 22:30 Uhr in den Laden? Im Gegenteil. Jetzt kann man wieder dagegen halten, ja, ja, diese asiatische Freundlichkeit ist auch nicht echt ... dann sollte man das erstmal selbst kennenlernen. Die Menschen dort haben eine andere Einstellung zu ihrem Job und Arbeitgeber; wie sagt man - andere Länder, andere Sitten und ich ergänze, andere Menschen und anderes Denken.

Ich habe eine bekannte die von Geburt an etwas beeinträchtigt ist...langsamer...
Sie war einmal einige wochen in Shanghai, ihren Sohn besuchen der dort arbeitet.
Einmal und nie wieder, wie sie sagt.
Es hätte sie alles viel zu sehr gestresst und überfordert.
Nun fliegt ihr Mann alleine den Sohn besuchen.
Sie bleibt lieber zuhause.

Ich finde nichts schrecklicher, als wenn ständig Betrieb ist, man nicht zur Ruhe und zum nachdenken kommt.
Ich liebe die Ruhe an Sonntagen.
Das kann auch ein freier Tag unter der Woche niemals aufwiegen.
 
Diese 7Tage/24-Stunden-Mentalität fußt überwiegend auf ökonomischen Gründen der Unternehmer und hat weniger das Wohl der Arbeitnehmer oder Kunden im Auge.

Alles hat seine vernünftigen Grenzen. Die Konkurrenz übertreffen zu wollen oder müssen (aus ökonomischen Gründen) ist kein hinreichender Grund, um den Laden zB auch nachts zu öffnen.

Wenn's nur noch um Geld geht, läuft wohl was falsch.

Die Leute, die dort Sonntags arbeiten, machen das auch fast nur des Geldes willen und haben wohl entweder keine sozialen Beziehungen oder sie haben welche, die darunter leiden.

Bezüglich der Niederlande habe ich neben der Supermarktkette Albert Heijn vor allem viele junge Leute im Studentenalter im gastronomischen Bereich gesehen. Es gab kaum mal eine Bedienung die mindestens 40 Jahre alt war. Was soll das bedeuten?

"Die Zeiten haben sich eben geändert", weil das Geld in den Vordergrund getreten ist.

Wohin der Trend geht, sieht man hier in den Niederlanden. Die großen Märkte
in den Einkaufszentren haben auch sonntags geöffnet und die meist jungen
Leute an der Kasse sind stets freundlich.

Man muss nicht jeden Trend gut finden.


Daneben:
Ich bedaure es sehr, dass Albert Heijn in Deutschland geschlossen hat. Ich würde sehr gerne die leckeren Salate kaufen, die es so nicht in Deutschland gibt 🙂.
 
Diese 7Tage/24-Stunden-Mentalität fußt überwiegend auf ökonomischen Gründen der Unternehmer und hat weniger das Wohl der Arbeitnehmer oder Kunden im Auge.
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Diese Mentalität wird hier aber sowieso nur von wenigen (oder eigentlich gar nicht) vertreten. Meines Wissens verlangt letztlich kaum jemand, dass die Geschäfte rund um die Uhr übers ganze Jahr geöffnet haben sollen. Dennoch wird sie recht oft thematisiert, so als ob solche Daueröffnungszeiten von vielen ernsthaft verlangt würden.
 
Die Frage ist, wie fair Arbeitgeber das regeln. Wenn man 24/7 arbeiten DARF, dann heißt das auch, dass Arbeitgeber mir 24/7 Arbeitszeiten vorschreiben können. Ich erfahre dann im Extremfall erst Stunden vorher ob der nächste tag frei ist. Und selbst auf den Sonntag kann ich mich nicht mehr verlassen.
Veränderte Öffnungszeiten hebeln nicht das Arbeitszeitgesetz oder sonstige Verordnungen aus. Dass man erst einen Tag vorher bescheid bekommt, wie man am nächsten Tag schaffen muss, ist Blödsinn.

Bei Ärzten, Polizei und co ist 24/7 unvermeidlich. Teilweise bekommen diese Menschen dann aber auch gute Zuschläge oder werden sehr fair bezahlt. Sag aber mal jemandem, der Mindestlohn bekommt, dass er dem Arbeitgeber allzeit bereit zu stehen hat, obwohl sein Job im vergleich zu Polizei und co keine dringende Notwendigkeit hat immer präsent zu sein.
Derjenige arbeitet nicht mehr, sondern nur zu anderen Zeiten. Ist das Prinzip Schichtarbeit so schwer zu verstehen?
Und woher weißt du, daß alle Verkäufer nur Mindestlohn bekommen? Polemik ist schon was feines....

Es ist meiner Ansicht nach nicht sozial Menschen in der Nacht arbeiten zu lassen wenn es nicht ganz wichtig ist.
Es geht hier ja wirklich nur um Konsum und Profitgier.
Kinos, Restaurants, Tankstellen, Spätis - alles schließen ab 20 Uhr, ist ja alles nicht lebensnotwendig und unbedingt wichtig. Müssen ab 20 Uhr eigentlich noch Busse oder Bahnen fahren? 😕

Selbst wenn die Läden nur zwei mal in der Woche offen hätten (Mittwoch und am Sonnabend), dann würden sich die Leute darauf einstellen und es würde funktionieren.
Nein. Ich als Kunde würde dann da shoppen, wo man mein Geld will. Dann eben online.

Viele Dinge kauft man heutzutage ja auch online und auch Lebensmittel könnten eigentlich durch Drohnen geliefert werden, dann fallen die Öffnungszeiten ganz weg, weil es dann nur noch Lager sind. (dann bräuchte jedes Haus/Wohnung aber einen kleinen Drohnen-Landeplatz wo die Fracht abgelegt werden kann.)
Und dann wird wegen der wegfallenden Arbeitsplätze gejammert... 🙄
 
Diese Mentalität wird hier aber sowieso nur von wenigen (oder eigentlich gar nicht) vertreten. Meines Wissens verlangt letztlich kaum jemand, dass die Geschäfte rund um die Uhr übers ganze Jahr geöffnet haben sollen. Dennoch wird sie recht oft thematisiert, so als ob solche Daueröffnungszeiten von vielen ernsthaft verlangt würden.

Bei uns hat ein Supermarkt 24 Stunden offen gehabt. Nur Sonntags war zu. Nach einem halben Jahr hat man das eingestellt, es hat sich nicht gelohnt. Nun ist von 5.30 - 23 Uhr auf. Laut Ladeninhaber sind das die lohnenswerten Zeiten.

Das regelt sich alles über Angebot und Nachfrage.
 
Kinos, Restaurants, Tankstellen, Spätis - alles schließen ab 20 Uhr, ist ja alles nicht lebensnotwendig und unbedingt wichtig. Müssen ab 20 Uhr eigentlich noch Busse oder Bahnen fahren? 😕

In einem anderen Forum hat jemand mal geschrieben, dass einer seiner Bekannten ernsthaft verlangen würde, dass nach 20 Uhr auch Restaurants, Kinos, Theater etc. zu schließen hätten. Also, es gibt sogar derartige Extrempositionen.

Ich finde, es wird oft so getan, als ob späte Arbeitszeiten automatisch Ausbeutung seien. Aber wie ich schon erwähnt habe: für viele Menschen passen wechselnde Arbeitszeiten (auch abends oder am Wochenende, wenn man dafür während der Woche oder tagsüber frei hat) sogar ganz gut. Auch ich würde das bevorzugen, denn mir kommen die immergleichen Tagesarbeitszeiten gar nicht so gut gelegen. Abends arbeiten zu müssen bedeutet ja nicht, dass man schon um 8 Uhr morgens angefangen hat. Mein Bekannter, der Straßenbahnfahrer fängt oft erst um 16 Uhr an. Tagsüber ist er in seinem Garten und genießt die schönen Tage. So schrecklich wäre das für mich auch nicht.
 
Diese 7Tage/24-Stunden-Mentalität fußt überwiegend auf ökonomischen Gründen der Unternehmer und hat weniger das Wohl der Arbeitnehmer oder Kunden im Auge.

Alles hat seine vernünftigen Grenzen. Die Konkurrenz übertreffen zu wollen oder müssen (aus ökonomischen Gründen) ist kein hinreichender Grund, um den Laden zB auch nachts zu öffnen.

Wenn's nur noch um Geld geht, läuft wohl was falsch.

Die Leute, die dort Sonntags arbeiten, machen das auch fast nur des Geldes willen und haben wohl entweder keine sozialen Beziehungen oder sie haben welche, die darunter leiden.

Bezüglich der Niederlande habe ich neben der Supermarktkette Albert Heijn vor allem viele junge Leute im Studentenalter im gastronomischen Bereich gesehen. Es gab kaum mal eine Bedienung die mindestens 40 Jahre alt war. Was soll das bedeuten?

"Die Zeiten haben sich eben geändert", weil das Geld in den Vordergrund getreten ist.

Das Geld ist bei den meisten Berufstätigen im Vordergrund, denn aus purer Gutheit müht sich kaum jemand früh um 6 aus den Federn, wenn er gerne jeden Tag bis 9 schlafen täte. Und das war auch noch nie anders, vor Einführung unserer heutigen Arbeitsgesetze haben nicht wenige Leute bis zu 20 Stunden am Tag für einen Hungerlohn schuften müssen, insbesondere in der Landwirtschaft, wo vor allem die Mägde die ärmsten Geschöpfe auf der Welt waren, nicht viel mehr als rechtlose Arbeitssklaven des jeweiligen Bauern.

Die Leute, die am Sonntag im Supermarkt arbeiten ... nehmen sehr gerne die Extrazuschläge für Sonntagsarbeit mit, frei haben sie dafür dann an einem anderen Tag, einem Werktag, wo man selber dann was unternehmen kann, z. B. zuerst ausschlafen und dann in aller Ruhe einkaufen. 😀 Wie sie ihre sozialen Beziehungen betreiben, muß Dich nicht jucken, die wissen das besser als Du, schließlich kennst Du ihre Lebenssituation nicht. Nicht bei jedem Menschen hängen die sozialen Beziehungen ausgerechnet am freien Sonntag. 🙄

Wenn Du kaum Bedienungen jenseits der 40 gesehen hast, liegt das wohl daran, daß man sich in diesem Alter meistens schon über die Bedienung hinaus hochgearbeitet hat. Die Studenten verdienen sich in der Schichtarbeit das Geld fürs Studium, so wie anderswo die Leute, die bei McKotz die Burger über die Theke schieben. Und das ist wohl auch gut so, denn Verdienstmöglichkeiten, die sich mit den Studienzeiten in Einklang bringen lassen, sind sonst in der Wirtschaft selten. Die Schicht- und Teilzeitarbeit in Supermärkten kommt vor allem Alleinerziehenden entgegen, die auf die Arbeit gehen können, während der Nachwuchs im Kindergarten oder in der Schule ist. Ein bissel was verdienen ist allemal besser als diese Stunden allein zuhause zu sitzen und von Hartz leben müssen.
 
Ich habe eine bekannte die von Geburt an etwas beeinträchtigt ist...langsamer...
Sie war einmal einige wochen in Shanghai, ihren Sohn besuchen der dort arbeitet.
Einmal und nie wieder, wie sie sagt.
Es hätte sie alles viel zu sehr gestresst und überfordert.
Nun fliegt ihr Mann alleine den Sohn besuchen.
Sie bleibt lieber zuhause.

Ich finde nichts schrecklicher, als wenn ständig Betrieb ist, man nicht zur Ruhe und zum nachdenken kommt.
Ich liebe die Ruhe an Sonntagen.
Das kann auch ein freier Tag unter der Woche niemals aufwiegen.

Ich war noch nie in Asien, aber ich schätze, der Trubel vor allem abends und nachts täte mir gefallen. In südlichen Ländern ist ja oft der Arbeitstag in die Nacht hinein verschoben, weil es vor allem mittags bis nachmittags oft zu heiß und ungemütlich ist, da hält jeder (außer Eseln und Engländern, wie das Sprichwort sagt) Siesta. Und ich bin auch eine Eule, in der Frühe zu gar nichts zu gebrauchen, erst ab Mittag bis Mitternacht ist meine Zeit.
Unter Sonntagsruhe verstehe ich Friedhofsruhe. Weil ich jahrelang draußen auf dem Land leben mußte, wo eh der Hund begraben war, man absolut nichts unternehmen konnte, wo der Fernseher praktisch die einzige Unterhaltung überhaupt war, wenn man die Mini-Bibliothek des Ortes schon hundertmal durchgelesen hatte. Wie eingesperrt auf einer einsamen Basis in der Antarktis, so kam ich mir vor.
Nix für mich. Ruhe kann ich dann haben, wenn ich tot bin.
So "langsam" wie Deine Bekannte bin ich dummerweise nicht, daß mich der übliche Großstadttrubel überfordern würde. Im Gegenteil, ich genieße das pulsierende Leben auch nachts, wohne ja selber in der Stadt. Wenn auch nicht gerade irgendwo in Asien, wo nachts wirklich die Post abgeht. Und ich möchte auch nirgendwo anders hin. So unterschiedlich ist das Empfinden. 🙂
 
Die Leute, die dort Sonntags arbeiten, machen das auch fast nur des Geldes willen und haben wohl entweder keine sozialen Beziehungen oder sie haben welche, die darunter leiden.

Eine Freundin von mir ist Krankenschwester, kleine Familie und riesiger Freundeskreis. Sie ist das Gegenteil eines leidenden Menschen ohne soziale Bindung.
 
I
Nix für mich. Ruhe kann ich dann haben, wenn ich tot bin.

Ich bin da auch so ähnlich gestrickt. Die Sonntagsruhe finde ich weniger erholsam und entspannend als bedrückend und beinahe unheimlich, zumindest innerhalb von kleineren Städten, wo sich dann rein gar nichts tut. Das dürfte auch ein Grund sein, warum ich eher ein Großstadtmensch bin, denn die Lebendigkeit in den Städten beflügelt mich eher, und ich fühle mich frisch und lebendig.

Deswegen finde ich freie Tage während der Woche auch angenehmer als einen freien Sonntag, weil ich sie viel angenehmer nutzen kann. Es sind viele Einrichtungen geöffnet, ich kann mal einen freien Tag in der Bibliothek verbringen (die am Sonntag geschlossen hat), oder auch mal z.B. die Veranstaltungen von Kulturfestivals etc. besuchen, die auch häufig an Wochentagen tagsüber stattfinden, und so weiter. Mir persönlich tut sowas gut - besser als ein lebloser Sonntag.

Im übrigen bieten ausgerechnet bei Bergwanderungen und Ausflügen in die Natur die Wochentage das ruhigere Erlebnis. Denn während am Wochenende die geballten Wanderer- und Radfahrkolonnen in Richtung Berge und Natur aufbrechen, ist man unter der Woche ziemlich allein, was ich auch wieder gut finde.

Mein Eindruck ist: an Sonntagen ist es in den Städten/Ortschaften oft leblos, und in der Natur hingegen sind die Wege und Zufahrtsstraßen überlaufen. An Werktagen ist es gewissermaßen andersrum: in den Orten/Städten ist es lebendig und interessant, und in der Natur hat man seine Ruhe.
 
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