Ich bin nach längerer Zeit mal wieder zu diesem Thread zurückgekehrt, da ich heute Abend mal wieder über das Thema nachgedacht habe und mit meinem Partner darüber gesprochen habe. Vielleicht ausgelöst dadurch, dass ich meinem Ex vor ein paar Tagen im Supermarkt über den Weg gelaufen bin. Ich habe eben Vans Beitrag gelesen, erstmal dazu:
In diesen 1,5 Jahre sind so viele Sachen passiert wo ich manchmal echt einfach nur dachte "ich steh im Wald" oder ich war so Sprachlos, was für ihn dann natürlich ein Eingeständnis war, weil ich ja dazu nichts sagte.
Das hat mich total in die Vergangenheit mit meinem Ex (der eine PPS hat) zurückversetzt. Ich habe wieder dieses Gefühl von Eingezwengtsein bekommen beim lesen, dass diese in-die-Ecke-treib-Logik bei mir ausgelöst hat. Bei meinem Ex war es so, dass er als Eingeständnis deutete, dass ich mich übers eine (unberechtigten) Vorwürfe aufregte. Angeblich würde ich ruhig bleiben, wäre an den Vorwürfen nichts dran. Auch wenn die Argumentationen oft völlig unlogisch waren, hatte ich häufig keine Chance dagegen anzureden.
Und entschuldigen musste ich mich auch regelmäßig bzw. eingestehen, dass er recht hat, oft gab er bis dahin keine Ruhe. Wenn ich so nachdenke, gleicht das einer Gehirnwäsche.
Der Gedanke, der mich heute Abend beschäftigt hat, war, wie lange diese Beziehung noch Nachwirkungen gezeigt hat (und es immer nocht tut). Direkt danach war ich lange ziemlich fertig und leider liebte ich ihn immer noch, auch wenn ich -rational- wusste, dass diese Beziehung keinen Sinn mehr ergab. Ich habe mir dann auch gesagt -auch wenn ich in Artikeln wenig optimistisches las, was das Krankheitsbild angeht und trotz der Warnungen hier in diesem Thread - , dass ich die Hoffnung nicht aufgegeben würde. Ich habe gedacht, ich werde ihn weiter lieben und hoffen, dass er durch die Therapie (in die er sich kurz nach unserer Beziehung wegen Prüfungsangst begeben hatte), vielleicht auf die Störung gestoßen werden würde. Dass er akzeptieren würde, dass mit ihm etwas nicht stimmt und daran arbeiten würde. So dass vielleicht irgendwann wieder eine Beziehung möglich sei.
Ich hatte nach ihm andere Partner, doch im Nachhinein betrachtet, waren das keine wirklich ernsthaften Beziehungen. Jetzt bin ich aber seit einem halben Jahr mit jemand zusammen, mit dem das anders ist. Und ich merke, dass ich mich nun endgültig von meinem Ex lösen muss. Ich halte zwar bewusst nicht mehr an ihm fest, doch es scheint mir, als arbeite mein Beschluß, 'die Hoffnung nicht aufzugeben' immer noch in meinem Unterbewusstsein.
Mein Ex hat tatsächlich die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung bekommen, doch sein Verhalten hat sich nicht großartig geändert, so wie ich das in unseren wenigen Gesprächen nach der Trennung erahnen konnte. Außerdem liebe ich ihn nicht mehr, insofern bin ich schon über ihn weg.
Doch auch nach all der Zeit hängt mir diese Beziehung noch nach. Kennt ihr das, dass es euch bei eurem Partner mit PPS besonders schwer fiel, diese Beziehung zu verarbeiten und hinter euch zu lassen?
Ich habe auch andere Beziehungen gehabt, da kenne ich das so nicht. Ich denke, es ist einfach eine traumatische Erfahrung. Und da ich mich ja auf viele Diskussionen einließ und ihn -trotz haarsträubender Ansichten- noch ernstnahm, hat er mich auch beeinflußt. Die Beziehung hat mir ein gutes Stück meiner Selbstachtung genommen und mich an mir zweifeln lassen. Das musste erst wieder 'heilen' und das dauert wohl....hm. *nachdenklich*
Es hat mir geholfen, die Krankheit besonders durch dieses Forum, zu verstehen. Doch leider tat ich das ja erst im Nachhinein. Ich merke, dass diese 2 Jahre mit meinem PPS-Ex schon ziemlich tiefe Wunden hinterlassen haben. Dagegen hilft es auf jeden Fall, eine gesunde Beziehung zu haben, in der ich gut behandelt werde. Ich bin froh, dass ich mich darauf so langsam einlassen kann.
🙂
edit: Irgendwer hat es weiter oben geschrieben, durch so eine Beziehung wird man zerstört. Da man ja bedingungslos eine kranke Sichtweise unterstützen soll und dazu mit teils barbarischen Mitteln getrieben wird, muss man ja Teile von sich selbst aufgeben/in Frage stellen. Wenn ich so darüber nachdenke, ist das wirklich grausam.
Ich frage mich immer wieder, warum ich das mitgemacht habe und nicht für mich gleich auf der Hand lag, dass seine Reaktionen völlig überzogen sind. Doch er hat es oft eben auch ziemlich intelligent angestellt, mich ins Unrecht zu stellen.
Ich kann es nicht rückgängig machen, bloß das, was durch diese Beziehung zerstört wurde, wieder gut machen. Und ich bin froh, dass ich mich mittlerweile weitgehenst aus seinem 'Bann' befreit habe.