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Würdet ihr für 1100€ netto arbeiten?

  • Starter*in Starter*in Pattsrick
  • Datum Start Datum Start
ich finde es generell schade, wie schnell ge- und verurteilt wird, hier und überall sonst auch.

ich kann menschen verstehen die sagen "ich will niemandem auf der tasche liegen" und die sich letztendlich vom arbeitsmarkt ausnutzen lassen, wenn sie für nen hungerlohn arbeiten.

genauso aber auch die leute die sagen, dass sie dann lieber auf stütze gehen, als das mit sich machen zu lassen.

letztendlich geht es doch darum DAS zu tun, womit man klarkommt, womit man das leben leben und meistern kann. es gibt leute die verdienen sauwenig und sind trotzdem froh. aber wenn ich unglücklich wäre mit der arbeit, ob niedrig oder hochbezahlt, da würde ich dann lieber glücklich sein und auf staatskosten leben.

leben um zu arbeiten halte ich persönlich nicht für den grund, warum man hier unten auf der welt ist. zum glück bin ich nicht in der situation, dass ich vor so einer entscheidung stehen würde, aber 1.1 netto für vollzeit wäre mir zu wenig, auch wenn ich eher sparsam unterwegs bin und mit dieser menge kohle gut durch den monat käme. nur eben zu dem preis, dass wenig vom monat übrig ist, um glücklich zu sein.
 
Davon ausgehen das wir hier von Mindestlohn reden und nicht von 1000 netto für 10 stunden im Monat.

Aus einer Festen stelle herraus nein.
Aus eine gekündigten Stelle herraus nein.
Aus ALG 1 herraus nein.
Das sind alles situationen wo ich es mir leisten würde weiter zu suchen.
Aus ALG 2 herraus Ja.

Lange arbeitslosigkeit ist tödlich für den Lebenslauf. Tödlicher als ne "fremde" oder unterbezahlte stelle.
 
Da wir vom TE nichts wissen außer dem Nettolohn, sind Spekulationen hier fehl am Platz.

Kurz gesagt: Ja es gibt schlecht bezahlte Jobs, bei denen man nur den Mindestlohn bekommt - das kann aber je nach Arbeit, Arbeitszeit und Qualifikation nachvollziehbar sein.

Wenn ich Pflanzen liebe und für den Mindestlohn in einem schönen Laden Blumen um die Ecke verkaufen soll, ist das eine möglicherweise gute Arbeit - insbesondere wenn die Alternative Hartz 4 lautet.

Andere Arbeitgeber bieten gerne Teilzeit an um flexibler zu sein (besser zwei Teilzeitkräfte als ein VZ). ALDI bezahlt meines Wissens auch einen guten Stundenlohn, aber vergibt fast nur Teilzeitverträge, so dass man auch oft nur auf 1.000 € oder weniger Netto kommt.

Ist natürlich auch die Frage, ob man alleine ist. Ist ja schön wenn hier jemand schreibt "verkauf dich nicht unter Wert", aber wenn man in einer Partnerschaft ist und der Partner Vollzeit schuftet (man eh keinen Hartz 4 Anspruch hat) dann ist die Alternative Füße hochlegen für die Beziehung vermutlich nicht die beste.
 
Wenn du es dir noch aussuchen kannst, ob du für dieses Gehalt arbeiten gehst, dann hast du ja eine Wahl. Viele Menschen haben die nicht und viele wären froh, wenn sie überhaupt soviel Geld verdienen würden. Wenn mich der Job interessiert bzw er mir Spaß macht, würde ich ihn annehmen, vor allem wenn absehbar ist, das es in absehbarer Zeit kaum ein besseres Angebot geben wird.

Dann kommt es halt auch drauf an, ob das Geld für die monatlichen Ausgaben reicht, wie lang der Arbeitsweg ist, die Fahrtkosten.

Zu sagen 'für das Geld würde ich nie arbeiten gehen' , diese Einstellung kann irgendwann auch mal nach hinten losgehen. Denn eine Wahl haben wir hier in diesem Land ja nur, weil wir im Ernstfall, zumindest vorübergehend, sozial aufgefangen werden.

Wenn jedoch die Arbeitslosigkeit ansteigt, zu viele Menschen dieselben Jobs für weniger Geld machen würden, dann kann man irgendwann nicht mehr wählerisch sein.
 
Ehe ich einen Cent vom Amt nehmen würde, würde ich für lieber für 1100 € arbeiten und nebenbei noch Putzstellen annehmen.
Ich wäre zu stolz auf Kosten des Staates, also auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung zu leben.
Aber das ist wohl eine Einstellungssache.
Genau deshalb ist es auch so wichtig gut qualifiziert zu sein, um dementsprechend zu verdienen.

Wobei Geld nicht alles im Leben ist. .... wenn ich einen Job habe, der mir unheimlich Spaß macht, bei dem ich aber wenig verdiene, kann ich vielleicht am Ende reicher sein, als mit einem Job der wahnsinnig viel materielles abwirft.
Wobei eben Staat und arbeitende Bevölkerung ein riesengroßer Unterschied ist. Der Staat bestiehlt ja das arbeitende bzw. wirtschaftende Volk (wenn es dem nicht zugestimmt hat). Wenn sie natürlich freiweillig Steuern zahlen wäre das was anderes.
Moralisch vertretbar wäre es eher auf Kosten des Staates zu leben, als auf Kosten der arbeitende Bevölkerung, wenn man selbst mit seinen Fähigkeiten sich ein gutes Zubrot verdienen könnte. Wobei es letztlich davon abhängt, was man selbst bevorzugt. Es geht ja darum, wie man am besten seine Bedürfnisse durch ökonomisches Handeln befriedigen kann.
Der Staat selbst verteilt die erwirtschafteten Ressourcen ja um, und das nicht unbedingt effizient und da wo sie wirklich gebraucht werden. Zumal finanziert man ja den Staat so indirekt wieder mit, indem man von seiner Wertschöpfung etwas an den Staat abgibt. Dadurch kann es sogar moralisch eine gute Entscheidung sein nicht zu arbeiten, zumindest wenn man den Staat als etwas Schlechtes ansieht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Staat selbst verteilt die erwirtschafteten Ressourcen ja um, und das nicht unbedingt effizient und da wo sie wirklich gebraucht werden. Zumal finanziert man ja den Staat so indirekt wieder mit, indem man von seiner Wertschöpfung etwas an den Staat abgibt. Dadurch kann es sogar moralisch eine gute Entscheidung sein nicht zu arbeiten, zumindest wenn man den Staat als etwas Schlechtes ansieht.

Der Kerngedanke, dass staatliche Umverteilung ineffizient ist, stimmt.
Deswegen sollte man Staatsquoten auch klein halten und Menschen sollte ihr Leben möglichst unabhängig von staatlichen Leistungen fristen.

Wenn ich 1.000 € selber verdiene, sind das 1.000 €. Wenn ich aus Sozialtöpfen 1.000 € will, müssen anderen Menschen dafür 1.300 € Steuern zahlen. 30% ist die Staatsquote, die Verwaltung und co kosten.

Gesamtwirtschaftlich, ist also selbst wenn ein Staat relativ reich ist, jeder Hilfeempfänger immer eine Belastung.

Das kann man sich selber schön argumentieren indem man auf die falschen Ausgaben des Staates hinweist, aber man lebt letztlich in einer Gemeinschaft und muss sich demokratischen Entscheidungen der Gemeinschaft beugen. Schließlich sind wir keine Könige, die alles alleine bestimmen können 😉

Letztlich kann ich aber dennoch verstehen wenn jemand nicht für jede Summe arbeiten will. Es fühlt sich ungerecht an wenn man eine gute Qualifikation hat, sein Leben lang fleißig gearbeitet und gut verdient hat und dann plötzlich für den Mindestlohn Toiletten putzen soll.

Andererseits geht es meistens eher um wenig qualifizierte Menschen. Es geht nicht um den IT Fachinformatiker sondern um ungelernte Hilfskräfte. Und ja irgendjemand verdient immer am wenigstens und das sind meisten eben solche Menschen. Das befreit sie aus meiner Sicht nicht davon auch ihren Lebensunterhalt selber sicherstellen zu müssen.
 
Der Kerngedanke, dass staatliche Umverteilung ineffizient ist, stimmt.
Deswegen sollte man Staatsquoten auch klein halten und Menschen sollte ihr Leben möglichst unabhängig von staatlichen Leistungen fristen.

Wenn ich 1.000 € selber verdiene, sind das 1.000 €. Wenn ich aus Sozialtöpfen 1.000 € will, müssen anderen Menschen dafür 1.300 € Steuern zahlen. 30% ist die Staatsquote, die Verwaltung und co kosten.
Die kapitalistische Umverteilung ist noch viel "ineffizienter". Würde man alle Einkommen samt Firmenbesitz auf alle Arbeitnehmer absolut gleich verteilen, dann hätte jeder monatlich 4000€ Brutto.
 
Die kapitalistische Umverteilung ist noch viel "ineffizienter". Würde man alle Einkommen samt Firmenbesitz auf alle Arbeitnehmer absolut gleich verteilen, dann hätte jeder monatlich 4000€ Brutto.
Und was dann, der Unternehmer will verdienen, bei mir würde dann das Viertel Pfund Butter 10 Euro kosten, wem nütz das wohl mehr?
Und schau mal was heute TV Geräte kosten, und was früher.
Immer alles schön in Retaliation setzen nicht nur als Zahlen sehen.
Grad wenn was in % ausgedrückt wird immer den Faktor beachten.
50 % von 1 oder 1000....Euro
Du hast was gespart, mehr geleistet, ich hab weniger, gibst du mir was ab?
Menschen ändern sich nicht, sie waren nur nie das, was du gedacht hast:
Es erfordert Zeit, Komplizenschaft und bestimmte Schlüsselmomente, die uns die Augen öffnen.
Bis dies passiert, neigen wir oft dazu, andere zu idealisieren oder ihnen außergewöhnliche Dinge zuzuschreiben.
Doch langsam fallen die Hüllen zu Boden…
 

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