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Wohnungsneubau in Deutschland

Da habe ich vor kurzem auch interessehalber gegoogelt.
Bauplätze in der Innenstadt billigst, Warum wird nicht dort gebaut?

In München gibt es 800000 Wohnungen für 1,5 Mio. Bürger. Das ist doch unfassbar. Und München ist schon ziemlich zugebaut.#

Wenn ich zum Ammersee rausfahre, sehe ich in der Pampa, neben mini Orten immer wieder neugebaute Flüchtlingsheime. Warum wird am absoluten AdW gebaut, wo ich nicht begraben sein wollte, und nicht mitten in einer fränkischen oder ostdeutschen Stadt wo es genug Baugrund gibt?
ich schaue jeden Tag auf Immoscout und allen anderen Portalen und checke die Immobilienpreise und Grundstückspreise in München und im Umkreis von bis zu 50 Kilometern: NIRGENDS ist dort Baugrund günstig, bzw wenigstens bezahlbar. Wirklich nirgends.
Auch nicht in der absoluten Pampa.
Und warum in fränkischen und ostdeutschen Städten nicht gebaut wird? Weil die Jobs dort fehlen und da keiner hin zieht. Wenn man also will, dass dort gebaut wird, sollte man dafür sorgen, dass es auch Anreize gibt, dort hinzuziehen.
Knauf ist zB so ein Fall: Die meisten Knaufmitarbeiter wohnen in Kitzingen und Umgebung. Da lässt es sich gut leben und die kleinen Orte dort sind echt geleckt. Mein Mann kommt von dort, drum kenne ich die Gegend: Die Lebensqualität dort in dieser ganzen Ecke ist schon hoch und Würzburg ist ja auch nicht weit.
 
Doch, natürlich.
Was "Doch"?
Dass Bauen ALLEIN die Wohnungsnot lindert?
Das würde stimmen, wenn man Baugrund herzaubern könnte und unbegrenzt bauen KÖNNTE, egal wie viele Menschen kommen: Kann man aber halt nicht, also muss man es anders angehen.
Also in der Theorie mag das stimmen, aber es ist in der Praxis nicht umsetzbar.
Sondern weil es dort Jobs gibt. Es stimmt also nicht, das immer mehr Leute nach München ziehen, nur weil es dort Wohnungen gibt.
geht ja auch nicht, weil man trotz bauen eben keine bekommt. Gäbe es dort wirklich genug Wohnungen wäre der entspannende Effekt aber eben auch sehr vorübergehend, denn letztlich würden dann wieder mehr Leute nachziehen (weil sich ja rumspricht, dass man sich in München wieder was leisten kann) und dann geht der Kreislauf von neuem los.

man hat letztlich zwei Möglichkeiten: Entweder man baut die Wohnungen dort hin, wo die Jobs sind (mit dem Effekt, dass auf viel zu kleinem Platz viel zu viele Wohnungen sind -die Infrastruktur wächst ja nicht mit und die Leute wollen ja nicht nur arbeiten und wohnen: Sie bewegen sich auch und das packen die Regionen irgendwann nicht mehr) oder aber man versucht die Jobs dort hin zu bekommen, wo man noch Möglichkeiten hat, Wohnungen zu bauen.
Letzteres halte ich für die sinnvollere Lösung, denn wie gesagt: Man kann halt Grundfälche nicht herzaubern. Sie ist nunmal von der Realität begrenzt.
Das Angebot ist zu gering, die Nachfrage zu groß. Man müsste das Angebot erhöhen, bis das zu geringen Mietpreisen wieder im Gleichgewicht ist.
Das Problem ist: Du KANNST das Angebot nicht so stark erhöhen, dass es den Bedarf in einer Weise deckt, dass es die Preise ins Gleichgewicht bringt und die Nachfrage erfüllt. Das geht nicht, weil der Platz nicht da ist.
Also musst Du das Angebot verteilen: Also dorthin ausweiten, wo noch Platz ist.
Und das kannst Du nur, wenn Du auch dafür sorgst, dass es SINN macht, woanders hinzuziehen.

Und das sage ich als jemand, der wirklich vor der Haustür beobachten kann, wie es NICHT gehen sollte und das einfach nur bauen eben NICHTS bewirkt- nicht mal für ganz kurze Zeit. ich habe eins der größten Neubaugebiete europas in nächster Nähe. Wir können gerne darüber diskutieren, warum auch dieses neubaugebiet das in seiner Dimension enorm ist, nicht mal einen leicht messbaren Einfluss auf sämtliche Parameter der Wohnungsnot hat (also Preise, zu hohe Nachfrage usw). Und wir können auch diskutieren, an welche enormen Grenzen der Infrastruktur so ein Projekt dann letztlich ausgebremst wird und welche unüberwindbaren Probleme sich auftun.
Also warum man eben nicht einfach ohne Hirn und Verstand Wohnungen bauen kann, so lange bis jeder seine Wohnung hat.
Es gibt eben Grenzen der Infrastruktur und auch der Raum ist nicht unbegrenzt.
Aber wie gesagt: Wir können das gern diskutieren, denn ich sehe es tagtäglich, wie es NICHT geht.

Letztlich wäre der einzige Weg, wie man das bewerkstelligen könnte übrigens der Weg über Planwirtschaft und Enteignunen. Klar: Man kann natürlich ganze Stadtteile enteignen, dann platt machen und dann mit einem entsprechend dichten Flächennützungsplan neu besiedeln (wobei man dann bereits extra breite Straßen usw mit einplanen würde). Ist es DAS worauf die anspielst?
 
Zufällig gefunden ein Beitrag in den Nürnberger Lokalnachrichten vom Do., 19.01.2023, Meldung von dpa:
"Wohnungsbau steht gewaltig unter Druck", ein paar Zahlen:
benötigt werden ca. 700.000 Wohnungen, dem stehen geschätzte 250.000 Neubauten in 2023 gegenüber (etwas weniger als 2022), außerdem wurden zwischen Jan. und Ende Nov. 2022 321.000 Genehmigungen für Neubauten erteilt.
Genehmigung heißt aber nicht bezugsfertig, kleine Einfamilien- und Fertighäuser brauchen zwischen Genehmigung und Bezugsfähigkeit oft weniger als ein Jahr, wenn es aber um ganze Blocks von Appartmentwohnungen geht, ist eine Bauzeit von 3 - 5 Jahren realistisch. Außerdem gibt es natürlich eine große Zahl von noch nicht abgearbeiteten Baugenehmigungen aus früheren Jahren.
Man kann also nicht behaupten, daß sich nichts tun würde, die 700 T ließen sich bei gleichbleibenden Zahlen in 3 Jahren abarbeiten, allerdings landen diese Neubauwohnungen selten auf dem Vermietungsmarkt, sondern dienen überwiegend dem Selbstbezug für Bauträger oder Käufer.
Explizit als Vermietungsobjekte werden meistens Wohnblöcke hingestellt, z. B. mit kleinen Studentenwohnungen (25 qm aufwärts) oder für Träger sozialer Dienste, die gegen eine 25jährige Mietpreisbindung (zugunsten sozial Schwacher) Förderungen des Bundeslandes kassieren, z. B. von der BayernLabo - Förderinstitut der BayernLB: BayernLabo .
Soviel zum Thema, daß es keine öffentlichen Förderungen mehr gäbe, die gibt es nach wie vor, von Städten oder Landkreisen in Eigenregie, von den Bundesländern, nur halt meistens nicht mehr vom Staat/Bundesregierung. Die Flächenländer haben dabei die Nase vorn, weil sich das dort auf viele Kassen verteilt, verschiedene Städte, Gemeinden, Kreise und zusätzlich die Landesregierung, nur die Stadtstaaten Hamburg, Bremen, Berlin haben die A*karte, weil sich dort alle Zuständigkeiten auf einem Haufen befinden und somit finanziell auch alles aus einem einzigen Topf kommen muß.
 
Neubau ist doch eh nicht mehr gewollt...
Da zuviel Flächenvverbrauch.

Was gewollt ist ist Hochbauen und viele Menschen auf kleinen Raum.

Ich ziehe aufs Dorf 20km weg von Dresden
1000m2 Grundstück (Bodenrichtwert nur 71€ je m2)
 
ich schaue jeden Tag auf Immoscout und allen anderen Portalen und checke die Immobilienpreise und Grundstückspreise in München und im Umkreis von bis zu 50 Kilometern: NIRGENDS ist dort Baugrund günstig, bzw wenigstens bezahlbar. Wirklich nirgends.
Auch nicht in der absoluten Pampa.
Und warum in fränkischen und ostdeutschen Städten nicht gebaut wird? Weil die Jobs dort fehlen und da keiner hin zieht. Wenn man also will, dass dort gebaut wird, sollte man dafür sorgen, dass es auch Anreize gibt, dort hinzuziehen.
Knauf ist zB so ein Fall: Die meisten Knaufmitarbeiter wohnen in Kitzingen und Umgebung. Da lässt es sich gut leben und die kleinen Orte dort sind echt geleckt. Mein Mann kommt von dort, drum kenne ich die Gegend: Die Lebensqualität dort in dieser ganzen Ecke ist schon hoch und Würzburg ist ja auch nicht weit.


Die Jobs sind da. In der Ecke gibt es auch ausreichend große Unternehmen.

Aber überwiegend mies bezahlt, also wenig verwunderlich, dass die Leute nicht extra nach Nordbayern ziehen.

Da musst du schon gucken, in der Industrie unterzukommen und auf die Stellen stürzen sich die Leute natürlich. Oder du bringst entsprechende Qualifikationen mit, aber selbst dann geht andernorts immer noch (wesentlich) mehr.
 
Was zumindest hier die Problematik des Wohnungsmarkts noch zusätzlich verschärft: Normale Wohnungen werden zunehmend in Ferienwohnungen umgewandelt. Und wenn dann mal ein Wohnkomplex gebaut wird, dann mit teuren Luxuswohnungen statt mit "normalen" Wohnungen. Teure Luxuswohnungen kann man hier (noch) relativ problemlos bekommen. Aber welcher Otto-Normal-Bürger kann sich die schon leisten?

Ansonsten bin ich auch der Meinung, dass man nicht nur in den Städten bauen sollte, sondern vor allem auf dem Land, wo es noch mehr Platz gibt als in den Städten. Aber dazu braucht es eben auch Arbeitsplätze in erreichbarer Nähe und natürlich auch eine vernünftige Infrastruktur. Beides findet sich auf den Land aber meistens nicht. Man müsste also fördern, dass sich Betriebe/Unternehmen wieder auf dem Land ansiedeln und es muss in die ländliche Infrastruktur investiert werden.
 
Normale Wohnungen werden zunehmend in Ferienwohnungen umgewandelt.
Das Problem sind aber die mietnormaden Schuld. Um einen mietnormaden los zu werden kann das zwei Jahre dauern und wenn er in der Zwischenzeit wieder angefangen hat Miete zu zahlen geht das ganze spielchen von vorne los.
Und wenn man es endlich geschafft hat so jemanden aus der Wohnung zu bekommen ist die Wohnung meistens nicht mehr Wohnbar und muss saniert werden.
Die mietnormaden müssen kein Cent zahlen.
Das kann auch nicht sein da müssen dringend die Gesetze geändert werden.
 
Enteignung,Verbote und sonstige Vorschriften bringen auch nicht genug Wohnraum ( Die Umsetzung wäre eh schwierig).
Bauen ist aus Platzgründen auch schwierig.
Dann wäre die einzige Möglichkeit den ländlichen Raum zu stärken.
Wobei das in den Bereichen: Kultur, Freizeit, Bildung und Mobilität schwierig ist.
 
Was zumindest hier die Problematik des Wohnungsmarkts noch zusätzlich verschärft: Normale Wohnungen werden zunehmend in Ferienwohnungen umgewandelt. Und wenn dann mal ein Wohnkomplex gebaut wird, dann mit teuren Luxuswohnungen statt mit "normalen" Wohnungen. Teure Luxuswohnungen kann man hier (noch) relativ problemlos bekommen. Aber welcher Otto-Normal-Bürger kann sich die schon leisten?
Absolut! Da sprichst Du etwas ganz wichtiges an: Zweckentfremdung.
Ein guter Freund von mir arbeitet am Mietgericht in München und wenn man sich mal anhört, was da abgeht und was der jeden Tag berichtet...
Also das ist bei weitem kein Randphänomen sondern wirklich ein großes Problem.
Superreiche, denen es komplett egal ist, wie viel es kostet, besitzen halt dann schicke Wohnungen in der Innenstadt, wo sie dann ein bis zwei Wochenenden im Jahr verbringen.
Oder aber Wohnungen, die für Medizintourismus genützt werden.
Oder Wohnungen, die bei AirBNB landen usw.
Das wird zum immer größeren Problem.
Und die Luxuswohnungen.
Wen's interessiert: Googlet mal Sophienstraße München: Das war früher städtisches gelände und anstatt es mit fairen Wohnungen zu bebauen hat man dort ein Luxusviertel aus dem Boden gestampft, das seinesgleichen sucht.
Das Problem: Es ist komplett tot dort: Die meisten Wohnungen stehen zumindest die meiste Zeit über ganz offenbar leer. Manche Wohnungen wurden noch nicht ein einziges mal bezogen seit dem Bau (ich glaube, das ist so 10 Jahre her)
Und dort gibt es dann zB Wohnungen mit 290 qm für 7 Millionen zu kaufen.
Wie viele Wohnungen, die tatsächlich zum BEDARF passen, hätte man dort bauen können...
Hat man aber nicht: Dafür völlig irrsinnige Luxusbuden, die keiner braucht.
Absolute Verschwendung von Wohnraum!
Oder: The Seven in München: Da war vorher ein solides Wohn und Geschäftsgebäude für normale Leute....und jetzt: Ein Tempel für Superreiche: Eine Zweizimmerwohnung mit 60 qm kostet dort 3000,- Euro Miete.
Aber für solchen Irrsinn gibt die Stadt kostbaren Wohnraum her!
Und so passiert das ja dauernd: Die Grundstücke in den Stadtgebieten werden "entmietet" und Luxussaniert und dafür werden die Randgebiete mit Wohngettos zugepflastert in denen eigentlich keiner wohnen will, der klar im Kopf ist (aber leider haben die meisten nunmal keine Wahl)
 
München ist ein Extremfall, genau wie Berlin, als Landeshauptstadt will München natürlich mit Alt- und Neureichvierteln protzen können. Was in München erlaubt ist und von der Stadtverwaltung her durchgeht (da fließt das Vitamin B wie das Bier im Hofbräuhaus), ginge andernorts deswegen noch lange nicht.
Aber München hat dann halt auch das entsprechende Klientel, Ölscheichs und andere reiche Ausländer die für Geschäfte oder wegen der deutschen Kliniken kommen und dann entsprechend Geld dalassen. Der Protz ist nicht nur um des Protzes willen da, sondern um betuchte Kundschaft anzulocken. Da kann man es sich dann auch leisten, eine Luxuswohnung den größten Teil des Jahres leerstehen zu lassen, wenn der Eigentümer in den wenigen Wochen in der sie bewohnt wird, das Geld mit beiden Händen zum Fenster rauswirft.
 

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