Was "Doch"?
Dass Bauen ALLEIN die Wohnungsnot lindert?
Das würde stimmen, wenn man Baugrund herzaubern könnte und unbegrenzt bauen KÖNNTE, egal wie viele Menschen kommen: Kann man aber halt nicht, also muss man es anders angehen.
Also in der Theorie mag das stimmen, aber es ist in der Praxis nicht umsetzbar.
Sondern weil es dort Jobs gibt. Es stimmt also nicht, das immer mehr Leute nach München ziehen, nur weil es dort Wohnungen gibt.
geht ja auch nicht, weil man trotz bauen eben keine bekommt. Gäbe es dort wirklich genug Wohnungen wäre der entspannende Effekt aber eben auch sehr vorübergehend, denn letztlich würden dann wieder mehr Leute nachziehen (weil sich ja rumspricht, dass man sich in München wieder was leisten kann) und dann geht der Kreislauf von neuem los.
man hat letztlich zwei Möglichkeiten: Entweder man baut die Wohnungen dort hin, wo die Jobs sind (mit dem Effekt, dass auf viel zu kleinem Platz viel zu viele Wohnungen sind -die Infrastruktur wächst ja nicht mit und die Leute wollen ja nicht nur arbeiten und wohnen: Sie bewegen sich auch und das packen die Regionen irgendwann nicht mehr) oder aber man versucht die Jobs dort hin zu bekommen, wo man noch Möglichkeiten hat, Wohnungen zu bauen.
Letzteres halte ich für die sinnvollere Lösung, denn wie gesagt: Man kann halt Grundfälche nicht herzaubern. Sie ist nunmal von der Realität begrenzt.
Das Angebot ist zu gering, die Nachfrage zu groß. Man müsste das Angebot erhöhen, bis das zu geringen Mietpreisen wieder im Gleichgewicht ist.
Das Problem ist: Du KANNST das Angebot nicht so stark erhöhen, dass es den Bedarf in einer Weise deckt, dass es die Preise ins Gleichgewicht bringt und die Nachfrage erfüllt. Das geht nicht, weil der Platz nicht da ist.
Also musst Du das Angebot verteilen: Also dorthin ausweiten, wo noch Platz ist.
Und das kannst Du nur, wenn Du auch dafür sorgst, dass es SINN macht, woanders hinzuziehen.
Und das sage ich als jemand, der wirklich vor der Haustür beobachten kann, wie es NICHT gehen sollte und das einfach nur bauen eben NICHTS bewirkt- nicht mal für ganz kurze Zeit. ich habe eins der größten Neubaugebiete europas in nächster Nähe. Wir können gerne darüber diskutieren, warum auch dieses neubaugebiet das in seiner Dimension enorm ist, nicht mal einen leicht messbaren Einfluss auf sämtliche Parameter der Wohnungsnot hat (also Preise, zu hohe Nachfrage usw). Und wir können auch diskutieren, an welche enormen Grenzen der Infrastruktur so ein Projekt dann letztlich ausgebremst wird und welche unüberwindbaren Probleme sich auftun.
Also warum man eben nicht einfach ohne Hirn und Verstand Wohnungen bauen kann, so lange bis jeder seine Wohnung hat.
Es gibt eben Grenzen der Infrastruktur und auch der Raum ist nicht unbegrenzt.
Aber wie gesagt: Wir können das gern diskutieren, denn ich sehe es tagtäglich, wie es NICHT geht.
Letztlich wäre der einzige Weg, wie man das bewerkstelligen könnte übrigens der Weg über Planwirtschaft und Enteignunen. Klar: Man kann natürlich ganze Stadtteile enteignen, dann platt machen und dann mit einem entsprechend dichten Flächennützungsplan neu besiedeln (wobei man dann bereits extra breite Straßen usw mit einplanen würde). Ist es DAS worauf die anspielst?