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Wie umgehen mit Essstörung im Alltag?

Wenn wir zusammen essen, dann verzichte ich in seiner Gegenwart auf gewisse Gerichte.
Ich weiß aber auch, dass er es nicht erträgt, wenn bestimmte Lebensmittel in der Wohnung gekocht,/gebraten werden oder überhaupt vorhanden sind.
Ich möchte mich eigentlich nicht permanent einschränken, weil ich ja weiterhin meine üblichen Lebensmittel/Gerichte essen möchte
Dann könnt ihr logischerweise nicht zusammenziehen.
 
Darum geht es hier ja doch nicht. Es geht ja nicht um Abnehmen und ein gestörtes Selbstbild und sich zu dick fühlen. Sondern, so wie ich das verstanden habe, um Aversion gegen bestimmte Nahrungsmittel und Gerüche, die sicherlich Gründe in der Kindheit haben. Sowas kann man einem anderen ja nicht ein- oder ausreden.
Das macht der Freund aber, indem er der TE verbieten will, sich das zu kochen, was sie gern mag.
Und es geht hier ja nicht um ein paar Lebensmittel, die er nicht riechen und essen mag, sondern um eine sehr begrenzte und einseitige Ernährung.
Und das sollte die TE nicht hinnehmen, daß sie nur noch die paar Sachen kochen darf, die ihm genehm sind.

Und ob das nun aus der Kindheit kommt oder nicht, hat damit überhaupt nichts zu tun.
Die Kindheit ist keine Ausrede dafür, anderen Leuten die eigene Eßstörung aufzudrängen...
 
Das macht der Freund aber, indem er der TE verbieten will, sich das zu kochen, was sie gern mag.
Im EP steht nicht, dass er es der TE verbieten will, sondern dass er es nicht erträgt.
Und dass er nicht darüber reden will.

Ich kann mir gut vorstellen, dass @Eloo aus reiner Rücksichtnahme in seiner Gegenwart auf bestimmte Lebensmittel verzichtet und nicht, dass er das verbietet.

Verstehen kann ich hier alle Beteiligten.

Nur vor dem Zusammenzug darüber reden, wie der Freund sich das Zusammenleben vorstellt, wenn er so eingeschränkt ist - das ist unerlässlich.
Vielleicht denkt er auch, dass es @Eloo gar nichts ausmacht, denn sie verzichtet schweigend und ihm ist gar nicht klar, dass sie sich damit schon unfreiwillig einschränkt.
 
Und das sollte die TE nicht hinnehmen, daß sie nur noch die paar Sachen kochen darf, die ihm genehm sind.
Genehm? Uff...
Hier muss nichts hingenommen werden, die WG muss nämlich nicht gegründet werden.
Niemand kann eine Krankheit aus Rücksicht auf einen Mitbewohner abschütteln.

@Eloo
Ich finde es absolut verständlich, dass du dich nicht so einschränken möchtest. Schon gar nicht in der eigenen Bude. Dann wird es aber trotz aller Vorteile keine Option sein mit ihm in einer WG zu wohnen.
 
Von "verbieten, vorschreiben und fordern" hat Eloo nichts geschrieben, oder ich habe es überlesen.
Ein potentielles WG-Mitglied ist krank und das andere überlegt, wie man damit umgehen kann.
Konkrete Vorschläge kann ich dazu keine geben, außer darüber reden und gemeinsame Lösungen finden:
getrennte Küchenzeiten, getrennte Kochzeiten, auswärts Essen gehen usw.
Ist die Frage, ob man so auf Dauer leben kann und möchte, und wie viel Stellenwert das Thema einnimmt im Vergleich zu allen anderen Themen.

Eine persönliche Anmerkung: ich hatte jahrelang Bulimie und zu meinen schlimmsten Zeiten wäre ich niemals mit einem anderen Menschen zusammen gezogen. Wäre absolut undenkbar gewesen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Von "verbieten, vorschreiben und fordern" hat Eloo nichts geschrieben, oder ich habe es überlesen.
Ein potentielles WG-Mitglied ist krank und das andere überlegt, wie man damit umgehen kann.
Konkrete Vorschläge kann ich dazu keine geben, außer darüber reden und gemeinsame Lösungen finden:
getrennte Küchenzeiten, getrennte Kochzeiten, auswärts Essen gehen usw.
Ist die Frage, ob man so auf Dauer leben kann und möchte, und wie viel Stellenwert das Thema einnimmt im Vergleich zu allen anderen Themen.

Eine persönliche Anmerkung: ich hatte jahrelang Bulimie und zu meinen schlimmsten Zeiten wäre ich niemals mit einem anderen Menschen zusammen gezogen. Wäre absolut undenkbar gewesen.
Auswärts essen gehen, und dann auch noch regelmäßig?
Das muss man sich erstmal leisten können.
Im Übrigen ist eine Eßstörung nicht in Stein gemeißelt, da kann man auch dran arbeiten. Das ist schließlich eine völlig andere Sache, als eine Lebensmittelunverträglichkeit!
Nur, wenn alle nur auf den Essgestörten Rücksicht nehmen, und dieser aber nicht auf die anderen, dann hat er natürlich überhaupt keinen Grund, an eine Therapie, Selbsthilfegruppe o.ä. zu denken.

Das ist genau wie bei anderen Suchterkrankungen; man hilft einem Alkoholiker schließlich auch nicht, wenn man ihm Alkohol kauft, und auf seine Trinkgelage Rücksicht nimmt...
 
Nur, wenn alle nur auf den Essgestörten Rücksicht nehmen, und dieser aber nicht auf die anderen, dann hat er natürlich überhaupt keinen Grund, an eine Therapie, Selbsthilfegruppe o.ä. zu denken.
Auf den Freund und eventuellen WG-Partner der TE trifft das offenbar nicht zu:
Er war lange in Therapie, aber gilt als „austherapiert“.

Ein Vergleich mit einer Alkoholsucht ist einfach unsinnig, hier geht es um keine Suchterkrankung. Wir alle müssen nunmal essen. Schlimm, wenn so etwas lebensnotwendiges zur Qual wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das hört sich überhaupt nicht banal an.
Drei pro Woche ist heftig.
Wenn man es mal auf die Erdbeeren runterbricht...welche Konsistenz kann er jetzt tolerieren?
Erdbeeren gibt es ja in diversen Darreichungsformen, Reifegraden etc.

Es funktioniert leider nicht so, dass er ein Lebensmittel probiert und dann alle Lebensmittel dieser Art mag. Es bezieht sich jetzt nur auf die Erdbeeren. Das Problem grundsätzlich war immer: Erdbeeren = rot = wie Blut und dies kleinen Samen außen an den Erdbeeren.

Er kann und mag jetzt Erdbeeren essen, die zwar schon reif sind, aber noch nicht matschig. Das ist ein großer Fortschritt, weil es Obst ist.

Woher kommt auf einmal diese Vorgabe?

Das har er in der Therapie so gelernt. Er musste früher immer in der Therapiestunde neues probieren und jetzt macht er es weiterhin von sich aus.

Was wären denn die Vorteile eures Zusammenlebens, dass sich ein derartiger Nachteil damit aufwiegen lässt?
Du scheinst selbst ja auch Konflikte zu befürchten, sonst gäbe es diesen Strang nicht.

Es ist aktuell so, dass wir zwar in der gleichen Stadt (Großstadt) wohnen, aber ewig voneinander entfernt. Er wohnt am Stadtrand in einer nicht gerade tollen Umgebung. Jedes Mal, wenn er dort im Dunkeln alleine unterwegs ist, habe ich Angst um ihn. Und dort wohnt er in einer relativ gammeligen Wohnung. Er kann sich aktuell nichts anderes alleine leisten. Außerdem hat er kein Auto und muss mit den Öffentlichen immer 1 Stunde zur Arbeit und 1 Stunde zurück fahren. Das frisst so unglaublich viel Zeit. Wir haben quasi kaum Zeit uns privat zu treffen, weil er die meiste Zeit mit hin und her fahren beschäftigt ist.

Das ist auch wirklich kein großes Wunder, wenn ich mir vorstelle, dass das seit Jahrzehnten immer wieder thematisiert und therapiert wird.

Wenn ich mir vorstelle, ich müsste seit xx Jahren bei so ziemlich jedem Essen und jedem Menschen rechtfertigen, dass ich keine Zwiebeln esse, ich würde permanent aufgefordert, die eine oder andere Sorte doch zu probieren, die roten würden ganz anders schmecken als die schwarzen und ich müsste das therapeutisch bearbeiten - mich würde das Thema nach einer gewissen Zeit einfach aggressiv machen.
Und auch meine Eltern haben mir jahrelang Krankheit und frühen Tod prophezeit, weil ich keine Zwiebeln esse, wo die doch soooo gesund sind (ich war ein mäkliges Kind, um den Terminus nochmal aufzugreifen).

Wenn ich mir vorstelle, ich hätte so ein Thema mit 95 Prozent aller Nahrungsmittel, sowas macht man nicht freiwillig mit, da ist irgendwann einfach alles dazu gesagt.

Vielleicht kann man mit dem Freund auch drüber reden, sobald klar definiert ist, dass bestimmte erzieherische Phrasen wie "Probier' doch mal" nicht Teil des Gesprächs sind.

Mit der Tochter meiner Freundin komme ich super zurecht, indem ich einfach frage, ob es irgendwas gibt, was ich ihr anbieten kann und ihr Essverhalten einfach unkommentiert als gegeben hinnehme. Allerdings kommt die Situation auch nur sehr selten vor.

Er hat ja nicht generell ein Problem darüber zu reden. Ich weiß alles von A-Z über seine Erkrankung, was der Auslöser war usw. Es bringt nur nichts, wenn ich es einfach anspreche und bestimmt, dass er genau jetzt darüber reden muss, weil ich das jetzt so will. Er muss von sich aus darüber reden wollen, wenn es für ihn passt.
 

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