Auf den Freund und eventuellen WG-Partner der TE trifft das offenbar nicht zu:
Ein Vergleich mit einer Alkoholsucht ist einfach unsinnig, hier geht es um keine Suchterkrankung. Wir alle müssen nunmal essen. Schlimm, wenn so etwas lebensnotwendiges zur Qual wird.
Eßstörungen und Suchterkrankungen haben aber viel gemeinsam.
Zum Einen den Kontrollverlust,(obwohl man glaubt, seine Ernährung besser unter Kontrolle zu haben, als andere)d.h. daß man immer so weiter macht, obwohl man sich selbst dadurch schadet, sich oft isoliert, und das soziale Umfeld wegbricht, und man sich im Internet Leute sucht, die einen bestätigen.
Oder die "Dosissteigerung", d.h. in diesem Fall fängt es oft damit an, daß man bestimmte wirklich ungesunde Lebensmittel nicht mehr isst, und auch ekelhaft findet.
Aber dann kommen immer mehr und mehr Lebensmittel auf die innere Verbotsliste, bis man wirklich nur noch sehr wenige Sachen isst.
Außerdem macht es einem, genau wie bei einer stoffgebundenen Sucht, ein gutes Gefühl, wenn man sich nur so wenig Essbares erlaubt. Nur, dieses Gefühl bleibt ja nicht lange, und dann muss wieder irgendwas Neues auf die Rote Liste.
Und es ist auch typisch, daß man alle möglichen Ausreden und Gründe für sein Eßverhalten hat, und die Gefahren leugnet bzw herunterspielt, wie bei anderen Süchten auch...
Auch diese spezielle Art der Eßstörung, wie hier beschrieben, kann übrigens gesundheitlichen Schaden anrichten, und im Extremfall lebensgefährlich sein. Sie kann z.B. zu einer Anorexia nervosa werden, also zu einer echten Magersucht, bei der man kaum noch etwas isst.
Im Übrigen tritt auch öfters mal beides zusammen auf, also stoffgebundene Süchte und Eßstörungen.
Es hat schon gute Gründe, warum Eßgestörte und Alkohol-und Tablettenabhängige, (und oft auch noch Spielsüchtige) in einer Suchtklinik behandelt werden, manchmal vielleicht in unterschiedlichen Gruppen, aber unterm selben Dach .