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Wie umgehen mit Essstörung im Alltag?

Ich denke, dass er Gründe hat, Gespräche zu vermeiden. Es wird vermutlich schmerzlich sein, darüber zu reden.

Ich denke, dass es mit viel gegenseitiger Rücksichtsnahme und wie schon @FLoki979 schrieb, mit getrennten Kühlschränken, Essenszeiten und Einkäufen wohl gehen kann. Natürlich müsste auch für gute Lüftung gesorgt werden.

Dein Freund arbeitet ja wirklich schon sehr lange an sich und ist bereit, neue Lebensmittel auszuprobieren. Das finde ich schon sehr gut. Es kann ja sein, dass es im Laufe der Zeit leichter wird und immer mehr Lebensmittel hinzukommen, die er essen kann.

Letztlich kann man es nicht genau vorher wissen, wie es geht.
 
Ich denke, dass er Gründe hat, Gespräche zu vermeiden. Es wird vermutlich schmerzlich sein, darüber zu reden.
Das ist auch wirklich kein großes Wunder, wenn ich mir vorstelle, dass das seit Jahrzehnten immer wieder thematisiert und therapiert wird.

Wenn ich mir vorstelle, ich müsste seit xx Jahren bei so ziemlich jedem Essen und jedem Menschen rechtfertigen, dass ich keine Zwiebeln esse, ich würde permanent aufgefordert, die eine oder andere Sorte doch zu probieren, die roten würden ganz anders schmecken als die schwarzen und ich müsste das therapeutisch bearbeiten - mich würde das Thema nach einer gewissen Zeit einfach aggressiv machen.
Und auch meine Eltern haben mir jahrelang Krankheit und frühen Tod prophezeit, weil ich keine Zwiebeln esse, wo die doch soooo gesund sind (ich war ein mäkliges Kind, um den Terminus nochmal aufzugreifen).

Wenn ich mir vorstelle, ich hätte so ein Thema mit 95 Prozent aller Nahrungsmittel, sowas macht man nicht freiwillig mit, da ist irgendwann einfach alles dazu gesagt.

Vielleicht kann man mit dem Freund auch drüber reden, sobald klar definiert ist, dass bestimmte erzieherische Phrasen wie "Probier' doch mal" nicht Teil des Gesprächs sind.

Mit der Tochter meiner Freundin komme ich super zurecht, indem ich einfach frage, ob es irgendwas gibt, was ich ihr anbieten kann und ihr Essverhalten einfach unkommentiert als gegeben hinnehme. Allerdings kommt die Situation auch nur sehr selten vor.
 
Ich denke auch, dass man nicht immer über alles reden muss. Manches muss man akzeptieren oder man lässt es. Aber durch Reden und Nachfragen und Erklären etc. wird vieles nicht besser und es kann einfach nerven.

Wenn man mit jemandem ansonsten sehr gut zurecht kommt, man ihn mag und das Zusammenleben Vorteile hat, dann kann man es ja riskieren.
 
Wir möchten gerne zusammen wohnen und es hat auch Vorteile für uns.



ARFID ist eine vermeidende-restriktive Essstörung. Es geht nicht darum, dass er manches nicht essen darf, sondern er kann es nicht. Das kann man objektiv nicht erklären. Er kann vieles aufgrund der Farbe, der Konsistenz usw. nicht essen.

Die einzigen Sachen, die er aktuell isst sind: Nudeln (bestimmte Sorte) mit Butter oder Öl, Toastbrot ohne was drauf und nicht getoastet, eine bestimmte Sorte Chips, Reis mit Hähnchen, Paprika aber nur roh, Cornflakes ohne Milch und seit kurzem mag er Erdbeeren. Er trinkt nur stilles Wasser, aber kein Leitungswasser. Es muss auch alles immer von einer bestimmten Marke sein und wenn die Rezeptur geändert wird, dann ist das auch nicht so einfach.

Er kann nicht sehen, wenn jemand z.B. Burger isst (ich könnte noch mehr aufzählen). Und wenn in der Wohnung stark riechende Lebensmittel gekocht/gebraten werden, dann erträgt er das auch nicht. Er würgt dann bis zum erbrechen.



Die Liste ist leider sehr sehr lang. Es bezieht sich nicht nur auf 1 oder 2 Lebensmittel.
Dann rate ich dir dringend, lass das mit dem zusammenziehen.
Und er hat absolut kein Recht, dir bei deiner Ernährung Vorschriften zu machen!
Warum hast du z.B. das Gefühl, daß du dich seiner Ernährung anpassen müsstest?
Rücksicht nehmen ist schön und gut, aber bei euch klingt das ziemlich einseitig, also du kochst nur seine paar Gerichte, und ernährst dich selbst einseitig, nur damit er nicht meckert?
Das solltest du dir nicht zumuten...

Wenn ihr unbedingt zusammen ziehen wollt, dann müsst ihr vorher halt ganz klar ausmachen, daß er dich das kochen lässt, was dir schmeckt, und was du verträgst.
Vielleicht von ein paar stark riechenden Sachen ausgenommen, das kannst du ja als Kompromiss anbieten.
Denn die Wohnung und die Küche gehört euch beiden, das sollte er sich vielleicht auch mal klarmachen!
Du hast genauso das Recht, dein Essen zu kochen, wie er seines kocht.
Das solltest ihr unbedingt vorher ganz fest abmachen, sonst gibt's bei euch entweder ständig Stress und Streit, oder du kochst wie ein gehorsames Dienstmädchen nur noch das, was der gnädige Herr essen will.

Möchtest du wirklich so leben, und dann auch noch über Jahre?
Denn die Wohnungsnot wird in den nächsten Jahren ganz sicher nicht besser, da würde ich nie im Leben mit einem intoleranten Essgestörten zusammen ziehen, der mir in meine Ernährung reinredet.
 
Mit der Tochter meiner Freundin komme ich super zurecht, indem ich einfach frage, ob es irgendwas gibt, was ich ihr anbieten kann und ihr Essverhalten einfach unkommentiert als gegeben hinnehme. Allerdings kommt die Situation auch nur sehr selten vor.
Das funktioniert aber auch nur dann, wenn er auch nicht in die Ernährung der TE reinredet.
Toleranz darf nunmal nicht einseitig sein...

Manche Leute mit Essstörungen machen das leider, die sagen z.B. dann, daß die wirklich schlanke Freundin mit Kleidergröße 36 doch bitte weniger essen soll, sie wäre eh schon zu dick.
Das finde ich wirklich unerträglich, wenn Leute mit Magersucht o.ä. Leuten mit gesundem Essverhalten Vorschriften bzgl ihrer Ernährung machen wollen.

Das ist m.E. nicht viel anders, als wenn ein Alkoholiker anderen ständig einen Wein oder Schnaps aufdrängen wollte...
 
Das funktioniert aber auch nur dann, wenn er auch nicht in die Ernährung der TE reinredet.
Toleranz darf nunmal nicht einseitig sein...

Manche Leute mit Essstörungen machen das leider, die sagen z.B. dann, daß die wirklich schlanke Freundin mit Kleidergröße 36 doch bitte weniger essen soll, sie wäre eh schon zu dick.
Das finde ich wirklich unerträglich, wenn Leute mit Magersucht o.ä. Leuten mit gesundem Essverhalten Vorschriften bzgl ihrer Ernährung machen wollen.

Darum geht es hier ja doch nicht. Es geht ja nicht um Abnehmen und ein gestörtes Selbstbild und sich zu dick fühlen. Sondern, so wie ich das verstanden habe, um Aversion gegen bestimmte Nahrungsmittel und Gerüche, die sicherlich Gründe in der Kindheit haben. Sowas kann man einem anderen ja nicht ein- oder ausreden.
 
die roten würden ganz anders schmecken als die schwarzen
Schwarze Zwiebel?
Es gibt durchaus Zwiebel in vielen Sorten.

Ich habe versucht, ihn davon abzuhalten, aber er
Wenn ich mir vorstelle, ich müsste seit xx Jahren bei so ziemlich jedem Essen und jedem Menschen rechtfertigen, dass ich keine Zwiebeln esse,
Zwiebel...in welcher Darreichungsform?
Am 50. meines Mannes habe ich einen Dip/Vorspeise gemacht, die 95% aus Zwiebeln bestand. Ich habe sie samt der Schale, so wie sie aus dem Netz kamen, weiße Zwiebeln, im Konvektomat gebacken, geschält und dann weiterverarbeitet.
Ein Cousin meines Mannes ist bekannt dafür, keine Zwiebel zu vertragen und auch keinen Kümmel und auch Knoblauch nicht, deshalb hat es mich auch sehr gewundert, als er am Buffet gerade den Dip haben mochte, der eigentlich nur aus Zwiebel bestand (ca. 95% Zwiebel, der Rest Kichererbsen, Knoblauch, Tomatenmark, Haferflocken, Gewürze, Öl, Saft).
Ich habe versucht, ihn davon abzuhalten, aber das hatte keinen Erfolg und waren auch mehr Gäste da, da kann man sich nicht um jeden bis ins letzte kümmern.
Er hat es sich geholt und er hat es gegessen.
Er fand es so schmackhaft, daß er seine Frau gebeten hat um das Rezept...und dann: Zwiebel!
Es gab dann Querelen. Na ja.
 

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