Wir möchten gerne zusammen wohnen und es hat auch Vorteile für uns.
ARFID ist eine vermeidende-restriktive Essstörung. Es geht nicht darum, dass er manches nicht essen darf, sondern er kann es nicht. Das kann man objektiv nicht erklären. Er kann vieles aufgrund der Farbe, der Konsistenz usw. nicht essen.
Die einzigen Sachen, die er aktuell isst sind: Nudeln (bestimmte Sorte) mit Butter oder Öl, Toastbrot ohne was drauf und nicht getoastet, eine bestimmte Sorte Chips, Reis mit Hähnchen, Paprika aber nur roh, Cornflakes ohne Milch und seit kurzem mag er Erdbeeren. Er trinkt nur stilles Wasser, aber kein Leitungswasser. Es muss auch alles immer von einer bestimmten Marke sein und wenn die Rezeptur geändert wird, dann ist das auch nicht so einfach.
Er kann nicht sehen, wenn jemand z.B. Burger isst (ich könnte noch mehr aufzählen). Und wenn in der Wohnung stark riechende Lebensmittel gekocht/gebraten werden, dann erträgt er das auch nicht. Er würgt dann bis zum erbrechen.
Die Liste ist leider sehr sehr lang. Es bezieht sich nicht nur auf 1 oder 2 Lebensmittel.
Dann rate ich dir dringend, lass das mit dem zusammenziehen.
Und er hat absolut kein Recht, dir bei deiner Ernährung Vorschriften zu machen!
Warum hast du z.B. das Gefühl, daß du dich seiner Ernährung anpassen müsstest?
Rücksicht nehmen ist schön und gut, aber bei euch klingt das ziemlich einseitig, also du kochst nur seine paar Gerichte, und ernährst dich selbst einseitig, nur damit er nicht meckert?
Das solltest du dir nicht zumuten...
Wenn ihr unbedingt zusammen ziehen wollt, dann müsst ihr vorher halt ganz klar ausmachen, daß er dich das kochen lässt, was dir schmeckt, und was du verträgst.
Vielleicht von ein paar stark riechenden Sachen ausgenommen, das kannst du ja als Kompromiss anbieten.
Denn die Wohnung und die Küche gehört euch beiden, das sollte er sich vielleicht auch mal klarmachen!
Du hast genauso das Recht, dein Essen zu kochen, wie er seines kocht.
Das solltest ihr unbedingt vorher ganz fest abmachen, sonst gibt's bei euch entweder ständig Stress und Streit, oder du kochst wie ein gehorsames Dienstmädchen nur noch das, was der gnädige Herr essen will.
Möchtest du wirklich so leben, und dann auch noch über Jahre?
Denn die Wohnungsnot wird in den nächsten Jahren ganz sicher nicht besser, da würde ich nie im Leben mit einem intoleranten Essgestörten zusammen ziehen, der mir in meine Ernährung reinredet.