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Wie kommt man aus der Opferrolle raus ?

Hallo, ich danke euch allen von Herzen für die lieben Ratschläge und ich habe heute gute Nachrichten : die Umstände haben sich geändert, ich konnte Dinge, die mich belastet haben klären, meine "Beziehung " habe ich endlich beendet. Ich bin so erleichtert und glücklich, ich kann das gar nicht in Worte fassen. Ich fühle mich gut und nicht mehr als Opfer, zum ersten Mal seit langem geht es mir wieder gut und mir sind tausend Steine vom Herzen gefallen, es war so eine schwere Zeit für mich und jetzt scheint es, als wäre diese nun vorbei.
Endlich kann ich aufatmen und Kraft tanken , um mein Leben zu ordnen.
Ich wünsche euch alles Gute 🙂
 
@ Sonnenblume1234567: Super, dass du das geschafft hast! Glückwunsch zu diesem hart erarbeiteten Erfolg!

Vielleicht hilft dir die folgende Erklärung etwas, dein Verhalten auch künftig in eine konstruktivere Richtung zu entwickeln:

Der Begriff Opferrolle kommt aus dem "Drama-Dreieck" von Stephen Karpman. Er meinte, dass man zwischen den drei darin beschriebenen Rollen beliebig hin- und herwechseln könne. Anscheinend haben wir Menschen jedoch eine (angeborene) Lieblingsrolle sowie eine Vermeidungsrolle. Das hat Dietmar Friedmann entdeckt. Er riet dazu, die "Vermeidungsrolle" aktiv zu stärken und so diesen "Muskel" zu trainieren.

Wenn man die Opferrolle bevorzugt ist die vernachlässigte Rolle die Verfolgerrolle. Also das aktive Gestalten des eigenen Lebens. Das Verfolgen von Zielen. Aber auch das Abgrenzen, Beenden, Nein-Sagen etc. – das ist ein lebenslanger Übungsprozess, da es in einer sehr frühen (vermutlich embryonalen) Phase der Entwicklung so angelegt wird, also Teil unserer Gesamtpersönlichkeitsstruktur ist.

Diese Zeichnung veranschaulicht das Phänomen:
Drama-Dreieck-erweitert.jpg
 
Hallo liebes Forum, ich schon wieder..
Ich wollte euch fragen, wie ihr damit umgeht, dass ihr was schlimmes erlebt habt. In meinem Leben sind mehrere Traumata passiert, die mein Handeln sehr stark im Hier und Jetzt beeinflussen. Ich will nicht ständig an meine Vergangenheit denken , aber manche Dinge wiederholen sich in anderer Form heute noch . Zum Beispiel negative Erfahrungen mit "Freunden ", neuen Leuten, die ich kennen lerne oder auch Beziehungspartnern. Ich stecke in dieser Opferrolle irgendwie fest und mir passiert im Kontakt mit Menschen viel S****. Ich weiß zb, jemand tut mir nicht gut, aber lasse mich einlullen, blockiere die Person für ein paar Wochen und dann gebe ich die Person wieder frei ( weil ich mich S**** und einsam fühle und die Probleme mit meiner Familie usw)...
Ich will das nicht mehr mitmachen, ich muss etwas ändern... fühle mich oft klein und hilflos , was andere dann ausnutzen..
Es zerfrisst mich, es fühlt sich so an , als würde mir immer etwas passieren, auf das ich keinen Einfluss habe. Ich stecke in einer passiven Rolle fest... Liebe Grüße
Liebe Sonnenblume, du hast ja im Juni geschrieben und danach das es dir besser ging?

Hat sich dein Umgang mit der opferrolle verbessert ?

Du hast nur gemeint die Beziehung ist zu Ende 🙂 was total gut und toll ist!!!

Ich frag nach aus eigenem Interesse welche Strategie du nun gewählt hast.
 
Okay, hier kannst du mal so richtig was draus machen. Knüpfe Bedingungen dran. Der will was von dir, das kann er haben, wenn.... bitte um Gefälligkeiten, die er ungern gibt, aber bestehe drauf, sei ruhig unverschämt mit deinen Forderungen und bevor er das nicht macht, hast du keine Zeit.
Sonneblümchen, ER will was, also wäre bloß herauszuholen was geht, im selben Moment erlebst du dich neu. Du bist nicht mehr das Opfer, du bist eine Majestät, der man kostbare Güter geben muss, ( zumindestens helfen muss den Sperrmüll runterzutragen und mitzunehmen etc.) nur dann gibst du Audienz. Mach das bei allen, die versuchen dich auszunutzen, dreh den Spieß einfach um. Meist kommts dann so, dass man flüchtet. Alles was du gibst hat einen großen Wert. Ab nun, wenn du das bisher nicht eingefordert hast, ab nun sei ungeniert ein Nehmer, nicht bloß der Geber vom Dienst. Das tut gut, das hat was, teste es.
Bei mir hat das sehr lange gedauert, bis ich kapierte wie man umgehen muss mit solchen "Freunden".
Das ist ein guter Rat! Sorry es ist Sonnenblumen‘s Thread aber ich zieh jetzt auch gerade für mich etwas raus.

Mich kostet das mit Bedienungen knüpfen irrsinnige Überwindung… wahrscheinlich alles lernbar..:/ mir fällt es nicht leicht.
 
Ich habe mich da auch lange mit gequält.

Ich denke, man muss an einer Stelle sehr aufpassen. Dass Menschen dich mies behandeln, macht dich nicht zu einem Opfer. Sondern erst mal die anderen zu übergriffigen Menschen und irgendwann auch zu Tätern.

Menschen sind so. Man kann sie nicht davon abhalten. Jeder von uns weiß das. Manche ziehen sich zurück und halten sich für "zu schwach" für diese Welt. Andere gehen ins Gegenteil und schlagen lieber zuerst zu, bevor sie verletzt werden. Sie werden kaltschnäuzig, verlieren ihr Mitgefühl.

Wir können andere nicht ändern. Darauf haben wir keinen Einfluss.

Es ist auch nicht möglich vorher zu sagen, wer an welchem Punkt scheitert und uns verletzen wird. Oder wer uns sogar verrät.

Und das tut weh. Das macht Angst. Diese Gefühle sind normal und zeigen eigentlich, dass man selbst noch berührbar ist.


Also handelst Du. Tatsächlich schaffst Du es sogar, Deine Grenzen zu wahren. Damit bist Du kein Opfer.

Das Problem sind eher erlernte Muster an denen man arbeiten muss. Und das hat etwas mit Selbstwert zu tun.

Ich habe gerade auch jemanden in meinem Leben, die ich geblockt habe. Und ich vermisse sie sehr. Ganz extrem. Sie ist gerade der einzige Mensch, mit dem ich reden kann, wo ich das Gefühl habe, sie versteht mich. Das ist eine große Sehnsucht, sie anzurufen, wenigstens mal kurz. Gerade dann, wenn es mir nicht gut geht. Ich schwanke zwischen schmerzhafter Sehnsucht und unglaublicher Wut, dass sie ihr Leben nicht auf die Reihe bekommt und mich damit verletzt.

Ich lerne, mit der Sehnsucht umzugehen, den Schmerz zu aktzeptieren, das Gefühl der Einsamkeit und das Gefühl, dass es mir S**** geht und sie das für einen kurzen Moment leichter machen könnte. Ich nehme meine Energie und stecke sie nicht darein, mich wieder verletzen zu lassen und es auszuhalten, sondern mich selbst so wert zu schätzen, dass ich mir das nicht antue.


Was macht dich klein und hilflos?


Das ist ein ganz normales Gefühl. Und du hast das so oft erlebt, dass du dem nachgegeben hast, indem Du die Blockade aufgehoben hast. Der Schmerz in der Beziehung ist Dir vertraut, darum fühlt er sich nicht so an, als wärst Du hilflos und klein. Darum tut er nicht so weh. Aber das ist eine Illusion. Wenn Du den Schmerz aushältst, den eine andere Person Dir zufügt, kannst Du auch durch die Sehnsucht gehen und etwas ändern.

Der Schmerz wird bleiben, vielleicht sogar für immer, aber Du hast es in der Hand, für Dich selbst etwas Gutes zu tun. Das hast Du in solchen Beziehungen nicht. Da fließt viel zu viel Energie in den Kampf.

Schade grisou dass du sie geblockt hast! Dann kann sie sich natürlich nicht mehr melden.

Aber es ist auch schade , ich hoffe ich lese es falsch (dann ist folgendes obsolet)… falls du dich nur gemeldet hast wenn es dir schlecht ging 🙁 .. und sonst nicht!
Andere Menschen sind keine emotionale Abfalleimer 🙁((

Falls ich es falsch gelesen habe tut es mir leid!
 

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