Werner
Sehr aktives Mitglied
Danke für die genaue Beschreibung. Ich fürchte, bei mir würde das eher nicht funktionieren. Und ich frage mich, ob es damit zu tun hat, dass ich nicht in Sprache denke, andere aber vielleicht schon?
(...)
Was sagst du dazu?
Einerseits denke ich, wenn du für dich einen guten Weg gefunden hast, solltest du auch "mehr davon" machen. Was funktioniert, funktioniert, Punkt.
Andererseits ist es wohl so, dass durch "Versprachlichung" eines bisher nur innerlich-symbolischen-gefühlten Gehirninhalts andere Hirnareale aktiviert werden. Durch Sprache wird das in der Regel verfügbarer, greifbarer und leichter veränderbar. Da muss aber bei dir konkret nicht so sein.
Manche ändern tatsächlich ihre Grundhaltung durch Visualisierung z. B. eines Tieres, das diese repräsentiert und ersetzen dann das Tier bzw. schaffen sich eine Auswahl davon. Ich erinnere mich an eine Ausbildungsteilnehmerin, die beim Autofahren häufig die Kontrolle verlor. Sie war dann im "Tigermodus". Normalerweise fuhr sie im "Eisbärmodus". Das wurde ihr erst bewusst, als wir darüber sprachen und von da an konnte sie nach Bedarf bewusst wechseln.
Anderes Beispiel: Als ich Psychotherapeuten ausbildete, fragte mich eine Teilnehmerin, ob sie sich "meine Stimme leihen dürfe". Sie hatte herausgefunden, dass wenn sie sich vorstellte, ich würde in angstauslösenden Situationen mit ihr sprechen, dass sie dann sehr schnell in eine bessere Haltung kam. Es ist also egal, wie man "den erwünschten Unterschied" (ein Konzept von Paul Watzlawick) erzeugt – wichtig ist, dass man weiß, wie es geht und es in den Situationen verfügbar hat.