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Wesentliche Probleme mit der Bachelor-Thesis!

Großstadtlegende

Aktives Mitglied
Hallo,

ich bin mittlerweile mit den Nerven am Ende.

Anfang des Jahres habe ich erfahren, dass ich alle Klausuren meines Bachelorstudiums geschafft habe. Puh, nochmal Glück gehabt, denn es war meine letzte Chance.

Off-Topic (Nur lesen, wenn Hintergrundinfos von Belang)

Leider habe ich während dem Studium nur Probleme gehabt. Es fing mit einer nicht bestanden Prüfung an und katapultierte sich dann in einen Desaster. Oft musste ich Klausuren schieben, weil ich nicht mehr mitgekommen bin oder meine Depressionen mir jegliche Kraft genommen haben. Der Showdown: Regelstudienzeit überschritten und 12 Prüfungen offen, die ich natürlich alle bestehen musste. Es waren auch Zweitversuche und sogar ein Drittversuch dabei.
Dann kam die Erlösung: alles bestanden.
Wegen Corona wurde unsere Prüfungsordnung angepasst und wir durften 2 Semester dranhängen. Ich und mein Kommilitone (wir sind die einzigen Männer aus dem ehemaligen Studiengang, die es geschafft haben) hängen allerdings noch ziemlich hinterher.
Es war nur noch die mündliche Abschlussprüfung und die Thesis offen, wobei wir die Mündliche als Endgegner empfunden haben. Bei der Vorbereitung dachten wir: wow, das kriegen wir niemals hin und dann kam noch die Aufregung dazu. Schnell haben wir alle bei der Online-Vorbereitung gemerkt: Methodik? Fehlanzeige.
Zu allen Übel wurde ich auch noch zu der strengsten Professorin eingeteilt. Wow, es kann gar nicht schlimmer werden.
Dann die Überraschung: Die Prüfung lief sehr gut und die Professorin war sehr nett und hilfsbereit.



Tja, dann noch die Thesis... das wird ja ein Klacks. Ist ja nur eine schriftliche Arbeit, die man abgeben muss.

Aber in Wirklichkeit ist das einfach ein richtiger Albtraum.

Ich habe schon früh gewusst, dass ich etwas mit Datenschutz machen möchte - also sollte ich auch was dazu schreiben. Ich geriet unter Druck und hatte auch noch keinen Professor. Eigentlich wollte ich zu einem, bei dem ich mal als Hiwi gearbeitet hatte, aber der war voll und hat zu einem anderen Professor geschickt, den ich im letzten Semester bereits hatte. Ich fand ihn unsympathisch und hatte auch erstmal ein komisches Gefühl, aber ich dachte mir: ich bin froh, dass ich jemanden gefunden habe, es ist doch nur ein Betreuer, die machen doch eh alle dasselbe. Außerdem wurde er mir ja empfohlen. Mein Kommilitone, mit dem ich das Studium seit einiger Zeit gemeinsam durchziehe, hat denselben.

Irgendwie ging das dann mit dem Thema hin und her. Die Telefonate mit ihm waren nicht wirklich aufschlussreich, er hat mir ein paar Stichworte gegeben, die ich auch interessant fand und anfing zu recherchieren. Aber schon nach ein paar Wochen habe ich gemerkt: ich komme damit nicht klar.

Dann kam der Auszug in die neue Wohnung. Ich hatte Dinge zu erledigen und habe erstmal alles auf Eis gelegt und mich erst wieder im Mai gemeldet.

Dann ging es wieder um die Thesis. Ich habe dem Betreuer gesagt, dass ich mit diesem Fokus der Arbeit nicht zurechtkomme, ob wir das vielleicht anders gestalten können. Das Thema wurde etwas abgeändert und ich habe recherchiert.
Aber was will ich eigentlich herausfinden? Ich hatte mir ganz am Anfang ein Buch besorgt, wo steht, wie man eine Bachelorarbeit schreibt. Da stand was von "Methodik überlegen", "Forschungsfragen", "Forschungsstand", "Eigene Erkenntnisse"... Hm, habe ich das in meinen bisherigen juristischen Arbeiten nicht auch irgendwie schon gemacht, nur anders? Habe ich jemals methodisch gearbeitet? Oder wissenschaftlich?

Ich habe zögerlich eine Forschungsfrage formuliert, weil ich wusste, dass es in dem Bereich, in dem ich schreibe, Probleme gibt. Es gibt Rechtsunsicherheiten, weil das Gesetz unklar ist.
Dann kam ich unter Zeitdruck. Die Arbeit ist noch nicht angemeldet und irgendwie vergeht die Zeit wie im Flug. Ja, irgendwann muss ich ja mal anmelden.
Sicher war ich mir nicht.

Dann habe ich andere Kommilitonen gefragt, die bereits geschrieben haben oder noch schrieben. Da hieß es :

"Wie? Methodik? Forschungsfragen? Sowas habe ich nicht gemacht. Ich habe einfach angemeldet und geschrieben..."
"Mach dir doch da nicht so einen Kopf! Es ist wie eine Seminararbeit, nur etwas länger..."
"Ach, die wollen nur etwas Schriftliches von dir... das ist keine Doktorarbeit"
"Denk nicht zu viel herum, melde es an, sonst wird das nie was"

Im Internet habe ich auch etwas geguckt, wie es bei fremden Leuten so lief:
"Mein Güte, es ist doch nur eine längere Hausarbeit... nichts Weltbewegendes"
"Ich habe meine Arbeit in 3-4 Wochen geschafft..."
"Das schaffst du locker, einfach hinsetzen und schreiben"

Ich dachte, ich stelle mich einfach nur an und außerdem hatte ich ja bereits erfolgreich juristische Arbeiten abgeliefert, die auch Spaß gemacht haben.

Dann das letzte Gespräch vor der Anmeldung. Mich hat es angekotzt, dass der Betreuer nur über Telefon spricht. Da kam alles so schwammig und ungenau rüber. Auf Fragen wurde nur oberflächlich geantwortet. Nein, jetzt machst du mal die Kamera an und wir reden vernünftig.
Also, Kamera an: das war das längste Gespräch, das wir führten und ich hatte ein gutes Gefühl dabei. Ich habe ihn vor Verunsicherung gefragt, was er denn so erwarte, wo sein Hauptaugenmerkt läge, ob er mir vielleicht erklären könne, was mit Methodik und Forschungsfrage genau gemeint sei. Dann kam die läppische Antwort: Ne ne ne... vergessen Sie das alles. Das ist nicht wichtig. Geben Sie einfach eine gute Arbeit ab. Danke.

Das angemeldete Thema stand fest, auch wenn es nur oberflächlich war und die Forschungsfrage fand er in Ordnung. Also, angemeldet. Motiviert bin ich da auch rangegangen. Habe erstmal angefangen, meine Gliederung durchzuarbeiten. Ich habe 3 Monate Zeit. Beginn: Mitte Juli.

Nach dem deskriptiven Teil kam dann die Ernüchterung: irgendwie ist die Gliederung nicht so toll und was will ich eigentlich genau herausfinden? Ach, das wird sich schon ergeben.
Nochmal den Betreuer angerufen: "Ja, sie müssen eben einen Schwerpunkt finden... ihre Forschungsfrage ist zu allgemein". Ich dachte, die wäre in Ordnung?
"Halten Sie allgemeine Dinge kurz. Ihre Arbeit muss einen Mehrwert haben"

Dann fing der Albtraum an. Recherche, Recherche, Recherche... man versteht schon, was das Problem ist, aber irgendwie kommt da kein roter Faden rein. Verstehe ich gerade Begriffe falsch oder suche ich falsch oder verstehe ich das Thema nicht? Ich drehte mich tagelang nur noch im Kreis. Dann etwas energische Mail, dass ich nicht vom Fleck komme. Können wir vielleicht ein Video-Gespräch führen und Eckpunkte setzen?
Joa... aber nur über Telefon, bitte.

Die Gespräche: ungenau, schwammig, widersprüchlich, missverständlich. Das Thema, das er mir ganz am Anfang angeregt hat, findet er auf einmal doch blöd und eigentlich wäre das für eine Bachelor gar nicht geeignet.
Wie ein Computer bekommt man immer die Antwort "Sie müssen einen Schwerpunkt finden".

Ich habe nur noch knapp 3 Wochen Zeit und alles, was ich habe ist 15 Seiten Grundlagen und Erklärungen, aber keinen Hauptteil. Keinen roten Faden. Keine vollständige Gliederung. Ich weiß nicht mal, was ich genau untersuchen möchte. Wie und wo soll ich eigene Erkenntnisse reinbringen? Wieso hilft mir der Betreuer nicht, obwohl er weiß, dass ich nicht weiterkomme? Ich stochere seit Tagen nur herum. Meinem Kommilitonen geht's genau so. Unsere Themen sind nicht schlecht. Nur irgendwie unorganisiert und fehlende Rücksprache, fehlende Kommunikation. Es liegt wohl auch am Betreuer.

Ich habe keine Ahnung, wie ich aus dem Schlammassel rauskommen soll. Nicht abgeben und nochmal bei einem anderen versuchen? Trotzdem versuchen, das Ding fertigzubringen, aber mit einer schlechten Note?
 
Zuletzt bearbeitet:

dreampudelchen

Aktives Mitglied
Zuerst mal: später interessiert es niemanden mehr, ob du dein Studium in der Regelstudienzeit geschafft hast, oder nicht. Tatsächlich ist die Regelstudienzeit knapp bemessen und die wenigsten Studenten schaffen es in dieser Zeit. Mach dich da nicht selbst runter. Wenn du mehr Zeit gebraucht hast, ist das ok.
Du hast jetzt alle Prüfungen bestanden, das ist super!

So, dann zur Thesis.
Wie viele Seiten brauchst du und wann musst du fertig sein?

Auch wenn es einen Betreuer gibt, will er sehen, dass diese Arbeit selbstständig angefertigt wird. Das ist so das Problem bei der Unterstützung. Die einen geben mehr Tipps und Richtungen vor, die anderen erwarten, dass die Studenten selbst ihren Weg finden. Wirklich schade, dass du mit deinem Betreuer nicht wirklich klar kommst. Noch dazu, weil du dir so viel Mühe gibst.

Dein Thema steht jetzt fest und du schreibst ja, dass es nicht schlecht ist; recherchiert hast du mittlerweile auch viel.
Datenschutz ist ein umfangreiches Thema, da gibt es doch viel Material.
Was mir jetzt nicht ganz klar wurde: steht die Forschungsfrage jetzt fest oder überlegst du da noch?
Dass es zu deiner Forschungsfrage Rechtsunsicherheit gibt, sollte erst mal kein Problem sein. Darauf kannst du später im Verlauf der Arbeit eingehen, bzw. bei den eigenen Erkenntnissen.

Schreib deine Gliederung - dann hast du ein Gerüst, an dem du entlang arbeiten kannst.
Wenn es sich im Verlauf der Arbeit ergibt, passt du die Gliederung an.
Eigene Erkenntnisse kommen am Schluss der Arbeit.

Beginn war Mitte Juli und du hast 3 Monate Zeit? Dann musst du Mitte Oktober fertig sein? Ist das richtig?
Verlier dich nicht in der Panik, dass du das nicht hinkriegst. Du wirst die Begriffe verstehen, weil du genug darüber liest. Du kannst auch nicht am Anfang der Arbeit alles wissen, was du schreiben wirst, weil sich vieles erst im Verlauf ergibt. Das ist völlig normal.

Wenn primär das Thema und die Forschungsfrage das Problem ist ... erzähl jemandem oder mehreren davon und hol dir Meinungen, Ideen, Sichtweisen ein. Ggf. auch hier.
 
G

Gelöscht 119712

Gast
Tja ich weiß ja nicht, was zur Auswahl stand … aber Datenschutz in einem juristischen Fach … unglaublich eklig … da sind ja schon viele Definitionen total schwammig bzw. umstritten …
Aber gut, ist vermutlich nur meine persönliche Meinung und ich bin auch nicht up to Date …

Unterstützung vom Betreuer wirst du nicht viel bekommen … die Unterstützung erschöpft sich meiner Erfahrung nach mit ein paar klugen Sprüchen zur Gliederung, recht viel mehr kommt da wohl nie …

Gibts denn keinen Aufsatz, kein Paper oder sowas an dem du dich entlanggingen kannst? Und wieso will der Betreuer „eigene Erkenntnisse“ … selbst die Masterarbeit ist ja noch darauf ausgelegt einen Überblick über den Stand der Forschung zu geben, Neues wird erst in der Doktorarbeit verlangt …
Kann es sein, dass ihr die ersten Studenten seid, die der Mann betreut?
 

Sofakissen

Aktives Mitglied
Braucht es denn so dringend eine Forschungsfrage? Ich kenne es eher so, dass man in der Bachelorthesis nur zeigt, dass man mit dem im Studium erlernten Wissen selbstständig arbeiten kann. In meinem Fall ein Projekt programmieren und dokumentieren, in deinem Fall wohl eher Paragraphen jonglieren. Etwas wirklich selber entwickeln/forschen kenne ich eigentlich nur von Masterarbeiten und selbst da wird das Rad eher selten neu erfunden (für echte Forschung ist die Doktorarbeit da).

Da das Thema Datenschutz bei mir im Studium auch drangenommen wurde (wenn auch anders als bei dir), würden mir folgende Punkte einfallen, die du vielleicht reinbringen könntest:

- Was hat sich rechtlich seit der "lockeren" Datenschutzverordnung von vor ein paar Jahren geändert?
- Vergleich der EU-Datenschutzverordnung mit dem, was in Deutschland umgesetzt wurde. Wurde es korrekt umgesetzt, gibt es NAchbesserungsbedarf, beißt sich was mit der EU-Verordnung?
- Ggf. Vergleich zu anderen EU-Ländern
- Datenschutz in anderen wichtigen Nicht-EU-Ländern, z.B. Schweiz (weil Nachbarland), USA, China (weil die groß sind).

Dann könnte man noch ein bisschen mehr Aktuelles reinbringen:
- gibt es erste Gerichtsurteile wegen Verstoßes gegen die Datenschutzverordnung? Auf was haben sie sich begründet? Wurde Revision eingelegt und das Ergebnis dann anders? Welche Bußgelder wurden so verhängt? Zeigt sich eine Tendenz, etwa dass die Bußgelder höher werden (oder niedriger), werden Datenschutzverletzungen im Vergleich zu den Vorjahren intensiver oder lascher verfolgt?

- Wie ist Datenschutz in der Praxis anzuwenden? Etwa wenn ich einen Webshop betreibe, bzw. welche Daten darf ich als Arbeitgeber über meine Angestellten erheben, wer darf darauf zugreifen? Dann Verweis auf speziellen Datenschutz, etwa im Bereich Medizin (nochmals besonders geschützte Daten). Datenschutz in Behörden...
- Was ist in puncto Datenschutz zu beachten, wenn ich ein weltweiter Konzern bin, der Daten zwischen Standorten 2er Länder austauschen muss?

-----------------------------------------------------

Da du schon selbst festgestellt hast, dass das alles schön schwammig definiert ist, könntest du auch hergehen, einen künstlichen Fall anlegen und dann mal 2 Beispielurteile durchspielen. Einmal, indem die Gesetze sehr streng und eng ausgelegt wurden, das andere, in dem sehr lasch ausgelegt wird. Vergleiche die beiden Urteile, schreibe darüber, warum das in der Rechtssprechung für Probleme sorgt, welche Punkte besonders in der Auslegung umstritten sind (aktuelle Gerichtsurteile herbeiziehen).

Als Ausblick noch in welchen Punkten die Politik ggf. gerade am Nachbessern ist, was der aktuelle geplante Wortlaut der Nachbesserung ist.

Also nur mal so als Ideen, was du vielleicht bringen könntest.

Ansonsten kann ich dir nur sagen, nimm es nicht so schwer. Wenn man meine Threads anschaut, als ich hier herkam und ebenso wie du an der BA verzweifelte, sieht man, dass es mir nicht besser ging wie dir. Hat dann aber trotzdem noch geklappt, die Note war einigermaßen passabel und heute kräht kein Hahn mehr nach meinen Noten oder meiner hoffnungslos überzogenen Studiendauer.
 

Großstadtlegende

Aktives Mitglied
Tja ich weiß ja nicht, was zur Auswahl stand … aber Datenschutz in einem juristischen Fach … unglaublich eklig … da sind ja schon viele Definitionen total schwammig bzw. umstritten …
Aber gut, ist vermutlich nur meine persönliche Meinung und ich bin auch nicht up to Date …

Unterstützung vom Betreuer wirst du nicht viel bekommen … die Unterstützung erschöpft sich meiner Erfahrung nach mit ein paar klugen Sprüchen zur Gliederung, recht viel mehr kommt da wohl nie …

Gibts denn keinen Aufsatz, kein Paper oder sowas an dem du dich entlanggingen kannst? Und wieso will der Betreuer „eigene Erkenntnisse“ … selbst die Masterarbeit ist ja noch darauf ausgelegt einen Überblick über den Stand der Forschung zu geben, Neues wird erst in der Doktorarbeit verlangt …
Kann es sein, dass ihr die ersten Studenten seid, die der Mann betreut?
Er gehört zur jüngeren Fraktion - und er ist halt Professor für Medienrecht.

Ich weiß auch nicht, was er mit "eigene Erkenntnisse" meint und wieso man da so drauf herumreitet. Meine Kommilitonin hat eine rein deskriptive Arbeit abgegeben, weil das zu ihrem Thema gepasst hat. Aber das ist jetzt auch nicht wissenschaftlich. Es kommt wohl auf die Forderungen vom Prof an. Nur habe ich einen richtig dämlichen.

Meine Aufgabe als Student ist es, ein Thema vorzuschlagen und das aufzugliedern und seine Aufgabe ist es, mir das Go dafür zu geben und mir zu sagen, ob das so geht oder nicht. Er hätte mir vor der Anmeldung auch sagen können, dass er meine Frage zu oberflächlich findet oder dass die Gliederung zu dürftig ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

Großstadtlegende

Aktives Mitglied
Braucht es denn so dringend eine Forschungsfrage? Ich kenne es eher so, dass man in der Bachelorthesis nur zeigt, dass man mit dem im Studium erlernten Wissen selbstständig arbeiten kann. In meinem Fall ein Projekt programmieren und dokumentieren, in deinem Fall wohl eher Paragraphen jonglieren. Etwas wirklich selber entwickeln/forschen kenne ich eigentlich nur von Masterarbeiten und selbst da wird das Rad eher selten neu erfunden (für echte Forschung ist die Doktorarbeit da).

Da das Thema Datenschutz bei mir im Studium auch drangenommen wurde (wenn auch anders als bei dir), würden mir folgende Punkte einfallen, die du vielleicht reinbringen könntest:

- Was hat sich rechtlich seit der "lockeren" Datenschutzverordnung von vor ein paar Jahren geändert?
- Vergleich der EU-Datenschutzverordnung mit dem, was in Deutschland umgesetzt wurde. Wurde es korrekt umgesetzt, gibt es NAchbesserungsbedarf, beißt sich was mit der EU-Verordnung?
- Ggf. Vergleich zu anderen EU-Ländern
- Datenschutz in anderen wichtigen Nicht-EU-Ländern, z.B. Schweiz (weil Nachbarland), USA, China (weil die groß sind).

Dann könnte man noch ein bisschen mehr Aktuelles reinbringen:
- gibt es erste Gerichtsurteile wegen Verstoßes gegen die Datenschutzverordnung? Auf was haben sie sich begründet? Wurde Revision eingelegt und das Ergebnis dann anders? Welche Bußgelder wurden so verhängt? Zeigt sich eine Tendenz, etwa dass die Bußgelder höher werden (oder niedriger), werden Datenschutzverletzungen im Vergleich zu den Vorjahren intensiver oder lascher verfolgt?

- Wie ist Datenschutz in der Praxis anzuwenden? Etwa wenn ich einen Webshop betreibe, bzw. welche Daten darf ich als Arbeitgeber über meine Angestellten erheben, wer darf darauf zugreifen? Dann Verweis auf speziellen Datenschutz, etwa im Bereich Medizin (nochmals besonders geschützte Daten). Datenschutz in Behörden...
- Was ist in puncto Datenschutz zu beachten, wenn ich ein weltweiter Konzern bin, der Daten zwischen Standorten 2er Länder austauschen muss?

-----------------------------------------------------

Da du schon selbst festgestellt hast, dass das alles schön schwammig definiert ist, könntest du auch hergehen, einen künstlichen Fall anlegen und dann mal 2 Beispielurteile durchspielen. Einmal, indem die Gesetze sehr streng und eng ausgelegt wurden, das andere, in dem sehr lasch ausgelegt wird. Vergleiche die beiden Urteile, schreibe darüber, warum das in der Rechtssprechung für Probleme sorgt, welche Punkte besonders in der Auslegung umstritten sind (aktuelle Gerichtsurteile herbeiziehen).

Als Ausblick noch in welchen Punkten die Politik ggf. gerade am Nachbessern ist, was der aktuelle geplante Wortlaut der Nachbesserung ist.

Also nur mal so als Ideen, was du vielleicht bringen könntest.

Ansonsten kann ich dir nur sagen, nimm es nicht so schwer. Wenn man meine Threads anschaut, als ich hier herkam und ebenso wie du an der BA verzweifelte, sieht man, dass es mir nicht besser ging wie dir. Hat dann aber trotzdem noch geklappt, die Note war einigermaßen passabel und heute kräht kein Hahn mehr nach meinen Noten oder meiner hoffnungslos überzogenen Studiendauer.
Danke.

Die Forschungsfrage braucht man, damit man weiß, nach was man suchen muss und was man beantworten will.

Der Betreuer hat mir am Anfang das Thema Consent Management vorgeschlagen, also gerade diese Cookie-Banner, die man überall findet. Es gibt halt große Rechtsunsicherheiten bezgl. der Gestaltung, weil das nirgends so richtig geregelt ist. Es gibt die DSGVO, ePrivacy-RL und das im Dezember kommende TTDSG, was die Richtlinie umsetzen soll. Eine richtige ePrivacy-Verordnung ist auch in Arbeit wohl, aber inhaltlich noch nicht wirklich bekannt.
Mein ursprünglicher Vorschlag war es, zu erläutern, wie die Einwilligung nach der DSGVO auszusehen hat iVm Cookies, aber da meinte er gleich: Neeeee, DSGVO können sie vergessen, weil Cookies dort nicht genannt werden. Ja, schon - aber die Einwilligung muss über die DSGVO gehen und darüber muss ich ja was schreiben, denn es heißt CONSENT Management.
Aber, ich soll bitte nicht so viel über die Einwilligung reden, weil es das schon zigfach gibt.

Dann wurde irgendwie alle so schwammig kommuniziert, die Forschungsfrage war dann doch wieder "Wie können Webseiten-Betreiber durch transparente Gestaltung rechtskonforme Einwilligungen einholen"... an sich ist das thema relativ klar, aber ich habe dann Angst dass es rein deskriptiv wird oder dass ich vom Thema abweiche und darf ich jetzt auf die DSGVO eingehen oder nicht?
Wie soll ich das TTDSG, was ich reinbringen soll, reinbringen?

Kann es sein, dass das vielleicht ein Rechtsproblem ist, was ich als Student gar nicht beantworten KANN?

Ist mir doch egal, ob er irgendein Thema zum 100. Mal lesen muss oder nicht, ich will auch keinen Nobelpreis gewinnen sondern einfach dieses blöde Studium abschließen.

Er hat auch oft seine Meinung geändert. Anfangs sollte ich CMPs im Hinblick auf die irgendwann erscheinende ePrivacy-VO (auf Englisch) als Thema nehmen, was wir fast angemeldet hatten. Dann habe ich recherchiert und recherchiert und dann gmeekr, dass man über dieses Thema keine Bachelorarbeit schrieben kann. Ich meinte zu ihm, dass die VO gar nicht offiziell sei und dann auch noch auf Englisch. Er meinte: Na und?!

Als wir das neue Thema ausgewählt haben, meinte er: die ePrivacy-VO wäre sowieso nicht so gut, weil es auf Englisch wäre und der Inhalt sich eh ändern wird. Ich solle das aus meiner jetzigen Arbeit rauslassen. Äh ok?! Gut zu wissen?

Mir egal.
Ich suche mir jetzt 3-4 Punkte raus, die bei der Gestaltung beachtet werden sollten und beziehe mich dabei auf die geltenden Gesetze, klatsch da noch paar bilder rein wie so ein banner dann aussehen soltlte. es ist mir auch scheißegal ob man das schon herausgefunden hat oder nnicht. Ich kann hier nnicht tagelang rumsitzen und warten bis die erleuchtung kommt.

Ich weiß später ist alles nicht mehr so wild. Aber ich will keine 4

Und ich hasse den mittlerweile weil ich das gefühl habe, dasss er selbst keinen Bock hat und sich vllt auch keine Gedanken gemacht hat, ob man das Thema überhaupt bearbeiten kann
 
Zuletzt bearbeitet:

Großstadtlegende

Aktives Mitglied
@Sofakissen

Mir fällt gerade ein. Du hast doch IT studiert, oder?

In meiner Arbeit geht es ja auch um Cookies, die ich irgendwie auch technisch erklären muss und auch auf diese Software eingehe, mit der man Einwilligungen einholen kann.

Meinst du du, könntest da mal drüberlesen, ob das technisch so korrekt ist? Ich soll das zwar nur kurzhalten, aber ich will da kein völligen Nonsense schreiben.
 
G

Gelöscht 119712

Gast
Klingt nach einem dieser Profs die zwar für ihr Fach brennen, vieles „unheimlich spannend„ finden, fachlich top sind … aber keine Ahnung von Didaktik und dem „Lehranteil“ ihres Jobs haben …
 

Großstadtlegende

Aktives Mitglied
Klingt nach einem dieser Profs die zwar für ihr Fach brennen, vieles „unheimlich spannend„ finden, fachlich top sind … aber keine Ahnung von Didaktik und dem „Lehranteil“ ihres Jobs haben …
Perfekt erfasst! Du Menschenkenner :)

Er hat echt keine Ahnung von Didaktik. Wir hatten ihn zum ersten Mal in einem Wahlpflichtmodul, wo er über Medienrecht eine Vorlesung gehalten hat (Online). Fing vor einem Jahr an.
Das war eine einzige Katastrophe. Er hatte kein Skript, hat nur so frei gesprochen, hatte keinen roten Faden und kaum jemand ist richtig mitgekommen.
Das ist natürlich blöd, wenn man eine Klausur schreiben muss und keine Unterlagen hat.

"Nett" ist er ja schon und auch ein ruhiger Typ, aber irgendwie unsympathisch. So einer, der es geil findet, dass er ein Doktortitel hat. Viele meinten auch später, dass er ein kleiner Angeber ist. Er hat in den Vorlesungen auch immer schön breitgetreten, wie toll er der Richterin eins ausgewischt hat... :rolleyes:
Ich ärgere mich, dass ich ihn als Betreuer genommen habe, weil jetzt kommt halt dieses "Nein! Ich helfe dir nicht. Musst du allein machen. Auch, wenn du dann exmatrikuliert wirst"
 

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