Was mich immer wieder verwundert, wenn ich zurück denke, ist dass ich meiner Mutter die Liebe schon als sehr kleines Kind entzogen habe. Immer ein Stückchen mehr. Da war kein Bisschen "Stockholm-Syndrom" obwohl mir das vielleicht tatsächlich etwas geholfen hätte alles durchzustehen. Sie ist damit irgendwie nicht klar gekommen und hat es nicht verstanden. Durch ihre ausgeprägten Stimmungsschwankungen konnte ich nie wissen wie sie im nächsten Moment drauf war. Ob sie meine Zuneigung wollte, oder mich lieber zusammen schlug. Also habe ich völlig dicht gemacht.
Meine Mutter hat mal gemeint, ich hätte mich schon als 7 Jährige zwischen sie und meinen Vater gedrängt. Damals war ich etwa 13 oder 14 und konnte gar nicht fassen, dass sie das wirklich glaubte. Hängt nicht jedes Kind für eine Weile an seinem Papa?
Dass ich ihr überhaupt keine positiven Gefühle gegenüber habe verwundert mich trotzdem. Kein Bisschen und dabei denke ich noch nichtmal, dass sie generell ein schlechter Mensch ist.
Sie hat mal bei einen Selbstverteidigungskurs teilgenommen und als ich bei einem Streit an ihr vorbeilaufen wollte hat sie mich mit Techniken aus diesem Kurs zu Fall gebracht. Das fand ich so demütigend und ich spüre noch immer den Hass in mir.
Sie hätte gerne die liebevolle Tochter, die sich nun für die älterwerdende Mutter aufopfert. Als ich im Ausland war und dort glücklich war hat sie rumgeheult ich solle doch wieder nach Deutschland kommen. Ich glaube sie möchte nun die Lorbeeren für die aufopfernde lange Erziehung ernten.
Sie meinte mal, dass kinderlose Paare öfters mit ihren materiellen Reichtümern prallen, aber die dafür ja im Alter niemanden hätten.
Ich glaube sie erinnert sich an fast nichts negatives aus meiner Kindheit mehr. Sie hat das einfach verdrängt. Ich erinnere mich aber umso besser an ihre ständigen Stimmungsschwankunge und meine panische Angst, wenn ich nachmittags von der Schule nach Hause kam.
Als sie eine Zyste in der Brust hatte, habe ich sie nur aus Anstand im Krankenhaus besucht. Ich fühle überhaupt nichts, wenn es ihr schlecht geht.
Sonst bin ich aber überhaupt nicht so, ich verstehe fast jedes andre Denken und Handeln und bin auch mitfühlend. Aber bei ihr ist da, nichts als Leere und Genervtheit.
Hallo, liebe Füchsin!
🙂
Kleine Kinder entziehen ihren Eltern nicht ihre Liebe. Kinder sind von den Eltern abhängig. Wer Liebe entzieht, das sind oft Eltern und es kann sein, dass Kinder versuchen, sich zurück zu ziehen, aber das ist etwas anderes als Liebesentzug.
"Durch ihre ausgeprägten Stimmungsschwankungen konnte ich nie wissen wie sie im nächsten Moment drauf war. Ob sie meine Zuneigung wollte, oder mich lieber zusammen schlug. Also habe ich völlig dicht gemacht." Eben. Du bist also nicht dafür verantwortlich. DU BIST NICHT DAFÜR VERANTWORTLICH!
Du bist nicht für ihre Stimmungsschankungen verantwortlich und nicht dafür, dass sie sich manchmal nicht von Dir geliebt fühlte. DU musstest Dich aus Selbstschutz hier und da zurückziehen.
Deine Mutter war ja für Dich unberechenbar. Sie hat Dich nicht liebevoll gehalten, sie war teils eine Bedrohung für Dich, wie solltest Du ihr da vertrauen? Grundlage von Liebe ist Vertrauen. Kinder müssen ihre Eltern lieben, weil sie von ihnen abhängig sind. Du hast es sehr schwer gehabt.
"Meine Mutter hat mal gemeint, ich hätte mich schon als 7 Jährige zwischen sie und meinen Vater gedrängt. Damals war ich etwa 13 oder 14 und konnte gar nicht fassen, dass sie das wirklich glaubte. Hängt nicht jedes Kind für eine Weile an seinem Papa?"
Das ist wieder einmal typisch für solche Mütter.
🙁
Sie lehnen ihre Eigenverantwortung ab und schieben dem Kind die Schuld in die Schuhe.
🙁
7-jährige können sich nicht zwischen Vater und Mutter drängen, wenn deren Partscherschaft oder Ehe in Ordnung ist.
1. Suchtest Du vermutlich bei Deinem Vater den Halt, den Du bei Deiner Mutter nicht fandest.
2. Du hast Recht, Kinder "hängen" immer ´mal wieder mehr am Papa oder an der Mama.
3. Wenn Deine Mum so extreme Stimmungsschwankungen hatte, Gewalt in der Familie Alltag war, so kann die Partnerschaft zwischen Deinen Eltern auch nicht Intakt gewesen sein, bzw. umgekehrt: es kam Gewalt auf, weil etwas nicht stimmte.
DU warst als Kind nicht dafür verantwortlich!
"Dass ich ihr überhaupt keine positiven Gefühle gegenüber habe verwundert mich trotzdem. Kein Bisschen und dabei denke ich noch nichtmal, dass sie generell ein schlechter Mensch ist."
- So und dass Du so einer Frau, die sich Mutter nennt, dass Du ihr gegenüber keine positiven Gefühle hast, das wirfst Du Dir nun auch vor?
Du wurdest in Deinen Gefühlen zutiefst irritiert. Da ist es doch kein Wunder, wenn Du an Gefühle teils nicht mehr heran kommst oder auch für Dich sagst: ich liebe sie nicht.
"Sie hat mal bei einen Selbstverteidigungskurs teilgenommen und als ich bei einem Streit an ihr vorbeilaufen wollte hat sie mich mit Techniken aus diesem Kurs zu Fall gebracht. Das fand ich so demütigend und ich spüre noch immer den Hass in mir."
Das war nicht nur eine Demütigung. Deine Mutter hat wieder einmal Dir gegenüber Gewalt ausgeübt.
🙁
Aus Spass kann man ´mal zusammen in solchen Kursen erlerntes zeigen, andeuten. Nur nie so, dass es Ernst wird.
Spass ist es nur, wenn es beiden gefällt. Daber kann auch ´mal jemand umfallen. (Wer hat nicht als Kind auch schon ´mal aus Spass mit den Eltern gerangelt, gebalgt? Dabei wird dann viel zusammen gelacht.) Im Streit macht man soetwas nicht und Deine Mutter ist da wieder einmal massiv über Deine Grenzen gegangen.
🙁
"Sie hätte gerne die liebevolle Tochter, die sich nun für die älterwerdende Mutter aufopfert. Als ich im Ausland war und dort glücklich war hat sie rumgeheult ich solle doch wieder nach Deutschland kommen. Ich glaube sie möchte nun die Lorbeeren für die aufopfernde lange Erziehung ernten.
Sie meinte mal, dass kinderlose Paare öfters mit ihren materiellen Reichtümern prallen, aber die dafür ja im Alter niemanden hätten."
Vermutlich würdest Du ja auch gerne eine liebevolle Tochter sein können, bloss passt die Mutter nicht dazu.
🙄
Da steckst Du dann verständlicherweise in einem echten Konflikt. Es wird ja auch nicht nur von den Müttern erwartet, sondern allgemein von der Gesellschaft, dass Töchter sich kümmern. - Ich finde, das kommt noch als Druck hinzu.
Alte Eltern meinen, sie haben Rechte, Rechte, Rechte. Und heute ist es wieder so, dass selbst die erwachsenen Kinder, die einst von ihren Eltern misshandelt wurden, in den Druck kommen, für die Eltern sorgen zu sollen. Da kommt bei den Kindern auch so manches erlebte Trauma hoch.
Du schriebst, Du warst lange im Ausland. Darf ich (ohne Vorwurf) fragen, warum Du nicht auf die Distanz geblieben bist? Du warst dort doch glücklich.
"Sie meinte mal, dass kinderlose Paare öfters mit ihren materiellen Reichtümern prallen, aber die dafür ja im Alter niemanden hätten." Klar, da wirft sie Dir indirekt auch noch vor, kinderlos zu sein.
🙁 Und sie meint, sie hätte es richtig gemacht UND sagt Dir schon voraus, dass Du später im Alter niemanden hast. - Boah!
Einfühlungsvermögen hat die Frau aber nicht. Liest sich für mich so wie späte Rache von ihr. Sie macht Dich also immernoch für alles aber auch alles verantwortlich.
🙁
Eine gute Mutter würde sorgevoll äussern:"Was machst Du im Alter? Bist Du dann auch versorgt? Hast Du Vorsorge getroffen? Auch Du wirst eines Tages älter sein und Hilfe brauchen. Achte auf Dich, mein Kind."
Ich kenne einige Kinder von Müttern, die werden "Rabenkinder" genannt, weil sie ihre Eltern auf Nimmerwiedersehen ins Heim bringen, sie nie besuchen. - Deren Geschichte wird oft nicht hinterfragt, nicht, warum sie das tun. Sie sollen angeblich dann nur schlechte Kinder sein.
Ich selber sehe das anders.
"Ich glaube sie erinnert sich an fast nichts negatives aus meiner Kindheit mehr. Sie hat das einfach verdrängt. Ich erinnere mich aber umso besser an ihre ständigen Stimmungsschwankunge und meine panische Angst, wenn ich nachmittags von der Schule nach Hause kam."
Kann sogar sein, sie hat so einiges verdrängt oder blendet aus. *denk* Kann auch sein, sie ist so egozentrisch, dass sie davon einfach auch nichts mehr wissen will.
Das macht es für Dich ganz besonders schwer. Du bist ja mit Deinen alten Gefühlen konfrontiert. Du brauchst Unterstützung, Liebe, Geborgenheit, Verständnis und nun sollst Du das alles Deiner Mutter geben. - Das kann nicht gut gehen.
Wenn Du jetzt für sie sorgen musst oder sorgst, dann weint sozusagen das kleine misshandelte Mädchen in Dir (das Kind, das Du warst) und es ist auch oft wütend und evtl. auch voller Hass.
Und wieder, so wie früher kann sie Dich durch ihre Stiummungsschwankungen verbunden mit ja überhöhten Anforderungen an Dich so richtig an den Rand bringen.
🙁
Füchsin, das tut Dir nicht gut! Das wird Dein Leben blockieren.
Und ich glaube auch nicht, dass es Deiner Mutter wirklich gut tut, wenn Du für sie sorgst, solange Du solche Gefühle für sie hast. Wenn Du Dich mit ihr nicht vernünftig über Vergangenes austauschen kannst, sie nicht sieht, wie sehr sie Dich verletzt hat... . Solange Verantwortung für das Geschehene nicht da ist, wo sie hingehört, wird keine von Euch Frauen heil sein, werdet ihr keinen vernünftigen Umgang miteinander haben können.
Niemand kann Dich zwingen, sie zu lieben.
Vielleicht kommt ihr nie zusammen, vielleicht werdet Ihr Euch (so die Zeit bleibt) eines Tages versöhnen. Lasse Dir alle Seiten offen.
Kann nicht jemand anders für Deine Mutter da sein, um wenigstens ihre Versorgung zu gewährleisten?
Gebe ab. Sonst habt Ihr als Mutter und Tochter gewissermassen eine Neuauflage des alten "Spiels" nur mit dem Unterschied, dass Du jetzt kein Kind mehr bist.
- Bloss was nützt es, wenn sie Dich weiter verletzen kann und sie sich durch Dich verletzt fühlt?
Du warst im Ausland zu ihr auf Distanz und das tat Dir gut. Ja, Du schirebst, Du warst glücklich!
🙂 Ich will Dich jetzt nicht ins Ausland schicken *lach*, aber sieh zu, dass Du Distanz zu Deiner Mutter hast. Aus der Distanz heraus betrachte mit Hilfe einer guten Therapeutin Dein Leben wie es war und lerne... .
Lerne und arbeite, kämpfe für DEINE Zukunft!
"Als sie eine Zyste in der Brust hatte, habe ich sie nur aus Anstand im Krankenhaus besucht. Ich fühle überhaupt nichts, wenn es ihr schlecht geht.
Sonst bin ich aber überhaupt nicht so, ich verstehe fast jedes andre Denken und Handeln und bin auch mitfühlend. Aber bei ihr ist da, nichts als Leere und Genervtheit."
Also, Füchsin, mich wundert das nicht.
Ich sehe keinen Widerspruch, wenn Du schreibst, Du kannst anderen gegenüber mitfühlend sein, nur gegenüber Deiner Mutter nicht.
Nur schätze ich, als Du aus dem Krankenhaus kamst, ging es Dir trotz-dem schlecht.
Und dass Du hier schreibst, ist ja auch ein Zeichen.
Ich finde es gut, wenn Du Dir Hilfe suchst.
Und was ich Dir noch sagen möchte:
Manche Eltern, die haben ihre liebevollen Kinder nicht verdient.
Und wenn Eltern im Alter dann nicht so geliebt werden, dann haben sie ihre Kinder auch genau so verdient, weil sie sie mit zu dem gemacht haben: lieb-los.
Klar hast Du auch als erwachsenes Kind eine Verantwortung gegenüber einer alten Mutter, wenn diese nicht mehr für sich selber sorgen kann. Schau, wieweit Du die wirklich auch innerlich tragen kannst und wenn nicht, was ich verstehen würde, so muss jemand anderes ´ran.
Jemand anderes aus der Verwandtschaft, vielleicht hat Deine Mum eine Freundin, die sich kümmert? (wohl vermutlich nicht, oder?) oder es gibt ja auch noch die Möglichkeit, einen Betreuer ein zu setzen.
Du bist nicht verpflichtet, Deine psychische Gesundheit für Deine Mutter zu opfern!
Und Deine Mutter, die muss ja nicht erst sterben, nur damit für Dich die innere Qual aufhört. Du kannst auch anders lernen, wieder frei zu sein.
Bitte passe gut auf Dich auf!
Liebe Grüsse!
Landkaffee