Hallo Füchsin,
ich verstehe Dich sehr gut!
Ich hatte auch eine sehr lieblose Kindheit.
Meine Mutter hat mir immer sehr deutlich gezeigt, dass sie mich ablehnte. Vielleicht sogar hasste, denn sie suggerierte mir oft, dass ich ihr Leben zerstört hätte (leider waren meine Eltern zu dumm zum Verhüten).
Ich hatte oft Angst vor ihren Aggressionen und Schreianfällen.
Mein Vater ist ein ganz umgänglicher Mensch, aber Liebe hat er mir auch nie gezeigt. Er hatte sehr hohe Anforderungen an mich, die ich nie erfüllen konnte. Er hatte auch sehr wenig Zeit für mich, weil er eigentlich ständig arbeitete.
Lange Zeit, nachdem ich zu Hause ausgezogen war, hatten wir ein sehr schlechtes Verhältnis. Gerade meine Mutter gab mir auch sehr deutlich zu verstehen, dass ich in ihrem Hause nicht besonders willkommen war.
Ich kann somit Deinen Gedanken nachvollziehen, dass Du beim Tod Deiner Eltern nicht gerade traurig wärst.
Meine Oma war meine Mama. Als sie starb, habe ich wirklich eine Zeit den Wunsch gehabt, eine andere Person würde im Grab liegen....
Ich habe mich über mich selber erschrocken, aber das war nun mal meine Empfindung.
Ich bin inzwischen einige Jahre arbeitslos und meine Eltern unterstützen mich finanziell.
Ich hatte zuerst Probleme damit, weil es ja auch leider eine Abhängigkeit erzeugt das Geld anzunehmen.
Doch eine Verwandte sagte mir mehrmals, ich solle keine Skrupel haben und dies als Schmerzensgeld betrachten.
Glücklich bin ich natürlich mit diesem Zustand nicht, denn so glauben meine Eltern, sie haben das Recht sich in mein Leben einzumischen.
Zum Schein spiele ich die gehorsame Tochter, gestalte aber mein Leben, wie ich es möchte.
Sie wären wahrscheinlich schockiert, wenn sie so einiges wüssten.
Doch ich hätte dann absolut keine Ruhe mehr vor ihren Vorwürfen und Vorhaltungen.
Ich denke oft darüber nach, dass mein Vater sicher nicht mehr so viele Jahre leben wird. Dieser Gedanke macht mich traurig. Ich weiß, dass ich ihn sehr vermissen werde. Ob ich ihn liebe, kann ich nicht sagen. Zumindest hänge ich an ihm.
Meine Mutter?
Ich hasse sie nicht. Nicht mehr. Das habe ich früher getan.
Sie ist mir gleichgültig.