Dass der Hund halt eigentlich kein kleines Kind mehr ist, sondern ein Teenie im Trotzalter, der Führung benötigt und keine Beschwichtigung?
Eigentlich möchte ich diesen Satz unterstreichen.
Ich hab seinerzeit in der Werkstatt einen Schäferhund-Rüden kennen gelernt, der nichts anderes zu tun hatte als sich neben mich unter die Bühne zu legen, während ich einen Auspuff geschweisst habe. Dass Funken runter gefallen sind hat ihn einfach nicht interessiert. Er kam immer wieder.
Jahre später kam dann auch durch die Mitbewohnerin die Rose hier ins Haus, die ich seitdem behalten habe,
Auch sie ist so etwas wie ein Werkstatt-Hund geworden.
Von Zeit zu Zeit schmiede ich - und sie liegt unter dem Tisch.
Ich schick sie raus, sie will aber nicht.
Wenn mal ein Besen oder Spaten umfällt wenn sie ihn umstößt, macht sie einen kleinen Schritt und dreht sich um, was das denn wieder war. Es war nichts, der Besen liegt da.
So etwa läuft das die ganze Zeit.
Egal was passiert schaut sie mich an, ich guck eben nach ob sie was hat, und wenn sie nichts hat, schieb ich sie in die andere Richtung und stups sie am Po mit Schwung an: "lauf lauf lauf".
Ich glaub mittlerweile, dass ihr fast nichts elementares passieren kann, solange sie etwas auf sich selber aufpasst - und ich auf sie.
Aber wenn etwas passiert - das hatten wir auch schon, als sie sich böse vertreten hat-dann zeigt sie es mir.
Dann ist eben Tierarzt angesagt, sie lässt es sich gefallen dass sie auf den Tisch kommt und jemand nachsieht.
Ich zieh dann die Konsequenz, dass ich sie tragen muss und sie zieht die Konsequenz, dass sie getragen werden muss.
So wirklich tröste ich sie aber nicht und sie hat den Eindruck, dass das eben jetzt normal ist, dass es eh besser wird und sie sich einfach auf mich und auch darauf verlässt.
Irgendwie ist sie hart im Nehmen, was ich mal mitbekommen habe, als sie sich mit einem großen Rüden angelegt hat, der sie wegen eines Balls in die Mangel genommen hat. Wir mussten sie trennen. Er muss sie böse gekniffen haben, Löcher gabs aber nicht. Auch danach hab ich sie umgedreht und angeschoben und ihr gesagt, dass jetzt Schluss und Feierabend ist.
Verblüffender weise hat sie ihn fortan mit Luftbissen weg gebellt und er hat gekuscht.
Also war sie auch dadurch nicht "traumatisiert" aber ich vermute, dass ich das hätte erzeugen können, wenn ich sie danach lange bemuttert und getröstet hätte.