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Was stimmt nicht mit mir???

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Gast

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Hallo zusammen,

ich habe ein riesiges Problem. Ich weiß nicht wie ich anfangen soll....
Erstmal zur privaten Situation:
Ich bin verheiratet (zum 2. Mal), habe 2 Kinder (2,5 Jahre und 1 Jahr) und bin 26. Ich bin berufstätig, wobei mein Job mir seit etwa 6-8 Monaten keinen Spaß mehr macht. Ich bin bei der Marine und bin im August letzten Jahres nach 5 Monaten aus dem Einsatz zurück gekommen. Ich kannte meine Tochter zu dem Zeitpunkt nicht. Musste 16 Tage nach der Geburt in den Einsatz. Meine Frau war alleine mit dem Baby und unserem Sohn. Sie hat zu Hause alles allein gemanaged. Nach dem ich aus dem Einsatz zurück gekommen bin, wurde ich von meiner Einheit (seegehende Einheit) an Land versetzt und muss nun einen Büro-Job machen. Seit dem komme ich mir nutzlos vor und meine innere Leere wird immer größer.....soviel erstmal zu mir.
Meine Frau ist seit Anfang April in der Ausbildung und war vorher in Elternzeit.
Seit einiger Zeit gehe ich zu Hause ständig an die Decke, obwohl es nur Kleinigkeiten sind. Unaufgeräumt oder so.
Dabei ist es auch schon passiert, das ich handgreiflich gegenüber meiner Frau wurde. Ich bekomme dann so einen Adrenalinschub und alles setzt irgendwie aus. Ich erinnere mich danach kaum an das was ich gesagt habe oder was meine Frau gesagt hat. Die gleiche Situation hatte ich in meiner ersten Ehe. Ich habe meiner Frau schon so oft versprochen, das ich mir besser, aber ich schaffe es nicht allein. Nach dem es im Januar richtig zwischen uns gekracht hat und bei uns zu Hause nichts mehr lief, habe ich mir einen kleinen Zettel geschrieben mit Telefonnummer von Professionellen. Ich habe diesen nicht genutzt aber in meinem Portemonnaie aufbewahrt und nun hat meine Frau diesen gefunden und will das ich ausziehe. Das kann ich auch verstehen. Aber warum ist es mir nicht möglich eine enge Bindung aufzubauen oder warum bereue ich alle nicht wirklich. Ich bin, wenn was passiert ist am Böden zerstört und muss einfach nur heulen, aber ein paar Stunden später ist alles für mich vergessen. Immer wenn ich dann intensiv darüber nachdenke, was passiert ist, bin ich ein wenig traurig aber eher ist es mir gleichgültig.
Ich empfinde derzeit nichts. Egal was passiert, an was ich denke. Da ist einfach eine leere. Bis auf Aggressionen. Ich könnte jedem, der mir doof kommt einfach eine runterhauen.

Es kommt noch dazu, das ich seit Aug 2009 in einer Privatinsolvenz bin. Obwohl ich eigentlich weiß, wie schwer es ist aus solchen Situationen rauszukommen, verschwende ich unser Geld für Sachen, die nicht nötig sind und habe auch schon Schulden auf den Namen meiner Frau gemacht.

Eigentlich müsste ich so einiges an meinem Verhalten doch als unmoralisch, illegal und keine ahnung was noch, finden. Aber da ist nichts. Ich hab für die Sache mit der Telefonliste von Professionellen sogar meiner Frau die Schuld gegeben. Ich weiß das, das alles Mist ist was ich mache, aber ich lerne nicht daraus und empfinde von den Gefühlen auch kein Unrecht. Ich verstehe diese Situation einfach nicht. Ich weiß, das man sagt, das man nicht krank seien kann, wenn man sich selber die Frage stellt, ob man krank ist. Aber ist das wirklich so? Dann wäre mit mir ja alles in Ordnung und das kann ich mir nicht vorstellen. Ich betrachte mein Leben meistens ohne große Gefühle und denke ganz rational. Ein paar ECHTE Trauergefühle kamen in mir Hoch, als mein Großvater gestorben ist, aber darüber war ich nach 2 Tagen auch hinweg. Ich will nicht, das meine Frau mich verlässt und mit den Kindern geht. Das ist ja in den meisten Fällen normal, wenn Gefühle im Spiel sind. Bei mir ist auch das anders. Ich will es nicht, aber waurm ich nicht will, das sie geht, weiß ich nicht. Ich will es einfach nicht. Aber wenn sie es nun tun würde, wäre ich glaube ich auch nicht wirklich traurig. Traurig wäre ich nur, wenn ich meine Kinder nicht mehr sehen würde, aber wenn es mit der Leere in mir weiter geht, würde auch das mich irgendwann nicht mehr interessieren. Das glaube ich zumindest.
Bitte helft mir und gebt mir Tipps, das es nicht soweit kommt. Ich will wissen was bei mir nicht stimmt, woran das liegen kann und will auch zu einem Psychologen oder so gehen. Nur an wen muss ich mich genau wenden???
BITTE HELFT MIR WEITER!!!!
 
Hallo Gast,

zunächst mal:
Ich weiß, das man sagt, das man nicht krank seien kann, wenn man sich selber die Frage stellt, ob man krank ist. Aber ist das wirklich so?
Woher hast Du denn diese Theorie? 😕 Sie trifft doch nur bei Krankheiten zu, die eine Verzehrung der Wahrnehmung haben (z.B. Psychosen). Ansonsten stimmt sie nicht.

Dabei ist es auch schon passiert, das ich handgreiflich gegenüber meiner Frau wurde. Ich bekomme dann so einen Adrenalinschub und alles setzt irgendwie aus. Ich erinnere mich danach kaum an das was ich gesagt habe oder was meine Frau gesagt hat. Die gleiche Situation hatte ich in meiner ersten Ehe
Das ist grenzenlose Wut. Was im Leben hat Dir so viel Angst gemacht, dass Du vollkommen aus der Kontrolle gerätst? Bist Du traumatisiert? Sind Dir Gefühle verboten wurden oder wurde Dir gesagt, dass man Gefühle wie Traurigkeit, Freude oder Schwäche nicht zeigen darf? So eine Unterdrückung kann sehr viel Wut machen, weil Du dann nämlich nicht weißt, wohin mit Deinen Gefühlen.

Aber warum ist es mir nicht möglich eine enge Bindung aufzubauen oder warum bereue ich alle nicht wirklich. Ich bin, wenn was passiert ist am Böden zerstört und muss einfach nur heulen, aber ein paar Stunden später ist alles für mich vergessen. Immer wenn ich dann intensiv darüber nachdenke, was passiert ist, bin ich ein wenig traurig aber eher ist es mir gleichgültig.
Da unterdrückst Du schon wieder oder verdrängst, hast eventuell wieder Angst, Dich mit Deinen Gefühlen auseinanderzusetzen. Gleichgültigkeit ist doch nichts Anderes als Leere.

Ich glaube die Antwort warum Du außer Kontrolle gerätst und Dich und andere damit zerstörst, wirst DU tief im Innern wissen. Ich wünsche Dir den Mut, Dich zu hinterfragen und Dir ehrlich ins Gesicht zu schauen.
Du könntest für Dich vielleicht schon eine Menge errreichen, wenn Du Dir vielleicht eine Gruppe für gewalttätige Männer suchst, damit Du Dir und anderen keinen Schaden mehr zufügen kannst. Wenn Du da nicht rangehst wird sich für Dich nichts ändern. Achja, der erste Weg, wenn Du einen Psychologen/Psychiater aufsuchen möchtest, wie Du schreibst, geht über den Hausarzt. Laß Dir dann eine Liste von Psychotherapeuten oder Psychiatern (Kassentherapeuten) geben. Die mußt Du dann anrufen.
Viel Glück!
 
Zuletzt bearbeitet:
Dieses Problem kommt mir bekannt vor. Nicht von mir persönlich. Aber Leute mit deinem Job, auch Justiz, Polizei, Bundesheer usw. haben dieses Problem oft. Nicht nur Männer.

Ich habe beobachtet, dass viele von denen gerne den Helden spielen. Grob, laut, selbstverherrlichend usw.
Wenn du dich wiedererkennst, dann versuche, deine Versetzung als Chance zu sehen. Denn im Büro musst du nicht mehr der große Hero sein. Du kannst ein bisschen runterkommen. Wenn du weiterhin auf See gefahren wärst, dann wäre dein Problem noch schwerer zu bewältigen.

Kein Machogehabe mehr, keinen Helden spielen, nicht größer tun als du bist. Das ist wahrscheinlich, was du jetzt lernen musst.
Eine Therapie ist in deinem Fall bestimmt der richtige Weg.

Alles Gute!
 
Erstmal danke für die Antworten. Hab mich nun angemeldet, damit das alles ein wenig schneller geht....
Also wie bin ich auf See...hmm...ausgeglichen. In meinen Job ein Perfektionist, versuche alle aufkommenden Aufgaben bestens zu meistern und meist schaffe ich das auch mit viel Engagement und auch der Erfahrung die ich habe. Das ich die See brauche, darauf bin ich auch gekommen. Als diese Agressionen im Erwachsenenalter das erste mal auftraten, war ich an land.(1. Ehe) Dann gings wieder zur See, die 1. Ehe gescheitert, ich lernte meine jetzige Frau kennen und war viel unterwegs. Dann kam eine Zeit an Land, es lief immer schlechter. Danach ging es nicht mehr aufwärts. Es folgten 2 Einsätze in 2 Jahren (2010 und 2011) seit August wieder an Land und es geht alles den Bach runter. Aber ich war auch sehr selten zu Hause, somit sinkt natürlich die anzahl der Tage, wo es so ausarten kann.
Seefahrt hat nichts mit Helden spielen zu tun oder Machogehabe. Ein Macho bin ich nicht. Absolut nicht.
Was vielleicht noch wichtig ist, ist vielleicht, das die Seefahrt mein Traumberuf geworden ist und ich auch eigentlich nichts anderes mehr machen will.
Dort ist man frei.....auf eine gewisse Art und Weise....
 
Hallo,

ich kann Dich verstehen,wie wäre es denn wenn Du vielleicht eine Art Hausboot Dir besorgst?

Oder Dich da mit jemanden zusammen tust?

Oder vielleicht würde auch fischen Dir helfen,da bist Du zwar nicht auf hoher See aber auf dem Wasser.

Gruss
Serafina
 
es ist nicht diese Art von Seefahrt. Es ist schon ein Unterschied, ob man mal einen Tag zum fischen fährt oder für bis zu 6 Monate um die halbe Welt reist.
 
Sicherlich ist es ein Unterschied das will ich nicht leugnen.

Nur man sollte sich auch an den kleinen Dingen die einem vielleicht zur Verfügung stehen
(könnten) erfreuen.

Vielleicht wäre ein anderer Job auf See was für Dich ?

Gruss
Serafina
 
Ja vielleicht. Nur sind da natürlich auch bestimmte Vorraussetzungen, die ich nicht erfülle. Ich bin kein Techniker und ein Nautikstudium habe ich auch nicht. Damit fallen viele Möglichkeiten im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.
 

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