Das stimmt schon, die Entscheidung zur Gewalt, egal welcher Form, trifft immer der Täter. Ich dachte früher anders, aber ich bin mir heute sicher, dass ich früher ein sehr einfaches "Opfer" war, weil mich meine Angst vor Gewalt schon immer gelähmt hatte und ich entsprechend eine Unsicherheit ausgestrahlt habe. Du machst Karate, hilft dir das nicht, im Inneren sicherer zu werden? Für mich war der Einstieg in die Kampfkunst der entscheidende Schlüssel wieder eine innere Sicherheit aufzubauen. Ich bin wachsam und immer vorbereitet, aber ohne mich von der Angst lähmen zu lassen.
Ich übe im Alltag viele Situationen. Neulich erst ging ich an der Ampel auf einen großen Mann zu, friedlich aber sehr entschlossen. Kurz vor im wich ich ihm zur Seite aus und stellte mich neben ihn. Witzigerweise hatte er sich sofort bei mir entschuldigt, weil er mir nicht direkt aus dem Weg gegangen ist.
Erst gar nicht in Gefahr geraten, ist die beste Methode sich zu schützen. Gegen Messerangriffe ist man nahezu ausgeliefert. Egal wie oft man irgendwelche Abwehr- und Entwaffnungstechniken übt. Da ist weglaufen sofern man es kann, immer die bessere Methode. Und auf das Bauchgefühl hören. Ganz wichtig. Wachsam nicht nur im Aussen zu sein, sondern auch im Inneren. Was sagt mir mein Körper gerade? Ist das realistisch? Ein Abgleich mit der Realität.
Das alles muss man immer wieder üben. Gerade mit PTBS. Irgendwann wird es besser.