Liebes Brummbärchen,
🙂
ich muss hier mal einen Brummbär, äh, ein Brummhuhn mit dir rupfen...
😛
Erstens - ich für meinen Teil glaube nicht an "Schuld", wie es weite Teile der Gesellschaft so gern tun. "Schuld" würde einen völlig freien und unabhängigen Willen voraussetzen und den gibt es nach meinem Wissensstand und meiner Auffassung nicht - zumindest nicht in dem Maß, wie so gern herumgeplappert wird. Denn es gibt immer einen Grund bzw. eine Ursache, warum ein Mensch denkt, wie er denkt und tut, was er tut - also keine Sprur von richtig "frei", right?
"Frei" würde einen Willen ohne Motivation und ohne Ursache voraussetzen. Schwer, sich das vorzustellen, finde ich..!?
Ganz zu schweigen von Menschen, die sich mit einem psychischen Problem herumschlagen, wie soll denn erst da der Wille frei sein??? Du leidest unter Zwängen und die haben Einfluss auf dich, beeinflussen dich in deinen Gedanken und deinen Handlungen - ergo ist es unsinnig, wenn du dir eine Schuld vorwirfst. Hättest du dich früher zu einer Therapie oder einer anderen Maßnahme entscheiden wollen, hättest du es doch dann auch getan, oder?
Du hast keine Schuld!
🙂
Eigentlich bin ich nur frustriert, weil es hier ungefähr 100.000 Psychoheinis gibt, aber die meisten tiefenpsychologisch arbeiten. Sucht man einen männlichen Verhaltenstherapeuten, kann man die Ergebnisse plötzlich an einer Hand abzählen
Muss es denn ein männlicher Therapeut sein? Und wäre ein tiefenpsychologisch arbeitender Therapeut nicht auch eine Maßnahme? Ich meine, der Verhaltenstherapeut kann dir eine andere Verhaltensweise "beibringen" und mit dir neue Wege gehen. Ein Tiefendoc würde in deinem Köpfchen herumwühlen und die Ursache deiner Zwänge herausfinden wollen. Was nun beser ist und dir besseren und schnelleren Erfolg bringt, vermag ich nicht zu beurteilen.
Heiei! und ich dachte, Mann und Verhaltenstherapie würde doch super zusammenpassen! Quatschen nicht ewig rum, sondern haun mir das Zeug einfach ausm Kopp. 😀
Ich hatte mal Frau und Gesprächstherapie - hat auch gepasst. Also nur keine voreiligen Vorurteile bitte....
😛
Das mit dem "aus dem Kopp hauen"...richte dich bei Beginn deiner Therapie bitte drauf ein, dass das seine Zeit in Anspruch nehmen wird, Verhaltensmuster zu erkennen, zu durchbrechen und zu verändern, ist
harte Arbeit!
Ich glaub, ich versuchs mal mit Selbsthilfebüchern oder sonstigem Kram.
Kann nicht schaden. Ich kenne keines, das sich speziell mit Zwängen befasst. Früher hab ich vieles aus
Lebensberatung - Psychotests - Lebensweisheiten gelesen, aber da geht es nicht exakt um dein Thema sondern um allgemeines wie Selbstvertrauen.
Hab gerade mal gegoogelt und einiges gefunden, weiß aber nicht ob alles, was man so im Netz an Büchern findet, auch empfehlenswert und das Geld wert ist.
Naja, ich geh nochmal zum Psychiater. Ich will doch nur Hilfe und schaffe es einfach nicht alleine. Das ärgert mich selbst am meisten, weil ich bislang alles irgendwie hingekriegt habe, aber da scheitere ich einfach kläglich.
Solche Probleme, tief in sich selbst liegend, in den Griff zu kriegen, käme einer konfuzianischen Meisterleistung gleich. Unterschätze das bitte nicht - Verhaltensmuster, die man seit Jahren in sich trägt und täglich anwendet, kann man nicht in 3 Tagen ablegen. Da spielt dein Gehirn einfach nicht mit. Der Mensch ist so programmiert, Verhaltensweisen abzurufen, die Schutz & Sicherheit darstellen. Und du hast eben irgendwann mal (auch durch die olle Kippe im Mülleimer) einschlägige Erfahrung gemacht (Gefahr!), auf die dein Köpfchen mit der Ausbildung von festgelegten Ritualen (Zwängen) reagiert hat. Also - bitte Geduld!
🙂
Die einzige kurzfristige Lösung ist Alkohol, aber ich kann ja kaum von einem Schrott zum nächsten wechseln. *nerv*
Sorry, damit macht man keine Witze weil es sich irgendwann für dich mal zu einer echten Alternative entwickeln könnte und dann machst du es tatsächlich.... Denk nicht mal an sowas, ich hab selbst genug Erfahrung mit Allohol, also schmeiss diesen Gedanken bitte ins Klo und drück auf die Spülung, ok?
😉
Therapier ich mich halt selbst. irgendwie! pöh. 😀
Hab mal Geduld - auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Mach deinen Alltag, schreib dir auf, wann du welchen Zwängen begegnest, welche Rituale du vollziehst und wenn du dich denen bewusst wirst, versuch ihnen zu widerstehen. Könnte ein kleiner, aber wichtiger Anfang sein.
Wie gehts DIR denn überhaupt? 🙂
Solange ich von dir regelmäßig lese, geht´s mir immer gut!
😉
Einen schönen Abend und einen Doc-Gruß!
😀
Doc