Der Gedanke hat was. Wie damals als man die Langzeit H4 Empfänger in die Wälder schicken wollte, den Müll aufsammeln.
Jo, damit könnte ich mich anfreunden! 😀
Dienst am Menschen ist aber halt ein bissl kniffelig. Wenn da jemand lustlos herumsteht und sich auch nicht davor scheut Fehler zu machen, kann das zu Lasten der Gesundheit der dortigen Menschen gehen. Weil, jeder der mit arbeitet, auf den muss man sich auch ein Stückweit verlassen können. Und wenn man diesen keine 2 Minuten alleine im Zimmer lassen kann ohne das die Oma aus dem Bett fällt, sind das auch keine Mitarbeiter die ein Team verstärken, sondern zusätzlich belasten. Wie Praktikanten!
Als ehemaliger Zivi sag ich mal: Viele Sozialdienste kann
jeder nach kurzer Einarbeitung ausüben.
Das ersetzt nicht Pflegeberufe und soll das auch nicht. Aber ein freiwilliges soziales Jahr kann daraus bestehen Patienten von A nach B zu bringen, Transportdienste zu übernehmen und Haushaltshilfen zu leisten.
Als Zivi habe ich eine Krankenschwester ersetzt, teilweise sogar zwei. Klar, ich konnte keinen Patienten pflegen, aber Patienten in Betten durchs Krankenhaus fahren. Und dabei war ich als junger Mann den Krankenschwestern körperlich überlegen. Es war wesentlich sinnvoller die teuren Krankenschwester mit der Patientenpflege zu beschäftigen und sie nicht damit zu belasten körperliche Arbeiten verrichten zu lassen.
Kurz: Soziale Hilfsdienst können eine massive Entlastung bewirken, welche auch gerne von den Pflegenden angenommen werden.
Auch von den Patienten. Von diesen erfährt man oft ein sehr positives Feedback, dass man bereit ist die Arbeit zu machen. Und man bringt unheimlich viele "Omas und Opas" zum lächeln, hat oft mehr Zeit für sie als es die zeitlich eng getaktete Krankenschwester hat und bei der Pflege geht es oft auch ums zuhören.
Jeder der nach 1993 geboren, also heute 27 und jünger ist, sowie jeder künftige Bürger kennt das alles nicht. Er hat absolut keinen Kontakt dazu, der Gesellschaft etwas zu geben. Und er erfährt auch nicht, dass dies ein gutes Gefühl ist. Einige meiner Zivildienstkollegen/innen sind über den Zivildienst zu ihrem Beruf im Gesundheits- oder Pflegebereich gekommen. So wie ein guter Freund von mir nach dem Wehrdienst Berufssoldate wurde.
Freiwilligenjahre bringen einen diese Berufe näher, sorgen für mehr Nachwuchs in den Berufen und breitere gesellschaftliche Akzeptanz weil jeder mal damit in Berührung kam.
Ich tue mich nach wie vor schwer damit, diese Dienste verpflichtend zu machen, ich finde sie aber gut. Und man könnte durchaus auch Arbeitslose in solche Dienst vermitteln. Letztlich ist es doch auch besser (für alle) jemand arbeitet für sagen wir 1.200 € in als Pflegehilfskraft anstatt knapp 1.000 € Hartz 4 zu beziehen. Klar, wird es dann wieder die Fraktion geben, die für "200 € mehr" nicht arbeiten will. Aber da sind wir wieder am Punkt Geben und Nehmen -> Es ist in Ordnung Hilfe von einer Gesellschaft zu fordern, aber man sollte umgekehrt auch bereit sein der Gesellschaft zu helfen.