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Was haltet ihr von Steinmeiers Idee zum sozialen Pflichtdienst

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Also einmal so und einmal so, ich sag jaein. Wenn dies alle machen sollen, auch wenn sie gerade in Lohn und Brot stehen und das einfach verordnet wird: da sag ich nein. Aber die ganzen Dauerarbeitslosen z.B. die einfach nur keinen Bock haben oder Jugendliche ohne Ausbildungsplatz (versteh ich auch nicht, wo doch derzeit um jeden potentiellen Azubi gerungen wird und da sogar noch gute Ausbildungsverträge rumkommen, weil die Ausbilderbetriebe so verzweifelt sind) da sag ich ja. Denen kann man das ruhig aufdrücken. Vielleicht kriegen sie ja interesse. Aber andererseits stör ich mich an dem Wort "Pflichtdienst". Es ist eben nix, für was man sich entscheidet, sondern es ist etwas, was auferlegt wird, daher wird die Motivation im Gegensatz zum FSJ geringer sein. Letzteres sagt es ja schon im Namen "freiwillig", dass man sich dafür entscheidet. Aber so wie es sich anhört, hat man da keine Wahl, ob man mitmacht oder nicht. Klingt eher wie die Neuauflage des Reichsarbeitsdienstes.
 
Aus meiner Sicht muss so etwas über Anreize laufen. Nicht nur dass die Zeit als Renteneinzahlung zählt, auch weitere mögliche Vorteile wie z.B. kostenlose Ersthelferausbildung, Erstehilfekurs-Zertifikat, vielleicht Führerschein(zuschuss) usw., je nach dem was man macht, sollte als Belohnung winken, wenn man schon kaum Geld bekommt.
Möglich auch dass ein Teil davon für eine spätere Ausbildung in dem Bereich als Zeit angerechnet werden kann, um so früher in den Beruf einsteigen und eher Geld verdienen zu können.

Genau solche Anregungen könnten eine Motivation für junge Menschen sein, sich für ein freiwilliges Jahr im sozialen Bereich oder bei der Bundeswehr zu entscheiden!
Aber NEIN, natürlich müssen wir über ein Zwangsjahr für die von Grund auf verdorbene, daddelnde, perspektivlose Jugend debattieren. Früher war alles besser und ein bisschen Zwang hat doch noch niemandem geschadet - das dient alles der Persönlichkeitsentwicklung und hat uns selbst doch Quantensprünge vorangebracht...
Dieser Vorschlag von Herrn Steinmeier verfolgt lediglich das Ziel, den maroden Gesundheitssektor zumindest vorläufig vor dem Kollaps zu bewahren oder ein paar junge Menschen mehr für die ebenfalls kaputtgesparte Bundeswehr zu begeistern. Ein mehr als durchsichtiges Manöver.
Nicht umsonst wandern Menschen in Scharen aus den Pflegeberufen ab - das wird sich mit Sicherheit nicht dadurch ändern lassen, dass man junge Menschen für ein paar Euro und ein warmes Mittagessen Drecksarbeit machen lässt. Vielmehr wird es sie in ihrer Überzeugung festigen, garantiert NICHT im pflegerischen Bereich zu arbeiten.
Jeder, der in den nächsten 20, 30 Jahren in Rente geht, ist gut beraten, sich jetzt schon mal Geld für die polnische oder litauische Heimpflegekraft zurückzulegen, anstatt darauf zu hoffen, dass ihm im Altenheim ein zwangsverpflichteter Jugendlicher das Gesäß abwischt.
 
Aber die ganzen Dauerarbeitslosen z.B. die einfach nur keinen Bock haben oder Jugendliche ohne Ausbildungsplatz (versteh ich auch nicht, wo doch derzeit um jeden potentiellen Azubi gerungen wird und da sogar noch gute Ausbildungsverträge rumkommen, weil die Ausbilderbetriebe so verzweifelt sind) da sag ich ja. Denen kann man das ruhig aufdrücken.

Der Gedanke hat was. Wie damals als man die Langzeit H4 Empfänger in die Wälder schicken wollte, den Müll aufsammeln.
Jo, damit könnte ich mich anfreunden! 😀

Dienst am Menschen ist aber halt ein bissl kniffelig. Wenn da jemand lustlos herumsteht und sich auch nicht davor scheut Fehler zu machen, kann das zu Lasten der Gesundheit der dortigen Menschen gehen. Weil, jeder der mit arbeitet, auf den muss man sich auch ein Stückweit verlassen können. Und wenn man diesen keine 2 Minuten alleine im Zimmer lassen kann ohne das die Oma aus dem Bett fällt, sind das auch keine Mitarbeiter die ein Team verstärken, sondern zusätzlich belasten. Wie Praktikanten!
 
Der Gedanke hat was. Wie damals als man die Langzeit H4 Empfänger in die Wälder schicken wollte, den Müll aufsammeln.
Jo, damit könnte ich mich anfreunden! 😀

Dienst am Menschen ist aber halt ein bissl kniffelig. Wenn da jemand lustlos herumsteht und sich auch nicht davor scheut Fehler zu machen, kann das zu Lasten der Gesundheit der dortigen Menschen gehen. Weil, jeder der mit arbeitet, auf den muss man sich auch ein Stückweit verlassen können. Und wenn man diesen keine 2 Minuten alleine im Zimmer lassen kann ohne das die Oma aus dem Bett fällt, sind das auch keine Mitarbeiter die ein Team verstärken, sondern zusätzlich belasten. Wie Praktikanten!

Als ehemaliger Zivi sag ich mal: Viele Sozialdienste kann jeder nach kurzer Einarbeitung ausüben.

Das ersetzt nicht Pflegeberufe und soll das auch nicht. Aber ein freiwilliges soziales Jahr kann daraus bestehen Patienten von A nach B zu bringen, Transportdienste zu übernehmen und Haushaltshilfen zu leisten.

Als Zivi habe ich eine Krankenschwester ersetzt, teilweise sogar zwei. Klar, ich konnte keinen Patienten pflegen, aber Patienten in Betten durchs Krankenhaus fahren. Und dabei war ich als junger Mann den Krankenschwestern körperlich überlegen. Es war wesentlich sinnvoller die teuren Krankenschwester mit der Patientenpflege zu beschäftigen und sie nicht damit zu belasten körperliche Arbeiten verrichten zu lassen.

Kurz: Soziale Hilfsdienst können eine massive Entlastung bewirken, welche auch gerne von den Pflegenden angenommen werden.

Auch von den Patienten. Von diesen erfährt man oft ein sehr positives Feedback, dass man bereit ist die Arbeit zu machen. Und man bringt unheimlich viele "Omas und Opas" zum lächeln, hat oft mehr Zeit für sie als es die zeitlich eng getaktete Krankenschwester hat und bei der Pflege geht es oft auch ums zuhören.

Jeder der nach 1993 geboren, also heute 27 und jünger ist, sowie jeder künftige Bürger kennt das alles nicht. Er hat absolut keinen Kontakt dazu, der Gesellschaft etwas zu geben. Und er erfährt auch nicht, dass dies ein gutes Gefühl ist. Einige meiner Zivildienstkollegen/innen sind über den Zivildienst zu ihrem Beruf im Gesundheits- oder Pflegebereich gekommen. So wie ein guter Freund von mir nach dem Wehrdienst Berufssoldate wurde.

Freiwilligenjahre bringen einen diese Berufe näher, sorgen für mehr Nachwuchs in den Berufen und breitere gesellschaftliche Akzeptanz weil jeder mal damit in Berührung kam.

Ich tue mich nach wie vor schwer damit, diese Dienste verpflichtend zu machen, ich finde sie aber gut. Und man könnte durchaus auch Arbeitslose in solche Dienst vermitteln. Letztlich ist es doch auch besser (für alle) jemand arbeitet für sagen wir 1.200 € in als Pflegehilfskraft anstatt knapp 1.000 € Hartz 4 zu beziehen. Klar, wird es dann wieder die Fraktion geben, die für "200 € mehr" nicht arbeiten will. Aber da sind wir wieder am Punkt Geben und Nehmen -> Es ist in Ordnung Hilfe von einer Gesellschaft zu fordern, aber man sollte umgekehrt auch bereit sein der Gesellschaft zu helfen.
 
Du hattest meine Kernaussage nicht richtig gelesen. Du wolltest doch Zivi werden, oder nicht?
Hier geht es allerdings um faule und antriebslose Menschen die keinen Bock haben zu arbeiten und die sich in der Praxis auch gerne mal extra dämlich anstellen um am nächsten Tag wieder zu Hause bleiben zu können. Und das beim Dienst am Menschen, kann kritisch ausgehen. Denn faule, antriebslose Menschen ohne Verantwortungsbewusstsein können hier mehr Schaden anrichten als man sich evtl. vorstellen kann. Brauchen nur mal Spritzen oder Medikamente vertauscht werden.
 
Als ehemaliger Zivi sag ich mal: Viele Sozialdienste kann jeder nach kurzer Einarbeitung ausüben.

Das ersetzt nicht Pflegeberufe und soll das auch nicht. Aber ein freiwilliges soziales Jahr kann daraus bestehen Patienten von A nach B zu bringen, Transportdienste zu übernehmen und Haushaltshilfen zu leisten.

Als Zivi habe ich eine Krankenschwester ersetzt, teilweise sogar zwei. Klar, ich konnte keinen Patienten pflegen, aber Patienten in Betten durchs Krankenhaus fahren. Und dabei war ich als junger Mann den Krankenschwestern körperlich überlegen. Es war wesentlich sinnvoller die teuren Krankenschwester mit der Patientenpflege zu beschäftigen und sie nicht damit zu belasten körperliche Arbeiten verrichten zu lassen.

Kurz: Soziale Hilfsdienst können eine massive Entlastung bewirken, welche auch gerne von den Pflegenden angenommen werden.
Wie sieht das Verfahren eigentlich für den Zivi aus, wie (hoch) wird er entlohnt, wie sieht es zum Beispiel aus, wenn er bei den Eltern irgendwo in der Pampa wohnt und bis zu seiner Einsatzstelle täglich 30 - 50 Kilometer einfach fahren müßte, ohne Auto wegen nichtvorhandenem Führerschein (den man sich von der Entlohnung garantiert nicht leisten könnte, und nicht jeder hat eine reiche oder spendable Familie), sprich Öffentliche, kriegt er dann die Fahrkosten ersetzt oder muß er die dann von seinem Lohn selber finanzieren?
Bei mir bleibt der Verdacht nicht aus, daß der Staat da letztendlich die Heime und sozialen Dienste heimlich auf Kosten und über die Zivis subventionieren soll. Denn wer zahlt die ganzen Kosten für die Zivis samt nötiger Infrastruktur (z. B. Fahrtkosten), der Staat, die Begünstigten, oder teilen sie sich den Aufwand? Auf allzuhoch schätze ich den Lohn für die (Nicht-)"Freiwilligen" nämlich auch nicht ein.
Wie schon mal jemand bemerkt hat, ohne spendable Eltern im Hintergrund könnten sich etliche ein (echtes) freiwilliges Jahr gar nicht leisten, wenn man für alle seine Kosten selber aufkommen muß. Und auch ein Pflicht-Zivi sollte von seinem Lohn leben können, und zwar nicht auf Hartz-Niveau. Die Wohnungsfrage stellt sich auch, wenn kein Auto/Führerschein vorhanden ist und zwischen Wohnung der Eltern und der Einsatzstelle der tägliche Weg zu weit ist. Bei der Bundeswehr ist Unterkunft selbstverständlich, gilt das dann auch für die Zivis, kriegen die irgendwas gestellt, und auch hier, wer finanziert?
 
Du hattest meine Kernaussage nicht richtig gelesen. Du wolltest doch Zivi werden, oder nicht?
Hier geht es allerdings um faule und antriebslose Menschen die keinen Bock haben zu arbeiten und die sich in der Praxis auch gerne mal extra dämlich anstellen um am nächsten Tag wieder zu Hause bleiben zu können. Und das beim Dienst am Menschen, kann kritisch ausgehen. Denn faule, antriebslose Menschen ohne Verantwortungsbewusstsein können hier mehr Schaden anrichten als man sich evtl. vorstellen kann. Brauchen nur mal Spritzen oder Medikamente vertauscht werden.
Da muß nicht erst Faulheit im Spiel sein, manche Menschen können einfach nicht mit anderen Menschen, weil sie psychisch nicht auf dauernde Belästigung durch andere eingestellt sind. Einen Einzelgänger zwangsweise tagtäglich in eine Gruppe mit tausend Meinungen und Ansprüchen zu stecken, einen Kinderhasser in einen Kindergarten, das kann nur in einer Katastrophe enden. Denk an Autisten, die ausflippen, wenn sie sich bedrängt fühlen. Man muß aber nicht unbedingt Autist sein, um nicht ständig auf tagtäglicher Basis mit fremden Menschen zu tun haben zu wollen. Manche Leute wollen einfach ihre Ruhe, gern in Büroarbeit, Archiven, Lagern täglich in aller Ruhe vor sich hin wurschteln, aber bloß nicht mit Kundschaft umgehen.
 
Wer ist "wir"? Bund, Länder und Gemeinden haben zusammen 2 Billionen Euro Schulden.
Kannst du ein paar Beispiele fürs Verschenken ins Ausland bringen?
Warum Länder wie Indien und China nach wie vor jedes Jahr Millionenbeträge an Entwicklungshilfe kassieren, ist nicht mehr nachvollziehbar. Die sind wirtschaftlich inzwischen gut genug beisammen, um alle ihre Armen selber zu versorgen. Wenn sie das nicht machen, weil es bei ihnen kein Sozialsystem nach westlichen Vorstellungen gibt ... nicht unsere Schuld, nicht unser Problem. Sie hatten Zeit genug, auch das gebacken zu kriegen, wenn sie auf dem Weltmarkt fleißig dem Westen Konkurrenz machen können.
 
mir gefällt der vorschlag eher, als er mich abschreckt.
junge menschen die noch in der orientierung sind sollten solch ein jahr, oder eins-komma fünf jahre gerne durchziehen und mit der gesellschaft warm werden können, bevor sie weitere entscheidungen bezüglich ihrer lebensplaung anpeilen. die angebote sollten selbstverständlich vielfältig sein.
ebenso begrüßenswert wäre es, egal ob in grund-haupt, förder-realschule, oder gymnasium ein schnupperpraktikum im handwerk einführen zu wollen.
die menschen haben schon immer dem gemeinwohl gedient und niemand hat sich in der verganenheit an dem wort, pflicht gestört. es war so und gut wars, oft.
 
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