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Was haltet ihr von Steinmeiers Idee zum sozialen Pflichtdienst

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Also ich finds generell keine schlechte idee. ich glaube, dass es vielen menschen (nicht nur jungen Menschen) gut täte, sich mal sozial zu engagieren. Das wäre sicher für viele menschen charakterlich bereichernd. Und ich denke, jeder sollte mal einen Einblick in iese Arbeit bekommen: Dann würden viele die Leistung dieser Leute wohl mehr wertschätzen.
Aber auf der anderen Seite stimmt es natürlich, dass dadurch bestimmt nur billiges Personal aus dem Hut gezogen werden soll.
Also WENN sowas eingeführt werden würde, dann sollte es auch einigermaßen fair entlohnt werden und man sollte den Zeitpunkt wann man es macht frei wählen können.
Und es sollte schon auch mit gewissen vorteilen verbunden werden. also nicht nur mit den ideellen Vorteilen, sondern auch mit anderen: ZB dass man in der Zeit im NC (noch mehr) hochgestuft wird als bei einem normalen Wartesemester. Oder dass es einem bei der Ausbildung irgendwelche Vorteile verschafft (zB dass man Arbeitszeiten anrechnen lassen kann usw).
Keinesfalls darf es für die Jugendlichen wie eine verschwendete Zeit wahrgenommen werden.
 
Das ist ja noch eine Seite der Medallie.

Will man wirklich Teenager zwangsweise auf kranke und Pflegebedürftige jagen? Ob das gut gehen würde halte ich für sehr diskutabel.

Es ist ja nicht nur das.
Sie müssen eingearbeitet werden, ihnen muss alles gezeigt werden. Kaum wissen sie alles, ist der Freiwilligendienst wieder vorbei.
Klar, das war früher im Zivildienst nicht anders, aber es nimmt eben auch Zeit weg.

Und nun allgemein, nicht mehr auf das Zitat bezogen:

Ich persönlich bin hin und her gerissen.
Ein freiwilliges soziales Jahr tut sicher vielen jungen Menschen gut und bringt sie persönlich weiter.
Andererseits steht es denjenigen im Weg, die schon wissen, was sie machen möchten. Ob das nun ein Studium ist oder eine Ausbildung. Für die wäre es ein verlorenes Jahr. Sie werden aus dem Lernen herausgerissen, aus ihren Plänen...

Wenn ich mir hier den ländlichen Bereich anschaue, dann frage ich mich auch, wo die jungen Leute überhaupt alle hin sollten, wenn es diesen Pflichtdienst gäbe. Es gibt hier so viele kleine Ortschaften. aus denen man kaum weg kommt.
 
Wär ich nicht EM-Rentner und man würde mich zwangsweise ins Altenheim oder so schicken, dürfte das alles andere als gut enden. Zum einen bin ich als Autist eine relative Niete im Zwischenmenschlichen, zum anderen bin ich nicht stresstolerant und würde da garantiert einen Overload und im schlimmsten Fall sogar einen Meltdown bekommen. Würd Oma Piepenbrink mich dann trösten wollen, könnte ich nicht garantieren, dass ich die dann nicht aus dem Fenster oder gegen die Wand schubs. Will man so jemanden wie mich wirklich auf alte, behinderte oder kranke Menschen loslassen?
Naja, ganz doof sind unsere Politiker nun auch nicht: ich denke, es geht in keiner Weise darum, irgendwen zu etwas zu zwingen, wozu er körperlich und/oder seelisch nicht in der Lage ist: Es gibt sicher für fast jeden etwas, das für ihn machbar ist und für diejenigen, die wirklich garnichts machen können, die würden das ja dann ärztlich bescheinigt bekommen.
 
Es ist ja nicht nur das.
Sie müssen eingearbeitet werden, ihnen muss alles gezeigt werden. Kaum wissen sie alles, ist der Freiwilligendienst wieder vorbei.
Klar, das war früher im Zivildienst nicht anders, aber es nimmt eben auch Zeit weg.

Und nun allgemein, nicht mehr auf das Zitat bezogen:

Ich persönlich bin hin und her gerissen.
Ein freiwilliges soziales Jahr tut sicher vielen jungen Menschen gut und bringt sie persönlich weiter.
Andererseits steht es denjenigen im Weg, die schon wissen, was sie machen möchten. Ob das nun ein Studium ist oder eine Ausbildung. Für die wäre es ein verlorenes Jahr. Sie werden aus dem Lernen herausgerissen, aus ihren Plänen...

Wenn ich mir hier den ländlichen Bereich anschaue, dann frage ich mich auch, wo die jungen Leute überhaupt alle hin sollten, wenn es diesen Pflichtdienst gäbe. Es gibt hier so viele kleine Ortschaften. aus denen man kaum weg kommt.

Ich kann mir vorstellen dass dies sogar eine zusätzliche Belastung für die Einrichtungen sein kann. Wenn mit eh schon wenig Personal dann noch ein mürrischer Teenie eingearbeitet werden muss, aufgepasst werden muss dass der nichts versemmelt... hm.

Ein kompromiss wäre es, die Pflicht auszusetzen wenn man einen Ausbildungsplatz/Studienplatz/Arbeitsplatz nachweisen kann. Wer nichts hat könnte dann "drankommen".

Ich würde es aber dennoch ablehnen. Sowas sollte freiwillig sein.
 
Ich kann mir vorstellen dass dies sogar eine zusätzliche Belastung für die Einrichtungen sein kann. Wenn mit eh schon wenig Personal dann noch ein mürrischer Teenie eingearbeitet werden muss, aufgepasst werden muss dass der nichts versemmelt... hm.
Es muss ja nicht einmal ein mürrischer Teenie sein. Einer der naiv und unbedarft an die Sache herangeht, macht einfach auch Fehler, obwohl er sich vielleicht die größte Mühe gibt. Woher soll er es denn besser wissen?
Und die Belastung für die Mitarbeiter, die die Einarbeitung übernehme, ist mit Sicherheit da. Sie müssen einarbeiten, kontrollieren und Rückmeldung gegen, ggf. korrigieren und ihre eigene Arbeit machen.

Das geht schon, je nachdem, wie viel zu tun ist. Wenn aber am Anschlag gearbeitet wird, dann geht das nicht mehr.
 
Das geht schon, je nachdem, wie viel zu tun ist. Wenn aber am Anschlag gearbeitet wird, dann geht das nicht mehr.
Das ist aber regelmäßig der Fall, weil überall am Personal gespart wird. Wenn man die Mindestlöhne nicht mehr unterbieten kann, muß halt der Personalschlüssel (Pflegekräfte pro Patientenzahl) herhalten. Vor allem in den Nachtschichten, kann man lesen, sind oft nur ein paar Azubis für die Patienten zuständig, und wenn dann ein Notfall eintritt ist Land unter.
 
Ich ging bei meiner Antwort nicht nur vom Pflegebereich aus, aber ja, da wird am Limit gearbeitet.
Den Menschen dort kann man nicht zumuten noch mehr Arbeit zu übernehmen.

Soziale Arbeit kann aber mehr umfassen. Mein Bruder hatte im Zivildienst z.B. einen Hausmeisterjob. Die Ehrenamtsagentur vor Ort wird von jemandem im freiwilligen sozialen Jahr unterstützt und im Alternheim, in dem meine Oma zuletzt lebte, machte jemand in der Beschäftigungsgruppe ein freiwilliges Jahr. Das nur als Beispiel, es gibt sicher noch mehr, die mir nicht einfallen.
 
Für Hausmeister braucht man auch schon gewisse (technische) Vorkenntnisse. Lampen auswechseln, einfache Reparaturen an Waschbecken und dergleichen. Und körperliche Belastbarkeit, Straße kehren und andere Reinigungsarbeiten, Schneeschippen, sowas. Kann daher auch wieder nicht jede/r. Und bei Tätigkeiten im Außendienst - Lieferdienste, ständig wechselnde Einsatzstellen - ist Beweglichkeit per Auto Voraussetzung. Selbst wenn das Auto gestellt wird, braucht man mindestens Führerschein. (Der auch bei etlichen Berufen Voraussetzung ist.) Daß man den heute noch im Rahmen des Sozialdienstes finanziert bekommt, ist nicht sicher.
 
Will man wirklich Teenager zwangsweise auf kranke und Pflegebedürftige jagen? Ob das gut gehen würde halte ich für sehr diskutabel
Ja klar, man wird alle Fachkräfte und vor allem auch die Ärzte allsamt rausschmeißen und das alles die Teenies alleine regeln lassen, ohne jedliche Konsequenzen.

Wir haben doch ein funktionierendes Vorbild das, mit gewissen Veränderungen durchaus wieder funktionieren kann.
Da hat es auch über 50 Jahre mit den Zivis gut geklappt, das ganze System hat funktioniert, natürlich gab es sicherlich schon Reibereien, wie woanders auch, aber warum muss aus jeder Mücke ein Elefant gezaubert werden?

Und Absolventen eines etwaiigen sozialen (Zwangs) Jahres, sollen keine Fachkräfte ersetzen, und dürfen auch nicht in kritischen Bereichen arbeiten wo Menschenleben davon abhängig sind, sondern mithelfen und unterstützen.

Zivis hatten immer einen Vorgesetzten und dieser war verantwortlich für das Tun und Handeln seines "Untergebenen" , da hatte sich unverantwortliches eigensinniges Handeln ganz schnell erledigt.

Zumal war dies im Wehrdienstgesetz geregelt, dem auch die Zivis unterstellt waren, ja als Zivildienstleistender war man der gleichen Gesetzgebung unterstellt wie ein Soldat, und eine Zuwiderhandlung meist wegen Befehlsverweigerung konnte sogar vor dem Kriegsgericht landen, nur mal am Rande erwähnt, für die die nicht so alt sind.

So weit soll es natürlich nicht wieder kommen, aber eine sinnvolle Einarbeitung sowie Aufgabenstellung und klare Regeln und Gesetze müssen definitiv gelten, dann kann das schon gut laufen.
 
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