Es gibt heute ja schon das freiwillige sozialen oder ökologisches Jahr. Dabei verdient man 300 bis 400 €, wobei dein Arbeitgeber deine Versicherungen mit zahlt.
Es geht dabei ja nicht um einen dauerhaften Job mit gutem Einkommen. Es geht darum, dass jungen Menschen nach der Schule ein Jahr Sozialdienst machen oder Menschen später im Leben wenn sie nichts anderes finden oder Freude daran haben eine Alternative sehen. Man könnte Zeiten der Arbeitslosigkeit sinnvoll überbrücken oder andere Lücken damit schließen.
Manche jungen Leute haben aber bei Schulabgang schon feste Pläne, und/oder keine reichen oder spendablen Eltern, denn versuch Du mal von popeligen 400 Euro zu leben, wenn Du damit alles, einschließlich Miete, zahlen mußt. Da machen dann die "großzügig" übernommenen Versicherungen das Kraut auch nicht mehr fett. Deswegen ist diese Art von Sozialdienst auch nur für reiche Kids geeignet, oder für junge Leute die sich schon vorher ein finanzielles Polster verdient haben. Und 1200 Eier verbrauchen sich auch ziemlich schnell, wenn man vor Ort keine bezahlbare Wohnung findet und der Anfahrtsweg endlos ist.
Wo will man denn die ganzen Zwangsverpflichteten unterbringen, in einer Kaserne oder einer leerstehenden Flüchtlingsunterkunft?
Wer diese Schnapsidee hatte, ist ganz selbstverständlich von seinen eigenen Verhältnissen ausgegangen, wo eigenes Geld, Auto mit Führerschein und/oder Wohnung in der Stadt vorhanden sind. Wenn ich da aber an meine eigenen Verhältnisse zur damaligen Zeit denke, Wohnen in der Pampa, Öffentliche jeweils 2 x früh und abends an Werktagen, Samstag nur 2 x (letzter früher Nachmittag) und Sonntag gar nicht (sprich keine Schichtarbeit oder Wochenendeinsätze möglich), Führerschein und eigenes Geld null, nächste Stadt eine ganze Strecke weit weg ... wie hätte sowas laufen sollen, bitte?
Mal davon abgesehen daß ich mit Menschen sowieso nicht kann, und ich kann nicht so gut heucheln daß ich zu unerwünschten, aufgezwungenen Tätigkeiten auch noch ein lachendes Gesicht machen täte. Bei mir führt sowas schnell zu Frust, und Frust führt zu offen sichtbarer Gereiztheit und unter Umständen sogar was handfestem, wenn mir einer falsch kommt. Und dann wundert man sich, wenn sich ein lästiger, verbockter, sexuell zudringlicher oder mit tausend überzogenen Ansprüchen gesegneter Patient irgendwann eine fängt ...