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Warum wird der Mehrheitswille beim Gendern nicht beachtet?

Grammatisches Geschlecht ist kein biologisches oder gesellschaftliches Geschlecht – das sieht man schon daran, dass auch männliche Giraffen als „die Giraffe“ bezeichnet werden.
Also ich halte "die Sonne" jetzt nicht für weiblich, obwohl sie einen bestimmen weiblichen Artikel trägt.

Irgendwie reden wir aneinander vorbei. Ich sagte einfach nur, daß "der Ahorn" sowohl männliche als auch weibliche Bäume bezeichnet, als Baumart. So wie "die Polizisten" männliche und weibliche Polizisten meint.

Man könnte es also auf die Spitze treiben und auch Bäume gendern,:sofern es bei der speziellen Art getrennte Geschlechter oder getrennte Blütenstände gibt.
 
Selbst damit habe ich ein Problem.
Wenn ich etwas sagen möchte, überlegen ich ungewollt welche Wörter denn jetzt akzeptiert sind. Das ist schon ein enormer Eingriff in mein Denken und Sprachgebrauch.
Obwohl ich nicht gendere und dies auch nicht vorhabe, ist diese Gendersprache in meinem Kopf und das empfinde ich als bedenklich und nervig. Ich will frei reden können wie das vorher möglich war.
Ich frage mich, was dich eigentlich davon abhält, frei zu sprechen. Es klingt fast so, als ob schon das bloße Wissen, dass andere anders mit Sprache umgehen, bei dir Druck erzeugt. Ist das wirklich ein Eingriff - oder vielleicht eher die Angst, kritisch betrachtet zu werden?

Ich brauche Frauen in der Sprache nicht sichtbar machen, weil Frauen in der Realität für mich selbstverständlich sind, ebenso sind sie gleichberechtigt.
Wenn Frauen für dich selbstverständlich gleichberechtigt sind - umso besser. Dann sollte es doch auch kein Problem sein, das sprachlich abzubilden.
Denn Gleichberechtigung, die sich nicht auch in der Sprache zeigt, bleibt oft bloß Theorie.

Ich finde diese feministische Bewegung übertreibt es und das verursacht mehr Schaden als Nutzen.
In wieweit der Feminismus auch für unsere demografische Entwicklung verantwortlich ist wäre interessant zu hinterfragen. Und anstatt diese Genderpolitik voranzutreiben und zu finanzieren, wäre es sinnvoller gewesen sich auf eine bessere Politik für Familien mit Kindern zu konzentrieren.
Unsere Kinder fallen bei dieser ganzen "die Frau will gesehen werden", doch hinten runter.
Interessant, dass ausgerechnet eine Bewegung, die sich seit über 100 Jahren für bessere Lebensbedingungen, Rechte und Sichtbarkeit von Frauen einsetzt, plötzlich für alles Mögliche verantwortlich sein soll - von der Geburtenrate bis zur Familienpolitik.
Dabei war es oft genau der Feminismus, der dafür gekämpft hat, dass Kinderbetreuung ausgebaut, Mutterschutz eingeführt, Elterngeld gezahlt und Gleichstellung in der Arbeitswelt gefördert wird.

Dass Frauen nicht nur Mütter sind, sondern auch Bürgerinnen, Wählerinnen, Erwerbstätige, Wissenschaftlerinnen, und eben auch Sprachsubjekte, ist keine Nebensache, sondern Teil einer gleichberechtigten Gesellschaft.
Der Feminismus will auch nicht, dass Kinder „hinten runterfallen“, sondern dass niemand mehr hinten runterfällt.

Wie dem auch sei, ich finde es gut, das wir hier so offen drüber reden können.
Nur frage ich mich, gibt es diese Diskussion auch in der Öffentlichkeit? Oder schweigen dort die meisten und gendern um nicht ausgegrenzt und bestraft zu werden?
Die Diskussion findet längst in der Öffentlichkeit statt (in Talkshows,Podcasts, Parlamenten, Firmen und Familien).
Was sich verändert hat, ist nicht, dass Menschen ihre Meinung sagen, sondern wer Gehör findet. Früher war sprachliche Sichtbarkeit vor allem denen vorbehalten, die in der Norm lagen, also männlich, weiß, hetero. Heute fordern andere Gruppen mit Recht ihren Platz im Diskurs. Das empfinden manche als Einschränkung, ist aber in Wirklichkeit gelebte Meinungsvielfalt.

Das ist kein Problem sondern ein Merkmal der Demokratie. Es darf und soll unterschiedliche Meinungen geben.

Wenn alle gleich Denken ist das ein Zeichen für ein totalitäres System, bei der die Gesellschaft umgestaltet werden soll.
Die Unterdrückung des politischen Widerstands ist das Zeichen einer Diktatur.
Beides sehe ich in erschreckendem Maße in unserer Gesellschaft. Und diese Umerziehung und Umgestaltung beginnt natürlich schon in der Schule.
Vielfalt an Meinungen ist selbstverständlich ein Merkmal der Demokratie. Aber es gehört eben auch dazu, dass Meinungen widersprochen werden dürfen, auch laut, auch öffentlich.
Wenn jemand das schon als „Unterdrückung“ empfindet, verwechselt er Meinungsfreiheit mit Widerspruchsfreiheit.
Und was die Schule angeht: Dort soll nicht umerzogen, sondern zum Denken angeregt werden. Demokratie lebt davon, dass Menschen verschiedene Perspektiven kennenlernen - auch solche, die sie vielleicht nicht gewohnt sind. Das ist keine Umerziehung, das ist Bildung.
 
Doch irgendwie schon. Es ist halt etwas dem man nicht aus dem Weg gehen kann, weil die Sprache einfach überall ist und uns eigentlich verbindet, aber dieses Gendern eben trennt.
Wer behauptet, Gendern spalte, sollte sich eher fragen, wer da eigentlich spaltet: Die, die mehr Menschen sprachlich einbeziehen, oder nicht doch eher die, die aus einem Doppelpunkt ein Kulturkampfdrama machen 😉

Wenn jemand dauernd Schimpfwörter bzw Kraftausdrücke benutzt, kann ich mich auch entscheiden ob ich so etwas ständig um mich haben will oder nicht. Aber jetzt stell dir vor es würde in deinem Umfeld und auch bei Nachrichtensendungen, Dokus, Interviews, Radio im Einkaufsgeschäft usw ständig so geredet werden.
Du würdest die Krise bekommen, bei all dem f*ck you, Schei**e usw. und das du dem kaum mehr ausweichen kannst.
Gendern mit Fluchen gleichzusetzen ist eine ziemlich schräge Argumentation 🤔 Wer bei einem Sternchen dieselbe Abwehr wie bei einem „F*ck you“ verspürt, sollte sich eher fragen, warum ihn höflich gemeinte Sichtbarkeit mehr stört als tatsächliche Beleidigungen.
 
Naja, das ist umgekehrt aber genauso. Wenn ich in manchen Kontexten gendere denkt eine Stimme in mir auch mit, ob sich daran jetzt jemand stört oder mich komisch einsortiert, euer Gemotze zieht also auch in meinen Hinterkopf ein. Das ist wahrscheinlich auch einfach normal, dass wir in bestimmten Kontexten mitdenken, was wohl gerade Andere denken und erwarten, einfach die soziale Orientierung des Menschen an anderen Menschen.
Mir geht es nicht nur darum was andere denken, sondern dass etwas fremdes mir unwichtiges in meinem Denken ist.
Ich kann das grad schlecht beschreiben.
Das ist ungefähr so, als wenn ich oft mit jemand zu tun hätte der unter Zwängen leidet und der ständig überall Desinfektionsspray drauf sprüht.
Ich würde irgendwann auch bei jeder Türklinke, Griffen und Oberflächen an Bakterien denken. Obwohl ich es Quatsch fände, ich würde daran ungewollt denken müssen.


Es bräuchte wohl eine genderfreie Sprachumgebung und viel Zeit um das wieder aus dem Kopf zu bekommen.
Das Problem ist wohl wirklich, dass ich es als unnatürlich wahr nehme. Was soll das auch für ein Wort sein Kund*innenkarte? 🙈
Es reicht doch, wenn jemand sagt die Kundin möchte eine Kundenkarte.

Nunja ich beschäftige mich jetzt besser nicht weiter damit.
Der ÖRR geht ja anscheinend auch zu neutralen Begriffen über. Aber das ist wie wenn der Bakterienphobiker Gummihandschuhe trägt anstatt alles mit Desinfektionsspray zu besprühen. Die Absicht und Denkweise bleibt die gleiche.
 
Also ich halte "die Sonne" jetzt nicht für weiblich, obwohl sie einen bestimmen weiblichen Artikel trägt.

Irgendwie reden wir aneinander vorbei. Ich sagte einfach nur, daß "der Ahorn" sowohl männliche als auch weibliche Bäume bezeichnet, als Baumart. So wie "die Polizisten" männliche und weibliche Polizisten meint.

Man könnte es also auf die Spitze treiben und auch Bäume gendern,:sofern es bei der speziellen Art getrennte Geschlechter oder getrennte Blütenstände gibt.
Ich glaube nicht, dass wir aneinander vorbeireden. Ich würde dir nur empfehlen, dich mal mit dem Unterschied zwischen Genus und Sexus zu beschäftigen – dann wird auch klarer, worauf ich hinauswill und wo dein Denkfehler liegt.
 
Politikerinnen, die sich heutzutage feministisch nennen, neigen zum Fanatismus. Die fordern beispielsweise, daß es mehr Frauenhäuser und Frauenschutzwohnungen geben soll. Welcher vernünftige Mensch würde ihnen da widersprechen?

Allerdings wissen wir, das grob 20 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt männlich sind. Und für diese 20 Prozent gibt es in ganz Deutschland 2 oder 3 Schutzwohnungen. 2 oder 3! Nun kann ich das knappe Geld aber nur einmal ausgeben. Es wäre also sinnvoll, zur Abwechslung den Männern ein paar Wohnungen hinzustellen.

Nun kommt wieder die feministische Politkerin zum Zug. Sie könnte sagen, das sie eben die Interessen der Frauen vertritt und die Männer sich selbst kümmern sollen. Aber das tut sie nicht.

Sie sagt allen Ernstes, das es hier um das Grosse und Ganze geht und die Frauen jahrhundertelang unterdrückt wurden usw. etc. pp. Und darum kann man auf Einzelschicksale leider keine Rücksicht nehmen. Wo gehobelt wird, da fallen Späne, und darum werden von vornherein nur Frauen gefördert. Die Gleichstellung erfordert Opfer, und in diesem Kontext im wahrsten Sinne des Wortes.

Man kann das leicht nachlesen, solche Statements sind keine Seltenheit. Natürlich drücken sie sich etwas gewählter aus, aber das ist der wesentliche Inhalt.

Und diesen Furor finde ich lächerlich und sinnfrei. Heute wurde gemeldet, eine 52jährige Frau in Sachsen habe ihren über 70jährigen Ehemann mit dem Auto vorsätzlich überfahren, der Strafprozess gegen die Frau hat gerade begonnen.

Ist das dann ein Maskuzid, wurde er überfahren weil er ein Mann war?
 
Und was die Schule angeht: Dort soll nicht umerzogen, sondern zum Denken angeregt werden. Demokratie lebt davon, dass Menschen verschiedene Perspektiven kennenlernen - auch solche, die sie vielleicht nicht gewohnt sind. Das ist keine Umerziehung, das ist Bildung.
Da muss ich sagen, das habe ich schon alles durch.
Meine Mutter hatte mehr verdient als mein Vater, warum nicht?
Ich hatte nie den Eindruck das Frauen irgendwo nicht gleichberechtigt oder ungesehen sind.
Natürlich muss frau sich aber auch entsprechend verhalten.

Ich fragte auch meine Tochter vor einigen Jahren mal ob sie meint, dass wenn von Lehrern gesprochen wird, das dann nur Männer sind. Sie sagte ohne groß zu überlegen, dass Lehrer auch Frauen seien können. Und sie wusste nichts von dieser Genderthematik.
Das ist einfach so logisch.
Ich denke nicht, dass wir noch an dem Punkt sind wo man schon die Sprache ändern muss, damit Frauen endlich mal gesehen werden.


Aber es gehört eben auch dazu, dass Meinungen widersprochen werden dürfen, auch laut, auch öffentlich.
Wenn jemand das schon als „Unterdrückung“ empfindet, verwechselt er Meinungsfreiheit mit Widerspruchsfreiheit.
Es handelt sich aber nicht um Widerspruch sondern um gezielte Diffamierung. Fast jedes Meinungsbild das unerwünscht ist, wird doch diffamiert. Und damit wird jegliche sachliche Diskussion im Keim erstickt.
Zb sind auf einmal einige ausländischen Politiker und Wahlkandidaten rechtsextrem oder putinnah wenn sie gegen die EU Politik sind.
Ihr Widerspruch soll damit nicht mehr ernst genommen werden, wen interessiert es auch was ein Rechtsextremer sagt und will...
So kann man die Meinungsvielfalt nämlich auch einschränken.
 
Mir geht es nicht nur darum was andere denken, sondern dass etwas fremdes mir unwichtiges in meinem Denken ist.
Ich kann das grad schlecht beschreiben.
Das ist ungefähr so, als wenn ich oft mit jemand zu tun hätte der unter Zwängen leidet und der ständig überall Desinfektionsspray drauf sprüht.
Ich würde irgendwann auch bei jeder Türklinke, Griffen und Oberflächen an Bakterien denken. Obwohl ich es Quatsch fände, ich würde daran ungewollt denken müssen.


Es bräuchte wohl eine genderfreie Sprachumgebung und viel Zeit um das wieder aus dem Kopf zu bekommen.
Das Problem ist wohl wirklich, dass ich es als unnatürlich wahr nehme. Was soll das auch für ein Wort sein Kund*innenkarte? 🙈
Es reicht doch, wenn jemand sagt die Kundin möchte eine Kundenkarte.

Nunja ich beschäftige mich jetzt besser nicht weiter damit.
Der ÖRR geht ja anscheinend auch zu neutralen Begriffen über. Aber das ist wie wenn der Bakterienphobiker Gummihandschuhe trägt anstatt alles mit Desinfektionsspray zu besprühen. Die Absicht und Denkweise bleibt die gleiche.
Es scheint, du bist weniger Opfer fremder Zwänge als vielmehr deiner eigenen Abwehr.

Das Problem ist wohl wirklich, dass ich es als unnatürlich wahr nehme. Was soll das auch für ein Wort sein Kund*innenkarte? 🙈
Es reicht doch, wenn jemand sagt die Kundin möchte eine Kundenkarte.
Das „Unnatürliche“ ist oft nur das „Noch-nicht-Vertraute“.
„Handy“, „downloaden/ uploaden“, „googeln“ oder „outsourcen“ klangen anfangs für viele auch befremdlich. Heute kräht kein Hahn mehr danach. Mit etwas Abstand wirkt vieles, was heute noch schräg klingt, irgendwann völlig normal.
 
Das „Unnatürliche“ ist oft nur das „Noch-nicht-Vertraute“.
„Handy“, „downloaden/ uploaden“, „googeln“ oder „outsourcen“ klangen anfangs für viele auch befremdlich. Heute kräht kein Hahn mehr danach. Mit etwas Abstand wirkt vieles, was heute noch schräg klingt, irgendwann völlig normal.
Das Unnatürliche daran sind die nicht existierenden, und in meiner eigenen Wahrnehmung diskriminierenden Wortschöpfungen, die daraus folgen. Als Person männlichen Geschlechts möchte ich beispielsweise nicht als "Kund", "Zeug" oder, sofern ich ein solcher wäre, als "Beamt" oder "Ärzt" bezeichnet werden.
Wenn man sich durch den generischen maskulinum diskriminiert oder gar unterdrückt fühlt, nehme ich für mich in Anspruch, mich durch das gendern und diese neuen, oder gar fehldeutigen Wortschöpfungen diskriminiert zu fühlen. Und wenn mir gesagt wird, gewöhne Dich halt dran (oder in Deinen blumigeren Worten, es sei nur "noch nicht vertraut"), dann empfinde ich meine Gefühle mit Füßen getreten.
Denn ich möchte nicht als "Kund", oder gar "Zeug" bezeichnet werden. Wer in meiner Gegenwart in dieser Art gendert, tut dies aber. Deswegen bin ich der Meinung, wer vermeintlich sprachlich durch gendern inkludieren möchte, betreibt tatsächlich Exklusion. Denn es gibt mMn keine sprachlich korrekte Ausdrucksform, in der alles und jeder tatsächlich berücksichtigt werden kann. Und damit drehen wir uns im Kreise.
 
Selbst damit habe ich ein Problem.
Wenn ich etwas sagen möchte, überlegen ich ungewollt welche Wörter denn jetzt akzeptiert sind. Das ist schon ein enormer Eingriff in mein Denken und Sprachgebrauch.
Obwohl ich nicht gendere und dies auch nicht vorhabe, ist diese Gendersprache in meinem Kopf und das empfinde ich als bedenklich und nervig. Ich will frei reden können wie das vorher möglich war.
Ich brauche Frauen in der Sprache nicht sichtbar machen, weil Frauen in der Realität für mich selbstverständlich sind, ebenso sind sie gleichberechtigt.
Genau so geht es mir auch. Insbesondere dann, wenn ich eine Person vor mir habe, die stark gendert und die ich mit meiner Nicht-Gender-Sprache nicht reizen möchte, bin ich oft unsicher, wie ich etwas ausdrücken soll. Dazu kommt, dass ich sogar schon einmal auf meine "Nicht-Inklusive-Sprache" angesprochen wurde, zugegeben von einer sehr aggressiven Vertreterin. Trotzdem fand ich das heftig.

Ganz unterbewusst wird den Leuten damit deutlich gemacht, dass man anders reden soll. Besonders, wenn jemand Begriffe gendert, die völlig unlogisch werden, wie Kundenkarte oder Klientenkarte.
 

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