Da muss ich sagen, das habe ich schon alles durch.
Meine Mutter hatte mehr verdient als mein Vater, warum nicht?
Ich hatte nie den Eindruck das Frauen irgendwo nicht gleichberechtigt oder ungesehen sind.
Natürlich muss frau sich aber auch entsprechend verhalten.
Ich fragte auch meine Tochter vor einigen Jahren mal ob sie meint, dass wenn von Lehrern gesprochen wird, das dann nur Männer sind. Sie sagte ohne groß zu überlegen, dass Lehrer auch Frauen seien können. Und sie wusste nichts von dieser Genderthematik.
Das ist einfach so logisch.
Ich denke nicht, dass wir noch an dem Punkt sind wo man schon die Sprache ändern muss, damit Frauen endlich mal gesehen werden.
Die Frage „Sind Lehrer auch Frauen?“ lenkt ja schon auf die
richtige Antwort. Viel interessanter wäre vielleicht gewesen: „Nenne mir fünf Lehrer.“ Ich würde wetten, dass dabei bei den meisten Kindern überwiegend Männer genannt werden - einfach, weil das generische Maskulinum oft unbewusst auch als konkretes Maskulinum verstanden wird.
Und was deine Mutter betrifft: Eine einzelne Erfahrung bedeutet nicht, dass strukturelle Ungleichheiten nicht existieren. Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit zu exakt diesem Thema etwas in einem anderen Faden geschrieben. Daher möchte ich das hier nicht noch einmal durchkauen.
Es handelt sich aber nicht um Widerspruch sondern um gezielte Diffamierung. Fast jedes Meinungsbild das unerwünscht ist, wird doch diffamiert. Und damit wird jegliche sachliche Diskussion im Keim erstickt.
Zb sind auf einmal einige ausländischen Politiker und Wahlkandidaten rechtsextrem oder putinnah wenn sie gegen die EU Politik sind.
Ihr Widerspruch soll damit nicht mehr ernst genommen werden, wen interessiert es auch was ein Rechtsextremer sagt und will...
So kann man die Meinungsvielfalt nämlich auch einschränken.
Zwischen Widerspruch und Diffamierung gibt es natürlich eine Grenze. Aber nicht jeder Widerspruch ist automatisch Diffamierung. Wenn jemand eine Aussage kritisiert oder als problematisch einordnet, ist das erst mal legitimer Teil des öffentlichen Diskurses. Meinungsfreiheit heißt auch: andere dürfen deine Meinung für falsch, gefährlich oder rückschrittlich halten und das auch sagen.
Und dass bestimmte Politiker:innen als rechtsextrem oder putinnah eingeordnet werden, passiert ja nicht willkürlich, sondern meist anhand von konkreten Äußerungen, Netzwerken oder Positionen.
Dass man daraus dann politische Schlüsse zieht oder das Vertrauen entzieht, ist kein Unterdrücken von Meinungsvielfalt, sondern Ausdruck davon, dass Meinungsfreiheit auch Konsequenzen haben kann. Wer keine Kritik verträgt, will nicht Meinungsfreiheit, sondern Narrenfreiheit.
Nicht die Kritik verhindert die Debatte, sondern die Weigerung, sich ihr zu stellen. Allzu oft wird Widerspruch als Verbot, Unterdrückung oder Umerziehung gedeutet. Doch wer wirklich Meinungsvielfalt will, muss auch Vielfalt im Widerspruch aushalten.