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Warum vermietet niemand eine Wohnung an Hartz 4 Empfänger?

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Hier ist noch mal Gästin von Beitrag 358 auf Seite 72 : ich habe bis jetzt auf dem Dorf gewohnt. Gerade weil es in der Stadt bessere und mehr berufliche Perspektiven gibt, wollen vielleicht Leute, die wirklich arbeiten wollen, in eine Stadt ziehen.
 
Hier ist noch mal Gästin von Beitrag 358 auf Seite 72 : ich habe bis jetzt auf dem Dorf gewohnt. Gerade weil es in der Stadt bessere und mehr berufliche Perspektiven gibt, wollen vielleicht Leute, die wirklich arbeiten wollen, in eine Stadt ziehen.

Es ist eben ein Teufelskreis, dorthin wo wie viele Menschen ziehen wollen und es wirtschaftlich gut läuft, hat der Vermieter genug Auswahl, dass er eben den solventesten Mietern nimmt oder den, den er dafür hält (das kann auch schief gehen). Dazu kommt noch, dass diese Städte auch noch oft Studentenstädte sind und die Wohnungen die im Budget von ALG II liegen eben auch für Studenten interessant sind, die haben oft wohlhabende Eltern die bürgen, ich würde auch bevorzugt an Studenten vermieten, da die eben auch nicht ewig wohnen bleiben und man sie dann leichter aus der Wohnung kriegt, sollte man sie tatsächlich selbst brauchen, würde ich ungern einen Rentner auf die Straße setzen.

Es mag für dich persönlich bedauerlich sein, aber gesamtgesellschaftlich kann eben nicht jeder in der (Groß-) Stadt wohnen, mein Mitleid beschränkt sich auf Obdachlose und Leute am Rand der Obdachlosigkeit und Leute die in schlimmen Ghettos leben (müssen). Es ist halt dumm, dass dort wo die Mieten oft günstig sind, man ohne Auto nicht zurecht kommt und ein Auto wiederum können die meisten Arbeitslose sich nicht leisten.

Mein Cousin will in Zukunft übrigens garnicht mehr vermieten und die finanziellen Einbußen in Kauf nehmen, man tut durch strenge Mieterschutzgesetze gerade potentiell problematischen Mietern keinen Gefallen, eher werden Wohnungen garnicht vermietet, aber das ist ein anderes Thema, auch die Mietpreisbremse ist kontraproduktiv, sie zementiert den status quo, verhindert nötige Neubauten aber tendenziell eher.
 
Ich denke das es sehr stark auf das Viertel bzw. die jeweilige Wohngegend ankommt in der vermietet wird. Manche Straßen/Viertel sind ja sogenannte Sozialwohnungen, die dann auch nur an die finanziell schwächere Bevölkerungsschicht vermietet werden. (So ist das jedenfalls bei uns in der Region der Fall)

Ansonsten könnte ich mir vorstellen das es diverse Vorurteile seitens der Vermieter gibt wenn es darum geht an Hartz 4 Empfänger zu vermieten, die sind bestimmt auch zum Teil begründet aber nichts desto weniger haben die Vermieter ja die Sicherheit das das Geld monatlich von der Arge kommt und sie somit auch nicht um ihren monatlichen Mietseingang fürchten müssen.

Vielleicht ist es manchmal auch einfach eine Klientelfrage... es könnte wirklich einige Gründe geben. 🙄
 
aber nichts desto weniger haben die Vermieter ja die Sicherheit das das Geld monatlich von der Arge kommt und sie somit auch nicht um ihren monatlichen Mietseingang fürchten müssen.

Das ist eben nicht der Fall, weil der ALG2-Empfänger dem Jobcenter auch mitteilen kann, dass er das Geld ab nun selber überweist, auch wenn das am Anfang anders vereinbart war.

Dann überweist der Alg2-Empfänger das Geld nicht weiter und der Vermieter ist der Dumme.

Oder aber die betreffenden gehen einfach nicht mehr zu den Terminen mit der Arge und die zahlt dann die Mieten nicht mehr.
 
Das wusste ich nicht, ich dachte die Arge muss das zwangsläufig machen...

Aber gut zu wissen, Danke für die Info! Wieder ein Stück weit schlauer 😛
 
Das wusste ich nicht, ich dachte die Arge muss das zwangsläufig machen...

Aber gut zu wissen, Danke für die Info! Wieder ein Stück weit schlauer 😛
Nein, es ist leider - aus Sicht der Vermieters so - dass die Arge die Mietzahlungen einstellt, wenn der Mieter dort nicht mehr regelmäßig und wie gewünscht erscheint oder aber auch dass der Mieter jederzeit die Vereinbarung wiederrufen kann , nach der die Arge direkt an den Mieter überweist.
 
Ich bin Hartz4 Empfänger. Ich finde keine Wohnung die meisten lehnen Hartz4 Empfänger ab. Warum ist das so? Die Miete wird von der Arge komplett übernommen, die Nebenkosten werden anteilmässig übernommen. Ich könnte das auch so einrichten dass die Arge die Miete direkt auf das Konto des Vermieters überweist. Ich habe keine Schulden und ich kann nachweisen dass ich die letzten 15 Jahre immer meine Mieten pünktlich bezahlt habe (mit 18 das erste mal eigene Wohnung), ich habe keine Mietschulden. Trotzdem will mir niemand eine Wohnung vermieten. Was soll ich machen?

Weil es da nicht nur um die Mietzahlung geht, da gehört mehr zu.
Werden wohl bei deinen vorherigen Vermietern nachfragen, warum du da weg bist, wie viele Wohnungen hattest du schont?
Wie willst du den Wert einer Wohnung erhalten, Renovieren, u.s.w.
Und was ist wenn du die Nebenkosten nicht mehr zahlen kannst, wer soll das übernehmen...
[....]
 
wenn man Hartz4 beantragt und bewilligt bekommt, ändert sich doch bei der Zahlung der Miete erstmal gar nichts. Der Hartz4 Empfänger zahlt seine Miete ganz normal an den Vermieter weiter wie vorher auch. Wäre ja auch schlimm wenn das anders wäre. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit bspw müssen viele schon Hartz4 beantragen, ganz egal ob sie vorher 40 Jahre gearbeitet haben oder nicht. Wie unangenehm wäre es sonst für den Hartz4 Empfänger, wenn sein Vermieter plötzlich einen Geldeingang vom Jobcenter auf seinem Kontoauszug sehen würde, und dann automatisch Bescheid wüßte, in welcher Lage sich sein Mieter befindet.

Nur weil jemand Hartz4 bezieht, ist er ja deshalb nicht automatisch unfähig, seine Geldangelegenheiten selber zu erledigen.
 
Als Vermieter bin ich von daher gezwungen, die bestmöglichen Absicherungen wert zu schätzen. Und die können für mich als "Unternehmer" wenn es schließlich um Finanzen geht, nur in der finanziellen Kraftreserve meines möglichen Schuldners liegen. Rot bemalte Lippen und ein zahnpastalächeln, helfen mir im Ernstfall nicht weiter wenn die Miete stockt.

Und deshalb würde ich bei einer freien Auswahlmöglichkeit, jemanden wählen der unter anderem einen Arbeitsvertrag vorweisen kann der seit längerem existiert. Einfach deshalb weil mir dann ein Sicherheitspolster für den Notfall bleibt, Lohnpfändung betreiben zu können oder das überhaupt in seinem Privatvermögen Substanz herrscht, Forderungen durchsetzen zu können.

Das Thema hatten wir schon ganz zu Anfang, Stichwort Mietnomaden, die tatsächlich Arbeitsverträge und andere schöne Sachen fälschen. Daher kannst du dir diese vermeintliche Sicherheit irgendwie schenken, denn wenn man auf einen solchen hereinfällt, dass kann dir ja dann kasiopaja vorrechnen, dann musst du als Vermieter mit Sicherheit deutlich tiefer in die Tasche greifen als nur den finanziellen Verlust der Miete.

Ich erledige die Verwaltung von einer Hausvermietungsgesellschaft und es ist schon augenscheinlich, dass gerade AlG2-Empfänger, im Gegensatz zu dem Mietern ohne AlG2, überdurchschnittlich oft und lange die Miete schuldig bleiben, was oft bis zum Rauswurf führt, was lange dauert und viel Geld kostet.

Zumindest ist es in den Immobilien so, die mir persönlich bekannt sind, durch die Arbeit.

12*Monatskaltmiete + Vollstreckungskosten + Rechtsanwaltskosten etc ppp....

Aber auch hier liegt wieder das Problem in der jeweiligen Persönlichkeit der Menschen und nicht am Hartz IV Bezug selbst. Selbst bei einem Mieter der einer Arbeit nachgeht, kannst du das Pech haben, dass du das alles durchlaufen musst und ich weiß nicht, wie du das in deiner Gesellschaft machst bzw. wie ihr das handhabt, aber ich glaube kaum, dass ihr von jedem zum Zeitpunkt des ausbleibens einer Miete irgendeinen Bescheid oder ein Arbeitsvertrag verlangt, um diese konkrete Unterscheidung auch tatsächlich treffen zu können.

So gibt es viele Hartz IV Bezieher die sich in der Schleife der Leiharbeit wiederfinden und daher regelmäßig den Job dann auch wieder verlieren und dann von einer anderen Leihbude auch wieder angestellt werden etc pp. Dass dies dann dazu führt, dass die Miete nicht gezahlt werden kann, weil schlicht und ergreifend die Sachbearbeitung in den Jobcentern regelrecht besch.... ist, brauche ich dir wohl nicht auch noch aufdröseln.

Du hast aber das Problem, du kannst immer nur Beweisen, was war bei Mietbeginn und eventuell im Rahmen einer Vollstreckung oder ggf. auch schon während des gerichtlichen Verfahrens mit Sicherheit sagen, was vorhanden ist, aber was zwischen Anmietung und Räumung bei der jeweiligen Person tatsächlich gewesen war, kannst du nur mutmaßen.

Das wird sich niemals ändern und das ist hier eines der größten Probleme. Es wird einfach nicht differenziert betrachtet, sondern schlicht und ergreifend einfach pauschal angenommen und ich kann daher nur hoffen, damit diese blöden Sachen auch endlich einmal aufhören, dass das Bundesverfassungsgericht die Sanktionen dieses Jahr abschafft werden

Jetzt wirds ernst. „Tacheles e.V.“ und „Der Paritätische“ liefern Stellungnahmen zur verfassungsrechtlichen Prüfung des Vorlagebeschlusses des Sozialgerichts Gotha | inge-hannemann.de

lest euch da mal die eingefügten PDF Dateien durch, ihr werdet sehr schnell merken, dass das gesamte System Hartz IV einfach nur totaler Bockmist ist und ebenso werdet ihr merken, dass es sehr wenige Menschen sind, gemessen an den Beziehern von Hartz IV Leistungen, die tatsächlich auch eine sogenannte Totalsanktion im Durchschnitt erhalten und dass ausgerechnet DIE Vermieter, DIE hier schreiben an einen solchen Hartz IV Empfänger geraten ist aufgrund der Masse dann doch eher unwahrscheinlich.

Aber immer drauf da mit den Fäusten.

Was ist bei grober Fahrlässigkeit?

Wie gesagt, hier in der Gegend kann man sich die Mieter aussuchen und da haben eben die Angestellten von renommierten Firmen die besseren Karten, deswegen würde ich auch jedem raten, der partout keine Wohnung findet, in eher strukturschwache Gegenden zu ziehen; der Nachteil ist natürlich, dass es so umso schwerer wird je aus der Arbeitslosigkeit rauszukommen, aber gerade für Langzeitarbeitslose wäre es eine Überlegung wert, und auch wenn ich damit jemanden auf die Füße trete, es ist klar, dass bestimmte Städte nur eine begrenzte Kapazität haben, warum ein Langzeitarbeitsloser unbedingt in München und nicht in Wunsiedel wohnen muss erschließt sich mir dann auch nicht.

Was ist das denn für eine Lösung? Ist dir eigentlich klar, dass man bereits nach 1 Jahr Hartz IV nur noch bekommt und der Anteil nach offizieller Statistik der Langzeitarbeitslosen sehr gering ist?

Ich meine, dieser Schulz von der SPD ist ja ganz toll mit seinen Sprüchen, aber alles was der absondert kam von den Linken schon sehr viel früher und er will das nun alles vermeintlich Kippen und bei genauerem Hinsehen merkt man doch wieder:

Ups, war dann doch wohl falsch, was der da behauptete.

Bei allem was lieb und nett und freundlich ist, aber wieso schlägst du das gleiche Prinzip nicht auch für Rentner vor. Am besten baust du noch um die Städe eine Mauer und jeder der keine Arbeit hat oder in Rente ist, der kommt nicht mehr in die Städte, damit nur noch diese vermeintlich produktiven Menschen in der Stadt wohnen und auch leben.

Ein Hoch auf die Ausgrenzung und die Missachtung der Grundgesetze!

(sollte es zu schwer verstehen zu sein, das war Ironie)

Das ist eben nicht der Fall, weil der ALG2-Empfänger dem Jobcenter auch mitteilen kann, dass er das Geld ab nun selber überweist, auch wenn das am Anfang anders vereinbart war.

Dann überweist der Alg2-Empfänger das Geld nicht weiter und der Vermieter ist der Dumme.

Oder aber die betreffenden gehen einfach nicht mehr zu den Terminen mit der Arge und die zahlt dann die Mieten nicht mehr.

Auch hier wiederhole ich mich gerne noch einmal:

Wer hindert dich als Vermieter daran, dem Jobcenter eine Mitteilung zu machen: Du höre mal liebes Jobcenter, der Kunde XYZ der bei uns nun seit XX.XX.XXXX Mieter ist, zahlt seit dem bla und blubb keine Miete mehr.

Was das mit den Sanktionen und den Terminen angeht, so habe ich mich darüber schon ausgelassen.

Weil es da nicht nur um die Mietzahlung geht, da gehört mehr zu.
Werden wohl bei deinen vorherigen Vermietern nachfragen, warum du da weg bist, wie viele Wohnungen hattest du schont?
Wie willst du den Wert einer Wohnung erhalten, Renovieren, u.s.w.
Und was ist wenn du die Nebenkosten nicht mehr zahlen kannst, wer soll das übernehmen...
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Das ist schlicht und ergreifend dann ein Verstoß gegen den Datenschutz, denn ein Vermieter, egal ob neuer oder alter, darf nicht bei irgendwem über den Kopf des betreffenden Hinweg irgendwelche Auskünfte einholen. Ansonsten sei doch bitte so nett und gebe mir deine komplettten Daten und ich "informiere" mich einfach mal so über dich, weil ich gerade Lust und Laune dazu verspüre!
 
Das Thema hatten wir schon ganz zu Anfang, Stichwort Mietnomaden, die tatsächlich Arbeitsverträge und andere schöne Sachen fälschen.

Achso, na dann war es ja kein Arbeitnehmer sondern eigentlich ein bescheissender Hartz IV Empfänger! 😛

Mir erschliesst sich deine Logik nicht, inwiefern man diverse Absicherungsmöglichkeiten nicht wahrnehmen sollte nur weil man in irgendeiner Art und Weise beschissen werden könnte. Einen AV fälschen wäre Betrug in höchstem Maße, mit Unterschriftenfälschung und allem drum und dran. Auf dieses Glatteis muss man sich erstmal begeben.

Sorry, das ist und bleibt nun mal kein Grund um unter den potentiellen Mietern Streichhölzer ziehen zu lassen. Für mich jedenfalls nicht.
 

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