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Warum vermietet niemand eine Wohnung an Hartz 4 Empfänger?

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
Ich kenne beide Seiten, ein guter Kumpel von mir lebt von Hartz IV; meine Tante bzw. Cousin besitzen ein Mietshaus.

Mein Cousin würde niemals an Arbeitslose vermieten, die Miete wäre zwar garantiert (scheinbar auch nicht wie man hier liest), aber wer würde für etwaige Schäden aufkommen? Wenn der Mieter z.B. besoffen mit der Zigarette in der Hand einschläft. Mein guter Kumpel entspricht leider dem Klischee eines Hartzers und ich könnte nicht guten Gewissens bei einem Mieter ein gutes Wort für ihn einlegen, schon garnicht innerhalb der Familie. Ich bzw. alle erwähnten Personen wohnen in einer wirtschaftlich erfolgreichen Gegend, d.h. die Vermieter können sich ihre Mieter aussuchen, warum sollten sie dann einem Hartzer nehmen.

Ich habe meinem guten Kumpel mehrmals geraten in eine strukturschwache Gegend zu ziehen, wo die Vermieter nicht pinkelig sein können und die Mieten günstiger sind, so verringert sich natürlich aber die Chance je aus Hartz IV rauszukommen.
 
Ich bin Beamter auf Lebenszeit in einer deutschen Großstadt und ich bekomme auch nur Absagen. Danke Regierung für die völlig verhunzte Wohnungspolitik.

Beamte gelten als pedantisch, klagefreudig und handwerklich ungeschickt, sind als Mieter auch nicht erste Wahl, das wäre z.B. der Elektrotechniker bei Siemens.
 
Ich freue mich, diesen Thread gefunden zu haben. Auch ich lebe zur Zeit von ALG2. Infos :

- weiblich
- 37 Jahre alt
- Verkäuferin
- komme seit 2013 über Minijobs nicht hinaus
- kinderlos
- ledig
- rauche nicht
- trinke nicht
- hatte noch nie etwas mit Drogen zu tun
- kam noch nie mit dem Gesetz in Konflikt
- keinerlei Vorstrafen
- schuldenfrei

bin im Besitz von :

- Schufa - Auskunft aktuelle jedes Jahr
- polizeiliches einwandfreies Führungszeugnis
- Kopie Personalausweis
- aktueller ALG2 - Bescheid


es werden einfach alle über einen Kamm geschert! Das Nachmittagsprogramm von RTL und RTL2 entspricht nicht der Realität über ALG2 - Empfänger! Vermieter gebt mir bitte Tipps : wie bekomme ich eine Wohnung??? Bin über jeden Ratschlag dankbar!
 
Puh! 🙁 @Gästin

Es liegt - so glaube ich - auch immer daran, wo man sucht.

In Städten ist die Nachfrage halt grösser als das Angebot. Der Vermieter hat nun einmal die Wahl. Zum Glück.

Ist so. Weiss ich, denn ich bin auch so eine (böse) Vermieterin.
 
Trotzdem kommt es des öfteren vor, dass die Mieter sich die Miete dann einfach auf ihr Konto überweisen lassen und diese nicht an den Hauseigentümer weiterleiten.

Oder die Miete trotzdem nicht mehr von der Arge überwiesen wird, weil die Mieter einfach nicht mehr da hin gehen.

Das hat aber nichts mit dem Hartz IV Bezug zu tun, sondern mit der Persönlichkeit des jeweiligen Menschen und solche Menschen bezeichnet man eben auch als Mietnomaden.

Daher sollte differenziert werden, denn wie schon mehrfach erwähnt, es sind nicht immer Hartz IV Bezieher, die so etwas machen, sondern im Gegenteil, jeder mit gesunder Persönlichkeit lässt das Amt die Miete direkt an den Vermieter überweisen, damit es nicht zu Problemen kommen kann.

Das stimmt...bringt aber gar nichts, wenn der Hartz4mieter aus anderen Gründen dringend Geld braucht und deshalb die Miete umleitet oder einfach sauer wegen einer Abmahnung ist, wie bei mir.

Auch liegt das Problem bei dir nicht beim Hartz IV Bezug, sondern bei der Pesönlichkeit des entsprechenden Menschen, denn der, aus deiner Erfahrung, scheint noch immer das Spiel zu spielen:

Du klaust mir meinen Lolly, also klaue ich dir deinen!

Und in deinem Falle würde ich auch stumpf dazu raten, setze das zuständige Jobcenter davon in Kenntnis. Du wirst zwar keine Antwort erhalten bzw. nur indirekt, in dem die Miete dann wieder vom Jobenter direkt an dich überwiesen wird, aber auf solche einfachen Dinge wie einen kurzen Brief zu schreiben kommt man ja nicht.

@Portion Control

Ich bin hier nicht mehr angemeldet, daher entschuldige bitte, dass ich nicht mehr allzu regelmäßig die Themen verfolge, aber wie gut, dass du dich offenbar auch noch dazu berufen fühlst mich auf einen Umstand hinzuweisen, der schon seit Anfang an Problem dieses Themas ist, nämlich die fehlende Differenzierung zwischen Hartz IV Bezieher und die Persönlichkeit von Menschen.

Man kann dabei sehr gut diese berühmten Negativbeispiele aus den Medien heranziehen, die alle so tun als würden Sie über alles stehen, könnten Schwarzarbeiten gehen und sehr vieles mehr. Dies sind alles existierende Negativbeispiele für Hartz IV Bezieher und wer als Hartz IV Bezieher hier schon betrügt, der wird auch Vermieter übers Ohr hauen.

Aber das sind wie schon mehrmals erwähnt Einzelfälle, denn von der breiten Masse hört man das nicht bzw. die positiven Dinge werden kaum bis gar nicht beachtet, denn ansonsten könnte man dieses Feindbild des schmarotzenden Hartz IV Empfängers, der immer klamm bei Kasse ist und nicht mit seinem zur Verfügung stehenden Geld umgehen kann, aufrecht erhalten werden.

Differenzierungen sind etwas für Looser, wenn es nach deinem bisherigen Argumenten geht. Für mich wäre es vergleichbar mit:

PC an, Hirn aus!

Aber das ist meine persönliche Meinung bei solchen billigen Pauschalisierungen, die natürlich nicht für jeden gelten.
 
Mein Cousin würde niemals an Arbeitslose vermieten, die Miete wäre zwar garantiert (scheinbar auch nicht wie man hier liest), aber wer würde für etwaige Schäden aufkommen?

Ich weiß ja nicht, wie firm du mit dem Mietrecht bist, aber davon auszugehen, dass ein Angestellter oder Arbeiter eine Versicherung hat, die dafür aufkommen würde ist reichlich naiv, denn die private Haftpflichtversicherung kommt für dein Beispiel in der Regel auch nicht auf und dann darauf zu hoffen, dass dieser Arbeiter oder Angestellte genug Geld verdient bzw. zur Verfügung haben wird, irgendwann einmal, dass er diesen Schaden begleichen kann, ist noch naiver.

Und als Vermieter hat man zu dem die Möglichkeit, eine Versicherung gegen Elementarschäden etc pp über die Betriebskosten abzurechnen

Haftpflichtversicherung des Mieters als Voraussetzung für einen Mietvertrag? - Mietrecht.org

Was wäre also sinniger für den Vermieter?

Für mich, wäre ich Vermieter, würde ich sämtliche Versicherungen selbst abschließen und dann über die Betriebskosten abrechnen, denn dann bin ich besser abgesichert als wenn ich darauf hoffe, dass der Mieter, egal ob Hartz IV Empfänger oder Arbeiter/Angestellter eine Versicherung hat und positiver Nebeneffekt in einem solchen Falle wäre für mich als Vermieter, sollte der Miete eine entsprechende Versicherung haben, werden die Versicherungen es unter einander klären und das ohne mich oder den Mieter.
 
Aber das sind wie schon mehrmals erwähnt Einzelfälle, denn von der breiten Masse hört man das nicht bzw. die positiven Dinge werden kaum bis gar nicht beachtet, denn ansonsten könnte man dieses Feindbild des schmarotzenden Hartz IV Empfängers, der immer klamm bei Kasse ist und nicht mit seinem zur Verfügung stehenden Geld umgehen kann, aufrecht erhalten werden.

Lieber Chrismas, ich weiss nicht was du stets mit mir hast. Besonders deshalb schon interessant, weil 90 Prozent der Aussagen in diesem thread meine Meinung stützen. Aber ich sehe das natürlich nach wie vor völlig falsch...

Ich würde dir wünschen, du könntest deinen Hass gegenüber Vermietern, Ämtern und anderen bösen Instanzen, die alle und immer gegen jeden Hartz IV Empfänger schiessen, einfach mal reduzieren und etwas ( juristische ) Weitsicht walten lassen. Oder auch einfach nur, verschiedene Punkte mal von einer neutralen Position aus zu betrachten.
So wie ich es tue. Ich bin kein wohnungssuchender Hartz IV Empfänger und auch kein Vermieter der mit Hartz IV Empfängern schon mal Bekanntschaft gemacht hat. Mietnomaden, und da gebe ich dir vollkommen Recht, sind nicht gleichbedeutend mit Hartz IV Empfänger. Mietnomaden sind evtl. sogar sehr häufig Menschen, von denen man es im ersten Moment, augenscheinlich nicht gedacht hätte.

Als Vermieter bin ich von daher gezwungen, die bestmöglichen Absicherungen wert zu schätzen. Und die können für mich als "Unternehmer" wenn es schließlich um Finanzen geht, nur in der finanziellen Kraftreserve meines möglichen Schuldners liegen. Rot bemalte Lippen und ein zahnpastalächeln, helfen mir im Ernstfall nicht weiter wenn die Miete stockt.

Und deshalb würde ich bei einer freien Auswahlmöglichkeit, jemanden wählen der unter anderem einen Arbeitsvertrag vorweisen kann der seit längerem existiert. Einfach deshalb weil mir dann ein Sicherheitspolster für den Notfall bleibt, Lohnpfändung betreiben zu können oder das überhaupt in seinem Privatvermögen Substanz herrscht, Forderungen durchsetzen zu können.

Was soll ich denn mit jemandem der im Leben mit dem Rücken schon die ganze Zeit an der Wand steht? Der nichts mehr zu verlieren hat und sich sowieso ausgegrenzt und von jedem unfair behandelt und zurückgelassen fühlt?
Meinst du dieser schert sich darum ob ich auf die Mietzahlungen genauso angewiesen bin weil ich es benötige um die laufenden Kredite zu tilgen? Ich habe kein Interesse daran, vom goodwill eines anderen abhängig zu sein der mir, sobald ihm etwas stinkt, mir den Mittelfinger zeigen kann und dann war es das. Und ich gehe definitiv mit leeren Händen aus einer solchen Sache heraus.

Und nicht nur das. Würde schlechtem Geld noch gutes hinterwerfen in Form eines Prozesses obwohl eh klar ist das es nichts zu holen gibt und die bei schlechter Laune noch zusätzlich beschädigte Wohnung, kann ich auch noch auf eigene Kosten renovieren weil das alles Dinge sind die gerne dann noch on top hinzukommen weil der Verursacher eh weiss das er die Zeche nicht zahlen braucht.

Ich weiss, das sind alles Punkte die sich nicht weg diskutieren lassen und deshalb übergehst du diese auch immer gepflegt um dann weiter damit fortzufahren wie böse doch die Vermieter sind. Ich halte dich für einen intelligenten Menschen und verstehe deshalb nicht, weshalb du diese Situation nicht mal von der Seite eines Vermieters betrachten kannst. Denn um diesen und um seine richtige Entscheidung geht es ja.
 
Das hat aber nichts mit dem Hartz IV Bezug zu tun, sondern mit der Persönlichkeit des jeweiligen Menschen und solche Menschen bezeichnet man eben auch als Mietnomaden.

Daher sollte differenziert werden, denn wie schon mehrfach erwähnt, es sind nicht immer Hartz IV Bezieher, die so etwas machen, sondern im Gegenteil, jeder mit gesunder Persönlichkeit lässt das Amt die Miete direkt an den Vermieter überweisen, damit es nicht zu Problemen kommen kann.

Ich erledige die Verwaltung von einer Hausvermietungsgesellschaft und es ist schon augenscheinlich, dass gerade AlG2-Empfänger, im Gegensatz zu dem Mietern ohne AlG2, überdurchschnittlich oft und lange die Miete schuldig bleiben, was oft bis zum Rauswurf führt, was lange dauert und viel Geld kostet.

Zumindest ist es in den Immobilien so, die mir persönlich bekannt sind, durch die Arbeit.
 
Ich weiß ja nicht, wie firm du mit dem Mietrecht bist, aber davon auszugehen, dass ein Angestellter oder Arbeiter eine Versicherung hat, die dafür aufkommen würde ist reichlich naiv, denn die private Haftpflichtversicherung kommt für dein Beispiel in der Regel auch nicht auf und dann darauf zu hoffen, dass dieser Arbeiter oder Angestellte genug Geld verdient bzw. zur Verfügung haben wird, irgendwann einmal, dass er diesen Schaden begleichen kann, ist noch naiver.

Und als Vermieter hat man zu dem die Möglichkeit, eine Versicherung gegen Elementarschäden etc pp über die Betriebskosten abzurechnen

Haftpflichtversicherung des Mieters als Voraussetzung für einen Mietvertrag? - Mietrecht.org

Was wäre also sinniger für den Vermieter?

Für mich, wäre ich Vermieter, würde ich sämtliche Versicherungen selbst abschließen und dann über die Betriebskosten abrechnen, denn dann bin ich besser abgesichert als wenn ich darauf hoffe, dass der Mieter, egal ob Hartz IV Empfänger oder Arbeiter/Angestellter eine Versicherung hat und positiver Nebeneffekt in einem solchen Falle wäre für mich als Vermieter, sollte der Miete eine entsprechende Versicherung haben, werden die Versicherungen es unter einander klären und das ohne mich oder den Mieter.

Was ist bei grober Fahrlässigkeit?

Wie gesagt, hier in der Gegend kann man sich die Mieter aussuchen und da haben eben die Angestellten von renommierten Firmen die besseren Karten, deswegen würde ich auch jedem raten, der partout keine Wohnung findet, in eher strukturschwache Gegenden zu ziehen; der Nachteil ist natürlich, dass es so umso schwerer wird je aus der Arbeitslosigkeit rauszukommen, aber gerade für Langzeitarbeitslose wäre es eine Überlegung wert, und auch wenn ich damit jemanden auf die Füße trete, es ist klar, dass bestimmte Städte nur eine begrenzte Kapazität haben, warum ein Langzeitarbeitsloser unbedingt in München und nicht in Wunsiedel wohnen muss erschließt sich mir dann auch nicht.
 

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