peachesnoranges
Mitglied
Ich antworte jetzt ohne die anderen Antworten vorher gelesen zu haben, also sorry falls schon jemand ähnliches geschrieben hat, aber der Beitrag macht mich wütend und ich hab jetzt keine Zeit alles zu lesen.
Als jemand der in den letzten beiden Jahren zwei Menschen durch Suizid verloren hat, versteh ich einfach nicht wie man so etwas wie der TE auch nur denken kann.
Vor etwa zwei Jahren nahm sich mein Großvater (80) das Leben, kurz nachdem er seine Medikamente gegen Depression selbst abgesetzt hat. Er litt etwa 15 Jahre lang an Depressionen.
Vor zwei Monaten nahm sich mein bester Freund (26) das Leben. Er hatte Schizophrenie, wollte sich nicht behandeln lassen und dachte während seinen Episoden immer wieder die Welt würde untergehen. Den Weltuntergang wollte er nicht miterleben und an diesem Abend kam leider jede Hilfe zu spät für ihn.
Zwei komplett unterschiedliche Fälle und doch haben sie eines gemeinsam. Die meisten Leute die sich selbst das Leben nehmen, sind psychisch krank. SIE nehmen sich nicht das Leben, sondern die Krankheit nimmt es ihnen. Suizid begeht man in einem Moment der Verzweiflung, die meisten sind sich über die Konsequenzen nicht mal bewusst in diesem Moment.
Ich habe in meinem Leben schon viele Menschen verloren, durch Unfälle, Krebs, Herzinfarkt usw. Aber die beiden Suizidfälle waren mit Abstand am schwersten zu verarbeiten. Zur Trauer kommt Wut. Wut auf alle Menschen die psychische Krankheiten nicht ernst nehmen. Die glauben psychische Krankheiten wären nicht so schlimm wie zb Krebs. Wenn man Krebs hat ist man laut unserer Gesellschaft "arm", wenn man psychisch krank ist ist man "irre", "verrückt" oder "seltsam".
In den letzten Wochen habe ich miterlebt wie viele meiner Freunde durch den Suizid unseres Freundes immer öfter zu Alkohol greifen, weil sie sich Vorwürfe machen oder weil sie mit der Vorstellung was er mitgemacht hat nicht fertig werden. Ich habe eine Mutter gesehen, die Ärzte um Hilfe für ihren Sohn angefleht hat, wie sie am Grab ihres 26 jährigen Sohnes zusammen gebrochen ist.
Durch Suizid endet man vielleicht sein eigenes Leid aber man verteilt es dadurch an alle anderen Menschen denen man etwas bedeutet.
In den wenigsten Fällen ist es so, dass sich psychisch gesunde (!!) Menschen das gut überlegen und sich komplett über die Konsequenzen im Klaren sind. DANN könnte man als guter Freund die Entscheidung unterstützen, denn dann entscheidet die Person wirklich selbst. Aber meistens liegt es eben an einer psychischen Erkrankung.
Ich hoffe das alles ergibt irgendwie Sinn. Ich bin noch immer wütend. Wie kann man nur glauben ein Suizid wäre einfacher zu verarbeiten. Unglaublich. Sie haben wohl noch nie jemanden durch Suizid verloren?
Als jemand der in den letzten beiden Jahren zwei Menschen durch Suizid verloren hat, versteh ich einfach nicht wie man so etwas wie der TE auch nur denken kann.
Vor etwa zwei Jahren nahm sich mein Großvater (80) das Leben, kurz nachdem er seine Medikamente gegen Depression selbst abgesetzt hat. Er litt etwa 15 Jahre lang an Depressionen.
Vor zwei Monaten nahm sich mein bester Freund (26) das Leben. Er hatte Schizophrenie, wollte sich nicht behandeln lassen und dachte während seinen Episoden immer wieder die Welt würde untergehen. Den Weltuntergang wollte er nicht miterleben und an diesem Abend kam leider jede Hilfe zu spät für ihn.
Zwei komplett unterschiedliche Fälle und doch haben sie eines gemeinsam. Die meisten Leute die sich selbst das Leben nehmen, sind psychisch krank. SIE nehmen sich nicht das Leben, sondern die Krankheit nimmt es ihnen. Suizid begeht man in einem Moment der Verzweiflung, die meisten sind sich über die Konsequenzen nicht mal bewusst in diesem Moment.
Ich habe in meinem Leben schon viele Menschen verloren, durch Unfälle, Krebs, Herzinfarkt usw. Aber die beiden Suizidfälle waren mit Abstand am schwersten zu verarbeiten. Zur Trauer kommt Wut. Wut auf alle Menschen die psychische Krankheiten nicht ernst nehmen. Die glauben psychische Krankheiten wären nicht so schlimm wie zb Krebs. Wenn man Krebs hat ist man laut unserer Gesellschaft "arm", wenn man psychisch krank ist ist man "irre", "verrückt" oder "seltsam".
In den letzten Wochen habe ich miterlebt wie viele meiner Freunde durch den Suizid unseres Freundes immer öfter zu Alkohol greifen, weil sie sich Vorwürfe machen oder weil sie mit der Vorstellung was er mitgemacht hat nicht fertig werden. Ich habe eine Mutter gesehen, die Ärzte um Hilfe für ihren Sohn angefleht hat, wie sie am Grab ihres 26 jährigen Sohnes zusammen gebrochen ist.
Durch Suizid endet man vielleicht sein eigenes Leid aber man verteilt es dadurch an alle anderen Menschen denen man etwas bedeutet.
In den wenigsten Fällen ist es so, dass sich psychisch gesunde (!!) Menschen das gut überlegen und sich komplett über die Konsequenzen im Klaren sind. DANN könnte man als guter Freund die Entscheidung unterstützen, denn dann entscheidet die Person wirklich selbst. Aber meistens liegt es eben an einer psychischen Erkrankung.
Ich hoffe das alles ergibt irgendwie Sinn. Ich bin noch immer wütend. Wie kann man nur glauben ein Suizid wäre einfacher zu verarbeiten. Unglaublich. Sie haben wohl noch nie jemanden durch Suizid verloren?