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Warum Trauer bei Selbstmord?

Gerade beim Freitod ist Trauer sehr angebracht. Trauer auch über das eigene Versagen. Die meisten Selbstmorde ließen sich verhindern, wenn wir nicht so unachtsam durchs Leben rennen würden. Ich weiß wovon ich rede.
Manchmal kommen verdeckte Hilferufe. Und wenn man die nicht erkennt, kann es dann oft auch soweit kommen.

Danke, Nemo. Ich bin in einer solchen Situation damals vom sprichwörtlichen Pontius zu Pilatus gelaufen. Wer sehen wollte, konnte sehen, dass alles auf eine drastische Lösung hinauslaufen könnte. Ich lief mir Blasen, holte mir eine Abfuhr nach der anderen.

Dann handelten Menschen aus meiner Umgebung. Ich landete innerhalb von zwei Stunden in der Klinik, wo ich über drei Monate lang behandelt wurde.

Das hat mir das Leben gerettet. Wenn man selbst nicht mehr handeln kann, so beschreibe ich meinen damaligen Zustand, dann hofft man fast inständig darauf, dass da jemand ist, der das tut, wozu man selbst nicht mehr fähig ist.

Von freier Entscheidung kann da keine Rede mehr sein, weder zum Leben, noch zum Tod.

Burbacher
 
Gerade beim Freitod ist Trauer sehr angebracht. Trauer auch über das eigene Versagen. Die meisten Selbstmorde ließen sich verhindern, wenn wir nicht so unachtsam durchs Leben rennen würden. Ich weiß wovon ich rede.
Manchmal kommen verdeckte Hilferufe. Und wenn man die nicht erkennt, kann es dann oft auch soweit kommen.



Ich füge an: Das bitte ohne eigene Schuldgefühle werten!!
Ich denke da an die Tochter einer damaligen guten Freundin, die mit 20 versucht hat, sich das Leben zu nehmen.
Wir standen danach in jahrelangem Kontakt, aber vorher - obwohl ich selbst depressiv war/bin, habe ich die Anzeichen nicht erkannt - und ihre Mutter, Medizinerin, auch nicht.
Das Mädel hats unglaublich gut getarnt.
Und genau das können manche Suzidanten erstaunlich gut....😱
 
Gerade beim Freitod ist Trauer sehr angebracht. Trauer auch über das eigene Versagen. Die meisten Selbstmorde ließen sich verhindern, wenn wir nicht so unachtsam durchs Leben rennen würden. Ich weiß wovon ich rede.
Manchmal kommen verdeckte Hilferufe. Und wenn man die nicht erkennt, kann es dann oft auch soweit kommen.

Ich habe es immer wieder erlebt, dass der Ausbruch von Schmerz und Leid dem Menschen als Schlechtigkeit, als Bosheit, als Affront gegen andere ausgelegt wird. Ich erlebe das auch hier im Forum, dass jemand, dem etwas emotional herausbricht, als böser Mensch angegangen wird.

Die meisten Menschen kommen gar nicht auf die Idee, sich zu fragen, was hinter den emotionalen Ausbrüchen anderer wohl stecken mag. Statt dessen kommt dann da Verächtlichkeit, verbunden mit Aufwertung der eigenen Person. Ich kann mir vorstellen, wie jemand, der immer wieder auf sowas stößt, Stück für Stück zerbricht.
 
es kommt immer drauf an, wie sich diese Emotionalität äußert.
in deinem Fall klingt es so, als wenn es sich bei demjenigen so äußert, dass er andere angreift und beleidigt und wir hinterfragen sollten, warum er das tut.
(i.d.R gehen die Leute hier nicht grundlos jemanden als "böser Mensch" an)

was ist denn mit dem Schaden, den er bei den anderen mit seinem Angriff und Beleidigungen anrichtet?
bloss weil´s ihm schlecht geht hat er das Recht, dafür zu sorgen, dass andere sich schlecht fühlen?

sry - aber das geht nicht und ich behaupte mal, dass wenn jemand es für nötig hält auf diese Weise sein Problem äußern zu müssen, haben entweder seine Eltern bei der Erziehung versagt oder er ist wirklich ein "böser Mensch".
in beiden Fällen sehe ich nicht den geringsten Grund ihn in der Priorität höher zu setzen als seine "Opfer".
 
Wenn sich Leute umbringen haben sie oft eine schwierige Kindheit und andere unglückliche Umstände gehabt,kein gutes Selbstwertgefühl, selbstzerstörerische Gefühle entwickelt und glauben , dass ihre Situation auswegslos ist.
Ich finde es sehr schlimm , wenn sich Leute umbringen (besonders bei Kindern und Jugendlichen ).

Oft liegt es daran,das sie keine richtige Unterstützung, Hilfe ,Verständnis, Liebe und Halt bekamen
und mit Leuten / Eltern / Partnern zusammen waren, welche ihnen nicht gut taten.
Viele Selbstmorde hätten durch einen Halt und Therapie verhindert werden können.
 
Hierzu und auch insgesamt zum Thema
Vermutlich entscheidet man nicht heute, dass man morgen sterben möchte und sorgt dafür am nächsten Tag auch. Es wird wohl ein Prozess sein mit vielen Hoffnungen, Schmerzen und Enttäuschungen...

Für mich habe ich entschieden, mich meiner Lieben anzuvertrauen und ein paar Worte zum selben Thema an sie zu richten. Die Trauer ist mir natürlich bekannt, auf der anderen Seite ist sie mir unverständlich und da war es mir wichtig vorzubeugen. Die Gedanken nach Holland/in die Schweiz zu fahren, wenn es denn so sein soll kenne ich nämlich auch.

Also schnappte ich mir die paar lieben Menschen und erklärte mich, wieso, weshalb, warum...
und machte klar, dass ich sehr lange Zeit das schöneste Leben auf Erden hatte und sehr dankbar bin. Ich erzählte über viele schöne und auch gemeinsame Erlebnisse, um sie an die schönen Zeiten zu erinnern, und mit dem Gedanken vertraut zu machen...

Ich möchte aber noch ein bisschen leben...🙂

Ich wollte grade fragen, ob es für die Menschen hier vorstellbar wäre, dass ein Freund/Familienmitglied, das nicht mehr leben will, weil das Leben ihm/ihr einfach nichts mehr gibt, sie darauf vorbereitet.

Ob das akzeptierbar wäre.

Ich überlege nämlich auch, meine Familie so wie du darauf vorzubereiten, dass ich eventuell mal die Schnauze voll haben werde, und dass ich leider nicht hier bleiben kann, nur damit ich theoretisch für sie erreichbar wäre, aber ich würde ihnen gern Schuldgefühle/Hass/Unverständnis usw. nehmen.
 
Das ist ein schwieriges Thema, wie fast alles das mit Tod zusammen hängt.Warum trauern? Ich trauere um einen Menschen der mir lieb und teuer war und den ich auf tragische Weise verloren habe.Ich trauere auch bei dem Gedanken, was er durchlebt haben muss, bis dieser Entschluss zu gehen in ihm gereift war. Krankheit, Trennung es gibt viele Gründe und ich kann auch verstehen, dass man einen solchen Schritt geht. wenn alles aussichtslos erscheint.
Einschlafen dürfen, wenn man die Schmerzen seelischer oder körperlicher Art nicht mehr ertragen kann, ist ein Gedanke der tröstet und es ist eigentlich eine befreiende , wunderbare Sache.Ich kann nicht nachvollziehen, dass es von vielen Menschen verurteilt wird, wenn jemand aufgibt. Du musst stark sein, Du musst kämpfen, aber stark sein wenn ich unheilbar krank bin? Niemand bringt sich mal eben um und niemand sollte das verurteilen denn niemand ist der Weg dieses Menschen gegangen und weiss um sein Leid.
Die Menschen, die zurückbleiben, haben alles Recht zu trauern und alles Recht von uns Beileid zu erfahren, denn warum auch immer jemand dieses Leben freiwillig verlässt, er fehlt und das ist ein Grund traurig zu sein.:unschuldig:
 
ich habe nicht alle beiträge gelesen, aber warum man trauert?

Unsere jüngste Tochter ist mit einer sehr schlimmen Krankheit geboren worden
Nur erhebliche Knochenmarkentnahmen, die teilweise sehr risikoreich waren, hat meine frau über sich ergehen lassen (einzig potentiell kompatible person).

Dann hat sie sich viele Jahre später umgebracht.


ja, man trauert anders. Man ist tottraurig und verständnisslos. eine nicht schöne komibination

Magic
 
Wenn ein Mensch stirbt, sei es an einer Krankheit oder durch einen Unfall etwa, dann verstehen wir das als unabwendbares Schicksal. Stirbt er jedoch durch eigene Hand, drängt sich für die Umwelt immer die Frage auf, ob man das hätte verhindern können. In einem gewissen Sinne fühlt man sich vielleicht sogar mitschuldig.
Als sich eine Mitschülerin von mir in den 60iger Jahren kurz vor dem Abi erhängte, fragten wir uns, ob wir die Anzeichen nicht hätten wahrnehmen müssen, wir vielleicht Signale nicht richtig gedeutet hatten.
In meinem Bekanntenkreis gab es vor vielen Jahren einen damals jungen Mann, der massiv unter Depressionen litt. Seine junge Frau hatte ihn an einem Morgen zuhause zurückgelassen, war in die Stadt zum Einkaufen gefahren. Als sie später zurückkehrte, fand sie ihn erhängt vor.
Ich habe noch andere vergleichbare Fälle in meiner Umgebung erlebt im Laufe der Jahre und immer wollte die Frage nicht erlöschen, ob wir etwas überhört und übersehen hatten, um vielleicht doch noch eingreifen zu können.
Bei mir hatten damals drei Mitbewohner sensible Ohren und wachsame Augen, um wahrzunehmen, was sich da anbahnte bei mir und sie handelten.
Es ist nicht nur die Trauer um einen konkreten Verlust, sondern auch die Erfahrung des (vielleicht) tödlichen eigenen Versagens.

Burbacher
 
.....
Stirbt er jedoch durch eigene Hand, drängt sich für die Umwelt immer die Frage auf, ob man das hätte verhindern können. In einem gewissen Sinne fühlt man sich vielleicht sogar mitschuldig.
.....

Zumindest ein Teil dieser Menschen sucht vorher Hilfe. Einigen
dieser Menschen können wir helfen, wenn wir sehr gut zuhören,
und die Hintergründe ihrer Äusserungen oder Fragen verstehen
und auf sie eingehen. Ihre Tat ist oft Ausdruck völliger Ver-
zweiflung und Hoffnungslosigkeit. Sie erwarten, dass ihnen
jemand einen Weg zeigt und ggf. dabei hilft ihn zu gehen.
 

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