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Warum Trauer bei Selbstmord?

Die Trauer ist mein Gefühl des Verlusts, und es ist egal, ob der Mensch beim Brotholen von einem Auto umgefahren wird oder ob er sich aus Grund x das Leben nimmt: das Loch in meinem Leben und meinem Herzen ist gleichgroß.
 
Eine sehr junge Polizistin sagte zu mir, wenn ich bei Suizid Beileidsbekundungen erwarte, habe ich mächtig einen an der Klatsche.
Und für die Nachbarn wäre das auch ganz schrecklich.

Warum? Was ist für die Nachbarn daran schrecklicher als für die Hinterbliebenen? Das in ihrer seriösen und ehrenwerten Straße jemand so was tun kann?
Wer Suizid begeht, denkt in dem Moment nicht mehr rational. Er ist genau so krank, wie jemand der an Krebs oder am Herzinfarkt stirbt. Nur ist das eben ein Infarkt im Gehirn. Warum soll man um diesen Menschen nicht genau so trauern? Und warum spricht man den Angehörigen dann kein Beileid aus? Eher Glückwünsche oder was? Was soll diese Unterscheidung? Wenn ein Mensch stirbt, ist das nicht tragisch genug? Muss man dann noch unterscheiden, woran? Ist das eine mehr wert als das andere? Ist ein Krebstod ehrenwerter als ein Suizid?
 
Es tut mir leid, aber als jemand, der in seinem Leben nicht nur einmal in Gefahr stand, sich selbst aus dem Leben zu verabschieden, wird mir schlecht bei manchen Beiträgen.
Ich denke, es gibt kaum ein größeres psychisches und persönliches Desaster im Leben eines Menschen, als die Auseinandersetzung mit sich selbst, ob man sich durch eigene Hand aus dem Leben befördern soll.
Bei mir spielten in einigen dieser Momente auch die Gedanken an mögliche Hinterbliebene eine Rolle. Ich dachte etwa an meine schon betagte Mutter, die bereits zwei Kinder verloren hatte.
Ich dachte an meine eigenen Kinder, denen ich den Beleg meines Scheitern auf drastische Weise liefern würde. Ja, das hatte auch etwas mit Stolz zu tun, ob ich ihnen dieses letzte Bild von mir so hinterlassen dürfe.
Kurzum: Ich denke, niemand geht leichtfertig selbst aus dem Leben.
Die Tragik eines Menschen, der zum letzten Schritt greift, ist, finde ich durchaus Anlass zur Trauer.

Burbacher
 
wenn jemand selbstmord begeht sollte man verständnis für denjenigen zeigen denn anscheinend ist es das beste für diesen menschen gewesen und wenn er weiter gelebt hätte wäre es nur eine qual und da wäre keine freude mehr am leben. in dem sinne sollte man keine trauer zeigen sondern sollte sich 'freuen' (verständins zeigen) dass diese person sich nicht weiter quälen muss und sie es jetzt überstanden hat

wenn es sich nicht um selbstmord handelt dann kann ich die trauer natürlich verstehen
 
[...]
Dann sollte man Deiner Meinung nach den Hinterbliebenen noch Glückwünsche schicken und fröhliche Feste feiern?
[...]

Wer Suizid begeht ist krank, genau so krank wie ein krebskranker Mensch. Den Suizid begeht man im Rausch, dessen man nicht mehr man selbst ist. Da hat die kranke Seele jegliches normale und rationale Denken ausgeschaltet. Und für fast jedes Problem gibt es eine Lösung. Nur kann der seelisch kranke das auf Grund seiner Krankheit nicht mehr erkennen. Wie viele Suizids passieren aus nichtigen Gründen oder sogar so, dass für die Hinterbliebenen noch nicht mal ein Grund erkennbar wird.
Viele die Suizid begehen wollten und gerettet wurden sind dankbar dafür. Weil das Leben eben nicht eine Qual ist, die es zu überstehen filt, sondern weil sie in diesem Moment von ihrer Krankheit übermannt wurden.

Wer Suizid begeht ist krank in der Seele, so wie ein Anderer am Herz, oder am Bein, oder Darm.
 
Zuletzt bearbeitet:
ich schreibe nicht aus der sicht der angehörigen das ist alles. ich war dem suizid schon sehr nahe und für mich persönlich ist es nur eine qual weiterzuleben und wenn ich tot wär dann hätte ich keine probleme mehr. das ist meine meinung und die darf ich doch wohl vertreten. und deine aussage 'für fast jedes problem gibt es eine lösung' ist vollkommen falsch denn sie bleiben für immer eine erinnering die man nicht einfach aus dem kopf löschen kann auch wenn das problem oberflächlich gelöst scheint
 
[...]
tiere werden eingeschläfert wenn sie sehr krank sind oder schon zu alt. sie werden eingeschläfert damit sie keine schmerzen und qualen mehr aushalten müssen - es ist eine hilfe weil sie sich nicht selbst bewusst töten können. nun kann der mensch dies selbst tun wenn er keine kraft mehr hat und jeder tag nur eine schwere belastung ist. dafür sollte man verständnis haben!!
meine oma war totkrank und ist gestorben. ich war froh dass sie endlich von den schmerzen befreit wurde weil ich sie geliebt habe und nicht wollte dass sie solche qualen durchstehen musste


menschen die sich selbst umgebracht haben und auch genau wie meine oma an schmerzen (körperlich als auch seelisch) tagtäglich gelitten haben, wurden dann durch den tod endlich erlöst

ich habe nie gesagt es wäre falsch wenn menschen um andere menschen trauern. man sollte sich nur beide seiten bewusst machen


ich bin asperger autistin und habe starke depressionen. wenn du mir nun ein mittel geben kannst das mich heilt und somit all meine probleme löst, dann werde ich auch nicht an den tod denken. da es aber kein heilmittel gibt kann man mir auch nicht helfen. logischerweise
 
Zuletzt bearbeitet:
natürlich. für mich selbst aber ist das verständnis grösser als die trauer. es macht mich trauriger zu wissen und zu sehen dass jemand am ende ist und sich selbst quält
 
Es ist aber durchaus auch denkbar zu trauern, dass dieser Mensch keinen anderen Weg mehr hatte, als den Freitod zu wählen. Denn Trauer ist mehr als nur den Verlust eines anderen Lebewesen zu verarbeiten. Trauer geht oft über dies hinaus. Es kann auch, Trauer über das Leben, was jemand hat geführt sein. Trauer ist auch ein Weg etwas zu verarbeiten. Erleichterung und Trauer können nah beieinander sein.
Ich kann froh sein, dass ein anderes Lebewesen durch den Tod erlöst wurde und doch kann ich traurig sein, dass es diese Erlösung brauchte. Ich kann es trotzdem auch vermissen und ihm ein Leben gewünscht haben, was Gesundheit und Freude gibt. Kann traurig sein und darum trauern, dass es anders ist/war...
 

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