Ich als Nichtgläubiger bringe jetzt mal was, das in der Bibel steht und das so dermaßen viel aussagt zu diesem Thema:
"Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
Ganz einfacher Satz. Das muss man erstmal verinnerlichen ... soviel zu "zeitgemäß" ... was bedeutet das, "Nächster"? Der nahe Verwandte? Der Nachbar? Der Mensch, der neben einem steht, nicht unsere Sprache spricht, weil er aus einem anderen Land stammt?
Ich stehe ja auf diese Weisheiten aus den Glaubensrichtungen - nicht nur aus dem Christentum, obwohl ich mir meiner Herkunft durchaus bewußt bin. Ich bin in eine Gesellschaft geboren, die auf den Grundpfeilern dieses Glaubens errichtet wurde - mehr oder weniger. Es ist vermischt mit dem heidnischen Glauben ... sieht man an einigen Festen, die bei uns gefeiert werden. Und siehe auch die Zusammenlegung der Feiertage Wintersonnenwende/Sommersonnenwende mit den christlichen "Eckdaten" ... das zeugt davon. Genaugenommen weiß man gar nicht, wann genau Christus geboren wurde. Es gibt keinerlei Aufzeichnungen darüber - man hats irgendwann einfach festgelegt - passend zur "Anektierung" heidnischen Gebiets.
Pragmatisch zu den Todsünden nochmal - auch interessant für unsere heutige Zeit - meine "Lieblingssünde" in Bezug auf unsere aktuelle Gesellschaft und den Problemen: "Habgier"
"Und er sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier, denn niemand lebt davon, daß er viele Güter hat." und noch weiter "Ihr könnt sicher sein, dass kein unzüchtiger, unreiner oder habgieriger Mensch je das Reich Christi und Gottes miterben wird."
Von der geschwollenen Ausdrucksweise muss man sich nicht beirren lassen - der ganze Text ist so. Es IST halt ein Zeitdokument, das viele Hundert und mittlerweile tausende Jahre hinter sich hat.
Habgier - das Übel unserer Zeit! Gäbe es sie nicht, hätten wir vielerlei sehr große Probleme mit unserem Planeten nicht! ... also ist das nun zeitgemäß oder nicht? Gerade DAS ist sowas von zeitgemäß, wenn ihr mich fragt.
Klar picke ich mir meine Lieblingsstellen raus - aber genau das ist es doch! Viele Dinge, die dort beschrieben sind entstammen einer Zeit, in der man sich die Welt nicht anders erklären konnte - 7 Tage Welterschaffung, Adam und Eva, komische Metaphern die nicht mehr zeitgemäß sind. ABER die Grundsätze dieser Glaubensdokumente sind heute noch aktuell! Persönlich kann ich allerdings auch nicht verstehen, wie ein gebildeter Mensch aus unserer Zeit, die Bibel 100% wörtlich nehmen kann, ohne das zu hinterfragen und in den Kontext unserer modernen Erkenntnisse setzt.
Wissenschaft und Glaube schließen sich ja nicht aus ... also zumindest nicht, wenn man die uralten Texte als das sieht, was sie sind: Eine Überlieferung aus einer Zeit, in der man keine Wissenschaft hatte.