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wachsende Intoleranz und (Nicht-) Religion

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Man muss sich auch fragen: Was hat denn zB zu solch schrecklichen Dingen geführt wie Kreuzzüge (oder Religionskriege im allgemeinen), oder zu den Verbrechen der Nazizeit usw:
Es ist ja doch immer einzig und allein der Gedanke, dass ein Glauben, eine Religion oder eine Rasse besser wäre als eine andere: Nicht das Christentum hat zum Kreuzzug geführt, sondern die überhebliche Arroganz jener Menschen, die beschlossen haben, dass ihr eigenes Leben mehr wert sei als das anderer und dass sie das Recht hätten, anderen ihre Freiheit zu nehmen oder sie gar umzubringen.
Genau die gleichen Gedanken haben zu Naziverbrechen geführt und sie führen heute zu Terroranschlägen usw: Es ist doch immer die gleiche Geisteshaltung, die dahintersteckt.
Macht es also zB Sinn, die Christliche Kirche (oder den Islam, oder Deutschland)zu bekämpfen, weil in ihren reihen diese Verbrechen geschehen sind? NEIN, das macht keinen Sinn: man muss diese Geisteshaltung bekämpfen, die zu diesen Verbrechen geführt hat.
Jesus zu verehren macht allein noch keinen Kreuzritter: Da kommt noch ein ganzer Haufen anderer fehlgeleiteter gedanken dazu. Auch ein Kopftuch zu tragen macht noch keine islamistischer Terroristin aus- da gehört mehr dazu. Und ein Deutscher ist und war auch nie automatisch ein Nazi:
Es ist immer der Gedanke besser zu sein, mehr Rechte zu haben als andere und es ist der gedanke, dass es einem zusteht, über die freiheitlichen rechte anderer entscheiden, bzw anderen diese nehmen zu dürfen.
Dieser Gedanke macht aus jeder Religion, jeder Ideologie und jedem Glauben etwas Schreckliches: Es ist selten der Glaube oder die Ideologie allein.

Würde ausnahmslos JEDER das bewusstsein in sich tragen, dass die freiheitlichen Rechte einer jeden Person unantastbar sind, egal welcher Herkunft dieser Mensch ist, oder welchem Glauben er angehört, hätten wir all diese Probleme doch garnicht.
 
Die Fragen, die hier zum wiederholten Male zur Diskussion stehen, beschäftigen mich, seit ich denken kann und sie bestimmten einen großen Teil meines Lebens.
Nicht selten habe ich darunter mehr gelitten, als mir gut tat. Lassen kann ich dennoch nicht von ihnen, weil sie Teil meines "inneren Gens" sind.
Es bereitet mir auch keine Probleme, einzuräumen, dass ich mich nicht selten mehr von den Zweiflern verstanden fühle als von jenen, die mit fast fanatischem Bekenntniseifer ausgestattet sind. Letztere haben mich in meinen Jugendjahren
erst traktiert mit ihrer aufdringlichen Rechtgläubigkeit und waren dann schließlich Anlass, das Studium der Theologie aufzunehmen.
Seither ist beinah ein halbes Jahrhundert vergangen, und ich sehe, da hat sich nicht viel geändert. Meine Zweifel entstehen nicht im Austausch mit Atheisten und Andersdenkenden, sie werden aber genährt durch jene, die über Gott alles wissen, wobei sie vergessen, wie es der vielleicht größte evangelische Theologe der Neuzeit, ich spreche von Rudolf Bultmann, einmal formulierte, dass er ihnen dabei zuhört.
Für mich selbst, und da sehe ich Defizite, besteht die größte Baustelle bei den meisten Fundamentalisten in der Diskrepanz zwischen Reden und Handeln. Mit theologischen Finessen, mit bigotter Frömmigkeit überzeugt man Zweifler nicht. Der Mangel wird im Handeln sichtbar.
Da sehe ich mich selbst auch in einer Bringschuld und kann nur auf Nachsicht hoffen.
Die Bergpredigt sagt dazu alles. Sie lehrt uns Bescheidenheit und weist uns unsere Aufgabe zu.

Burbacher
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist immer der Gedanke besser zu sein, mehr Rechte zu haben als andere und es ist der gedanke, dass es einem zusteht, über die freiheitlichen rechte anderer entscheiden, bzw anderen diese nehmen zu dürfen.
Dieser Gedanke macht aus jeder Religion, jeder Ideologie und jedem Glauben etwas Schreckliches: Es ist selten der Glaube oder die Ideologie allein.

Würde ausnahmslos JEDER das bewusstsein in sich tragen, dass die freiheitlichen Rechte einer jeden Person unantastbar sind, egal welcher Herkunft dieser Mensch ist, oder welchem Glauben er angehört, hätten wir all diese Probleme doch garnicht.

Hübsch geschrieben, nur ist das neuzeitliches Gedankengut, das "früher" nur Ketzer zu wagen dachten - denn wer Rechte hatte oder nicht, bestimmten früher Kirche und Fürsten - und selbst heute bei weitem nicht überall bekannt ist. Geschweige denn daß auch nur jeder, der mal davon gehört hat, sich daran hielte.
 
und selbst heute bei weitem nicht überall bekannt ist. Geschweige denn daß auch nur jeder, der mal davon gehört hat, sich daran hielte.
Genau deswegen ist das eben nicht nur "hübsches Gedankengut" sondern eben auch wichtiges Gedankengut, dass man nicht einfach so als hübsch wegwischen sollte, sondern dass es zu vertreten gilt und für das man auch einstehen sollte.
Sonst überlässt man doch die Bühnen denen, die sich nicht daran halten. es können sich nur deswegen so viele darüber hinwegsetzen, weil es mehr Leute gibt, die es so lapidar wegwischen als es Leute gibt, die sich dafür einsetzen!
 
Neuzeitliches Gedankengut, habe ich geschrieben. Aber wer Menschenrechte schützen will, muß auch bereit sein, schwere Geschütze aufzufahren wenn nötig, denn wer die Menschenrechte eh nicht achtet, besitzt auch meistens in anderer Hinsicht keine Skrupel. Kriminelle und Diktatoren zieht man nicht mit frommen Worten aus dem Verkehr, sondern mit Polizei, Gerichten und wenn nötig auch Waffengewalt.
 
Warum soll bei uns (Atheisten) das Verhalten der Kirche im Mittelalter kein Thema (mehr) sein, wenn die Gründe für aktuelle Konflikte bei den Juden und Moslems noch viel weiter zurückreichen?

Als die Wüstenlandschaft Dank muslimischer Passivität noch Wüste war, war sie den Muslimen nicht wichtig. Als die Juden daraus eine fruchtbare Landschaft und einen modernen Staat machten, kam Neid auf, gefördert von den Briten, die beiden Seiten Versprechungen machten, aber nicht einhielten.

Dann bleib eben Moslem.
 
Vielleicht haben wir unterschiedliche Vorstellungen davon, was wir unter "höheren Werten" verstehen? Vielleicht können wir mal eine kleine Definition versuchen? Was würdet Ihr unter diesem Begriff verstehen und was nicht?

Ich glaube auch, dass "höhere Werte" falsch (von Nordrheiner) ausgedrückt war. Denn die Moral des Menschen unterscheidet sich meines Erachtens auch nicht von der Gottes. Hier sind alle gleichberechtigt 🙂.

Es dürfte vielmehr darum gehen, dass das Wissen des Menschen und seine Macht einem höheren Wissen und einer größeren Macht etc. gegenüber stehen. Auch die Unfehlbarkeit Gottes (sofern man sich ihn personal vorstellen will) dürfte der eines Menschen deutlich überlegen sein.
 
Je nach Ausrichtung der offiziellen Weltanschauung können durchaus auch die Nichtgläubigen in Gefahr geraten, ins Gefängnis zu kommen (siehe Ägypten, wo derzeit die Ungläubigen zur Gefahr für die Gemeinschaft erklärt werden).

Dein Beitrag ist zu fremdschämen.

Derzeit leben über 200 Mio Christen in über 50 Ländern, die auf Grund ihres Glaubens im Gefängnis sitzen oder
andere Menschenrechte vermissen müssen, insbesondere die Religions- und Meinungsfreiheit. So viel Verharmlosung, wie Du es hier bringst, ist ein Faustschlag für verfolgte Christen.
 
Ich glaube auch, dass "höhere Werte" falsch (von Nordrheiner) ausgedrückt war. Denn die Moral des Menschen unterscheidet sich meines Erachtens auch nicht von der Gottes. Hier sind alle gleichberechtigt 🙂.

Wenn Du Gott umfassen könntest, wäre ein Vergleich möglich.

Und wenn ich von höheren Werten schrieb, dann meinte ich auch höhere Werte und nicht Moral. Und was darunter zu verstehen ist, erklärte ich ebenfalls.
 
So viel Verharmlosung, wie Du es hier bringst, ist ein Faustschlag für verfolgte Christen.

Ausnahmsweise darf ich mich hoffentlich mal über eine Reaktion von dir so richtig ärgern, bitte gewähre mir das. Deine Erwiderung ist wirklich unglaublich, in meinen Augen eine Frechheit und mindestens ein genauso heftiger Faustschlag!

Es ging darum, dass Menschen wegen ihrer Religion oder Nichtgläubigkeit in vielen Ländern verfolgt werden, und mir ging es darum, dass auch die Nichtgläubigen dieser Gefahr ausgesetzt sind. Was daran Verharmlosung sein soll, ist nicht nachvollziehbar für mich.

Vielleicht kannst du meinen Beitrag einfach als das sehen, was er ist? Eine Erweiterung der Diskussion über das Thema "Verfolgung von Menschen, die andere Weltanschauungen haben als die in einem Land vorherrschende"? Wäre das möglich?
 
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