Hallo zusammen,
da der Thread schon einige Jahre besteht und ich gerade selbst mit der Kurz-vor-Ende-Fassung fertig geworden bin, hier meine Erfahrungen beim Schreiben. Zunächst kann ich sehr gut mitfühlen, wie einen der ganze Stress beim Lesen, Thema finden, Gliederung ausarbeiten usw. mitnehmen kann. Ich selbst hatte die pure Panik schon seit 4 Semestern mit mir rumgeschleppt, bin auch über der Regelstudienzeit und habe mir selbst in der ganzen Zeit eingeredet, am Ende wenigstens eine gute Note zu haben (Schnitt ist im Moment leider doch auf 1,7 gefallen). Doch beim Schreiben => Totalausfall. Wut über sich selbst, die mangelnde Fähigkeit, sich zu motivieren, dazu Zukunfts- und Versagensängste, an manchen Tagen hätt ich mit Freude den ganzen Planeten angezündet (bildlich gesprochen).
Letztlich kann ich allen, die sich mit den selben Problemen herumschlagen, nur sagen, dass bei mir ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Schreiben einer Hausarbeit und meiner Abschlußarbeit darin bestand, wie ich an die Arbeit herangegangen bin. Bachelorarbeit, Masterarbeit, Abschlußarbeit, Staatsexamen, da steht überall mit unsichtbarer Tinte geschrieben: Alles oder Nichts! Und genau diesen Gedanken muss man abstellen, da er zu den obigen Symptomen führt und einen Totalausfall begünstigt. Wenn es zuviel wird, aufhören, nicht für den Tag, aber mal für ein paar Stunden. Ich lag in der einzigen Pause, die ich meines Erachtens nach richtig gestaltet habe, relativ am Ende des Schreibprozesses einfach mal vier Stunden auf der Couch, nebenbei ein bisschen Klassik (bin an sich da nicht der Fan von, aber den Nerven schadet Struktur in der Musik sowie beruhigende Klänge sicher nicht) und hab einfach an das gedacht, worauf ich Lust hatte. Danach hab ich mich hingesetzt und ein ganzes Kapitel fertig geschrieben, ohne auch nur einmal vom Monitor wegzuschaun. Am Tag davor sind drei Bücher durchs Zimmer geflogen (Gott sei Dank meine eigenen 😉 und ich hab mit Mühe und Not eine halbe Seite in sieben Stunden hinge(rotzt).
Der Schreibprozeß einer größeren Arbeit ist immer ein Kampf mit und gegen sich selbst, aber man kann selbst entscheiden, mit welchen Waffen man ihn führt.
In diesem Sinne, all denjenigen, die im Moment auch am Schreiben verzweifeln, viel Erfolg und lasst euch nicht unterkriegen!!