Burbacher
Aktives Mitglied
Tsunami, Du schreibst:
„Ich muss mal eine ganz simple Frage fragen:
Worum geht es denn eigentlich bei einem Glauben an einen Gott bzw. einer Religion?
Was macht einen Gottglauben bzw. eine Religion so unverzichtbar, dass jemand, der das zuvor Genannte nicht hat, einen Mangel erleidet? Was ist der Unterschied?
Exemplarisch:
Nordrheiner, Burbacher, was bringt euch euer Gottglaube mehr, als Menschen haben, die keinen Gottglauben haben?
Warum brauche beispielsweise ich, oder alternativ ein beliebiger anderer Mensch, den islamischen oder christlichen Gott? Warum?“
Du stellst in der Tat die Frage aller Fragen, die zum Verständnis nach meiner Meinung sehr wichtig ist. Und ich möchte dir darauf sehr persönlich antworten, weil ich allgemein gar nicht anders kann.
Für mich ist mein Glaube keine Frage der Kosten-Nutzen-Rechnung, im Sinne von „Wenn ich glaube, dann bekomme ich...“ Ein solches Religions-und Glaubensverständnis beschreibt Max Weber in seiner „Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus sehr trefflich und sie besagt, dass erfolgreiche, fromme Geschäftsleute wirtschaftlichen Erfolg auf ihre religiöse Haltung zurückführen. Das ist allerdings ein Denken im Sinne einer Kosten-Nutzungs-Rechnung. „Ich glaube, und Gott belohnt mich dafür.“ Das allerdings kann mächtig schiefgehen, und ich habe selbst erlebt, wie sich die Einstellung eines Freundes aus frühen Jahren dramatisch änderte, als das erwartete Erbe von seinem Vater plötzlich ins Nichts auflöste und der Vater Konkurs anmelden musste. Die religiöse Einstellung meines Freundes löste sich auf wie ein Stück Butter in der Sonne. In meinem Leben spielte ein anderes Geschehen eine sehr wichtige Rolle. In jungen Jahren stand ich wiederholt an der Grenze zwischen Leben und Tod. Die Ärzte hatten mich aufgegeben. Meine Erinnerung reicht sehr weit zurück. Vielleicht war es die Dramatik, dass ich in meiner Erinnerung bis ziemlich genau zu meinem vierten Lebensjahr zurückkomme. Und da war diese Hoffnung, dass ich überleben werde. Eine Erklärung dafür, warum dies wirklich geschah, gibt es nicht. Im Grunde ereignete sich meine Genesung wider alle menschliche und medizinische Vernunft. Bei mir gibt es Erinnerungen an diese Zeit, die ich nur mit einer metaphysischen Erfahrung erklären kann. Was da mit mir und zu meinem Besten geschah, hatte mit Gott zu tun. Ich kann da nichts beweisen, aber diese Gewissheit trägt mich, auch wenn sie manchmal brüchig ist und auch gefährdet. Und ich halte daran fest.
Burbacher
„Ich muss mal eine ganz simple Frage fragen:
Worum geht es denn eigentlich bei einem Glauben an einen Gott bzw. einer Religion?
Was macht einen Gottglauben bzw. eine Religion so unverzichtbar, dass jemand, der das zuvor Genannte nicht hat, einen Mangel erleidet? Was ist der Unterschied?
Exemplarisch:
Nordrheiner, Burbacher, was bringt euch euer Gottglaube mehr, als Menschen haben, die keinen Gottglauben haben?
Warum brauche beispielsweise ich, oder alternativ ein beliebiger anderer Mensch, den islamischen oder christlichen Gott? Warum?“
Du stellst in der Tat die Frage aller Fragen, die zum Verständnis nach meiner Meinung sehr wichtig ist. Und ich möchte dir darauf sehr persönlich antworten, weil ich allgemein gar nicht anders kann.
Für mich ist mein Glaube keine Frage der Kosten-Nutzen-Rechnung, im Sinne von „Wenn ich glaube, dann bekomme ich...“ Ein solches Religions-und Glaubensverständnis beschreibt Max Weber in seiner „Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus sehr trefflich und sie besagt, dass erfolgreiche, fromme Geschäftsleute wirtschaftlichen Erfolg auf ihre religiöse Haltung zurückführen. Das ist allerdings ein Denken im Sinne einer Kosten-Nutzungs-Rechnung. „Ich glaube, und Gott belohnt mich dafür.“ Das allerdings kann mächtig schiefgehen, und ich habe selbst erlebt, wie sich die Einstellung eines Freundes aus frühen Jahren dramatisch änderte, als das erwartete Erbe von seinem Vater plötzlich ins Nichts auflöste und der Vater Konkurs anmelden musste. Die religiöse Einstellung meines Freundes löste sich auf wie ein Stück Butter in der Sonne. In meinem Leben spielte ein anderes Geschehen eine sehr wichtige Rolle. In jungen Jahren stand ich wiederholt an der Grenze zwischen Leben und Tod. Die Ärzte hatten mich aufgegeben. Meine Erinnerung reicht sehr weit zurück. Vielleicht war es die Dramatik, dass ich in meiner Erinnerung bis ziemlich genau zu meinem vierten Lebensjahr zurückkomme. Und da war diese Hoffnung, dass ich überleben werde. Eine Erklärung dafür, warum dies wirklich geschah, gibt es nicht. Im Grunde ereignete sich meine Genesung wider alle menschliche und medizinische Vernunft. Bei mir gibt es Erinnerungen an diese Zeit, die ich nur mit einer metaphysischen Erfahrung erklären kann. Was da mit mir und zu meinem Besten geschah, hatte mit Gott zu tun. Ich kann da nichts beweisen, aber diese Gewissheit trägt mich, auch wenn sie manchmal brüchig ist und auch gefährdet. Und ich halte daran fest.
Burbacher