Gestattet mir, dass ich nochmals meinen Eindruck über diese Diskussion für mich zusammenfasse. Dass ich Nordrheiner`s Themenstellung für unglücklich, ja auch inhaltlich überfrachtet und letztlich nicht zielführend halte, brachte ich wohl deutlich zum Ausdruck.
Er und ich haben da wohl sehr unterschiedliche Sichtweisen. Aber darum geht es schon längst nicht mehr. Besonders ihr, Tsunami und mikenull, erweckt in und mit euren Beiträgen, dass euch jede Antwort, die aus einer religiösen Überzeugung heraus gegeben wird, gegen den Strich geht.
Das allein aber würde mich nicht aus der Ruhe bringen. Was aber meinen Unmut, mein Unverständnis hervorruft, ist der Fanatismus mit dem ihr hier dem Nihilismus Tür und Tor öffnet. Auch das ist natürlich legitim und an sich nicht unredlich.
Dennoch die Fülle weckt mein Misstrauen. Vor allem aber frage ich nach der Motivation.
Was treibt euch? Was wollt ihr damit bezwecken? Wem dient das, was ihr tut?
Wir bewegen uns in einem Forum hier, in dem es sehr viel um menschliche Nöte, um existenzielle Probleme geht, auch um Fragen von Orientierung und inneren Halt geht. Und da gibt es dann Menschen wie Nordrheiner und mich, die diese Fragen aus ihrer religiösen Überzeugung beantworten.
Da unterscheiden wir beide uns nicht von all den ungezählten Milliarden, die vor uns solche Fragen formuliert haben und die Antworten darauf in den verschiedenen Religionen gefunden haben.
Ich selbst habe in meiner relativ kurzen Lebensspanne einige Menschen erlebt, die mir - mich überzeugende - Antworten aus ihrer religiösen Überzeugung gegeben haben. Das war in einigen Momenten nicht nur hilfreich allein, sondern sogar lebensrettend.
Ohne diese Antworten, ohne diese Menschen hätte ich meine Krise nicht überlebt.
Das allein schon überzeugt mich, vor allem aber, es gemahnt mich, daran festzuhalten. Man kann alles in Frage stellen, ob man das auch darf, bezweifle ich.
Nochmals zu euch, Tsunami und mikenull, was sind eure Motive? Wenn ihr Menschen aus einer sie psychisch und sozial versklavenden Sekte holen würdet, stünde ich sofort auf eurer Seite.
Lese ich jedoch eure Antworten, dann schlägt mir Geringschätzung dessen entgegen, was mir und anderen hier wichtig ist und wertvoll, um nicht zu sagen, "heilig."
Nein, teilen müsst ihr gar nichts. Respektieren allerdings. Als Nordrheiner`s Antwort, als meine sehr persönliche Entscheidung.
Einem Kind, das an die Liebe seiner Eltern glaubt, diese Liebe zu bestritten, ist schändlich. Einem sterbenskranken Menschen die Gewissheit zu nehmen, dass er nicht ins Nichts fällt, wenn er dann gehen muss, wäre für mich an Brutalität nicht zu überbieten und allemal schändlich.
Ich entnehme euren Beiträgen ein gewisses Vergnügen am Streit und das geht für mich in Ordnung. Nicht in Ordnung aber geht es, wenn ihr erstens versucht, Menschen das zu beschädigen, was ihnen heilig ist. Ohne, dass es dabei um religiöse Hintergründe ginge, fände ich das schändlich und despektierlich auch.
Mir sind zu viele Menschen begegnet, die sich nicht deshalb umbrachten, weil sie zu viel Halt hatten und sich etwa eingeschnürt füllten, sondern weil sie zu wenig Halt hatten und keinen Boden mehr unter den Füßen.
Schlussendlich: Gerade unter Experten wird ja bekanntermaßen immer wieder darüber gestritten, wie hilfreich solche Foren sind oder letztendlich sogar schädlich.
Euer beider Beiträge, tut mir leid, scheinen diesen Eindruck zu bestätigen, gerade wenn es um Themen geht, die einer gewissen Sensibilität und eines Mindestmaßes an Verantwortung bedürfen.
Ich bedaure, aber das musste ich euch jetzt ins Stammbuch schreiben.
Burbacher