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Verstehst Du die Lösung gesellschaftlicher Probleme aus Sicht des Islam?

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Und was habe ich heute gehört. Eine doku über das christentum. Wer war jesus christus. Die bibel sagt nicht: der ganz untadelige.

In der bibel steht: dauernd auf partys. Gesoffen und gefressen. Im tempel randaliert, mit besten freunden die waren huren und verbrecher.

Tolles vorbild für unsere kinder. wo bitte steht in der Bibel, dass Jesus dauernd auf Parties war und gesoffen und gefressen hatte? Merkwürdige Doku, die Du da gesehen hast. Vielleicht solltest Du wenigstens eines der Evangelien lesen... dann kannst auch Du besser erkennen, wie Jesus lebte - und wie eben nicht.

Es ist immer eine frage der sichtweise. Wie du den koran liest. Es sagt wenig über den koran aus.
...
Anders gesagt. Der muslime lernt das schwimmen aus dem koran. Der christ von jesus. Und beides ist die stimme gottes.

Lieber Nicclas,

das Beispiel zielt auf den Rettungsgedanken ab, der im Koran sowie in der Bibel vorhanden ist. Es geht um Gerechtigkeit, Gerechtigkeit vor Gott. Und da müssen sich Muslime gemäß dem Koran die Rettung erarbeiten - ohne jemals Gewissheit zu haben, ob sie ihr Tun ausreicht oder nicht. Diese Selbstrettung wird von Jesus nicht gefordert. Sondern Jesus selbst wurde zum Retter "uns zur Gerechtigkeit".

LG, Nordrheiner
 
Gerade sehe ich die Überschrift der Welt am Sonntag. Jesus mit gefalteten Händen vor einem Koran. Überschrift: "Missverständnis KORAN?"

Hier der Artikel dazu. Das Mohammed-Evangelium - Nachrichten - DIE WELT

Und die Erkenntnis: Der Islam und das Christentum sind garnicht so verschieden. Alles Missverständnisse.

😉

Ja, man könnte es so sagen "Mißverständnisse". Mit der Lesart des Prof. Stosch habe ich keine Probleme. Diese Lesart ist mir auch schon bekannt. Das Problem liegt für mich darin, dass diese Lesart von Muslimen i.d.R. nicht geteilt wird. Aber ganz prima von Dir, cloudy, dass Du diesen guten Artikel gepostet hast. Dankeschön!

Alles Missverständnisse würde ich jetzt nicht sagen.... aber es gibt mehr Brücken, als man denkt.
 
Ja, man könnte es so sagen "Mißverständnisse". Mit der Lesart des Prof. Stosch habe ich keine Probleme. Diese Lesart ist mir auch schon bekannt. Das Problem liegt für mich darin, dass diese Lesart von Muslimen i.d.R. nicht geteilt wird. Aber ganz prima von Dir, cloudy, dass Du diesen guten Artikel gepostet hast. Dankeschön!

Alles Missverständnisse würde ich jetzt nicht sagen.... aber es gibt mehr Brücken, als man denkt.

Naja, in erster Linie wird es von den Salafisten nicht geteilt.

Aber bei dir ist das ja gleich, kennst du einen Moslem, kennst du alle.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Islamische Welt ist ebenso mit vielen verschiedenen Gruppen und Ansichten besetzt, wie es die christliche Welt ist.
 
Ich wollte mal die Katholiken sehen, wenn ein Moslem ihre Bibel umschreiben wollte. Wären bestimmt auch nicht gerade begeistert.
 
Ich wollte mal die Katholiken sehen, wenn ein Moslem ihre Bibel umschreiben wollte. Wären bestimmt auch nicht gerade begeistert.

Na ja, eigentlich geht es nicht um das Umschreiben des Korans. Das große Problem sehe ich z.B. in den Hadithen. Dies ist eine Sammlung von Aussprüchen, die Mohammed getan haben soll sowie Kurzbeschreibungen seines Lebens bzw. seines angeblichen Verhaltens.

Das kann man sich so vorstellen, als ob die katholische Kirche eine Schriftsammlung von Zeitzeugen hätte, aus der hervorgeht, dass Jesus sich gegen Andersgläubige ausgesprochen und z.B. die gewaltbesetzte Verfolgung angeordnet hätte. Dadurch - wenn man so eine Schriftsammlung als den Evangelien gleichbedeutend ansieht, könnte man sowohl friedfertigen Umgang (aus dem NT) als auch gewaltbereiten Umgang aus den Schriftsammlungen entnehmen. Diese Hadithen führen aus meiner Sicht zu einem der großen Probleme des Islam.

Ausführlich geht Hamed Abdel-Samad, 1972 geboren bei Kairo, darauf ein. Ich las: Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Uni Erfurt und am Institut für jüdische Geschichte und Kultur der Uni München. Es heisst, er sei einer der profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Er erzählt in seiner Autobiographie seinen Wandel vom Fundamentalisten zum Islamkritiker. Sein Buch "der islamische Faschismus" wurde ein Spiegel-Bestseller, hatte allerdings die Folge, dass gegen ihn eine Todes-Fatwa ausgesprochen wurde.

Die Sache mit den Hadithen will ich separat näher erläutern, aber nicht mehr jetzt.
 
Die Islamische Welt ist ebenso mit vielen verschiedenen Gruppen und Ansichten besetzt, wie es die christliche Welt ist.

Exakt, lieber Nordrheiner, aber dir ist schon irgendwie klar, dass wir dann hier seit einer kleinen Ewigkeit unter falschen Voraussetzungen argumentiert und gestritten haben? Nicht zuletzt jedoch legte deine Themenstellung falsche Spuren.
Soziologisch betrachtet, ist die Formulierung "gesellschaftlicher Probleme" ein schwammiger Begriff, genau so diffus wie die theologisch angreifbare und wenig präzise Aussage "des Islam". Ich muss gerade dich nicht daran erinnern, dass es auch im christlichen Lager sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber gibt, wer ein Christ ist und wer sich besser nicht so bezeichnen sollte.
Wir beide sind doch bereits lebendiger Beleg dafür, dass unser Glaube sehr verschieden definiert werden kann, wenn wir uns denn nicht auf die Essentials einigen können. Und da sage ich dann nochmals "Zehn Gebote" und "Bergpredigt" enthalten die Kernaussagen unseres Glaubens.
Dazwischen gibt es die Deutungen eines schwäbischen oder eines Pietisten aus dem Siegerland wie Auffassungen neurationalistischer Theologen aus der Schule Rudolf Bultmanns etwa.
Im Islam ist das nicht anders. Was aber hilft uns das schließlich?
Im Grunde gibt es doch nur einen Weg: Jeder Mensch, der glaubt und sich auf seine Bibel, seinen Koran beruft, steht in eigener Verantwortung vor seinem Gott und handelt dann nach bestem Wissen und Gewissen.
Ich wette mit dir, dass die Unterschiede dann marginal sein werden und wir über lange Strecken gemeinsam und in Verständigung die Dinge des Lebens und der Welt in Harmonie angehen könnten. So hast Du dann ja auch den inzwischen allseits bekannten Samad zitiert, mit dem ich mich sicher weitaus schneller verständigen könnte als mit manchem Vertreter aus christlichem Lager. Der Mann wirkt sehr überzeugend.

Burbacher
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich muss mal eine ganz simple Frage fragen:

Worum geht es denn eigentlich bei einem Glauben an einen Gott bzw. einer Religion?

~~~

Was macht einen Gottglauben bzw. eine Religion so unverzichtbar, dass jemand, der das zuvor Genannte nicht hat, einen Mangel erleidet? Was ist der Unterschied?

~~~

Exemplarisch:

Nordrheiner, Burbacher, was bringt euch euer Gottglaube mehr, als Menschen haben, die keinen Gottglauben haben?

~~~

Warum brauche beispielsweise ich, oder alternativ ein beliebiger anderer Mensch, den islamischen oder christlichen Gott? Warum?
 
Zuletzt bearbeitet:
„Ich muss mal eine ganz simple Frage fragen:
Worum geht es denn eigentlich bei einem Glauben an einen Gott bzw. einer Religion?
Was macht einen Gottglauben bzw. eine Religion so unverzichtbar, dass jemand, der das zuvor Genannte nicht hat, einen Mangel erleidet? Was ist der Unterschied?
Exemplarisch:
Nordrheiner, Burbacher, was bringt euch euer Gottglaube mehr, als Menschen haben, die keinen Gottglauben haben?
Warum brauche beispielsweise ich, oder alternativ ein beliebiger anderer Mensch, den islamischen oder christlichen Gott? Warum?“
Du stellst in der Tat die Frage aller Fragen, die zum Verständnis nach meiner Meinung sehr wichtig ist. Und ich möchte dir darauf sehr persönlich antworten, weil ich darauf nicht im Allgemeinen antworten kann, sondern nur persönlich.
Für mich ist mein Glaube keine Frage der Kosten-Nutzen-Rechnung, im Sinne von „Wenn ich glaube, dann bekomme ich...“ Ein solches Religions-und Glaubensverständnis beschreibt Max Weber in seiner „Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus sehr trefflich und sie besagt, dass erfolgreiche, fromme Geschäftsleute wirtschaftlichen Erfolg auf ihre religiöse Haltung zurückführen.

Das ist allerdings ein Denken im Sinne einer Kosten-Nutzungs-Rechnung. „Ich glaube, und Gott belohnt mich dafür.“ Und das kann mächtig schiefgehen. Ich habe selbst erlebt, wie sich die Einstellung eines Freundes aus frühen Jahren dramatisch änderte, als das erwartete Erbe von seinem Vater plötzlich ins Nichts auflöste und der Vater Konkurs anmelden musste. Die religiöse Einstellung meines Freundes löste sich auf wie ein Stück Butter in der Sonne. In meinem Leben spielte ein anderes Geschehen eine sehr wichtige Rolle. In jungen Jahren stand ich wiederholt an der Grenze zwischen Leben und Tod. Die Ärzte hatten mich aufgegeben. Meine Erinnerung reicht sehr weit zurück. Vielleicht war es die Dramatik, dass ich in meiner Erinnerung bis ziemlich genau zu meinem vierten Lebensjahr zurückkomme. Und da war diese Hoffnung, dass ich überleben werde.

Eine Erklärung dafür, warum dies wirklich geschah, gibt es nicht. Im Grunde ereignete sich meine Genesung wider alle menschliche und medizinische Vernunft. Bei mir gibt es Erinnerungen an diese Zeit, die ich nur mit einer metaphysischen Erfahrung erklären kann. Was da mit mir und zu meinem Besten geschah, hatte mit Gott zu tun. Ich kann da nichts beweisen, aber diese Gewissheit trägt mich, auch wenn sie manchmal brüchig ist und auch gefährdet. Und ich halte daran fest.

Burbacher
 
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