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Verlassene Eltern

Ganz erhlich, die Geschichte des Sohns von Alice Miller interessiert mich aus verschiedenen Gründen gelich null.

Ihre Erkenntnisse bleiben weiterhin vollkommen richtig, egal was ihr Sohn sagt.

Und zweitens, sie schrieb in ihren Büchern das sie sehr lange gebraucht hat für all ihre Erkenntnisse und auch sehr lange um ihre eigene Kindheit zu verpacken. Nie hat sie behauptet eine super Mutter gewesen zu sein.

Sie wusste das was sie weiss als es für ihre eigenen Kinder zu spät war.

Und ganz ehrlich, ihre Arbeit ist so wichtig und prägnant, das sehr viele Angst davor haben. Auch Angst davor haben das Elternliebe irgendwann in der Gesellschaft nicht mehr vorgeschrieben wird sondern je nach Leistung der Eltern akzeptiert wird.

Ein Aushebeln des 4ten Gebots, davor hat man Angst. Und zu Not holt man ihren Sohn vor um ihr Thesen anzugreifen. Das eine hat aber mit dem anderen nichts zu tun.

Der Sohn wird rausgeholt da frustrierte Eltern hoffen das man nicht erkennt das die Thesen mit dem Sohn nichts zu tun haben.

@ Fleur, ich habe jeden einzelnen Beitrag in diesem Thread gelesen und war sehr früh als Gast mit dabei...

Ich gehe davon aus das in Bezug auf das Schlagen die Eltern das NICHT vergessen haben.
Sie geben es einfach nicht zu.
Wenn man es zugibt macht man sich sehr angreifbar. Das habe ich an meiner Sache gesehen.

Ich bleibe dabei, ein Kontaktabbruch von Kindern hat in 99% der Fälle einen guten Grund und den KENNEN DIE Eltern.

Auch Fleur kennt ihn ja auch wenn sie es nicht wahrhaben will.
Hat sie ja selbst geschrieben.


Meist liegt er tief in der Kindheit , ausgelöstdurch irgendetwas im Heute.
Meist sind die Kinder um die 30. Zumindest wenn sie für mehrere Jahre abbrechen.

Natürlich gibt es auch Kinder die erpressen und so. Aber das sind nicht die meisten. Die meisten wollen gesehen werden und wären allein damit schon zufrieden...

Zu der Sache mit meinem Bruder:
Ich kann das Gespräch aushalten und will es auch.
Was ich nicht aushalten kann ist Groll in der Luft und vornerum auf normal tun.
Da habe ich lieber kein Kontakt auch wenn es schmerzt.

Und zu meinen eigenen Eltern. Ich hätte fast den Kontakt abgebrochen.
Habe es aber nicht getan, dafür viel geredet.
 
Ich bleibe dabei, ein Kontaktabbruch von Kindern hat in 99% der Fälle einen guten Grund und den KENNEN DIE Eltern.
Und ganz ehrlich, ihre Arbeit ist so wichtig und prägnant, das sehr viele Angst davor haben

ZITAT Ende

Ich gebe dir doch recht.

Wie ich bereits schrieb finde ich Alices Bücher sehr gut,bedeutungsvoll und sehr wichtig.
Die Kritik vom Sohn schmälert ihre grossen Werke nicht.
Sie hat ihre Fehler bei ihrem eigenen Sohn eingesehen.(Alice wusste ,dass sie in ihm ein Feindbild sah,ihm unrecht tat,ihm nicht viel Liebe geben konnte wegen ihrer eigenen
schwierigen Kindheit .)
Trotzdem finde ich die Sichtweise ihres Sohnes auch sehr wichtig und lesenswert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das war jetzt wirklich ein Kraftakt, diesen Thread von vorn bis hinten zu lesen. Er ist sehr interessant und ich erkenne mich in vielen Beiträgen wieder. Eine Sache lässt mich aber doch noch aktiv werden:

Hier wird sehr viel über die Konflikte in der Kindheit geredet und oftmals als Gründe für einen Kontaktabbruch genannt.
In meinem Fall trifft das so gar nicht zu. Ich habe meine Mutter nicht verlassen, weil ich so eine schlechte Kindheit hatte. Und die hatte ich zweifellos. Da war so ziemlich alles an Gemeinheiten dabei, was man einem Kind so antun kann.
Ich habe meine Mutter verlassen, weil sie ihr krankhaftes Verhalten nicht ändern konnte, selbst als ich längst erwachsen war, selbst Mutter wurde und mein eigenes Leben führte.

Ich hatte sehr junge Eltern, die gern mal abends unterwegs waren. Ich wurde zu Hause eingeschlossen. Schläge waren an der Tagesordnung. Vater und Mutter, selbst die Tanten durften mal zulangen wenn ich "nicht gespurt" habe.
Vater war ständig betrunken. Mutter provozierte dann besonders gern. Irgendwann flog sie dann durch die Wohnung. Ich sass als Kind daneben. Mit 10 wurde ich wach, weil meine Mutter im Nebenzimmer laut um Hilfe rief. Ich kam gerade rechtzeitig, als mein Vater sie mit einem Handtuch würgte. Ihren Frust lies sie an mir aus. Sie schrie immer gern, wie sehr sie mich hassen würde, während sie mir die Nase blutig schlug und an den Haaren durchs Zimmer zog. Ich sei einfach nur ein Stück Scheisse und tauge zu nichts. Das war der erste Teil meiner Kindheit.

Im zweiten heiratete sie dann einen lupenreinen Narzissten. SED-Kader in der ehemaligen DDR, selbstverliebt, Kontrollfreak und wahnsinnig von sich und seiner Meinung begeistert. Er wollte mich dann mit 12 "neu erziehen." Hat ja schließlich zwei tolle Kinder schon groß gemacht und mit mir würde das auch so gehen. Das Kind hat eben nur einen "starken, zerstörerischen Willen", den man unbedingt brechen müsse. Genau das hat er versucht. Meine Mutter fand das toll. Endlich mal einer, der mir zeigt, wo der Hammer hängt. Prügel, Überwachung und wahnsinnige Demütigungen war die Folge. Ich durfte nicht wütend sein, musste alles dankbar annehmen und wehe ich würde ihn auch nur im Ansatz mal in Frage stellen...
Mit 15 hatte ich genug und die Gunst der Stunde genutzt. Es war gerade Mauerfall, ich war zwei Tage später im Westen und da blieb ich auch.

Eine meiner wichtigsten Entscheidungen. Bis heute habe ich sie nie bereut.

Nun.. eigentlich genug Gründe, diese Menschen bis auf ewig in die Wüste zu schicken. Tat ich nicht. Sind doch schließlich die Eltern? Es hat Jahre gedauert einen halbwegs vernünftigen Kontakt wieder herzustellen. Ich wohnte 350km von zu Hause weg, hatte Kontakt zu Vater und Mutter und Stiefvater.

Meinem Vater habe ich irgendwann verziehen. Kaum einer kann das verstehen. Der Grund ist simple. Er hörte einfach damit auf, mich fertig zu machen. Die Entscheidungen in meinem Leben schlecht zu reden. Es sind viele Jahre her und er akzeptiert mich so, wie ich geworden bin. Mit all meinen Schwächen und Fehlern. Ich bin eigentlich erst jetzt sein Kind.
Damit hatte er mir ermöglicht unter all diesen bösen Dingen einen Haken zu setzen. Ich konnte mit diesem Teil meiner Kindheit abschließen.

Meine Mutter sitzt dagegen immer noch gern in ihrem Garten und erzählt einem tagelang, wie toll sie doch ist. Was sie alles kann und was sie alles erlebt hat. Sie ist das Maß aller Dinge. Natürlich vergisst sie dann auch nicht zu erwähnen, wie schlecht ich doch geworden bin. So ganz anders als sie. Wie sehr ich sie verletzt habe, als ich damals weggelaufen bin und was sie alles mit mir durchstehen musste. Jedesmal zwingt sie mich dazu, mich mit diesen ganzen alten Mist aus der Kindheit zu beschäftigen. Zigmal musste ich es mit ihr durchkauen. Ich will aber nicht mehr. Ich bin jetzt 40 und möchte endlich, endlich nach vorne blicken. Ich brauche niemanden mehr, der mir einredet, wie missraten ich doch bin. Auf die Schadenfreude, wenn ich hier und da mal scheitere, kann ich verzichten. Und ich brauche auch keine Mutter, die versucht mich vor meinem eigenen Lebenspartner schlecht zu machen. Deswegen bin ich gegangen. Denn einmal muss Schluss mit dem ganzen Mist sein. Und das ist Jetzt!

Ich hätte auch ihr meine Kindheit verziehen. Wenn sie nur irgendwann mit den Demütigungen aufgehört hätte. Aber sie kann nicht anders. Ich kann sie aber nicht ändern, ich kann nur für mich entscheiden, ob ich mir das noch länger geben muss.

Die Entscheidung ist gefallen und ja ich knabbere trotzdem dran.
 
Nun fragen wir die Gerichte:

Oberlandesgericht Hamm, 25.05.2005

"3.

Schwerwiegende Störungen der Beziehung zwischen ihren Bezugspersonen bleiben Kindern nicht verborgen; sie leiden unter dem Streit der Erwachsenen, weil sie unvermeidlich spüren, dass beide Seiten ihre Reaktion auf den Kontakt mit dem anderen argwöhnisch verfolgen. Selbst wenn sie den Kontakt als solchen genießen, geraten sie in Loyalitätskonflikte, weil sie spüren, dass diese positive Emotion vom anderen missbilligt wird (Spangenberg, Anmerkung zu einer Entscheidung des OLG Hamm aus psychologischer Sicht, FamRZ 2002, S. 50 ff.).

Auch wenn man also davon ausgeht, dass der Aufbau einer Beziehung zwischen den Antragstellern und ihren Enkeln U und O deren Wohl grundsätzlich förderlich wäre, kann man nur zwischen zwei Übeln wählen: den Kindern den Vorteil einer Beziehung zu den Großeltern vorzuenthalten oder sie Loyalitätskonflikten mit der Mutter auszuliefern, die außer Stande ist, ihre Ablehnung der Besuchskontakte zu verbergen. Diese Wahl kann gemäß § 1685 Abs. 1 BGB nur zu Gunsten einer konfliktfreien Beziehung zur Mutter ausfallen, die die Hauptbezugsperson der Kinder ist und ihnen außer der Beziehung zu den Großeltern alles bietet, was sie zu einem gesunden Aufwachsen und Heranreifen brauchen.

Dem lässt sich auch nicht entgegen halten, es sei die Pflicht der Antragsgegner, ihren Kindern die Chancen zu eröffnen, die in den Kontakten zu den Großeltern liegen könnten. Das ist zwar grundsätzlich richtig, rechtfertigt aber nicht, Kontakte anzuordnen, deren Entwicklung wegen der oben geschilderten Beziehungsstörung nicht abzusehen ist und dem Wohl der Kinder schaden könnte. Zu verantworten wäre ein solcher Kontaktversuch erst nach einer Therapiemaßnahme zum Abbau der Beziehungsstörung, die aber nicht erzwungen werden kann und von den Antragsgegnern strikt abgelehnt wird. Unter diesen Umständen lässt sich nicht feststellen, dass der Umgang dem Wohl der Kinder dienen wird, wie es Voraussetzung für eine gerichtliche Umgangsregelung zwischen Großeltern und Enkeln ist."
 
Was ist, wenn die Enkel sich nach den Großeltern sehnen, aber die Eltern nein sagen? Dies nicht, weil es den Enkeln schaden würde, sondern weil sie selbst die Eltern nur noch vergessen wollen?
So geschehen in der Nachbarschaft.

Ich schreibe hier aus Erfahrungen in den 7 Jahren als bei uns das Problem angefangen hat wegen den Enkelkindern. Wenn die Eltern nicht haben wollen, das die Kinder Kontakt haben sollen zu den Großeltern,dan hilft es auch nicht vor Gericht gehen.
Das Gericht stimmt zu, das die Großeltern sollen Kontakt haben zu den Enkeln,aber zu dem Kontakt kommt es doch nicht. Die Großeltern werden nur mit den Nerfen fertig gemacht.
 
Besuch bei meinen Eltern / den Großeltern meiner drei Kiddies (16/14/6) -
wir wohnen 800 km weit entfernt, sehen uns nur einmal im Jahr - wir übernachten dort:

Abendessen: dunkles Brot , nur bei meinem Vater/ Opa steht ein extra Schälchen mit Ciabatta.
Meine 6jährige (die eh nur helles brot isst): "Darf ich auch von dem Weißbrot?"
Oma: " Das ist Opas Brot, mußte ihn fragen"
_fragt und darf -

Nächster Tag: Mittagessen - Kassler. Der Teller mit den Knochen steht beim Opa.
Meine 6jährige (die am allermeisten die Knochen liebt, was auch eigentlich jeder weiß):
"Darf ich auch von den Knochen?"
Oma: " DAS ist OPAS Essen, mußte IHN fragen."
fragt, darf.

Mir platzt der Kragen. Ich packe an diesem Tag meine Kinder ins Auto und fahre 800 km weit nach Hause und will NIE wieder, dass meine Kinder sich so demütigen müssen, um OPAS Weißbrot oder Knochen zu erbetteln.

Das Eigenartigste darin, dass meine Mutter/OMA - wenn sie denn mal von alten Zeiten spricht - sich am meisten darüber aufregt, dass beim Urgroßvater (aber männlicherseits, also Opaseits) es so war, dass alle Kinder (12e an der Zahl) warten mußten, bis Vaddern den Tisch freigab, weil er selbst gesättigt war (19wasweißich).

Meine Wut / meine Entscheidung zum Kontaktabbruch hatte sehr viel mit dem Verhältnis der Großeltern zu den Enkelkindern zu tun.War ausschlaggebend.

Ich wäre viel milder gewesen, hätte es banaler gefunden, wenn es um mich gegangen wäre.

Ich finde dass das ein sehr unterschätzter Gedanke ist.

Es klingt immer soviel heraus, von den Enkelkindern als Opfer, die das Bündel nun mitzutragen hätten.
Sie sind ja aber - auch - ich finde das gut und wichtig - ein auslösender Faktor; sie spielen dabei oft auch eine große Rolle.

Und es ist dann eben nicht so einfach zu differenzieren und zu sagen, der Konflikt habe ja nix mit den kleinen zu tun.
sie müssen das mit ertragen.

sondern es dient jaauch oft gerade ihrem schutz.
Damit ihnen nicht das gleiche Leid widerfährt, dass die Eltern schon ertragen mußten.
 
Hallo Fleur,

wie Recht du hast.
Ich denke 90% derer die den Kontakt der Enkel mit den Grosseltern verbieten wollen die KINDER SCHÜTZEN.

Und nicht die Eltern strafen...
(10% Luft habe ich gelassen, weil es auch Kinder geben wird die ihre Eltern strafen wollen)

Rascas
 
Früher war es in vielen Familien üblich ,dass die beruftätigen Männer den besten Happen beim Essen bekommen.Wenn ein Mensch wie die Oma damit als Kind aufwuchs ist es klar ,dass sie diese Tradition aufrecht erhält.
Wenn Eltern zu ihren eigenen Eltern eine schlechte Beziehung haben wollen sie oft nicht ,dass ihre Kinder Kontakt zu den Grosseltern haben ,damit die Grosseltern die Kinder nicht negativ gegen die Eltern beeinflussen können.
 

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