... Selbstverständlich kann man Menschen vergeben, ohne dass sie jegliche Reue zeigen. Ich kann jemanden vergeben, weil ich
ihn für zu dumm, emotional gestört, vielleicht zu feige oder zu aggressiv oder oder oder halte, die Sache eigentlich
ausreichend zu verstehen, um überhaupt bei der Reue anzukommen.
Ich kann ihn einfach so annehmen, wie er ist. Und mir sagen, er auch ne Menge Gutes getan. Er ist ja nicht nur Schlecht, -
und seine "bösen" Seiten sind eben so wie sie sind.
Es wird mir in diesem Leben nicht mehr gelingen, meine fast 70jährigen Eltern umzutherapieren. Mein Vater hat mir schon vor
zwanzig Jahren bei einem ähnlichen Versuch geantwortet, dass man einen alten Baum nicht verpflanzen könne - da war erst 50
🙂
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Aber mich -
ich finde mein Verhalten sehr liebevoll
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Das ist in der Tat ein sehr liebevolles Verhalten, und ich finde es toll, daß du das kannst. Ich glaube aber schon, daß
Rascas mit ihrer Aussage recht hat:
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Dieser Rückzieher (ohne das sie versucht hat zu verstehen was mal war) war nicht gut für dich und ich denke eine Handlung die
du gemacht hast um deiner Tochter zu zeigen was sich gehört...
...den Kontakt zu beenden weil man es nicht aushält, das ist keine Verachtung.
Ich habe meine Mutter nie verurteilt. Es gibt deshalb nichts zu vergeben. Ich würde das auch nicht unterstützen, wenn Kinder
den Kontakt abbrechen, weil sie ihre Eltern auf diese Weise für Fehler würden bestrafen wollen, die diese in der Erziehung
gemacht haben. Ich bin mir längst darüber im klaren, daß meine Eltern ihr bestes getan haben und nicht anders können und auch
nie anders werden können. Wir haben darüber in früheren Beiträgen (347-352 sowie 355-361) schon geredet. Das ändert aber
nichts daran, daß ich - wie viele andere Kinder auch - unter der Art und Weise, wie die Eltern mit uns umgehen, leide. Und
das ist der Grund für den Konataktabbruch: Weil wir es nicht mehr aushalten. Irgendwann müssen wir uns selber schützen.
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Hab meine Wunden inzwischen selbst geheilt, aber schade, dass hat ein halbes Leben gedauert. Wär einfacher gewesen mit ihrer
Hilfe.
Das ist ein entscheidender Satz. Viele Kinder nehmen später, wenn sie ihre Wunden selber geheilt haben, den Konakt zu den
Eltern wieder auf. Und wenn das tatsächlich so ist, daß Fleur ihre Wunden inzwischen selber geheilt hat, dann kann ich ihren
Schritt verstehen und finde ihn richtig. Allerdings hört sich das für mich in Zusammenhang mit der Geschichte mit ihrer
Tochter eher nicht danach an.
Mir hat mal jemand, der mich sehr mochte, gesagt: Alles können Deine Eltern aber nicht falsch gemacht haben. Denn da bist ja
DU. DU bist ein wundervoller Mensch.
Das stimmt. Die meisten meiner positiven Anteile habe ich von meinen Eltern - sie haben mich auch sehr viel gutes gelehrt.
Sie sind keine schlechten Menschen, eigentlich könnten sie keiner Fliege was zu leide tun.
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Ich bin durchaus der Meinung, daß Kinder, die es geschafft haben, ihre Wunden zu heilen, sich ihr Leben aufzubauen und die
wundervolle Menschen sind, auch eine Verpflichtung für ihre Eltern haben. Aber dahin müssen die Kinder eben erst mal kommen.
Und das ohne die Unterstützung der Eltern. Manche Kinder brauchen dafür sehr lange. Andere schaffen es nie. Viele sind ihr
Leben lang psychisch krank.
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scheinbar wusste sie nicht, dass sie mich 10mal hat warten lassen, dass ich wütend bin ???????? (bin das nicht eigentlich
wieder ich, die I#ihre Gefühle und WUT nicht ausreichend zeigt?)
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Ja, hier ist es die Mutter, die ihre Gefühle nicht ausreichend zeigt. Ich wäre beim zweitenmal schon wütend geworden und beim
drittenmal gegangen. Ich frage mich, warum eine Mutter 10mal auf ihre verspätete Tochter wartet. Könnte es sein, daß die
Mutter schon früher geahnt hat, daß da was nicht stimmt? Könnte es sein, daß die Mutter den Bruch längst hat kommen sehen und
sich davor gefürchtet hat und deshalb klein beigegeben hat?
Es ist einige Jahre her, dass ich hier Verständnis gesucht habe, für meine Entscheidung, den Kontakt zu
meinen Eltern abzubrechen. Ich hatte mich seit der Pubertät von ihnen nur kritisiert und runtergemacht gefühlt, was dann im
Alter von etwa 45 in Form des überlaufenden Tropfens das Fass voll machte - wir hatten kein gutes Verhältnis.
War das hier in diesem Forum? Welcher Faden war das? Das wäre sehr interessant.
Ich füge hinzu: Denn es gibt u.U. ein "zu spät".
Ich habe es bitter erlebt......
Für was sollte es denn zu spät sein? Meine Mutter ist für mich bereits gestorben. Siehe meinen Post 402.