Es ist einige Jahre her, dass ich hier Verständnis gesucht habe, für meine Entscheidung, den Kontakt zu meinen Eltern abzubrechen. Ich hatte mich seit der Pubertät von ihnen nur kritisiert und runtergemacht gefühlt, was dann im Alter von etwa 45 in Form des überlaufenden Tropfens das Fass voll machte - wir hatten kein gutes Verhältnis.
Für mich war damals nicht nachvollziehbar das Unverständnis / die Fassungslosigkeit, vor der so viele Eltern standen. Sahen nicht den Zusammenhang zu ihnen selbst, ihrer Erziehung, verstanden die Ursachen nicht, die Eltern-Kind-Beziehung??
Ich war gaaaannzzzz sicher! - das würde mir nicht passieren.
Ich habe ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu meinen drei Kindern (1 Sohn 24, Tochter 22, Tochter 13). Besonders das zu meiner 22jährigen ist so intensiv, wie beste Freundinnen - trotz durchaus sehr schwieriger Phasen + Ablösungen in der Pubertät), wobei ich das beste Freundinnen-Verhältnis zwischen Müttern+Töchtern durchaus fragwürdig und nicht erstrebenswert finde. Freundinnensein findet auf einem Beziehungsniveau statt, dass m.e. eigentlich gar nicht in die Mutter-Tochter-Beziehung gehört.
Gerade nur die meine „Beste“ hat mir vor 3 Monaten den „Kontaktabbruch“ erklärt!!!
Und ich versteh genauso wie alle anderen „verlassenen Eltern“ nur Bahnhof!
Kurz: Wir hatten vereinbart, uns täglich nach der Arbeit zum Joggen zu treffen. Zeit: 17.30 h - Ort klar. Sie war NIE pünktlich da. ich habe 10 mal gewartet, smsen geschrieben, bin dabei noch von ihr verspottet worden bezgl. meiner Smsen, es wurden zeit und ort geändert ihr zuliebe - aber nach dem 10.mal warten und unbeantworteter nachfrage übers handy, bin ich nach relativ kurzer zeit nach hause gefahren.
Für mich war die Welt damit auch in Ordnung, war nicht sauer, wenns nicht klappt mit der pünktlichkeit, dann eben nicht, - kann auch alleine joggen - sie auch. Was solls - das ist mir zu blöd .- nach dem 10.Mal - immerhin.
keine Ahnung - für mich is mein Verhalten völlig normal. Will hier auch keine Meinungsumfrage starten. Wenn mich jemand 10mal warten lässt, isses ja mal gut.
Naja - sie ist daraufhin jedenfalls völlig ausgetickt. Beschimpfungen am Telefon, per sms, - ich hätte mich zu entshculdigen. Solche Menschen brauche sie nicht ....sie wolle den Kontakt abbrechen.
Meinem Sohn gegenüber, der das Gespräch darüber mit ihr gesucht hat, hat sie ausgedrückt, dass ich ja nie was gesagt hätte, sondern praktisch bei der 1. Verspätung kommentarlos weg bin - so in der Richtung - und es ist wohl auch aufgekommen, dass eine ähnliche Situation schon mal in der Pubertät vorgekommen sei - mit meinem damaligen, bei ihr wenig beliebten Partner - wo es ebenfalls zu der Entscheidung gekommen war, wenns Mädel nett pünktlich ist, dann fahren wir halt. Es gibt ja noch die Strassenbahn. Irgendwie ist jetzt davon die Rede, dass ich sie nicht für voll nehme, sondern noch erzieherisch wirke, nicht wie eine Erwachsene behandele.
Das ganze ist erst 3 Monate her.
Aber dann gibt es ganz Bösartige Dinge: Sie fordert Geld von mir. Sie verbietet mir den Kontakt zu ihrem Lebensgefährten, der praktisch auch bei mir pubertierend gross geworden ist. Ich lade meinen Sohn ein und sie veranstaltet ein Familienessen mit ihm und meiner kleinen Tochter, die ich dafür freigebe, bei dem ich ausgeschlossen sein soll. Und auf einmal besucht sie nach einigen Jahren - gemeinsam mit ihrem Freund - meine Eltern / ihre Großeltern. Verstärkte familiäre Ambitionen - aber ohne mich.
Mit dieser Bösartigkeit kann ich schlecht umgehen.
Sie nicht zu sehen, ist ja okay, sie könnt ja auch in Australien sein 🙂
und ich glaube, sie leidet darunter viel mehr als ich.
Ich habe seinerzeit sehr gelitten - wegen meines schlechten Gewissens -
ich wusste, dass meine Mutter sehr leidet.
Aber diese Bösartigkeit hat mich sehr getroffen.
Ich fands auch immer krass, dass meine Eltern soviel davon gesprochen und suggeriert haben, dass man seine Eltern heiligen sollte, ihnen soviel schuldig sei und sich im Alter ihrer annehmen müsse.
Das ist gemein. Das stimmt auch nicht. davon wollte ich wohl in meinem letzten Beitrag auch viel ausdrücken. Es bedarf doch keiner Dankbarkeit. Ich wollte Kinder. Ich hab sie geliebt und mich sehr gekümmert.
Aber hab ich sie gefragt, ob sie die Spielbälle meiner Psyche, meine Gesellschaft sein wollten, meine Einsamkeit überbrücken in diesem Leben? -
Nein, und vielleicht hab ich ihnen mit diesem Leben auch gar kein Geschenk gemacht. Es ist gar nicht so leicht und nicht immer schön. Und vielleicht hab ich diesen erwachsenen Menschen gar nichts Gutes getan, indem ich mir ihre kindliche Gesellschaft gewonnen habe. Nein - ein Danke sind sie mir nicht schuldig. ich habe meine Kinder völlig eigennützig geboren - nichts anderes steht dahinter.
Es gäbe soviele Dinge, für die meine Kinder mir böse sein könnten.
Ich kenne meine eigene kindliche Erwartungshaltung,
aber ich war sowieso alleine nie perfekt ...
sie waren mir ja nie böse.
Nun bin ich letztlich genauso perplex wie andere „verlassene Eltern“ -
wenns auch noch recht frisch ist und hoffentlich nicht so ewiglich ist.
Warum???
Warum?
wär mir nie passiert.
wieviel ist da doch nicht gesprochen worden?
denn zwei dinge sind doch recht deutlich:
scheinbar wusste sie nicht, dass sie mich 10mal hat warten lassen, dass ich wütend bin ???????? (bin das nicht eigentlich wieder ich, die I#ihre Gefühle und WUT nicht ausreichend zeigt?)
und scheinbar gibts da doch noch viel wut von früher/pubertät ? obowh ich sie gefragt habe und sie verneint, : was geschehen sei, sei geschehen, sie hätte da keinen gesprächsbedarf - alles gut.
Ich weiss nicht, ich fühle mich noch nicht wie eine verlassene Mutter,
unsere Beziehung war viel zu gut,
vielleicht braucht sie zeit, vielleicht ablösung,
das ist vielleicht gut, und ich wünsche ihr alles gute.
ich schreibe hier nicht wegen mir,
ich leb damit ganz gut, das geht schon wieder in Ordnung,
mich verwundert nur, dass es mir letztendes selbst passiert
und getroffen hat mich diese Bösartigkeit
und darum hab ich echt meine Mutter angerufen und mich entschuldigt.
Denn auch wenn Du Deine Kinder grossziehst,
vollbewußt der Tatsache, dass das kein Akt der Großzügigkeit
sondern durchaus nur der Eigennützigkeit sein mag.
So hast Du doch nicht Menschen großziehen wollen,
die Dich verachten und beschimpfen und Dir böses wollen.
Ja, ich bin da geläutert,
das tut dann weh.
Ich hab das meiner Mutter wohl schon lange angetan - gar nicht mit dem Kontaktabbruch - sondern schon mit meiner Pubertät.
Sie hält mir heute immer noch vor,, welchen Schmerz ich ihr angetan habe -
mit all meiner Verachtung.
Und mit dem Begreifen dieses Schmerzes hab ich mich entschuldigt -
es ging mir dabei gar nicht um den Kontaktabbruch -
soviel Abblehnung Verachtung
zu spüren.
das tut doch weh,
egal, ob es Deine Kinder sind
oder jemand anders, der einen ein halbes oder auch ein ganzes Leben lang begleitet,
es tut doch eigentlich sschon dann genug weh,
wenn man jemanden einige Sekunden kennengelernt hat,
der einem sagt,: DICH; WILL ICH NIE WIEDER SEHEN !
und eigentlich ist es doch nur ein Mißverständnis, weil wir alle so hungern nach den Worten - ich liebe Dich,
dass hat sich meine Mutter ersehnt
und wenn es auch unfähr wahr, dass von ihren kindern zu ersehen,
DICH; WILL ICH NIE WIEDER SEHEN - WEIL DU MIR NICHT GENUG ZEIGST; DASS DU MICH LIEBST!
ich kann beide Seiten verstehen und deshalb hab ich das hier schreiben wollen.
Auch wenn ich den Schmerz meiner Mutter schon damals spüren konnte
so sehe ich jetzt ganz andere Dinge,
und ich hoffe, ich konnte es ein wenig beschreiben.
lg @ all