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Verlassene Eltern

Hallo

ich bin der Gast der seit 3 Jahren versucht sich seinen Eltern mitzuteilen.

Hier werden die Bücher von Alice Miller erwähnt. Ja diese Bücher müssten eigentlich Pflichtlektüre für Eltern sein, aber Kinder lesen diese und haben dadurch den letten Anstoss-

Wenn hier verlassene Eltern schreiben, sie hätten keine Lust sich auf die Anklagebank setzten zu lassen, dann scheint es nicht so zu sein als wäre alles ohne Vorwarnung geschehen.

Ausserdem geht es nicht um schuld, es geht darum die Gefühle des anderen anzuerkennen, diese Wahrzunehmen und auch ERNSTZUNEHMEN.

Ich habe ja eine Möglichkeit genannt den jedes Elternteil hat um sich den Kindern zu nähern. Selbstkritisch mit sich reden lassen und selbst wenn man DIE DINGE ANDERS SIEHT zumindest die GEFÜHLE DES KINDES NICHT WEGREDEN WOLLEN.

Als wären unsere Gefühle der Verletztheit aus dem nichts gekommen. Viele Kinder können das sehr gut begründen und dann hört man nur, das war alles nicht so, das war alles anders.

Und das ist das Schlimme. Alleingelassen dazustehen mit dem Gefühl man leidet in jungen Jahren unter Alzheimer.

Man kann reden, reden, reden.
Und es kommt nichtmal an.

Es ist einfach zu sagen, Kinder machen Eltern für Ihr Leben verantwortlich.

Wir Kinder müssen also jahrelange empathielose Behandlung und ein nebenherlaufen neben allen anderen Problemen einfach so hinnehmen. Pluss massives Einmischen in das Leben. Bis hin zu schweren Depression.

Und dann sagen, ach ist egal wir reden über das Wetter?
Niemals.
Was soll das denn? Das ganze Gerede wie: Wir sind immer für dich da. Das ist also Makulatur und wir Kinder nehmen es hin damit der Elternteil glücklich ist weil ihm nicht auffällt dass etwas nicht stimmt?

Dann bricht man lieber den Kontakt ab. Dann ist kein Platz mehr für weitere Verletzungen.
Ich würde mich jedem verlassenen Elternteil zur Verfügung stellen um mit ihm nach Situationen zu suchen die der Grund für das Verlassenwerden sein können.

Und es wäre sehr gut wenn alle Eltern die Bücher von Alice Miller lesen würden, begonnen mit: Das Drama des begabten Kindes.

Denn fast 100% der Kinder die ihre Eltern verlassen haben diese Bücher gelesen. Aber als ich meine Mutter bat es zu lesen kamm sie mir mit Alice Miller Kritiken. Das Buch wurde seit 3 jahren nicht gelesen.

Für mich geht es nicht um Schuld, es gaht aber darum dass Gefühle und Langzeitfolgen mal anerkannt würden und nicht immer versucht diese Wegzureden und als UNGÜLTIGE GEFÜHLE hinzustellen.

Gruss
Gast1977
 
Ich habe exakt eine Therapie in Anspruch genommen, die läuft seit 27 Monaten, angefangen habe ich mit 36. Ich habe Abitur und einen Universitätsabschluss. Ich habe unverheiratet ein Kind bekommen, zwei Jahre später den Kindsvater geheiratet und noch ein Kind bekommen. In fester Beziehung seit 16 Jahren. Ich suche nicht die Schuld bei meinen Eltern, ich suche mich! Sich dabei die eigene Kindheit anzuschauen, sollte keinen Vorwurf wert sein.
Mein Leben ist in keinster Weise schrecklich. Ich habe viel Schlimmes erlebt, aber das ist vorbei und mein aktuelles Leben ist gut.

Das mus für dich sehr schlim gewesen sein. Sicher war es in dieser Zeit nicht der einziger Fall. So was kann in jede Familie vorkommen und überhaupt in jetzige Zeit.
Und deswegen haben deine Kinder zu Ihre Großeltern (deine Eltern) kein Kontakt? Ist den die Geschichte bekannt?
Deswegen warst du gegeüber mir so skeptisch. Mann kann nicht alle Eltern über ein Kamm scheren.
L.G. Julia
 
Ich lese hier mit und bin auch ebenso erschüttert, wie der Gast zuvor. So wie es hier beschrieben wird, wird es nie eine Änderung, nie eine Einigung und nie ein Wiederfinden geben.

Du schreibst folgendes Gast:

Ich versuche seit 3 Jahren zu reden, meine Verletzungen zu offenbaren, sogar beim Familientherapeuten war ich mit meiner Mutter.

Und was kam? Verleugnung. Das war alles nicht so, alles war anders. Keine Verletzung wurde mir zugestanden. Alle sind unbegründet-es war so schlimm, so lachhaft, so bitter-

Unf ihr verlassenen Eltern wollt mir sagen Eure Kinder haben nie versucht mit EUch zu sprechen? Nie gesagt dass bestimmte Dinge sie verletzt haben? Das glaube ich niemals. Ihr seid doch ganz alleine schuld ..

DU hast als KIND diese Dinge erlebt, aus Deiner Sicht, Deine Mutter hat es aus ihrer Sicht erlebt. So wie Du sie nicht verstehst, so versteht sie Dich nicht. In dem Ton, wie Du schreibst - ich weiß nicht, ob Du auch so redest - wird sich nichts ändern. Ich denke, es gibt keine Grundschuld, dass die Eltern alleinig für alles verantwortlich zu machen sind. Nehmen wir beispielsweise eine Mutter, die sich von einem gewalttätigen Mann trennt, und die Kinder haben einiges mitbekommen. Später, wenn sie erwachsen sind, werfen sie der Mutter vor, Du hast uns nicht vor dem beschützt, Du bist bei dem so lange geblieben, wir hatten auch Ängste ... Vielleicht war die Mutter zu schwach, sofort was zu ändern, ich denke, jede Mutter bzw. jede Eltern wollen, dass sie eine Familie bleiben, die Eltern machen viele Fehler, und Kinder erleben so manches, was sie nicht sollten ... Das ist unbestritten. Aber auf die Eltern einzutreten, das finde ich wirklich ohne Worte. Es sind Dinge, die sind in der Vergangenheit passiert, sicherlich nicht gewollt und gewünscht von den Müttern/Eltern.
Eine Bekannte von mir hatte auch mit ihrer erwachsenen Tochter darüber viele Gespräche ... nach vielen Mutter-Tochter-Konflikten. Sie warf der Mutter viele Fehler vor. Ja und weiter? Die Mutter hat sich verteidigt, warum oder wieso so vieles so lief. Und dass vieles im Leben anders laufen kann oder läuft, wie man sich das wünscht, kann man hier in vielen Diskussionen lesen ... Und auch, dass es mit den Änderungen im Leben nicht leicht ist ...
Die Beziehung dieser Mutter-Tochter-Konstellation hat sich trotzdem nicht geändert, immer dann, wenn irgendwas der Tochter quer liegt, gibt es Stress mit der Mutter, weil sie ja früher dies und das getan hat ... Bitteschön, welche Chance hat so eine Mutter? Sie hat keine. Sie hat eine Vergangenheit, die sie nicht rückwirkend ändern kann ... und sie hat ein Kind, das ihr dafür lebenslang Vorwürfe macht ... Und wenn die Mutter sagen würde, ja, das ist passiert, ich kann mir vorstlelen, dass dir dies und jenes als Kind nicht gefallen hat, dass Du Angst hattest ... so wie es meine Bekannte getan hat ... was ändert das beim Kind, bei ihrer Tochter hat es null auswirkungen gehabt. Ich habe manchmal das beklemmende Gefühl, dass ein Sündenbock herhalten muss ... wenn es nicht nach Nase geht ... Und gerade in der allerengsten Beziehung zwischen Eltern und Kind, da ist so vieles, was passiert, was sich Eltern und Kinder gegenseitig antun ... Eine Lösung freilich habe ich selber auch nicht.

Hey "Gäste",

bezugnehmend auf letzteren Kommentar habe ich doch noch das ein oder andere auf den Lippen - jedoch auch in Bezug auf das schreibende "Kind", dem ich gerne mal aufzeigen möchte, dass es nicht alleine in seiner Situation ist - auch ich "war" einmal Kind und habe ebenso, wie du in deiner negativen Darstellung, versucht eine andere Sicht der Dinge zu veranschaulichen.

Sicher stimmt es, dass es passiert, dass Eltern und Kinder nicht auf einen Nenner kommen. Nicht auf einen gleichen Horizont finden, was ihre und andere Gedankengüter angeht.

Hierzu möchte ich dir gerne ein ganz persönliches Beispiel geben, es stammt aus meiner "Jugend" bzw. Kindheit in welcher ich durchaus kein "leicht"-erziehbares Kind war, mit Fehlern.

So habe ich u.a. mal bei meinen Eltern stibitzt. Aus heutiger Sicht kann ich niemandem erklären wieso. Ich habe es einfach gemacht. Vielleicht war es pubatär (?), vielleicht war es falsch - aber es ist heute nun einmal so.

Als das aufgefallen ist, hat meine Mutter mir einen Brief geschrieben - sehr erwachsen, auf Augenhöhe. In diesem Brief hat sie mir kurz um klar gemacht, dass klauen falsch ist und sich schlicht und ergreifend nicht gehört. Sie hat geschrieben, dass mein Vater ja auch keine Autos klaut, nur weil er gern ein neues hätte und sie selbst auch keine Kleidung - nur weil die alte nicht mehr passt.

Sie hat darüber hinaus geschrieben, oder viel mehr hinterfragt, wie es überhaupt dazu gekommen ist, WARUM ich meine Eltern beklaut habe. Sie hat nach Gründen gesucht - und mich dabei nicht einmal direkt angegriffen. Sie hat u.a. gefragt, ob es vielleicht mit anderen Leuten oder der Schule zu tun hat und mich im Anschluss gebeten, über ihre Zeilen einmal genauestens nachzudenken, um ihr schlussendlich darauf zu antworten.

Ich habe diesen Brief heute noch und ihn mir gerade vor ein paar Wochen das letzte Mal durchgelesen. Während ich ihn heute lese - und darin einen pädagogisch wertvollen Erziehungsansatz sehe, habe ich ihn damals als Kind einfach nicht verstanden. Mein Antwortschreiben war seinerzeit sowas von non-sense, so vollkommen ohne Hand und Fuß. Ich habe geschrieben, ich hätte es genommen, um mir Dinge zu kaufen, die mir meine Eltern nicht gekauft haben - obschon ich deutlich betonen muss, dass es mir in meinem Elternhaus an Materiellem nie mangelte!

Ich habe geschrieben, dass ich es gemacht habe, weil ich der Auffassung war, dass andere Menschen (hier meine 4 Jahre ältere Schwester) "mehr" bekämen als ich, und ich dies ungerecht fände.

Was ich damit aber eigentlich verdeutlichen möchte ist, dass Menschen nun mal einfach Menschen sind. Und Kinder sind unerfahrener als Erwachsene. Eine Konfrontation mit Problemen ist nicht immer der Schlüssel zum "Glück". Es ist dann nicht einfach alles wieder gut, denn sicher kannst du dir vorstellen, dass meine Mutter auf meine gänzlich weltentfremdete Antwort nichts Positives mehr entgegnen konnte!

Die Schuld bei den Eltern suchen, ist auch ganz schön einfach. Die sind halt da - oder nicht, dann fällt dies vermutlich noch viel leichter.

Schade ist, dass man dabei vergisst auf sich selbst zu schauen. Oder aber einen daran hindert zu begreifen, was man selbst zu verantworten hat.

Daher finde ich den letzten Satz meines Vorposters absolut zutreffend!

Eltern machen Fehler - Kinder aber auch. Das eine zusammen mit dem anderen entscheidet über den Ausgang.

Ich für meinen Teil kann von Glück reden und sagen, dass ich den Sprung geschafft habe. In meinem Fall ist es doch gottverdammt nochmal meine MUTTER. Keine Fremde. Wenn nicht ihr, wem sollte ich jemals verzeihen können? Und wenn nicht sie mir, wer sollte mir jemals verzeihen???

Menschen machen Fehler. Ob Einsicht folgt und Veränderung, entscheidet, in wie weit wir es ertragen.

Sich jedoch hinzusetzen und die "Schuld" in eine Ecke zu schieben, bringt niemanden weiter - dich nicht und auch deine Eltern nicht.

Versuch doch einfach mal "anzufangen". Mit dem "Verzeihen" also...vor allem aber auch mit dem "Begreifen".

"Vorwurf" ist hier sicher der falsche Weg!

dreamy
 
Hallo liebe vorschreiberin,

ich nöchte Dir mal antworten. Ich, das Kind, bin heute 36 und verfüge selbst über Lebenserfahrung. Und genau das bringt mich dazu die Dinge eben anders zu sehen und zu sagen, so hätte das nicht sein müssen.

Ich selbst hätte zuviel Angst gehabt zu klauen weil meine Eltern dann soo enttäuscht von mir gewesen wären. Ich war ein absolut auf Linie gebrachtes Kind und auch Jugendlicher. Ich verstehe nicht warum man Kinder so auf Linie bringen muss.

Ich nehme Dein Beispiel. Meine Schwester hat auch mal geklaut. Und meine Mutter hat sich nicht gesort. Sie hat sich selbst bemitleidet weil jetzt doch das Jugendamt sich vielleicht meldet und wie meine Schwester IHR das antun kann.

Dabei hatt meine Schwester doch die Hölle in der Schule damals. Vielleicht wäre es schlau gewesen nach Gründen zu fragen und nicht ständig ihr Zimmer zu durchsuchen?

Mich hat man gezwungen mein Kind abzuteiben und ich war zu schwach mich zu wehren. Mittlerweile empfinde ich das als hochgradig grausam. Ich leide fast 20 Jahre später noch darunter aber wen interessiert das? Andere Frauen verkraften das auch.

Augenhöhe? Die gab es bei mir nicht.
Jedes versuchen eine Autonomie zu haben wurde abgewürgt, im Keim erstickt.

Schön, dass sich Deine Mutter so erwachsen verhalten hat.
Ich fand das Verhalten meiner Eltern nicht gerade reif, erwachsen oder vorrausdenkend.
Sie haben damals ein Stück meiner Seele getötet.

Ich habe selbst Fehler gemacht, ich sehe es aber nicht als Fehler eine willensstarke und nervende 3 jährige oder 7 jährige gewesen zu sein.

Je erwachsener ich selbst werde, desto weniger verstehe ich auch nur im Ansatz was man mit mir alles so gemacht hat.

Respekt, ein Fremdwort. Ich habe lange verdrängt und vereugnet um mein Familienbild nicht zu verlieren.

Aber vielleicht habe ich meine Familie unabdingbar verloren als man mich gezungen hat mein Kind zu töten und als ach so erwachener Mensch eventuelle seelische Folgen nicht bedacht hat.

Schön für Dich so eine Mutter gehabt zu haben.
Ich hatte das nicht

Gruss
Gast
 
ach noch ein Zusatz, damals gab es kein Google, kein 2 bei Kallwass oder so. Nichts was einen Jugendlichen über seine Rechte hätte informieren können. Und die Beratungsstellen haben den Elternwunsch einfach abgenickt.

Auch dass ich aus einer Arztpraxis gefohen bin hat es nicht aufgehalten. Nach weiterem Psychoterror habe ich es dann unter Vollnarkose im KH machen lassen müssen, aber natürlich in einer anderen Stadt.

So, heute weiss ich dass dieses Verhalten meiner Eltern strafbar war. Ja und? Verjährt und anders dargestellt als es war wird es heute auch..

Heute heisst es, wir hätten Dich bei allem unterstützt. Und damals bin ich incl. Jacke aus dem Haus geworfen worden, bzw die Jacke wurde mir nachgeworfen.

Das finde ich BITTER ok?

Ich steigere mich rein- mein Kind ist tot und kommt niemals zurück und so ein ELternverhalten ist NICHT OK!!!!!!!!!
 
Und wenn die Mutter sagen würde, ja, das ist passiert, ich kann mir vorstlelen, dass dir dies und jenes als Kind nicht gefallen hat, dass Du Angst hattest ... so wie es meine Bekannte getan hat ... was ändert das beim Kind, bei ihrer Tochter hat es null auswirkungen gehabt.


Das schrieb jemand.

Bei mir hätte es viel geändert. Mal anerkannt zu werden in seinen Gefühlen. Es hätte sehr viel geändert. Sofern man seine Meinung nicht am nächsten Tag revidiert.
 
Hallo Gast 1977,

so hätte es nicht sein müssen...

Es war aber so! und ist im Rückblick nicht mehr zu ändern. Aus ihrem Beitrag lese ich nur den geheimen Vorwurf, dass Ihr Leben besser verlaufen wäre, wenn Ihre Eltern anders gewesen wären und andere junge Mütter hätten das auch geschafft. Auch schreiben Sie, dass Sie eine problemlose Jugendliche waren?! Wie wollten Sie das denn schaffen mit vermutlichen 16 jungen Jahren? Glauben Sie wirklich, dass alles gut wäre mit Kind ohne auf eigenen Füßen zu stehen? Oder hätte dann ein weiteres Kind in ungeordneten Verhältnissen, vielleicht mit mehreren wechselnden Lebensabschnitts-Gefährten zurechtkommen, hin- und her-gezerrt, oder evtl. auch als Ersatz für mangelnde Partner herhalten müssen.
Trotz Kallwas, A. Miller, S. Forward und Co., der Aufklärung, wie ein Kind entsteht, einschließlich aller verhütenden
Massnahmen sehe ich nicht, dass die jungen Menschen heute alles besser machen. Der Alltag in Deutschland zeigt das. Wenn sie es nicht hinbekommen, sind die Gründe natürlich in der Kindheit zu suchen. Doch die Kindheit ist nur ein Teil unseres Lebens.
Warum schreibt man mitten in der Nacht einen Artikel? Entweder hat man Nachtschicht, dann schreibt man auch nicht, weil Arbeit nunmal Arbeit ist. Oder des Nacht schläft man. Ich bin auch nicht der Meinung, dass man mit 36 noch ein Kind ist und es bringt auch nichts, die Eltern zu Schuldeingeständnissen zwingen zu wollen. Wenn ihre Eltern seit drei Jahren uneinsichtig sind, ergibt das für mich keinen Sinn, immer weiter in der Anklage stecken zu bleiben und möglicherweise kann da wirklich nur noch eine Therapie helfen.
 
Ein ganz großes KLASSE an Dich Dreamfighter, ein sehr guter Beitrag zum Thema.

Es wird keine Patentlösung geben und auch die Probleme vieler werden sich nicht lösen, indem die Eltern oder das Kind sagen, ja, so war es, ich kann mir vorstellen, was Du/ihr gefühlt habt oder warum Du/ihr so gehandelt habt ... Ich verstehe Dich/ich kann Dich jetzt verstehen ...

Viele erwachsene Kinder leiden immer weiter an der Vergangenheit, bleiben gefangen in dem Geschehen. Sie leiden immer und immer weiter an Lieblosigkeit, an Enttäuschungen, an Unverständnis, an Gewalt, an Einsamkeit, Traurigkeit, an Misserfolgen und Niederlagen, die sich bis heute durch das Leben ziehen lassen. Das ist auch eine unermessliche Verletzung, die vielen Menschen zugefügt worden ist. Ich betone es nochmal, wenn es um Straftaten oder Exzesse in Familien geht, soll das nicht abgewertet werden, ich denke, da hilft nur durchweg professionelle Hilfe.

Aber letzten Endes kann man sein Leiden in vielen Etappen darüber beenden. Die Vergangenheit klebt an uns oft wie ein lästiger Klumpen am Schuh. Die Vergangenheit, die Jahre, als wir Kinder oder Jugendliche waren, die sind in uns so lebendig, wie kaum etwas. Wenn wir uns z. B. mal fragen, wie oft habe ich meinem Partner oder meiner Partnerin schon verziehen ... Wie oft war ich vom Verhalten meiner Kinder schon enttäuscht, aber die Liebe zu ihm/ihr/den Kindern lässt eine Entscheiudng für uns treffen, mit der wir selber zufrieden sind. Entweder ich verzeihe meinem Partner oder nicht, aber das liegt in meiner Entscheidung. Ich kann mich jetzt entscheiden. Das konnte ich als Kind nicht, oder als Jugendlicher. Und meine Erfahrungen und Erlebnisse aus der Kindheit bleiben in uns lebendig und steuern heute oft noch unser Denken und Verhalten. Wir wollten von unseren Eltern bedingungslos geliebt und angenommen sein (so, wie wir es aber auch heute als Erwachsene verstehen ...), und viele Menschen bleiben in diesem Wunsch stehen, sie wollen heute etwas aus der Vergangenheit bekommen, aber das funktioniert so nicht, irgendwie ist es dann so, dass ein verletztes Kind, das heute erwachsen ist, eigentlich immer noch als Erwachsener sich in bestimmten Situationen verhält wie ein Kind, also wie damals, als es um Liebe oder Anerkennung gerungen hat, was ihm die Eltern oder Familie, die Geschwister usw. nicht gegeben haben.

Ich habe gelesen, dass sinngemäß geschrieben wurde, ich will heute hören von meinen Eltern, dass sie Dinge falsch gemacht haben (nochmal: ich klammere Straftaten ausdrücklich aus!), dass sie mir nicht genug Liebe, Anerkennung, Zeit, materielle Dinge usw. gegeben haben. Ich frage jetzt, was würde das in einem selber ändern? Ich spinne den Faden einfach mal weiter, dann käme vielleicht, ... na das sagen meine Eltern/Familie ... doch nur, um ihre Ruhe zu haben ... das meinen die doch sowieso nicht Ernst ... die verstehen mich doch gar nicht ... sie sagen immer noch, sie hätten alles für sie damals mögliche getan ...
Ja, und ich denke, dass es auch in vielen Fällen so ist. Es lässt sich so kein gemeinsamer Nenner finden. Die Kinder von damals sind erwachsen, sie beurteilen ihre Eltern aus der heutigen Sicht ... Vermutlich werden das auch ihre eigenen Kinder wieder bei ihnen tun ...

Ich denke, professionelle Hilfe ist oft nötig, aber wir müssen dazu auch bereit sein und unserem "inneren Kind", das wir mit allem aus der Kindheit herumtragen, erwachsen werden lassen. Wir können uns als Erwachsene aus vielen Fesseln befreien, wir haben diese Kindheit erlebt und die Narben, die wir davongetragen haben, müssen wir selbst pflegen, damit sie heilen. Nicht vergessen, aber auch nicht zum Lebensmotto erheben, ich bin so, weil ich vor 25 Jahren keine Anerkennung bekam ... Viele bleiben in der Vergangenheit gefangen, wiel sich diese Erlebnisse oder Erfahrungen verfestigt haben in unserem ganzen Denken und Fühlen. Aber man muss nicht darin verharren, es gibt Wege, wir können uns verändern. Es ist nicht nur alleine unsere Kindheit verantwortlich für unser heutiges Handeln, sondern es sind die Gedanken, die viele bis heute gefangen halten. Davon muss man sich als erwachsener Mensch lösen, damti diese Gedanken einen nicht ein Leben lang begleiten. Ich muss mich als 35-jährige im Job nicht als kleines Kind bewegen, wenn ich vermeitnlich nicht genug gelobt werde vom Chef ... Ich bin erwachsen, ich kann mich selber wehren, wenn ich so denke, was mir als Kind verwehrt blieb, aber ich kann nicht sagen, oh, ich bin doch so verletzlich und klein ... Bleiben wir immer in der Kindheit gefangen und grollen unseren Eltern, der Familie, dann bleiben wir immer mit uns im Unreinen. Die Erfahrungen, die wir selber und jeder für sich gemacht haben, sind nur unsere ureigensten Erfahrungen, und wir sollten besser daraus für uns Schlüsse ziehen, stark zu bleiben oder zu werden, eine eigene Meinung zu vertreten, uns unseres Wertes bewusst zu werden ... unsere Stärken auszubauen und an usneren Schwächen zu arbeiten. Aber wir müssen nicht an dem Zustand festhalten, den wir als Kind oder Jugendlicher erlebt haben. Viele werfen den Eltern - zutreffend und schlimme - Dinge vor, die sie nicht vergessen können, ich meine, die Eltern haben sich bemüht, nach ihrem Verständnis, alles zu tun ... Dass wir das als ihre Kinder von heute nicht verstehen können oder wollen, ist auch verständlich. Was wissen wir als Kinder denn oft über die Kindheit unserer Eltern, ich behaupte mal, die meisten wissen nicht viel darüber ... Und wenn ich heute, als erwachsener Mensch über das Leben meiner Eltern nachdenke, dann sollte ich nicht die Maßstäbe von 2013 ansetzen, sondern die der damals gültigen Zeit ...

Uff, so viel wollte ich gar nicht niederschreiben ... aber das Thema ist so sensibel und vielschichtig und so schwierig ...

Lg Eisherz
 
Hallo,

man schreibt nachts einen Artikel wenn man EU Rentner ist:-(

Ja also ich bin in Therapie und sorry ich habe meinen Schmerz herausgeschrien förmlich.

Blut wäscht man sich niemals von den Händen und über Leben und Tod sollte sich niemand zum Herrn aufspielen.
Für mich ist damals eine Seele gestorben, die Seele eines Kindes und ein Stück meiner Seele gleich mit.

Es ist nicht relevant ob man eine gute Mutter mit 16 gewesen wäre, oder ob man eine Klassenfahrt bezahlen hätte können.

Der Mensch wächst mit seien Aufgaben und viele andere haben es auch geschafft.

Wir stehen immer an Deiner Seite, egal was ist. Das haben meine Eltern immer gesagt. Und ich habe vertraut.

Ein Mensch mit Lebenserfahrung weiss, dass man einen Abbruch nicht abschüttelt wie eine schlechte Note.

Klar bin ich in Therapie, und da hat man mir gerade geraten den Kontakt für die nächsten Wochen komplett zu unterbinden, damit ich mich nicht immer weiter frustriere.

Gruss
Gast 1977
 
ich schrieb nicht eine problemlose Jugendliche gewesen zu sein sondern eine hart auf Spur gebrachte Jugendliche.
Das ist ein RIESEN Unterschied!
 

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