Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Verlassene Eltern

Hallo,

ich habe seitenweise mitgelesen und gedacht ich fasse es nicht.

ICH BIN EIN KIND WAS ÜBERLEGT SEINE ELTERN ZU VERLASSEN UND ZWAR ENDGÜLTIG.

Ich versuche seit 3 Jahren zu reden, meine Verletzungen zu offenbaren, sogar beim Familientherapeuten war ich mit meiner Mutter.

Und was kam? Verleugnung. Das war alles nicht so, alles war anders. Keine Verletzung wurde mir zugestanden. Alle sind unbegründet-es war so schlimm, so lachhaft, so bitter-

Unf ihr verlassenen Eltern wollt mir sagen Eure Kinder haben nie versucht mit EUch zu sprechen? Nie gesagt dass bestimmte Dinge sie verletzt haben? Das glaube ich niemals. Ihr seid doch ganz alleine schuld

Null Selbstreflexion, keine Selbstbeurteilung, nur Verdrängung und die "ich Arme" Nummer. Die habe ich jahrelang ertragen.

3 Jahre versuche ich WAHRGENONNEM und ERNSTGENOMMEN zu werden in meinem Schmerz. NICHTS!

Soll ich eine Mutter haben mit der ich über das Wetter rede damit ES IHR besser geht, mich aber die Dineg fertigmachen?

Geht zu Euren Kindern, fragt was los ist, biete an auch mal SELBSTKRITISCH zu sein und nicht alles wegzudrängen und nehmt deren Gefühle auch mal wahr.

Dann werden sie reden können und den Kontakt wieder aufnehmen. Wahrscheinlich nichts lieber als das, wenn sie sich endlich mal verstanden fühlen.

Nur mit der "das Opfer" Nummer erreicht ihr nichts. Und bei Euren Kindern auch nicht, das kennen die sicherlich über Jahre.

Das wäre mein Rat an die ach so armen verlassenen Eltern deren Kinder sich wahrscheinlich vorher jahrelang gequält haben bin sie sich zu diesem Schnitt entschliessen mussten.

Gruss
Ein ensetztes Kind über die Verleugnung die Eltern so betreiben können!!!
 
Ich lese hier mit und bin auch ebenso erschüttert, wie der Gast zuvor. So wie es hier beschrieben wird, wird es nie eine Änderung, nie eine Einigung und nie ein Wiederfinden geben.

Du schreibst folgendes Gast:

Ich versuche seit 3 Jahren zu reden, meine Verletzungen zu offenbaren, sogar beim Familientherapeuten war ich mit meiner Mutter.

Und was kam? Verleugnung. Das war alles nicht so, alles war anders. Keine Verletzung wurde mir zugestanden. Alle sind unbegründet-es war so schlimm, so lachhaft, so bitter-

Unf ihr verlassenen Eltern wollt mir sagen Eure Kinder haben nie versucht mit EUch zu sprechen? Nie gesagt dass bestimmte Dinge sie verletzt haben? Das glaube ich niemals. Ihr seid doch ganz alleine schuld ..

DU hast als KIND diese Dinge erlebt, aus Deiner Sicht, Deine Mutter hat es aus ihrer Sicht erlebt. So wie Du sie nicht verstehst, so versteht sie Dich nicht. In dem Ton, wie Du schreibst - ich weiß nicht, ob Du auch so redest - wird sich nichts ändern. Ich denke, es gibt keine Grundschuld, dass die Eltern alleinig für alles verantwortlich zu machen sind. Nehmen wir beispielsweise eine Mutter, die sich von einem gewalttätigen Mann trennt, und die Kinder haben einiges mitbekommen. Später, wenn sie erwachsen sind, werfen sie der Mutter vor, Du hast uns nicht vor dem beschützt, Du bist bei dem so lange geblieben, wir hatten auch Ängste ... Vielleicht war die Mutter zu schwach, sofort was zu ändern, ich denke, jede Mutter bzw. jede Eltern wollen, dass sie eine Familie bleiben, die Eltern machen viele Fehler, und Kinder erleben so manches, was sie nicht sollten ... Das ist unbestritten. Aber auf die Eltern einzutreten, das finde ich wirklich ohne Worte. Es sind Dinge, die sind in der Vergangenheit passiert, sicherlich nicht gewollt und gewünscht von den Müttern/Eltern.
Eine Bekannte von mir hatte auch mit ihrer erwachsenen Tochter darüber viele Gespräche ... nach vielen Mutter-Tochter-Konflikten. Sie warf der Mutter viele Fehler vor. Ja und weiter? Die Mutter hat sich verteidigt, warum oder wieso so vieles so lief. Und dass vieles im Leben anders laufen kann oder läuft, wie man sich das wünscht, kann man hier in vielen Diskussionen lesen ... Und auch, dass es mit den Änderungen im Leben nicht leicht ist ...
Die Beziehung dieser Mutter-Tochter-Konstellation hat sich trotzdem nicht geändert, immer dann, wenn irgendwas der Tochter quer liegt, gibt es Stress mit der Mutter, weil sie ja früher dies und das getan hat ... Bitteschön, welche Chance hat so eine Mutter? Sie hat keine. Sie hat eine Vergangenheit, die sie nicht rückwirkend ändern kann ... und sie hat ein Kind, das ihr dafür lebenslang Vorwürfe macht ... Und wenn die Mutter sagen würde, ja, das ist passiert, ich kann mir vorstlelen, dass dir dies und jenes als Kind nicht gefallen hat, dass Du Angst hattest ... so wie es meine Bekannte getan hat ... was ändert das beim Kind, bei ihrer Tochter hat es null auswirkungen gehabt. Ich habe manchmal das beklemmende Gefühl, dass ein Sündenbock herhalten muss ... wenn es nicht nach Nase geht ... Und gerade in der allerengsten Beziehung zwischen Eltern und Kind, da ist so vieles, was passiert, was sich Eltern und Kinder gegenseitig antun ... Eine Lösung freilich habe ich selber auch nicht.
 
Kommentar auf den Eintrag von Gast

Eine Bekannte von mir hatte auch mit ihrer erwachsenen Tochter darüber viele Gespräche ... nach vielen Mutter-Tochter-Konflikten. Sie warf der Mutter viele Fehler vor. Ja und weiter? Die Mutter hat sich verteidigt, warum oder wieso so vieles so lief. Und dass vieles im Leben anders laufen kann oder läuft, wie man sich das wünscht, kann man hier in vielen Diskussionen lesen ... Und auch, dass es mit den Änderungen im Leben nicht leicht ist ...
Die Beziehung dieser Mutter-Tochter-Konstellation hat sich trotzdem nicht geändert, immer dann, wenn irgendwas der Tochter quer liegt, gibt es Stress mit der Mutter, weil sie ja früher dies und das getan hat ... Bitteschön, welche Chance hat so eine Mutter? Sie hat keine. Sie hat eine Vergangenheit, die sie nicht rückwirkend ändern kann ... und sie hat ein Kind, das ihr dafür lebenslang Vorwürfe macht ... Und wenn die Mutter sagen würde, ja, das ist passiert, ich kann mir vorstlelen, dass dir dies und jenes als Kind nicht gefallen hat, dass Du Angst hattest ... so wie es meine Bekannte getan hat ... was ändert das beim Kind, bei ihrer Tochter hat es null auswirkungen gehabt. Ich habe manchmal das beklemmende Gefühl, dass ein Sündenbock herhalten muss ... wenn es nicht nach Nase geht ... Und gerade in der allerengsten Beziehung zwischen Eltern und Kind, da ist so vieles, was passiert, was sich Eltern und Kinder gegenseitig antun ... Eine Lösung freilich habe ich selber auch nicht.

Genau so ist es mit meinem Kind,sie wirft mir vor,ich hätte sie ihr ganzes Leben über fertig gemacht.
Auf meine Nachfrage,was sie genau meint,kommt die Antwort:Ich will nicht darüber Reden.

Ich habe mit ihr versucht über alle meine Fehler zu Reden,ob es alle waren,weiß ich nicht,denn sie äussert sich ja nicht dazu.Ich habe sogar gebettelt,rede mit mir.Das ist jetzt "Gott sei Dank"vorbei.
Wenn es nochmal einen Anfang gibt,dann werde ich mich nicht mehr so erniedriegen und wenn sie damit nicht klar kommt,wird es auch ein zusammen nicht mehr geben.

Mein Kind bekommt ihr Leben nicht so wirklich auf die Reihe und ich bin jetzt Schuld,das ihr Leben nicht so verläuft,
wie sie es gerne hätte.Es ist sehr leicht,die Schuld bei anderen zu suchen,als mal hinzusehen,welchen Anteil man
selbst dazu beiträgt.
Ich habe einen Bruder,der ebenfalls meinen Eltern die Schuld gab und meine Eltern zahlten ihm jeden Monat einen gewissen Betrag zum Lebensunterhalt,bis zu ihrem Tod taten sie das.Und als ich ihn mal darauf ansprach,meinte er,
sie wären ihm das schuldig gewesen,so eine Art Schmerzensgeld.Sie wären Schuld,das aus ihm nichts geworden ist.
Darauf habe ich ihm gesagt,das mein älterer Bruder und ich es ja auch geschafft hätte und wir hätten dasselbe erlebt.Ich habe den Kontakt zu ihm abgebrochen,denn sein ewiges Gejammer über das Elternhaus habe ich nicht mehr ausgehalten.

Ausserdem möchte ich hier mal sagen,das jede Problematik anders liegt und jede Trennung verschiedene Ursachen haben kann.
Hier sich auslassen und Mütter oder Kinder allgemein angreifen,kann nicht eine Art sein zu einer vernünftigen Auseinandersetzung.
 
Genau so ist es mit meinem Kind,sie wirft mir vor,ich hätte sie ihr ganzes Leben über fertig gemacht.
Auf meine Nachfrage,was sie genau meint,kommt die Antwort:Ich will nicht darüber Reden.

Ich habe mit ihr versucht über alle meine Fehler zu Reden,ob es alle waren,weiß ich nicht,denn sie äussert sich ja nicht dazu.Ich habe sogar gebettelt,rede mit mir.Das ist jetzt "Gott sei Dank"vorbei.
Wenn es nochmal einen Anfang gibt,dann werde ich mich nicht mehr so erniedriegen und wenn sie damit nicht klar kommt,wird es auch ein zusammen nicht mehr geben

Du hast Fehler gemacht in Deinem Leben, wie jeder andere auch ... Wir leben alle unser Leben und sind manchmal nicht stark genug, gleich die richtige Entscheidung zu treffen ... Und wir können nichts rückgängig machen und sollten uns als Eltern auch nicht auf diese Stufe drängen lassen. Es geht nicht darum, dass die Eltern "schuld" sind ... es geht darum, dass sie sehr oft eben, wie Du es hier schreibst, carin, dann verantwortlich gemacht werden. Unbestritten gibt es in jedem Leben, auch im Leben der Eltern selber Erfahrungen und Dinge, die sie geprägt haben ... Das wird immer so sein ...


Mein Kind bekommt ihr Leben nicht so wirklich auf die Reihe und ich bin jetzt Schuld,das ihr Leben nicht so verläuft,
wie sie es gerne hätte.Es ist sehr leicht,die Schuld bei anderen zu suchen,als mal hinzusehen,welchen Anteil man
selbst dazu beiträgt.
Ich habe einen Bruder,der ebenfalls meinen Eltern die Schuld gab und meine Eltern zahlten ihm jeden Monat einen gewissen Betrag zum Lebensunterhalt,bis zu ihrem Tod taten sie das.Und als ich ihn mal darauf ansprach,meinte er,
sie wären ihm das schuldig gewesen,so eine Art Schmerzensgeld.Sie wären Schuld,das aus ihm nichts geworden ist.
Darauf habe ich ihm gesagt,das mein älterer Bruder und ich es ja auch geschafft hätte und wir hätten dasselbe erlebt.Ich habe den Kontakt zu ihm abgebrochen,denn sein ewiges Gejammer über das Elternhaus habe ich nicht mehr ausgehalten

Mir tun Deine Eltern leid, was müssen sie ausgehalten haben ... so bitter für eigene Fehler, wenn es denn welche waren ... zu bezahlen ...


Ausserdem möchte ich hier mal sagen,das jede Problematik anders liegt und jede Trennung verschiedene Ursachen haben kann.
Hier sich auslassen und Mütter oder Kinder allgemein angreifen,kann nicht eine Art sein zu einer vernünftigen Auseinandersetzung.[/QUOTE]

Das habe ich auch schon so oft geschrieben ... Es ist so, wie Du schreibst, auch wenn es Gespräche gibt oder gab, die Eltern reuevoll und bitter bereuen und Fehler zugeben ... auch das reicht meistens nicht, die Beziehung bleibt ein Spielball der Gefühle, oft genug von Seiten der Kinder ... aber eben auch oft genug von Seiten der Eltern ... Es ist - wohl vor allem auch in unserer Gesellschaft - viel Respekt abhanden gekommen, dass auch Eltern Fehler machen ... sie dann dafür zu verurteilen ist die eine Seite ... Es bricht den meisten Eltern das Herz, wenn sie sehen, dass die Kinder die eigenen Fehler nachmachen, aber wenn sie diesen dann mit Rat zur Seite stehen wollen, kommt es sehr oft zu den Brüchen ... die Eltern haben dann eh keine Ahnung, sie hätten doch selber Fehler gemacht, jetzt bräuchten sie nicht mit Ratschlägen zu kommen, haben sie ja früher auch nicht annehmen wollen ... und viele mehr ... ja, genau so ist es, es gibt dann irgendwie kein Finden auf einer vernünftigen Ebene ...

Lg Eisherz
 
mit der Opfer-Nummer erreicht ihr nichts....

Vater und Mutter verlassen ist die Grundvoraussetzung, um als erwachsenes Kind ein eigenständiges Leben zu führen.
Ich hätte gar nicht gewollt, dass meine Mutter sich schuldig fühlt mich geboren zu haben und erst recht nicht, sie zur Rechenschaft zu ziehen darüber, dass ich in der Kindheit verletzt worden bin. Außerdem würde ich auch nicht wollen, dass sie meine beste Freundin ist. Auch würde ich nicht wollen, dass ich vor meinen erwachsenen Kindern auf der Anklagebank sitze und alle meine Fehler zugebe.
Sie rennen von einem Therapeuten zum anderen, machen die Nächte durch, schwingen große Reden, tun sich schwer mit Schulabschlüssen, setzen Kinder in die Welt und poppen sich durch alle Betten, egal ob verheiratet oder nicht und suchen die Schuld für ihr schreckliches Leben bei den Eltern.
Auch erwachsene, zumeist weibliche anklagende Nachkommen erreichen mit dieser Opfer-Nummer nichts. Es ist brandaktuell
nach Schuldigen zu suchen und die, die was zu sagen haben sind keinen zweiten Blick wert. Ja auch das gehört zum "erwachsen sein", nicht mehr gehätschelt zu werden, sondern eigenständig und verantwortungsvoll das Leben zu gestalten.
Wer mit 40 immer noch zur Mutter rennt, Schuldgeständnisse will und sich wie ein Kind benimmt, wird auch so behandelt.
Ihr klagt eure Eltern an und macht genau das gleiche: wenn sie nicht das sagen, was ich will, werde ich... Bitte was ist daran erwachsen? Verschwinden die Verletzungen eurer Seelen, wenn sie vor euch kriechen und ist dann alles gut? Nein das Leben läuft nicht rückwärts noch verweilt es im Gestern.
Wie sollen Nationen miteinander auskommen, wenn das mit denen, die uns am nächsten stehen, nicht möglich ist.
Bei mir bleibt keiner im Auto vor der Haustür sitzen. Ich würde hinausgehen und ihn hinein bitten. Wann immer wir unseren erwachsenen Söhnen und ihren Liebsten helfen können, werden wir das tun, weil wir sie lieben. Und wenn meine 88 Jahre alte Mutter Hilfe braucht und meine Kraft reicht noch, werde ich für sie da sein.

Eigentlich wollte ich nicht mehr schreiben, weil solche Foren ergebnislos sind und die grenzenlose egoistische Dummheit der Menschen sichtbar wird. Doch irgendwie habe ich mich ein wenig hier festgebissen, weil ich durch Zufall Tyras Kommentar las, der mich so sehr erheitert hat und ich darauf geantwortet habe. Hat euch denn schon mal jemand helfen können? Wenn das die lieben Therapeuten nicht schaffen, tun es die gegenseitig aufheizenden Kommentare auch nicht.

Ein Professor meines Sohnes sagte mal bei einer Vorlesung: "man muss ein gottgefälliges Leben führen, wenn es gelingen soll"
und das war bestimmt kein frommer Mann. Also in diesem Sinne allen einen schönen Sonntag mit ganz viel Liebe und versöhnlichen Gedanken!
 
Ich lese hier mit und bin auch ebenso erschüttert, wie der Gast zuvor. Jede Eltern wollen, dass sie eine Familie bleiben, die Eltern machen viele Fehler, und Kinder erleben so manches, was sie nicht sollten ... Das ist unbestritten. Aber auf die Eltern einzutreten, das finde ich wirklich ohne WortEine Lösung freilich habe ich selber auch nicht.

Lieber Gast !!! Danke für dein netten Kommentar, mein Mann hat es auch bestetigt.
Ich bin hier eine allein verlassene Mutter. Es wird immer an mir rumgehackt,egal was oder wie ich schreibe.
Ich habe schon zig mal geschrieben, ich kann mit meinen Söhne kein klärendes Gesprech führen, wenn ich und mein Mann, den ein Wort sagen, kommt von den 10 zuruck.
Ich komme hier rein Trost und Hilfe bekommen und ich gehe mit so einem Kopf raus,das ich die ganze Nacht nicht schlafen kann.
Lösung;
Können wir keine finden
Sündenbock;
Das bin ich hier immer und auch bei unseren Söhnen auch wir beide.
L.G.Julia
 
Es muss von beiden Seiten etwas kommen. Niemand kann ein zerrüttetes Verhältnis allein heilen, das ist doch der Punkt. Es wird sehr wahrscheinlich nicht reichen, wenn sich nur eine Seite bewegt.

Manchmal braucht es auch einfach nur Zeit. Bei mir persönlich ist es so, dass ich den Abbruch brauchte, um mir über mich, meine Vergangenheit, die Dinge, die passiert sind, klar werden zu können. Ich hatte in meiner Therapie immer wieder Phasen, in denen ein persönlicher Kontakt schlicht nicht möglich gewesen wäre, weil ich für die körperliche Unversehrtheit meiner Mutter nicht hätte garantieren können. Das hört sich vielleicht heftig an, war aber so. Ich war teilweise so voller Wut, dass ich sie umbringen wollte. Weil ich sie damit nicht konfrontieren wollte, habe ich den Kontakt abgebrochen, auch um sie zu schützen. Mittlerweile geht es mir besser und ich denke, ich bin kurz davor, wirklich -ehrlich und tief- zu vergeben (sexueller Missbrauch durch die Mutter, sadistische Misshandlungen, psychische Misshandlungen). Ich werde sehen, wie stabil diese Entwicklung ist und ob ich dann den Wunsch verspüre, wieder Kontakt zu meinen Eltern aufzunehmen.

Die Verarbeitung der Vergangenheit ist ein wichtiger Schritt. Die Aufarbeitung der eigenen Kindheit sollte auch für Eltern kein Tabu sein. Meine Eltern haben sich leider den Verletzungen aus ihrer Kindheit nie gestellt, meine Mutter hat daraus eine schwere Persönlichkeitsstörung davongetragen. Ich würde ihr wünschen, dass sie den Schritt schafft, nicht für mich, sondern um sich selbst endlich zu befreien.
Wir geben unsere Traumata an unsere Kinder weiter. Deshalb ist es so wichtig, sie selbst aufzulösen, um nicht eine weitere Generation zu schädigen. Es geht nicht darum, dass Eltern fehlerlos sein sollen, das ist ohnehin nicht möglich. Aber ehrlich zurückzuschauen sollte doch eigentlich möglich sein. Leid anzuerkennen und daran zu wachsen. Ist das wirklich so viel verlangt? Wie lange will diese Gesellschaft denn noch so weitermachen? Die Traumas der Weltkriege unbearbeitet gelassen und weitergegeben und jedes Leben packt neue dazu.
Ich bin als Kind nicht verantwortlich für das, was meiner Mutter angetan wurde, als sie Kind war. ICH KANN NICHTS DAFÜR. Und trotzdem bin ich voller Mitgefühl für sie, ohne ihr Fußabtreter sein zu wollen. Auch ich habe ein Recht auf ein würdiges Leben...
 
Kommentar auf den Eintrag Zu Carin.

Bitteschön, welche Chance hat so eine Mutter? Sie hat keine.
Ich habe einen Bruder,der ebenfalls meinen Eltern die Schuld gab und meine Eltern zahlten ihm jeden Monat einen gewissen Betrag zum Lebensunterhalt,bis zu ihrem Tod taten sie das.

Hier sich auslassen und Mütter oder Kinder allgemein angreifen,kann nicht eine Art sein zu einer vernünftigen Auseinandersetzung.

Liebe Carin!!! Nicht nur du hatest so ein Bruder.Unser jüngste Sohn ist genau so.
Der hatte meine Schwiegermutter (seine Oma) vorgelogen er zahlt bei uns Miete,wobei er nur Nebenkosten zahlte. Die gab im jeden Monat bis zu ihrem Tod fast jeden Monat 300-400 DM,damals war noch die DM.
Und, das möchte er jetzt von uns auch, und das Haus, er denkt, wen seine Oma, das gemacht hatte können wir das auch.Wir konnten ihn nicht ansprechen. Die hatte kein Urlaub gemacht nichts,nichts.
So ist es wir als Eltern haben überhaupt keine Chance.
L.G.Julia
 
Sie rennen von einem Therapeuten zum anderen, machen die Nächte durch, schwingen große Reden, tun sich schwer mit Schulabschlüssen, setzen Kinder in die Welt und poppen sich durch alle Betten, egal ob verheiratet oder nicht und suchen die Schuld für ihr schreckliches Leben bei den Eltern.

Was sollen diese Verallgemeinerungen??? Meinst Du, damit erreichst Du auch nur einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Versöhnung?
Ich habe exakt eine Therapie in Anspruch genommen, die läuft seit 27 Monaten, angefangen habe ich mit 36. Ich habe Abitur und einen Universitätsabschluss. Ich habe unverheiratet ein Kind bekommen, zwei Jahre später den Kindsvater geheiratet und noch ein Kind bekommen. In fester Beziehung seit 16 Jahren. Ich suche nicht die Schuld bei meinen Eltern, ich suche mich! Sich dabei die eigene Kindheit anzuschauen, sollte keinen Vorwurf wert sein.
Mein Leben ist in keinster Weise schrecklich. Ich habe viel Schlimmes erlebt, aber das ist vorbei und mein aktuelles Leben ist gut.
 
Es gibt diese schöne Kriminalstory von Edgar Allan Poe, in welcher die Mutter ihrem Sohn und der Schwiegertochter das Haus überschreibt, vor ihrem Tode.
Sie fristet den Rest ihres Lebens am Ende in der Besenkammer.
Ich bin mit der Verlockung eines in Aussicht gestellten Erbes von meinen Eltern erzogen worden, gleichzeitig immer unter dem Vorbehalt niemals von einem solch herzlosen Menschen wie mir abhängig sein zu müßen.
Eltern sollten mit ihrem Erbe etwas umsichtiger umgehen und nicht so früh zu viel verschenken.
Es gibt keine Garantie auf ein Dankeschön!
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
GelbeAkazie Verlassene Eltern Familie 26
O Meine Eltern Familie 23
L Immer wieder Probleme mit Eltern Familie 15

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben