Ich habe tatsächlich ähnliche, wenn auch nicht ganz gleiche Erfahrungen gemacht mit meinem ehemaligen Mitbewohner, der auch ein guter Freund war. Zuerst hat alles gepasst, aber dann schlichen sich Probleme ein. Man muss dazu sagen, dass er nach Berlin gekommen ist und ich bereits hier wohnte und einen gewissen Freundeskreis hatte. Hab ihn immer gefragt ob er da und dahin mitkommen möchte und war später auch ganz gut integriert in meinen Freundeskreis. Er hat sich dann auch einen kleinen Freundeskreis aufgebaut, mich aber nie versucht mit einzubeziehen. Ist eine Kleinigkeit, aber hat mich damals auch gekränkt und pissig gemacht. Dazu kam dann auch noch, dass mir ein gewisser Freiraum fehlte und ich froh war, wenn er gerade unterwegs oder nicht da war und ich die Bude für mich hatte. Letztlich ist er irgendwann ausgezogen, aber war im Guten. Danach hat sich die Freundschaft wieder deutlich verbessert bzw. war wie früher.
Das soll jetzt kein Wink mit dem Zaunpfahl sein oder so, aber so war es bei mir.
P.S.: Ich konnte dein Beitrag auch von Anfang an gut deuten. Mir ist es auch völlig unverständlich, wie man daraus ein "Willst du die Freundschaft erzwingen?" oder "Bist du in ihn verknallt?" hineininterpretieren kann. Ich denke manche haben Spaß daran den Spieß so umzudrehen, dass der TE erstmal grundsätzlich selbst Schuld und der Böse ist. Ist natürlich super hilfreich und so gar nicht verletzend *Ironie aus*
Mach dir nichts draus!
Danke. Wenn er auszieht, dann sehr wahrscheinlich weil ich ihn rauswerfen muss und das wäre auch sehr wahrscheinlich der finale Todesstoß.
Was die anderen Kommentare betrifft: Ich glaube, die haben selbst nur einen oberflächlichen Bekanntenkreis und wissen gar nicht, wie tief so eine Freundschaft gehen kann - auch ohne Romantik. Leider scheint es in meinem Fall mittlerweile nur noch einseitig so zu sein.
Es ist aber auch so schwer zu deuten. Die ersten 8 Monate waren wirklich so wie man es sich nur wünschen kann. Dann der Umschwung. Es ist nicht so, dass hier totale Stille herrscht. Wir reden schon locker miteinander und ignorieren uns nicht gegenseitig, aber mehr auch nicht. Alles, was über den gewöhnlichen Alltag innerhalb der Wohnung hinausgeht, wird abgeblockt. Dazu zählen auch schon Aktivitäten wie zocken. Ein Beispiel, was häufig auftritt:
Ich frage ob wir Spiel XY spielen wollen. Antwort: "Nee nicht so Lust, will entspannen". Keine halbe Stunde später hockt er an seiner Konsole (was eigentlich meine ist, habe mehrere) und zockt
genau dieses Spiel mit irgendeinem seiner Onlinefreunde.
Das kann nur Absicht sein aber was ist hier die Message? "Hey guck mal, ich spiele mit
deiner Konsole genau das Spiel was du eben vorgeschlagen hast, nur nicht mit dir"
Ähnlich verhält es sich mit anderen Dingen: Feiern gehen? "Neee total müde von der Woche. Dieses Wochenende mal entspannen." Am selben Abend geht er dann aber los, geht feiern und kommt besoffen nach Hause.
Das ist ein wichtiges Detail, was ich die ganze Zeit über weggelassen habe, weil ich mir da auch einfach wie ein Idiot vorkomme, denn ich reagiere genau so darauf, wie er es wahrscheinlich beabsichtigt. Aber warum?
Wenn es daran liegt, dass er aktuell auf mich angewiesen ist und er deshalb eine gewisse Stärke und Unabhängigkeit ausstrahlen will, wird das nicht lange für ihn gut gehen.
In einem anderen Kommentar habe ich ja schon erwähnt, dass ich den Spieß unbeabsichtigt etwas umgedreht habe. Ich bin selber aus Eigenschutz etwas in den Rückzug gegangen. Seitdem geht er wieder mehr auf mich zu.
Mir wurden hier komische Machtspielchen vorgeworfen aber offensichtlich ist es genau umgedreht?