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Unsere Freundschaft ist nur noch eine Hülle – ich verstehe nicht, wie es so weit kommen konnte

Jupiter

Mitglied
Hallo zusammen.

Es folgt ein etwas längerer Text. Danke an alle, die sich die Zeit nehmen ihn zu lesen und zu antworten.

Ich lebe seit einem Jahr mit meinem besten Freund in meiner Wohnung. Es war nie eine klassische WG, wo einfach jemand einzieht, weil ein Zimmer frei ist. Er ist als mein bester Freund, fast wie ein Bruder, in meine bereits bestehende, fast 1000km entfernte Wohnung gezogen. Der Plan war, das auf ein neues Level zu bringen. Eine richtig geile Zeit zusammen. Zwei Menschen, die sich vertrauen, miteinander leben, sich Raum geben, aber auch gemeinsame Zeit genießen. Und ja, jeder braucht sein eigenes Ding, das war immer so. Ich habe auch nie etwas dagegen gehabt, wenn er mit anderen was macht. Ich mache das ja genauso. Aber das hier ist kein normales „jeder lebt sein Ding“. Das hier ist einfach gar nichts mehr.


Früher war da Nähe, Vertrautheit, Spaß. Unsere Geschichte ist nahezu filmreif. Sowas habe ich noch nie erlebt, werde ich wahrscheinlich auch nicht wieder. Heute ist von dieser Verbindung nur noch ein belangloses Nebeneinander übrig. Jeder Vorschlag von mir, ob Film schauen, zocken, feiern, was unternehmen, egal was, wird grundsätzlich abgelehnt. Aber sobald ich nicht da bin, geht alles. Sogar die Dinge die ich ihm immer vorschlage. Dann ist er unterwegs, auf Stadtfesten, zockt mit anderen, trifft sich, lacht, lebt. Wichtig scheint nur, dass ich nicht dabei bin. Ich werde ersetzt. Immer. Und das zieht sich seit Monaten so. Diese Entwicklung kam nicht über Nacht, aber sie ist konstant. Und es wird nicht besser.


Ich bin der tragende Pfeiler in seinem Leben. Ich habe ihm alles ermöglicht, was er hier hat. Ohne mich hätte er diese Wohnung nicht, diesen Job nicht, diese Sicherheit nicht. Wenn er mich verliert, verliert er alles. Er könnte sich hier aktuell auf keinen Fall alleine etwas leisten. Er hätte keinen Ort, wo er einfach so unterkommen könnte, außer zurück ins Elternhaus, was auch sehr problembehaftet wäre. Vielleicht ist genau diese Abhängigkeit das Problem aber das sind nun mal die Gegebenheiten.


Trotzdem spüre ich von ihm nichts. Keine Wertschätzung. Keine Nähe. Keinen Respekt. Nichts. Der finanzielle Aspekt dieser WG, Haushalt und das zwischenmenschliche - nichts davon funktioniert mehr. Ich werde ausgenutzt. Ich habe ihn nie eingeengt. Ich schreibe ihm nichts vor. Kann ich ohnehin nicht. Ich erwarte nicht, dass wir jeden Abend zusammen auf der Couch hocken. Ich erwarte einfach nur Respekt, eine Verbindung, Verlässlichkeit. Dass man sich sieht. Dass man sich füreinander interessiert. Meines Erachtens nach alles Selbstverständlichkeiten in einer Freundschaft. Ich erwarte nicht, dass er vor mir auf die Knie fällt, bei dem was ihm alles ermögliche, bei dem was er mir zu verdanken hat. Aber es kommt nichts zurück. Ich mache einen Schritt vor – er geht zwei zurück. Immer.


Ich frage mich inzwischen, ob ich ihm einfach zu viel Stabilität biete. Ob ihn das überfordert. Ob er sich nur wohlfühlt, wenn alles aufregend ist, wie damals, wenn er alle paar Monate zu Besuch war. Aber ich bin kein Freizeitpark. Ich bin nicht dafür da, ständig neue Reize zu liefern. Das war vielleicht früher so. Jetzt biete ich Loyalität, Sicherheit, Verlässlichkeit. Wenn das nicht reicht oder ihn sogar abschreckt, dann ist er im wahrsten Sinne an der falschen Adresse.


Und ja, es wird ein ernstes Gespräch geben müssen. Aber ich habe aus der Vergangenheit gelernt, dass solche Gespräche nie wirklich etwas bewirkt haben. Danach war es immer für ein paar Tage besser und dann wurde es schlimmer als vorher.


Ich bin an dem Punkt, wo ich ernsthaft darüber nachdenke, das Ganze zu beenden. Es würde mich innerlich zerstören, weil ich immer noch an uns glaube. Ich möchte das auch nicht tun, aber ich muss endlich mal an mich denken, um meine eigene mentale Gesundheit zu schützen. Weil das Ganze mich aktuell viel mehr belastet, als es mir gibt. Um ehrlich zu sein: Es gibt mir gerade gar nichts mehr.

Es nützt mir aber auch nichts, wenn er mir diese alte Verbindung nur vorspielt um seine Existenz zu retten. Es soll auch nicht so klingen, als müsse er all meinen Anforderungen entsprechen, damit er bleiben kann aber so wie es jetzt ist, geht es auf keinen Fall weiter. Was nun dafür die Lösung ist liegt in seiner Hand. Alleine der Gedanke daran, das zu beenden erschreckt mich. Ich dachte immer wir sind besser als das, sind wir aber offensichtlich nicht...

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Wie soll ich mich verhalten? Sehe ich das zu eng? Erwarte ich zu viel? Oder ist das einfach der Punkt, an dem man erkennen muss, dass etwas nicht zu retten ist?
 
Ich bin der tragende Pfeiler in seinem Leben. Ich habe ihm alles ermöglicht, was er hier hat. Ohne mich hätte er diese Wohnung nicht, diesen Job nicht, diese Sicherheit nicht. Wenn er mich verliert, verliert er alles.
Du überschätzt deine Position.
Er könnte jederzeit in eine andere WG ziehen.
Ich erwarte nicht, dass er vor mir auf die Knie fällt, bei dem was ihm alles ermögliche, bei dem was er mir zu verdanken hat. Aber es kommt nichts zurück. Ich mache einen Schritt vor – er geht zwei zurück. Immer.
Er ist dein Mitbewohner. Er zahlt Miete. Er ist dir rein gar nichts schuldig.
Es nützt mir aber auch nichts, wenn er mir diese alte Verbindung nur vorspielt um seine Existenz zu retten.
Seine Existenz hängt nicht von dir ab. Komm mal runter.
Ich bin an dem Punkt, wo ich ernsthaft darüber nachdenke, das Ganze zu beenden. Es würde mich innerlich zerstören, weil ich immer noch an uns glaube.
Bist du in ihn verknallt?
Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Wie soll ich mich verhalten? Sehe ich das zu eng? Erwarte ich zu viel?
Ja.
Du tust so, als führest du eine Liebesbeziehung mit jemandem, der komplett abhängig von dir ist.
Als Mitbewohner wäre ich schon längst abgehauen. Du wirkst extrem krakenhaft und realitätsfern.
 
Hallo @Jupiter, ich denke, bei euch ist ein großes Ungleichgewicht und damit kommt er nicht klar.

Ich bin der tragende Pfeiler in seinem Leben. Ich habe ihm alles ermöglicht, was er hier hat. Ohne mich hätte er diese Wohnung nicht, diesen Job nicht, diese Sicherheit nicht. Wenn er mich verliert, verliert er alles.

Eigentlich müsste er dir dankbar sein, aber dadurch fühlt er sich klein und unterlegen. Deshalb reagiert er so passiv-aggressiv.

Sind jetzt aber nur küchenpsychologische Überlegungen, kann auch ganz anders sein.

So kann es jedenfalls nicht weitergehen.

Ob Gespräche viel bringen, wage ich zu bezweifeln. Er fühlt sich dann wahrscheinlich unter Druck gesetzt, wieder der Freund von früher zu sein, was ihm nur kurzfristig gelingt. Das ist dir ja auch klar.

Es nützt mir aber auch nichts, wenn er mir diese alte Verbindung nur vorspielt um seine Existenz zu retten. Es soll auch nicht so klingen, als müsse er all meinen Anforderungen entsprechen, damit er bleiben kann aber so wie es jetzt ist, geht es auf keinen Fall weiter.

Sehr schade, dass sich eine so tolle Freundschaft so negativ entwickelt hat. Er muss sich entweder darüber klar werden, warum er so abweisend zu dir geworden ist und daran arbeiten oder wieder ausziehen.

Kann es eventuell sein, dass er in dich verliebt ist und sich viel mehr vom Zusammenziehen erwartet hat?
 
Du überschätzt deine Position.
Er könnte jederzeit in eine andere WG ziehen.

Er ist dein Mitbewohner. Er zahlt Miete. Er ist dir rein gar nichts schuldig.

Seine Existenz hängt nicht von dir ab. Komm mal runter.

Bist du in ihn verknallt?

Ja.
Du tust so, als führest du eine Liebesbeziehung mit jemandem, der komplett abhängig von dir ist.
Als Mitbewohner wäre ich schon längst abgehauen. Du wirkst extrem krakenhaft und realitätsfern.
Es mag übertrieben formuliert sein. Es ist auch schwer in Worte zu fassen. Wie erwähnt sollte es nie eine gewöhnliche WG sein. Es ist meine Wohnung wo ich ein Zimmer für ihn freigeräumt habe.

Nein er ist mir nichts schuldig, jedenfalls nicht in diesem Sinne. Es geht darum, dass die Freundschaft in die Brüche geht und ich meinen besten Freund habe einziehen lassen und nicht einen Fremden. Nun sind wir anscheinend keine Freunde mehr. Genau das versuche ich gerade zu bewerten. Wenn dem so ist, hat er hier auch nichts mehr verloren. An einer gewöhnlichen WG bin ich nicht interessiert.

Mit meiner überschätzen Position wollte ich verdeutlichen, was er mir zu verdanken hat und demnach ich sein Verhalten umso mehr nicht zuordnen kann. Tragender Pfeiler war nicht gut formuliert. Gebe ich zu. Ich habe keine Einzelheiten genannt aber sagen wir mal so: Ich habe ihn bereits aus dem "nichts" geholt. Genau das selbe "nichts" in das er ohne mich wieder rutschen könnte.

Nein ich bin nicht verknallt und führe auch keine Liebesbeziehung in meinem Kopf.
 

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