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Unsere Freundschaft ist nur noch eine Hülle – ich verstehe nicht, wie es so weit kommen konnte

Wenn man die Vorstellung hat, man würde nun etwas Großartiges aufbauen, geht das grundsätzlich immer schief. Diese Erfahrung macht früher oder später jeder beim Erwachsenwerden.

Ich würde an deiner Stelle zu diesem Menschen eine gesunde innere und, wenn möglich auch räumliche, Distanz schaffen und mich umorientieren.

Es ist völlig normal, dass sich Beziehungen nicht so entwickeln, wie man sich das ausgemalt und erhofft hatte. Man lernt daraus, es demnächst lockerer angehen zu lassen und keine überzogene Erwartungshaltung zu haben.

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich nur sagen: eine gesunde räumliche und emotionale Distanz muss zu anderen Menschen immer bleiben. Niemand darf zu wichtig werden, niemand darf zuviel Raum einnehmen und niemand darf je der alleinige und zentrale Lebensinhalt werden.

Wenn man jung ist, gerät man leicht in eine Situation wie du, das ist ganz normal.

Nutze diese Erfahrung und die Einsichten für deinen weiteren Lebensweg!
 
Wenn man die Vorstellung hat, man würde nun etwas Großartiges aufbauen, geht das grundsätzlich immer schief. Diese Erfahrung macht früher oder später jeder beim Erwachsenwerden.

Ich würde an deiner Stelle zu diesem Menschen eine gesunde innere und, wenn möglich auch räumliche, Distanz schaffen und mich umorientieren.

Es ist völlig normal, dass sich Beziehungen nicht so entwickeln, wie man sich das ausgemalt und erhofft hatte. Man lernt daraus, es demnächst lockerer angehen zu lassen und keine überzogene Erwartungshaltung zu haben.

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich nur sagen: eine gesunde räumliche und emotionale Distanz muss zu anderen Menschen immer bleiben. Niemand darf zu wichtig werden, niemand darf zuviel Raum einnehmen und niemand darf je der alleinige und zentrale Lebensinhalt werden.

Wenn man jung ist, gerät man leicht in eine Situation wie du, das ist ganz normal.

Nutze diese Erfahrung und die Einsichten für deinen weiteren Lebensweg!
Danke. Ich habe auf jeden Fall daraus gelernt.

Die räumliche und emotionale Distanz ist bereits etwas gegeben. Wir haben seit einigen Wochen, durch seine neue Arbeit, völlig verschiedene Arbeitszeiten. Ich gehe aus dem Haus, wenn er noch schläft. Wenn ich nach Hause komme ist er schon weg und wenn er nach Hause kommt, bin ich gerade dabei ins Bett zu gehen. Entweder so oder umgedreht. So oder so haben wir unter der Woche eine Überschneidung von ca. 30 Minuten. Emotional habe ich mich auch zurückgezogen. Nicht auf toxische oder ignorante Weise sondern keine Initiative meinerseits, nur "funktionale" und wichtige Gespräche. Etwas oberflächlichen Smalltalk hier und da, sofern er es einleitet.

Interessanterweise ist er seit dem Rückzug etwas zugänglicher. Er versucht mich zum Lachen zu bringen, zeigt ein gewisses Interesse an meinem Alltag, was er sonst lange nicht mehr getan hat und versucht generell eine gewisse "Nähe" - mit weiterhin viel Distanz - zu schaffen. Das klingt vielleicht erstmal gut, ist aber dennoch nur sehr oberflächlich. Es wirkt eher verunsichert.

Das war gar nicht meine Absicht. Ich wollte mich nur selbst etwas lösen und mich auf mich konzentrieren. Die Sache mal ruhen lassen. Kannst du sein Verhalten dazu etwas deuten?
 
Sein ganzes Leben wird um mich herum strukturiert während ich nur dann relevant bin, wenn er einen Vorteil daraus zieht. Ich bekomme nichts, er will weiterhin alles. Ich kann weder auf gemeinsame Aktivitäten setzten, wie es einst mal war, noch kann ich auf jegliche Hilfe oder Unterstützung setzen wenn ich sie mal brauche.
Dann sag ihm das genau SO.
 
Nein, ich meine das sehr ernst.
Ich würde das umgehend meinem Mitbewohner mitteilen.
Vielleicht weiß er gar nicht, wie du dich fühlst.
Oder gab es bereits ein Gespräch über die veränderte Lage?
 
Ich könnte mir vorstellen, dass dein Freund jetzt langsam erkennt, dass sein Verhalten nicht in Ordnung ist.Und sicher wird ihm klar, dass du das alles nicht mehr lange mitmachen wirst, und dass er dann selber aktiv werden muss, in Sachen Wohnung - was für ihn sicherlich unbequem wird. Noch wohnt er ja komfortabel bei dir, und er ist ja sicher nicht doof und merkt schon, dass er sich das verscherzt.
Gut, dass die Situation jetzt durch eure unterschiedlichen Arbeitszeiten etwas entzerrt ist.
Ob du jetzt für dich die Konsequenz ziehst und ihm lediglich nahelegst, bald auszuziehen, oder ob du - wie Marisol oben vorschlägt, ihm das alles noch mal sagst, das musst du entscheiden.
Ich persönlich würde es nur tun, wenn er es anspricht. Ansonsten so verfahren, wie du es tust - zurückziehen und dein eigenes Ding machen, sachlich kommunizieren und keine Erwartungen mehr stellen.
Wenn ich mich in deine Situation versetze, dann würde ich nichts mehr lange erklären. Konsequent nahelegen, dass er auszieht. Du hängst noch an der - wie du sagst - wundervollen Freundschaft, die ihr hattet - aber die ist jetzt keine Freundschaft mehr, jetzt hast du ihn anders kennengelernt.
Für mich wäre das Ding durch. Ohne lange Erläuterung.

p.s. ich hatte dich von Anfang an richtig verstanden.
Die jungen Erwachsenenjahre sind oft geprägt von so intensiven Freundschaften. Manchmal halten sie, aber oft geht man auch auseinander, gerade wenn man so dicke miteinander war. Ich habe es auch so erlebt, und heute denke ich gerne an die tollen Zeiten zurück, die ich mit einigen Freundinnen hatte. Im Nachhinein sehe ich auch, welche Aspekte mitgespielt haben, dass es nicht gehalten hat ... zu viel Nähe war manchmal der Punkt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Interessanterweise ist er seit dem Rückzug etwas zugänglicher. Er versucht mich zum Lachen zu bringen, zeigt ein gewisses Interesse an meinem Alltag, was er sonst lange nicht mehr getan hat und versucht generell eine gewisse "Nähe" - mit weiterhin viel Distanz - zu schaffen. Das klingt vielleicht erstmal gut, ist aber dennoch nur sehr oberflächlich. Es wirkt eher verunsichert.

Das war gar nicht meine Absicht. Ich wollte mich nur selbst etwas lösen und mich auf mich konzentrieren. Die Sache mal ruhen lassen. Kannst du sein Verhalten dazu etwas deuten?
Vielleicht spürt er deinen inneren Rückzug und sieht seine Felle wegschwimmen.
Bisher hat er dich doch sehr zugewandt und gutmütig erlebt, plötzlich ziehst du dich zurück. Dass das aktuelle timing dem auch noch entgegenkommt, ist ja nur Zufall.

Weißt du, was du selbst am liebsten willst?
Ist dir lieber, wenn es wieder "normal" werden würde oder ist dir aktuell lieber, wenn das ganze Konstrukt ein Ende hätte, weil es sowieso nicht wieder wird wie vorher?

Das würde ich an deiner Stelle gut vorher durchdenken - und ihm das so sagen, wie von @Marisol auch schon vorgeschlagen und je nach deiner Vorstellung von der Zukunft das Gespräch entweder mit oder ohne Kündigung des Mietverhältnisses führen.
Basierend auf eurer langen gemeinsamen Geschichte kannst du ihm ja eine lange Frist zugestehen.
 
Nein, ich meine das sehr ernst.
Ich würde das umgehend meinem Mitbewohner mitteilen.
Vielleicht weiß er gar nicht, wie du dich fühlst.
Oder gab es bereits ein Gespräch über die veränderte Lage?
Man muss sagen, dass er ein sehr fragiles Selbstwertgefühl hat, konfliktscheu ist und generell Schwierigkeiten hat sich bei so ernsten Sachen zu öffnen. Er darf niemals Schwäche zeigen, so hat er es gelernt. Das hat er mir selbst mal gesagt, das denke ich mir nicht aus. Da sehe ich auch eine Ursache für unser Problem.

Wir hatten vor einiger Zeit schon ein Gespräch in ähnlicher, abgeschwächter Form und er ist sich dem Ungleichgewicht definitiv bewusst. Ich glaube, dass es ihm schwerfällt damit umzugehen oder die direkte Konfrontation mit diesem Umstand ihn umso mehr in die Defensive treibt.

Wie du bestimmt in meinen Antworten gelesen hast, habe ich in meiner Fragestellung mit meinen Formulierungen etwas übertrieben. Dieses Abhängigkeitsverhältnis seinerseits zu mir ist aber aktuell dennoch gegeben. Auch wenn ich nicht "der Pfeiler seines Lebens" bin und er nicht "alles verliert". Was das angeht ist er mir nichts schuldig. Es wäre keine ehrliche Hilfe, wenn ich davon einen Profit erwarten würde. Ich kann mir vorstellen, dass die Situation aus seiner Sicht dennoch einen gewissen Druck ausübt, mit dem er nicht umzugehen weiß. Aber dieser Weg ist nun auch nicht zielführend.
 
Vielleicht spürt er deinen inneren Rückzug und sieht seine Felle wegschwimmen.
Bisher hat er dich doch sehr zugewandt und gutmütig erlebt, plötzlich ziehst du dich zurück. Dass das aktuelle timing dem auch noch entgegenkommt, ist ja nur Zufall.

Weißt du, was du selbst am liebsten willst?
Ist dir lieber, wenn es wieder "normal" werden würde oder ist dir aktuell lieber, wenn das ganze Konstrukt ein Ende hätte, weil es sowieso nicht wieder wird wie vorher?

Das würde ich an deiner Stelle gut vorher durchdenken - und ihm das so sagen, wie von @Marisol auch schon vorgeschlagen und je nach deiner Vorstellung von der Zukunft das Gespräch entweder mit oder ohne Kündigung des Mietverhältnisses führen.
Basierend auf eurer langen gemeinsamen Geschichte kannst du ihm ja eine lange Frist zugestehen.

Schwere Frage.

Genau wie früher wird es nicht, das ist vielleicht auch gut so, denn das war vielleicht wirklich zu viel Nähe und hat das überhaupt erst ausgelöst. Letztes Jahr hatte er für einige Monate eine Freundin, die verständlicherweise in der Zeit sein kompletter Hauptfokus war. Er hat dennoch bewusst von sich aus 1 bis 2 mal die Woche Zeit für uns beide freigeräumt. Diese Zeit war für uns beide wertvoller und besser, als je zuvor. Das hatte so ein bisschen dieses Feeling, wie wenn er früher zu Besuch da war.

Ich glaube das wäre der perfekte Weg. Er soll ruhig sein Leben leben, wie er das möchte aber hin und wieder, so wie damals mit seiner Freundin, bewusst Zeit mit mir verbringen. Sofern er das natürlich möchte.
 

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