Auch finde ich, wird der Mann der TE sehr stark verteufelt. Sehr viele Frauen die sich sehnlichst ein Kind wünschen, hätten mit den Vorstellungen des Mannes der TE komischerweise kein Problem. Sie würden sich darüber freuen gäbe man ihnen die Möglichkeit, dem Arbeitsleben zu entfliehen und ganz Mutter sein zu können. Also das zu tun, wonach ihnen sowieso am meisten ist. Und das ist in den Fällen in welchen eine Frau unbedingt Mutter sein möchte, sicherlich nicht das Berufsleben. Können sie dies nicht ablegen, wird eine Doppelbelastung beklagt. Müssen sie nach 3 oder 5 Jahren wieder ins Berufsleben einsteigen weil eben niemand da ist der sie ausreichend versorgt, möchten das die wenigsten sondern betrachten dies als notwendiges Übel.
Ich sage nur so viel: Die Umstände wie sie bei der TE herrschen, würden sich eine ganze Menge anderer Frauen wünschen. Nämlich einen guten Versorger der die komplette Ernährung in die Hand nimmt, während sie sich um alles zu Hause kümmert. Ich möchte damit halt anmerken das auch dies ein Punkt ist an welchem man unschwer erkennen kann, dass die TE leider auch keineswegs bereit für ein Kind ist. Sonst hätte sie mitunter gar nicht diese Einstellung. Und wenn das nicht der Fall ist, braucht man über viele andere Details auch nicht nachdenken.
Also ehrlich gesagt finde ich das eine sehr komische Aussage: Ständig- nicht nur hier im Forum, aber da besonders- wird über Frauen hergezogen, die sich ganz auf ihre Rolle ale Mutter und Ehefrau konzentrieren wollen. Es wird ihnen reine Faulheit und Geldgeilheit nachgesagt und den zugehörigen Männern geraten, die Beine in die Hand zu nehmen.
Natürlich hätten viele Frauen mit den Vorstellungen, allein zuhause zu sein, ihren Beruf endlich aufzugeben und sich ganz in ihre Mutterrolle zu ergeben kein Problem, aber auch hier im Forum (und überall sonst) wird diese Art zu denken nicht gerade bejubelt und ist gern mal Aufhänger für Schimpf und Schande.
Ich kenne genug Frauen, die sich vorwerfen lassen müssen, faul zu sein, oder den Mann nur wegen des Geldes genommen zu haben: Dabei mögen sie einfach das altmodische Familiebild.
Auf der anderen Seite wird es nun plötzlich als normal und wünschenswert betrachtet.
Aber wenn eine Frau diese "Leichtigkeit" NICHT hat, sondern Zweifel an diesem Modell, dann heißt es: "Naja, dann bist Du halt vielleicht noch nicht bereit dazu"
Für mich klingt es so, als wäre genau DIESE extrem ambivaltente Haltung der Gesellschaft ein Punkt, der die TE verunsichert. Im Grunde kann man es als Frau ja nur falsch machen oder?
Stellt euch mal vor, wie die Posts hier ausgefallen wären, hätte ein Mann geschrieben, dass seine Frau gern ein Kind möchte, aber sich wünscht, dass er der alleinige Versorger ist und sie dann zuhause bleiben kann. Dann wäre sicher kein einziger Post gekommen, der gesagt hätte: Du musst das hinnehmen: Das zeigt, dass Deine Frau wirklich bereit für ein Kind ist.
Versteht ihr, was ich meine: Das ist ja ein gesellschaftliches Problem, dass auf Müttern erwartungen lasten, die sie einfach nicht gleichzeitig erfüllen kann: Eine Frau, die abhängig ist, wird als faul bezeichnet und nützt ihren Mann aus, eine Frau die arbeiten WILL, wird als schlechte Mutter und selbstsüchtig bezeichnet.
Also eine Frau ist im Grunde IMMER auf der falschen Seite und so wie ich die TE verstanden habe, ist das genau ein Punkt, an dem sie zu knabbern hat.
Und ich würde mich auch- selbst wenn man einen großen Kinderwunsch hätte- nur ungern in eine Abhängigkeit zu einem Menschen begeben, der genau diese Gesellschaftliche Ambivalenz lebt: Nämlich auf der einen Seite von einer Frau erwartet, dass sie sich voll und ganz abhängig macht, um genau das auf der anderen Seite zu verteufeln und ihr vorzuwerfen (wie er es ja jetzt schon tut).
Man macht es also in jedem Fall falsch.
Da muss Frau sich schon wirklich ein dickes Fell wachsen lassen, um einfach unabhängig von solchen Vorurteilen zu werden.
Was genau man in so einem Fall tun kann, weiß ich auch nicht, denn ich bin leider in ähnlicher Lage. Aber wenn noch jemand gute Tipps hat, bin ich auch dankbar dafür.