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Ungleiche Vorstellung zu Familie und Kinderwunsch- fühle mich unter Druck

  • Starter*in Starter*in Gast
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Hallo,

beide Eltern arbeiten Teilzeit und kümmern sich gleichberechtigt um Kind und Haushalt-der Idealfall, aber wohl selten realisiert. Und wenn dein Freund schon jetzt der Meinung ist, dass er nicht beruflich zurückstecken will für das Kind indem er Elternzeit nimmt, dann ist er sicherlich nicht bereit Teilzeit zu machen. Denn Beförderungen sind da wohl eher schwierig. Nein, lieber die Frau, welche zu Hause bleibt und ihm"den Rücken frei hält". In den meisten Familien, die ich kenne ist es so, dass die Frauen nach einiger Zeit Teilzeit arbeiten gehen und dann trotz Kind und Arbeit den (kompletten) Haushalt machen.

Wenn du das nicht willst (und das versteh ich absolut!) dann such dir lieber einen anderen Partner. Den Idealfall kannst du nur mit einem Mann leben, welcher das auch absolut will und dafür bereit ist auf eine Karriere zu verzichten. Bei deinem Freund ist das nicht so. Also bleibt nur trennen oder dich mit der klassischen Aufteilung anfreunden.
 
Er hat ja auch leicht reden, denn nach seiner Vorstellung bleibe ich dann zuhause und er arbeitet weiter wie bisher.
Dazu muss man sagen: Wenn ich in meinem Job länger pausieren sollte, dann würde das bedeuten, dass ich ein für alle mal raus wäre aus dem Job- ich müsste mir dann was anderes suchen. Ich mag meine Job sehr und der Gedanke, ihn vollständig aufzugeben macht mir Angst, bzw ist das einfach nicht drin.
Bei ihm ist es anders- sein Job ist gesichert, jedoch ist es bei ihm das Problem, dass er, sollte er Elternzeit nehmen, berufliche Nachteile bei der Beförderung in Kauf nehmen müsste. Deswegen kommt das für ihn nicht in Frage und er meint halt, dass es ja für uns beide gut ist, wenn er so viel verdiehnt, wie es geht. Dann brauche ich ja garnicht zu arbeiten.

Du hast bereits im Vorfeld den richtigen Riecher entwickelt das diese Form, wie sich das dein Partner ganz simple vorstellt, mitnichten der richtige Weg sein dürfte. Ob er in 12 Jahren beim Trennungsfall auch noch der Meinung ist, dass du nicht arbeiten brauchst?!?

Auch finde ich etwas egoistisch, er möchte sich keineswegs eine Beförderung entgehen lassen während du das Risiko hast nach längerer Auszeit nicht mehr richtig in den Job finden zu können.

Ich denke, da wird noch eine Menge Rede- und Klärungsbedarf zwischen euch beiden existieren bevor hier die Familienplanung steht. Dein Mann wirkt so typisch wie diejenigen, die dann am Besten noch mehr und länger arbeiten gehen sobald das Kind da ist. Zwar mit dem wohlwollenden Ziel das es euch beiden an nichts mangelt, aber leider auch mit dem Effekt das du definitiv nur noch Mutter und Hausfrau sein wirst und er sich bei diesen Themen vollkommen ausklammert.

Jetzt hast du noch die chance, dass so mit dir nicht machen zu lassen.
 
im welchem bereich arbeitest du?
und das hatte ich befürchtet, er sieh deine job als nicht gleih wichtig.
und ich kann dir auch sagen, wenn du in den beruf zurückgehst, wirst du dennoch alles selber machen dürfen.
wenn nicht, wird der herr länger arbeiten "er muss schließlich das geld verdienen"
leider verlieren viele den respekt und nur die wenigstens sehen, dass die kindererziehung und haushalt
ebenfalls ein jobb ist, der halt leider nicht bezahlt wird.
kannst du vlt irgendwas teilzeit machen?
 
Ich danke euch für euer Feedback. Das beruhigt mich auch etwas. Normalerweise (also zB auch in anderen Foren) bekommt man als Frau immer zu hören, man müsse sich quasi selbst total aufgeben sonst hätte man garnicht das Recht, sich ein Kind zu wünschen. Als Mann ist das immer irgendwie anders, aber als Frau bekommt man echt extreme Dinge hingeknallt, wenn man sagt, man möchte auch noch etwas an seine eigenen Interessen denken.
Die Anforderungen an eine Mutter sind da schon extrem: Was man plötzlich alles angeblich nicht mehr darf: Es klingt fast so, als hätte ein Mensch, der Mutter wird plötzlich keinen Eigenwert mehr.
Danke für eure Objekitvität. Es ist schön, zu hören, dass es Menschen gibt, die auch der Meinung sind, dass es verständlich ist, dass man als Frau nicht alles aufgeben will.
Deswegen muss man ja noch keine schlechte Mutter sein. Ich bin sogar eher überzeugt davon, dass eine Mutter, die sich nur aufs Kind fixiert und ihr eigenes Leben komplett aufgibt auf lange Sicht dem Kind eher schadet und außerdem für den Partner total uninteressant wird.
Natürlich habe ich meine eigenen Interessen und die will ich eben bei der Familienplanug auch nicht außen vor lassen.

Der Gast um 9:03 hat das schon ganz richtig bemerkt: Er sieht meinen Job nicht als gleichwertig, weil er nicht so viel abwirft wie seiner. Das sagt er mir zwar nicht so direkt, aber es kommt schon jetzt ganz deutlich raus. Ich arbeite im weitesten Sinne selbständig: Also ich nehme Aufträge von Kunden an und arbeite diese ab- dabei bin ich in meiner Einteilung frei, aber ich muss natürlich zum angekündigten Termin fertig werden. Wenn ich das komplett aufgeben und keine Aufträge mehr annehme, verliere ich meinen Kundenstamm und irgendwann kann ich dann einpacken: Es hat ziemlich lange gedauert, mir das überhaupt aufzubauen und wenn ich 2-3- Jahre total raus wäre, würde ich den Anschluß (auch an die Materie in der man ja auch auf dem laufenden bleiben muss) verlieren.
Mein Wunsch wäre es, dass ich mit einem Kind- solange es klein ist- erstmal nur wenige Aufträge annehme (also zB nur die wichtigsten), Stammkunden würden evtl. auch mal eine Wartezeit in Kauf nehmen, wenn sie wüssten, dass es wegen dem Kind ist- und dass ich dann je älter das Kind wird die Zahl der Aufträge wieder hochschraube. Meiner Meinung nach müsste das gehen. Aber eben nur, wenn mein Partner "mitspielt" und vielleicht mal früher vom Büro heimkommt, oder zB Wochenende und Abend komplett allein übernimmt und anfangs auch seine Stundenzahl reduziert, so dass ich meine Ruhe zum arbeiten habe, oder auch mal auf eine Fortbildung gehen kann.
Ich habe leider die Befürchtung, selbst wenn mein Partner bereit wäre, sich zu kümmern, er trotzdem dauernd ankommen würde und ich nicht in Ruhe arbeiten könnte (mein Büro ist im Haus).
Ich befürchte, dass diese gerechte Aufteilung ja doch meist nur in der Theorie existiert. Ich mache ja jetzt auch schon den größeren Anteil am Haushalt, obwohl wir beide arbeiten. Selbst wenn er dann mal verkündet, er würde die Küche heut ganz allein machen, muss ich nachher nochmal drüber, weil er die Hälfte vergessen hat. ich will seine Arbeit nicht klein reden- er gibt sich Mühe und hilft mir schon, aber er könnte es wohl nicht vollkommen selbständig. Das ist wohl in vielen Beziehungen so. Und ich kann mir eben nicht vorstellen, dass er das dann bei der Kinderpflege plötzlich könnte.
Wie habt ihr das mit euren Männern gemacht?

Je mehr ich darüber nachdenke ist es wohl kein Wunder, dass ich mich noch nicht bereit fühle...eher könnte man auch sagen: Ich fühle, dass mein Partner nicht bereit ist, seine Hälfte der Verantwortung zu tragen, auch wenn das bedeutet, dass er halt beruflich nicht das optimal Mögliche rausschlägt. Er verdient mehr als genug! Selbst wenn er jetzt nie mehr eine Gehaltserhöhung bekäme, könnten wir gut leben, auch ohne dass ich arbeiten würde.

Da steht wohl ein längeres Gespräch an. Davor hab ich Bammel, denn ich habe Angst, dass es im Streit ausartet.
wie gehe ich es am besten an, so dass er es versteht, sich aber nicht angegriffen fühlt?

Ich danke euch für eure Antworten, das hat mir soch sehr geholfen!
 
Hallo, also ich kann dich da voll und ganz verstehen. Ich kenne genug Fälle in denen die "klassische Rollenverteilung" hintenraus zu Zwistigkeiten geführt hat. Sei es, weil der Mann (obwohl er initial sehr dafür war, dass seine Frau das Hausmütterchen spielt) nach einigen Jahren begonnen hat, seiner Frau latentes Schmarotzertum zu unterstellen, und sie um jeden Cent Haushaltsgeld mittlerweile regelrecht betteln muss; Sei es, weil die Frau es nach der Trennung gewagt hat, plötzlich Unterhalt einzufordern, da sie nach zehn Jahren außerhalb des Berufslebens und mit drei kleinen Kindern keinen Job mehr findet; Oder sei es, weil der Mann nach sieben Jahren in der klassischen Rollenverteilung feststellen musste, dass seine Frau mittlerweile keine anderen Gesprächsthemen, Hobbies und Steckenpferde mehr hat als eine klinisch reine Wohnung, die sie mit regelrechtem Wahnwitz jeden Tag bis in die hintersten Ecken putzt, und jeden, der auch nur den geringsten Schmutzkrümel mit anschleppt in grenzwertiger Form zurechtweist. (Dieses Verhalten führt übrigens in der Folge dazu, dass sie sich langsam aber sicher sozial isoliert)
Das sind nur drei Beispiele, die ich im Freundes- und Bekanntenkreis so erlebt habe.
Natürlich gibt es auch unter den Paaren Unstimmigkeiten, bei denen beide Partner arbeiten gehen, aber da herrscht meines Erachtens nach generell mehr Augenhöhe in der Beziehung, wohl weil dort eben keine Abhängigkeiten entstehen.
Ich habe (vor allem in meinem beruflichen Umfeld) beobachtet, dass Kinder, die in der klassischen Rollenverteilung aufwachsen, des Öfteren unselbständiger und "mutterfixierter" scheinen, und auch eine geringe Frustrationstoleranz aufweisen.
Ausnahme sind dabei die Kinder, die viele Geschwister (mehr als zwei) haben.

Liebe TE, ich würde meinem Freund noch einmal klipp und klar sagen, wie du zu seinem Kinderwunsch stehst, und dass du keine Lust darauf hast, das abhängige Hausmütterchen zu spielen, während er Karriere macht.
Daraus entstehen meiner persönlichen Erfahrung nach nur allzu oft gewisse Machtgefälle, die zu Verwerfungen in den Familien führen.
Außerdem birgt seine offensichtliche Vorstellung davon, dass sein Job wichtiger ist als deiner eine gewisse Geringschätzung. Das würde ich ebenfalls zur Sprache bringen.

Es gibt des Weiteren genügend Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder, so man sie denn bereit ist anzunehmen. Ich glaube auch wirklich nicht, dass es psychisch ungesund sein soll, dass Kinder den ganzen Tag mit anderen Kindern zusammen sind. Psychisch ungesund ist es meiner Meinung nach eher, wenn die Mutter den Tag über die einzige wirkliche Bezugsperson, und eventuell sogar der einzige Sozialkontakt ist.
In früheren Großfamilien waren schließlich auch den ganzen Tag Kinder mit anderen Kindern zusammen.

Viel Glück!
 
Ich finde es gut, dass du dich im Voraus mit solchen Themen auseinandersetzt. Ich fürchte jedoch, dass dein Partner nicht der Richtige für eine nicht-klassische Rollenverteilung ist. Da geht es um ein grundsätzliches Lebenskonzept, um eine grundsätzliche Vorstellung.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass dein Partner davon abrücken wird. Überlege dir gut, ob du wirklich mit ihm eine Familie gründen möchtest. Er hält sich ja offenbar jetzt schon für den "Boss"... wenn er deinen Job schon nicht für gleichwertig befindet, weil du weniger verdienst als er, wieviel Respekt würde er dann wohl vor deiner Arbeit als Mutter haben?

Er möchte am liebsten schon loslegen, ohne deine Vorstellungen zu berücksichtigen und drückt sich vor einer Auseinandersetzung damit. Für ihn ist klar: Die Frau hat beim Kind zu bleiben. Wie es dir dabei gehen würde scheint ihm vollkommen gleichgültig zu sein. Ich kann dir nur raten deiner Linie treu zu bleiben und dich zu nichts drängen zu lassen was du nicht willst.

Unabhängigkeit halte ich für ein wichtiges "Gut" und ist im Trennungsfall geradezu ideal. So kommt Frau auch alleinerziehend über die Runden.
 
Danke euch, dass ihr mir Mut macht. Ich war mir schon garnicht mehr sicher, ob das was ich denke nicht total absurd ist: Die meisten meiner Freundinnen sind entweder kurz davor oder haben bereits ein Kind und irgendwie scheinen sie alle sich so vom Leben abzukehren, wenn ihr versteht: Plötzlich ist alles nur noch Mutter sein und sie werfen alle Bedenken über den Haufen und begeben sich in die volle Abhängigkeit von einem Mann. Das mit anzusehen bereitet mir Bauchschmerzen. Vor allem wenn ich dann sehe, dass die meisten der dazugehörigen Männer zwar durchaus gute Väter sind, aber als hilfreiche Partner nicht so ganz das Gelbe vom Ei. Irgendwie funktioniert es zwar (noch), aber ich würde mit keiner dieser Freundinnen tauschen wollen, denn entweder sind sie total auf das Kind fixiert und hocken nur noch zuhause, oder sie strampeln sich ab, Kind und Halbtagsjob unter einen Hut zu bekommen und haben dabei aber keine Unterstützung vom Partner. Wenn da keine nette Oma am Ort ist, gucken sie in die Röhre.

Ich werde versuchen, am Wochenende mal ein deutliches Gespräch zu führen, aber ich habe schon Angst davor. Ich will ja nicht, dass mein Freund denkt, ich traue ihm die Verantwortung nicht zu. Ich glaube halt eher, er hat sich die Verantwortung noch nicht ganz klar gemacht. Ehrlich gesagt würde ich auch lieber mit ihm tauschen und in die Vaterrolle gehen. Allein, dass Frau das Kind ja erstmal bekommen muss- auch nicht gerade die tollste Vorstellung- da hab ich schon auch Angst vor und ich wünschte mir, mein Partner würde das ein wenig ernster nehmen. Wenn ich wählen könnte, würde ich lieber ihn das Kind bekommen lassen 😉
Naja, drückt mir die Daumen, dass ich die richtigen Worte finde und es nicht wieder Streit gibt.
 
Mein Wunsch wäre es, dass ich mit einem Kind- solange es klein ist- erstmal nur wenige Aufträge annehme (also zB nur die wichtigsten), Stammkunden würden evtl. auch mal eine Wartezeit in Kauf nehmen, wenn sie wüssten, dass es wegen dem Kind ist- und dass ich dann je älter das Kind wird die Zahl der Aufträge wieder hochschraube. Meiner Meinung nach müsste das gehen. Aber eben nur, wenn mein Partner "mitspielt" und vielleicht mal früher vom Büro heimkommt, oder zB Wochenende und Abend komplett allein übernimmt und anfangs auch seine Stundenzahl reduziert, so dass ich meine Ruhe zum arbeiten habe, oder auch mal auf eine Fortbildung gehen kann.

Ich finde, das ist ein richtig guter Plan! Klingt doch ideal!
Ausser, dass Dein Partner allenfalls nicht mitspielt. Aber wenn er diesen Kompromiss nicht eingeht, dann würde ich ehrlich gesagt nicht unbedingt Kinder mit ihm bekommen. Wenn Du Dich nicht als aufopfernde Mutter und Hausfrau siehst, dann bleib auch dabei!

Dass die meiste Verantwortung für das Kind an Dir als Mutter hängen bleibt, damit musst Du natürlich rechnen. Ist doch eigentlich immer so. Denn wir Frauen kriegen nun mal die Kinder und leider geht's ja eben nicht, dass wir das den Männern abschieben.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Erfolg beim Gespräch mit Deinem Partner!
 
Es gab auch mal eine Studie zu dem Thema. Das Ergebnis war, dass selbst bei Paaren, welche die Hausarbeit vor den Kindern gerecht aufgeteilt hatten, es nach dem Kinderkriegen keine Gleichberechtigung mehr gab und die Frau den Großteil der Arbeit im Haushalt und mit den Kindern hatte.

Das was du schilderst, das sehe ich hier in den Familien auch. Genauso. Bei allen. Ja, auch bei mir.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei dem Gespräch. Vielleicht ist es hilfreich, wenn du sagst, dass du gerne den "männlichen" Part übernehmen würdest und ihn bittest die ersten Jahre zu Hause zu bleiben beim Kind. Es soll ja auch Väter geben, welche das tun. Auch wenn ich keine davon kenne🙄.
 
Tja, irgendwie lassen sich die Gene nicht veräppeln. Es gab auch Ergebnisse, dass Männer den Respekt ihrer Frauen verloren und sitzen gelassen wurden wenn sie sich mehr für Kindererziehung einsetzten und weniger für ihre berufliche Karriere.

Hat alles immer 2 Seiten. 🙂
 

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