Hallo,
danke für die ganzen Antworten! Ich seh schon, es ist ein schwieriges Thema.
Erstmal dazu, wie lange ich die Medikamente noch nehmen muss: Ich hatte meinen zweite Psychose und muss sie voraussichtlich noch 2 Jahre nehmen, die Zeitspanne ist allerdings laut Psychiater 2 bis 5 Jahre tatsächlich, man muss nach meinem nächsten Absetzversuch erst schauen, ob ich auch ohne Medikamente klar komme. Ich habe unter dem genannten Medikament Olanzapin stark zugenommen und bin nach Amisulprid und Risperidon zur Zeit auf Abilify eingestellt. Wo genau müsste ich denn hin, um meine Blutwerte nochmal durchchecken zu lassen, gibt es da Spezialkliniken?? Beim Hausarzt habe ich das schon machen lassen und er meinte, es gäbe keine Auffälligkeiten im Blut, auch glaubt er nicht, dass es sich um Wassereinlagerung handle. Ich habe auch einmal einen Termin mit einer TeleClinic ausgemacht und die Ärztin meinte schlicht, mit dem Medikament hätte ich Pech und da könne man nichts machen da es den Stoffwechsel runter fahre.
Ich habe schon einmal, nach der ersten Psychose, Neuroleptika nehmen müssen und war ca. ein Jahr lang auf 70kg, das war 2019. Dann habe ich die Medikamente abgesetzt und habe von alleine wieder abgenommen bis 55kg. Dann kam die 2. Psychose und jetzt bin ich wieder rauf auf 70kg Ende 2021.
Man muss also dazu sagen, dass mein Partner damit schon seit 2019 zu tun hat und da ich die Medis noch bis ca. 2024 nehmen muss, WENN ich nach 2 Jahren davon wegkomme, es immerhin bereits 5 Jahre sind dass dieses Thema bei uns aktuell ist/sein wird... Wenn es eben, wie jemand schrieb, ein Jahr wäre und man wüsste, dann wird es wieder alles wie früher sein, wäre es was anderes.
Mein Bruder hat diese Krankheit ebenfalls und muss die Medikamente ein Leben lag nehmen, das schließe ich tatsächlich nicht aus... Das Letzte was ich auf jeden Fall will ist, wieder in die geschlossene Psychiatrie zu müssen, durch welche er mich auch 4 Monate lang begleitet hat 2019. Macht auch nicht jeder, ich habe in der Zeit viele Mitpatienten kennen gelernt und keiner hatte eine stabile Partnerschaft, ich war da schon eher der Exot.
Zur Beziehung: Wir haben jetzt nochmal darüber gesprochen, ich habe Tacheles geredet und ihm Wohnungen vorgeschlagen auf welche ich mich dann jetzt aber auch gerne bewerben wollen würde wenn er nicht mehr mit mir zusammen sein möchte. Er ist zurück gerudert und hat den Ernst der Lage erkannt, gemeint, dass er mich doch für immer lieb haben würde und dass ich nicht ausziehen soll. Es gab auch wieder S**. Ja, ich denke auch, dass der Zusammenzug eine große Herausforderung für die Beziehung darstellt, da wir praktisch 10 Jahre eine Wochenendbeziehung hatten, muss man sich auch erstmal dran gewöhnen.
Ich denke mal, dass das jetzt einen riesigen Shitstorm auslösen wird, aber ich schreib's trotzdem: Wir haben jetzt mal über eine Fettabsaugung nachgedacht und ich hätte theoretisch nichts dagegen... Ich weiß, die Fraktion "Liebe kennt keine Konfektionsgrößen" wird das jetzt vermutlich sehr kritisch sehen, ich bin selber ein wenig hin und her gerissen, aber auf der anderen Seite denke ich auch, dass es eben stimmt, dass gewisse Präferenzen eben gegeben sind. Es ginge auch nicht darum, mich "schlank zu operieren", was ja bekanntlich nicht geht, sondern dem Medikamentenbauch, den ich von Olanzapin bekommen habe, etwas entgegen zu wirken. Das Gewicht ist nämlich schon auffällig stark am Bauch angesammelt. Ich lass das jetzt mal so stehen, ich hoffe, die Reaktionen werden nicht zu krass. Ich für mich ganz persönlich würde es auch begrüßen, wenn explizit mein Bauch wieder normaler wäre, ich würde es jetzt also nicht nur für ihn machen sondern für mich. Bei der Kleidung scheitert es meistens eben am Bauch, wenn mir etwas nicht mehr passt, @Smoker86 welche Erfahrung hast du gemacht bei der Zunahme durch Medikamente, war es bei dir auch so "bauchlastig"? Es ist schon furchtbar mit den Medikamenten, ich verstehe dich, nach der ersten Psychose hatte ich auch Antidepressiva zusätzlich zu den Neuroleptika.
Zum Thema offene Beziehung hab ich mich etwas unklar ausgedrückt, bisher hatte ICH die anderen Männer, was er mir erlaubt hat, da er ja nicht mehr oft mit mir schlafen wollte und mir etwas gefehlt hat. Er hatte bisher noch keine andere Frau, soweit ich eben weiß. Wir sind zur Zeit auch eher auf der Suche nach anderen Pärchen für 4er Geschichten, möchten uns da etwas ausprobieren. An sich finde ich die Sache nicht problematisch, solange man allerdings zu Hause noch ein ausgefülltes Sexleben hat. Und das ist eben das Thema.
Er ist meine erste richtige Beziehung, ja, wir sind zusammengekommen, da war ich 16 und er 27, ich weiß, krasser Altersunterschied, ich habe viel mitgemacht. Ich komme aus einem furchtbaren Haushalt mit Missbrauch und Gewalt und er war damals meine "Rettung", so sind wir praktisch zusammen gekommen, nicht gerade optimal ich weiß. Für ihn bin ich die zweite richtige Beziehung, er hatte vor mir eine 1,5 jährige Beziehung. Ob es, wie viele vermuten, an einer anderen Frau liegt, kann ich nicht sagen, aber vermute ich um ehrlich zu sein zur Zeit eigentlich nicht. Ich kann natürlich auch falsch liegen. Aber ich vermute, dass er tatsächlich wieder am Gewicht liegt.
Die Paartherapie haben wir einmal begonnen, die nächste Sitzung ist allerdings erst im Januar. Er ist durchaus daran interessiert, sich das einmal anzuschauen. Fraglich ist nur, was genau man da therapieren kann, man kann seine Vorliebe ja schlecht "wegtherapieren"?? Man könnte, wie viele schreiben, ausschließlich noch nachfühlen, ob da noch "mehr dahinter steckt", wie ausschließlich das Gewicht. Unser Miteinander ist ansonsten eigentlich friedlich und harmonisch würde ich sagen.
Ein größeres Problem, was wir haben ist: Als ich das letzte Mal 70kg hatte hat er mich einmalig betrogen, ich wollte mich trennen, wir sind aber wieder zusammen gekommen, seitdem habe ich Gefühle für einen anderen Mann, was sehr hart für ihn ist, ich kann das leider allerdings einfach nicht abstellen. Wahrscheinlich werden jetzt auch wieder viele schreiben, wie ich nur mit ihm zusammenbleiben konnte, aber ich bitte auch daran zu bedenken, dass 11 Jahre meines Lebens, seit ich 16 bin, viel Zeit ist, er ist praktisch die Familie die ich nie so hatte. Deswegen finde ich es schon hart, wenn hier manche schreiben, er sei keine Träne wert. Bitte denkt euch ein wenig in mich hinein an dieser Stelle. Er hat mich aus einem gewalttätigen Haushalt geholt, war für mich in Jahren der Depressionen da und durch Psychosen hinweg da, mit ihm verbringe ich seit 11 Jahren alle Feiertage und Urlaube, das ist auch eben nicht Nichts.
Damals wollte ich des Übrigen keinen S** mehr weil ich mich zu dick gefühlt hatte, dann kam es zum Fremdgehen.
Die Krankheit inkl. der Medikamente und Gewichtszunahme hat uns jetzt wirklich schon so Vieles gekostet... Auf der einen Seite könnte man sich wünsche, dass er mehr Verständnis für die Gewichtszunahme mitbringt, ja, auf der anderen Seite finde ich, dass man ihm lassen muss, dass er ja noch da ist, die Krankheit inkl. Psychiatrieaufenthalte, in welchen er mich wenig sehen konnte, waren nämlich auch ganz schön hart für ihn. Ich bin froh, nach oder trotz einer so schweren Erkrankung noch einen Partner zu haben. Wie gesagt, in der Psychiatrie habe ich sehr viele sehr verlassene und einsame Leute kennen gelernt ohne jegliches soziales Netzwerk. Ich war psychotisch auch nicht gerade leicht zu ertragen. Bei meinem ersten 4-monatigen Aufenthalt habe ich auch mein komplettes soziales Umfeld von mir weggestoßen, weil es mir einfach zu schlecht ging... Auch Freundschaften sind beinahe zerbrochen, wo man auch meinen müsste, dass die Leute durch die Krankheit hinweg für einen da sein müssten. In der Realität sieht das Ganze allerdings leider anders aus, ich war halt plötzlich für ein viertel Jahr wie vom Erdboden verschwunden. Habe meinen Partner und andere psychotisch zeitweise nicht einmal mehr erkannt. In der Geschlossenen durfte ich ihn gar nicht sehen bzw. überhaupt nicht raus und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie es da zugeht... Es waren schon harte Zeiten und das muss man ihm auch irgendwo lassen wie ich finde. Jetzt bin ich seit bald einem Jahr "wieder draußen" aus der Psychiatrie und das Thema Gewicht und Medikamente sind leider jetzt eben das Problem...
Ich hoffe, ich bin einigermaßen auf alles eingegangen.
Liebe Grüße,
icedangel011