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Trennung mit 30 als Frau?

Da du nur offen für Beiträge bist, die dich in deiner Sichtweise bestätigen, ziehe ich mich hier gern zurück. Es lohnt sich nicht. "Oberflächlichkeit" habe ich dir übrigens an keiner Stelle unterstellt. Für deine Fehlinterpretation bin ich allerdings auch nicht verantwortlich.

Du hast einfach Schiss, gar kein Kind mehr zu bekommen, und redest dir daher die Situation mit deinem Partner schön, machst dir selbst etwas vor. Daher auch die überempfindliche, teilweise auch aggressive Reaktion auf jeden kritischen Beitrag, der dies zu hinterfragen wagt. Das ist mein abschließender (keine Sorge! 😉) Eindruck.

Diese Meinung kannst du gerne haben. Ich sehe es anders, weil ich mir deine Anekdoten zu den Proleten und der Geschichte mit deiner Cousine sonst nicht erklären kann. Aber es ist ja vollkommen okay, wenn wir beide auf keinen grünen Zweig kommen. Müssen wir ja auch nicht, du fehlinterpretierst mich, hilfst mir nicht weiter. Ich fehlinterpretier evtl. dich. Das passiert und das klügste ist dann einfach Abstand voneinander.
 
Einer Freundin von mir ging es mit ü30 ähnlich. Allerdings ohne die Depressionsproblematik bei beiden Partnern. Ihr Herzenswunsch war immer ein Kind. Aber ihr ansonsten sehr liebevoller Partner vertröstete sie zunächst immer weiter und rückte irgendwann damit raus, daß er sich nicht vorstellen kann Vater zu werden und eigentlich keine Kinder möchte.

Meine Freundin hatte dann ähnliche Überlegungen wie Du. Was ist, wenn ich mich jetzt trenne? Wie lange dauert es, einen neuen Partner zu finden mit dem ich mir Familiengründung vorstellen kann? Wenn dann noch die Kennenlernzeit kommt, bin ich dann nicht bald zu alt? Und was ist, wenn die nächste Partnerschaft scheitert und ich noch mal suchen muß? Dann bin ich doch sicher zu alt? Und "eigentlich" läufts ja ganz gut und die aktuelle Partnerschaft ist ok...

Sie hat dann versucht, sich das schön zu reden. Vielleicht war ihr Kinderwunsch ja gar nicht so groß? Und sicher ist Muttersein und Familie auch sehr nervig... und ohne Kind lebt es sich doch viel freier... man kann ja auch schöne Reisen machen anstatt dem Kinderwunsch nachzugeben...

Die Partnerschaft hat noch einige Jahre gehalten. Dann passte es insgesamt nicht mehr, der Partner entwickelte sich irgendwie nicht weiter, hockte überwiegend vorm Fernseher und war irgendwann kein Partner auf Augenhöhe mehr. Meine Freundin hat sich dann eben doch getrennt, aber auch nicht mehr an die Erfüllung ihres Kinderwunsches geglaubt. Längere Zeit war sie Single oder hatte mal die ein oder andere Beziehung, die aber nach kurzer Zeit in Enttäuschung endete. Also so wie von ihr und Dir befürchtet.

Dann hat sie mit Ende 30 ihren jetzigen Mann kennengelernt. Der hatte schon ein Kind und so wurde sie zur Stiefmama. Tja und dann wurde sie doch noch schwanger mit 43. Alles gut gegangen und die Familie und meine Freundin sind glücklich.

Du kannst das Leben nicht vom Kopf her planen. Es ereignet sich.

Gerade solche Überlegungen, es dauert 2-3Jahre bis ich mein Leben im Griff habe, während es so und soviel Jahre bei meinem Partner dauert... das führt zu nichts. Schau auf Dich. Was brauchst Du für Deine Gesundung und ein gutes Leben? Hast Du das Gefühl, daß Deine Partnerschaft Deiner Gesundheit gut tut? Depression als Gemeinsamkeit in einer Partnerschaft macht es nicht leichter. Und der Gedanke, wir waren in unserer Krankheit immer füreinander da und haben uns unterstützt, ist vielleicht trotzdem nicht die Basis für eine Liebesbeziehung auf Augenhöhe oder eine Familiengründung.
Ich würde achauen, was brauchst Du, um in Deinen Augen ein gutes erfülltes Leben zu leben und dann abzuwägen, ob die dafür wesentlichen Punkte mit deinem aktuellen Partner realisierbar sind.

Deine Sorge, bei einer Trennung auf deinen Kinderwunsch verzichten zu müssen und vielleicht keinen oassenden Partner mehr zu finden, kann ich nachvollziehen. Aber es kann auch gutgehen und sich alles fügen, wie das Beispiel meiner Freundin zeigt. Und wenn Du ehrlich bist, ist Dein aktueller Partner der richtige zur Realisierung deines Wunsches nach Liebesbeziehung, Kind, Familie?

Mein Therapeut hat mal gesagt: Die meisten verharren lieber im bekannten Unglück als das unbekannte Glück zu wagen.
 
Der Kinderwunsch ist bei uns beiden da, daran liegt es nicht. Es liegt eher daran, dass sich meine Ansprüche an einen Partner verschoben haben. Keine abnormalen Ansprüche, einfach zuverlässigkeit, finanzielle Absicherung die jeder Partner für sich jeweils selbst tragen kann.
Momentan steuert alles in die Richtung, dass er niemals richtig arbeiten gehen wird und ich ihn auf ewig mitfinanzieren muss.

Ich war vor einigen Jahren auch mal mit jemanden zusammen, der nur einer Werkstatt arbeiten konnte. Auf Dauer ging es einfach nicht, da ich alles hätte finanzieren müssen. Das war schon in dem 3/4 Jahr Beziehung belastend.

Ich selber leide auch unter Depressionen und habe noch andere Diagnosen, aber darauf ruhe ich mich nicht aus. Ich mache Therapie und gehe trotzdem arbeiten. Da bin ich frei und unabhängig.


Etwas was mich früher nie gestört hat, aber da der Wunsch nach einem Kind immer größer wird, wird auch der Gedanke lauter, dass ich dieses Geld lieber in die Hobbys, die Bildung oder sonst was meiner Kinder gerne stecken würde. Ist das verrückt, ist das egoistisch?

Nein, das ist nicht egoistisch im Gegenteil. Ein Kind sollte nur das Beste bekommen und das geht halt nicht, wenn nur ein Elternteil Geld verdienen kann. Ein Kind braucht nicht nur Luft und Liebe. Kinder haben Wünsche und auch Ansprüche.
Könnte er überhaupt Hausmann sein?
 
Sehr schwierig. Ich verstehe Dein Problem gut.
Vieles von dem, was ich Dir raten würde, wurde bereits gesagt. Vielleicht kann ich noch ergänzen: Mir hat jemand mal den Rat gegeben: Bekommen Sie nur dann ein Kind, wenn sie es allein aufziehen könnten und wollten. Da ist sehr viel Wahres dran: Ein Kind sollte man nur dann in die Welt setzen, wenn man klar sagen kann: "JA, ich schaffe das zur Not auch allein." Natürlich ist es schöner, wenn man es zu Zweit machen kann, aber das sollte nicht die einzige Bedingung für so eine Entscheidung sein: Man kann- egal wie gut die Beziehung ist- schon morgen allein sein.
Und wenn man dann sagen kann: "JA trotzdem will und kann ich ein Kind haben" dann sollte man es durchziehen.
Macht man aber die Beziehung zur Bedingung für eine Elternschaft, steht das auf wackligen Füßen.
Konkret heißt das in Deinem Fall (meiner Meinung nach): Bereite Dich darauf vor, dein Kind allein großzuziehen! Dann bist Du frei, Dich für den Partner, der Dein Leben bereichern kann und darf zu entscheiden. Dann triffst Du nämlich eine freie Entscheidung und keine, zu der Dich Deine Torschlusspanik drängt.
Wenn Du innerlich bereit bist, dein Kind allein zu bekommen (notfalls mit einem Samenspender, oder in einer alternativen Familienform) und allein groß zu ziehen, dann bist Du nicht gezwungen, im Punkto Partnerschaft halbe Sachen zu machen, oder Erwartungen an den Partner zu stellen, die der nicht erfüllen kann. Dann ist es eben eine freie Entscheidung. Natürlich ist auch dann möglich, dass es doch alles so ausgeht, wie Du es Dir wünschst und Du ein Kind mit dem Mann zusammen großziehst, aber dann ist das eben nicht mehr die Voraussetzung und dann lähmt Dich diese Frage nicht mehr.
Also trenne beide Fragen und gewöhne Dich an den Gedanken, das Kind allein großzuziehen. Dann baust Du auch die Kraft dafür auf und dann schaffst Du es auch: Und wenn dann doch ein Mann an Deine Seite ist, der es mit Dir teilt: Umso besser! Wenn nicht: auch kein Weltuntergang.
Für Dich könnte das heißen, dass Du mit Deinem Partner zusammen bleibst und vielleicht auch ein Kind mit ihm hast, aber Du bist vorbereitet, dass Du, wenn er als Vater nicht "funktioniert", die Reißleine ziehst und Dich trennst, oder eine Beziehung auf "Distanz" führt oder ein sonstiges alternatives modell lebt(man muss ja nicht zusammen leben, wenn man sich zwar liebt, aber im Alltag seinem Kind keinen Partner mit Alkoholproblem zumuten will: Dann wäre es besser, wenn man nicht zusammen lebt, aber einen guten Umgang pflegt und das Kind den Vater nur von seinen guten Seiten zu sehen bekommt).
Es könnte aber zB auch heißen, dass Du jetzt das Wagnis einer Trennung eingehst, in dem sicheren Wissen, dass Du auch ohne feste Beziehung ein Kind haben kannst (sollte der Richtige nicht rechtzeitig kommen).

Aber Du befreist Deine Entscheidung damit und dann wird sie hoffentlich leichter, rationaler und selbstbestimmter! Und Du kannst offen werden für die vielen Alternativen: Es gibt nicht immer nur den EINEN Weg eine Familie zu gründen, in dem Frau nach dem richtigen Mann sucht und wenn sie ihn nicht findet, es komplett sein lässt: Es gibt Alternativen und wenn Du die auf dem Schrim hast, wird das auch Druck von Dir nehmen.
Wünsche Dir viel Glück!
 
Deine Sorge, bei einer Trennung auf deinen Kinderwunsch verzichten zu müssen und vielleicht keinen oassenden Partner mehr zu finden, kann ich nachvollziehen. Aber es kann auch gutgehen und sich alles fügen, wie das Beispiel meiner Freundin zeigt. Und wenn Du ehrlich bist, ist Dein aktueller Partner der richtige zur Realisierung deines Wunsches nach Liebesbeziehung, Kind, Familie?

Mein Therapeut hat mal gesagt: Die meisten verharren lieber im bekannten Unglück als das unbekannte Glück zu wagen.

das stimmt schon. wenn man in einer beziehung nur verbleibt, weil man "angst" hat, keinen passenden partner mehr zu finden, dann sind dies definitiv die falschen gründe. aber hast du das gefühl hier im thread? ich bin mir nicht so sicher.

liebe TE, du kommst mir sehr reflektiert vor. ich, als jemand, der wirklich keinen bock auf kinder hat, werde wahrscheinlich von den meisten als falscher ratgeber angesehen werden. ich würde dir dennoch immer nur eines raten : gehe in dich, und frage dich, aus welchen gründen du in deiner aktuellen beziehung verbleibst. gibt es viele (gute), dann machst du eigentlich alles richtig, selbst wenn du auf den kinderwunsch verzichten muss. in anbetracht deiner aktuellen probleme bist du ja SELBST nicht wirklich in der lage, diesen umzusetzen (bzw denkst selbst, dass es nicht der richtige zeitpunkt sein dürfte).

gibt es allerdings nur wenig gründe, und die meisten fangen mit "aber es kann doch auch ...", dann würde ich eine trennung immer in betracht ziehen. nachdem, was du schreibst, gibt es jede menge gründe, und dein partner scheint ein GUTER zu sein, trotz allem. ich weiss nicht, ob ich diese partnerschaft aufgeben würde, nur weil ein erfüllter kinderwunsch unwahrscheinlich sein könnte.

vergleichbar mit anderen beispielen hier im thread, ist deine situation IMO nicht. in den genannten beispielen wird z.b. nichts über das verhältnis der beteiligten beschrieben - wie auch, sie schreiben hier ja nicht selbst. sicher ist, dass man eine perfekte beziehung (ehrlich zu sich selbst sein natürlich wichtig!) niemals aufgeben sollte, nur weil eine einzige sache vielleicht nicht drin ist (auch wenns ein kinderwunsch ist).

ja, es gab hier schon einige threads, da kamen auf diese meinung so antworten wie "du kannst das gar nicht verstehen, bist ja ein mann und noch dazu einer, der keine kinder will" - aber ich habe auch dinge, die mir ultrawichtig sind, und ich würde ohne mit der wimper zu zucken drauf verzichten, wenn es nötig wäre (weil ich in einer "ansonsten" perfekten partnerschaft lebe) - ich habe dies auch schon getan, da es aber zum thema nichts beiträgt, beende ich hier nun einfach mal den beitrag 🙂
 
Z.B. wegen Erziehungsfehlern, Schicksalsschlägen oder weil man von relativ alten und chronisch kranken Eltern oder sonstigen Verwandten von Kindheit/Jugend an über Gebühr in Anspruch genommen und zu ständiger Rücksichtnahme auf deren Bedürfnisse erzogen wurde - Dinge, die sich Leute mit jungen, fitten Eltern eben nicht vorstellen können. Und? Was ist daran so schlimm oder "natürlich" nicht "normal"? Was kann die/der Betroffene dafür? Wer legt denn fest, was "normal" ist? ?

nichts ist daran schlimm. solche leute sind allerdings eben etwas "verkorkst" und beziehung ist nicht so einfach. das heisst nicht, dass mit etwas mühe nicht trotzdem ne tolle beziehung möglich wäre. hat auch keiner behauptet. trotzdem sind es eben keine "einfachen" beziehungen, und auch keine, in denen alles ohne probleme "entspannt" ablaufen wird. sie erfordern viel mehr arbeit als andere, und viele haben darauf keine lust. wie gesagt, ICH SELBST hätte damit keine probleme, viele andere eben doch.


edit, noch ein nachtrag :

liebe TE, du gehst davon aus, dass du deine probleme in 2-3 jahren im griff hast, du weisst dies aber mitnichten. genauso ist möglich, dass es in 2-3 jahren alles schlimmer ist als heute (kein angst machen, nur eine realistische einschätzung).

aktuell solltest du dich auf zwei fragen/baustellen kontentrieren

1) deine eigene. wielange das dauert, und ob du in 2-3 jahren reif bist, ein kind zu bekommen (reif im sinne von "probleme mehr oder weniger im griff) steht in den sternen.

2) deine beziehung. hier gilt wie gesagt, wie gut die beziehung ist. den kinderwunsch würde ich erstmal aussen vorlassen, aber alles andere hinterfragen. insbesondere, ob dein partner ne realistische chance mitbringt, seinen kram in den griff zu kriegen. wenn nicht hilft auch die beste beziehung nichts.

2b) solltest du die beziehung über kurz oder lang beenden, wäre das dümmste überhaupt, SOFORT/zeitnah eine neue zu suchen. erstmal musst du mit dir selbst klarkommen, in jeder hinsicht. erst dann bist du überhaupt in der lage, genau den passenden partner zu finden. nur wer selbst klar ist, hat auch klare sicht auf andere.

ich an deiner stelle, nach allem, was du geschrieben hast, würde mich auf 1) fokussieren, und schauen, wie die situation bei euch/deinem partner in dieser zeit sich entwickelt. kann er nicht schritthalten bzw kriegt seine probleme nicht in den griff, kommt "irgendwann" leider zwangsläufig die trennung. aber aktuell? finde ich sinnlos, noch besteht ja die chance, und du bist für was "anderes" eh nicht reif.
 
Ich sehe das Problem auf einer anderen Ebene, zumindest was das Kind angeht.

Ich habe in meiner Eigenschaft schon einige Paare / Ehepaare miterlebt, die sehr wohl in der Lage sind, ihre Kinder zu erziehen.
Diese verallgemeinernde Aussage, das alkoholkranke Menschen das nicht können , ist Blödsinn.
Diese verallgemeinernde Aussage , das psychisch kranke Menschen die an Depressionen leiden, das nicht können , ist Blödsinn.
Denn sie können es. Das beweisen x- Kinder , denen es als Erwachsenen ausgezeichnet geht, obwohl die Eltern alkohol -/ drogenabhängig / vorbestraft, psychisch gestört waren.

Was ich aber genau wie Du liebe Te sehe ist folgendes - den Mangel an Bereitschaft seitens Deines Partners, sich den besagten Arschtritt selbst zu verpassen.
Dein "Aufbuckeln" der Verantwortung dafür, das er es tut.
Dein Empfinden, das Du die Kraft im Moment nicht hast.
Vielen Dank für diese empathische Antwort, ich sehe es ähnlich wie du. Nur weil jemand eine psychische Krankheit hat, muss man ihn nicht aus dieser Gesellschaft ausrichten und jeder hat ein Recht auf ein erfülltes, glückliches Leben ABER dafür muss auch jeder einzelne etwas tun.

Ein depressiver Mensch, der seine Therapien macht und seine Medikamente nimmt, kann ein genauso gutes Elternteil sein, wie wenn jemand seine Herztabletten nimmt. Aber eben auch nur dann, wenn er sich therapieren lässt. Jemand der sich seinen Depressionen vollkommen ausliefert kann selbstverständlich kein gutes Elternteil sein.

Du weißt selbst - ein Kind - im Optimalfall braucht Mutter und Vater . Aber was ist schon optimal.
Wenn Kinder sagen : " Ne meine Ma kann ich grad nicht fragen, die hat ne Depri Phase" zeigt das nichts anderes, als wie selbstverständlich und souverän Kinder damit umgehen können, wenn sie den Umgang richtig beigebracht bekommen.
Diese Verantwortung hättest Du gegenüber dem Kind - genauso wie Dein Partner auch. Denn Du willst ja nicht , das es dem Kind schlecht geht.
Du stehst also nun vor der Zwickmühle - ob Dein Wunsch ( nämlich das Dein Partner es auf die Reihe bekommt, sich in den Hintern zu treten ) in Erfüllung geht , denn das Du die Verantwortung da nur entsprechend begrenzt übernehmen kannst ist klar - begrenzt durch deine Kraft und begrenzt dadurch, das Dein Partner ja nicht entmündigt ist und eigene Entscheidungen treffen darf , wie ggf. auch die sich hängen zu lassen oder eine andere Verantwortung nicht zu übernehmen.

Ich finde, das ist von Dir sehr gut reflektiert.

Die Antwort kann Dir aber keiner geben, weil hier hat keiner ne Glaskugel, genauso wenig wie Du.

Auch danke hierfür. Diese Ungewissheit kann mir niemand nehmen, dass stimmt. Ich muss für mich selber entscheiden, ob ich meinem Partner die Chance gebe das er sich die Zeit nehmen kann eine Therapie zu suchen oder ob ich diese Zeit lieber in eine Trennung und in eine mögliche neue Beziehung stecke.

In erster Linie muss und sollte ich erste mal an meinen Baustellen arbeiten, ihm kann ich so oder so auch nur helfen, wenn er das wirklich will, alles andere wäre Perlen vor die Säue.
 
Einer Freundin von mir ging es mit ü30 ähnlich. Allerdings ohne die Depressionsproblematik bei beiden Partnern. Ihr Herzenswunsch war immer ein Kind. Aber ihr ansonsten sehr liebevoller Partner vertröstete sie zunächst immer weiter und rückte irgendwann damit raus, daß er sich nicht vorstellen kann Vater zu werden und eigentlich keine Kinder möchte.

Meine Freundin hatte dann ähnliche Überlegungen wie Du. Was ist, wenn ich mich jetzt trenne? Wie lange dauert es, einen neuen Partner zu finden mit dem ich mir Familiengründung vorstellen kann? Wenn dann noch die Kennenlernzeit kommt, bin ich dann nicht bald zu alt? Und was ist, wenn die nächste Partnerschaft scheitert und ich noch mal suchen muß? Dann bin ich doch sicher zu alt? Und "eigentlich" läufts ja ganz gut und die aktuelle Partnerschaft ist ok...

Sie hat dann versucht, sich das schön zu reden. Vielleicht war ihr Kinderwunsch ja gar nicht so groß? Und sicher ist Muttersein und Familie auch sehr nervig... und ohne Kind lebt es sich doch viel freier... man kann ja auch schöne Reisen machen anstatt dem Kinderwunsch nachzugeben...

Die Partnerschaft hat noch einige Jahre gehalten. Dann passte es insgesamt nicht mehr, der Partner entwickelte sich irgendwie nicht weiter, hockte überwiegend vorm Fernseher und war irgendwann kein Partner auf Augenhöhe mehr. Meine Freundin hat sich dann eben doch getrennt, aber auch nicht mehr an die Erfüllung ihres Kinderwunsches geglaubt. Längere Zeit war sie Single oder hatte mal die ein oder andere Beziehung, die aber nach kurzer Zeit in Enttäuschung endete. Also so wie von ihr und Dir befürchtet.

Dann hat sie mit Ende 30 ihren jetzigen Mann kennengelernt. Der hatte schon ein Kind und so wurde sie zur Stiefmama. Tja und dann wurde sie doch noch schwanger mit 43. Alles gut gegangen und die Familie und meine Freundin sind glücklich.


Vielen Dank für deinen Beitrag! Solche positiven Erfahrungen machen einem doch Mut, dass es auch mit Ü30 oder sogar Ü40 doch noch Bergauf geht.

Du kannst das Leben nicht vom Kopf her planen. Es ereignet sich.

Gerade solche Überlegungen, es dauert 2-3Jahre bis ich mein Leben im Griff habe, während es so und soviel Jahre bei meinem Partner dauert... das führt zu nichts. Schau auf Dich. Was brauchst Du für Deine Gesundung und ein gutes Leben? Hast Du das Gefühl, daß Deine Partnerschaft Deiner Gesundheit gut tut? Depression als Gemeinsamkeit in einer Partnerschaft macht es nicht leichter. Und der Gedanke, wir waren in unserer Krankheit immer füreinander da und haben uns unterstützt, ist vielleicht trotzdem nicht die Basis für eine Liebesbeziehung auf Augenhöhe oder eine Familiengründung.
Ich würde achauen, was brauchst Du, um in Deinen Augen ein gutes erfülltes Leben zu leben und dann abzuwägen, ob die dafür wesentlichen Punkte mit deinem aktuellen Partner realisierbar sind.

Auch danke für diesen Denkanstoß. Ich sehe es nach Jahren mittlerweile ebenso, dass ich mich um mich kümmern muss. Ihm selbst kann ich nur Hilfe zur Selbsthilfe anbieten.
Wenn ich ganz offen und ehrlich darüber nachdenke, was ich bräuchte um ein erfülltes Leben zu haben, dann müsste ich mir eingestehen, dass es mit meinem Partner, so wie er zur Zeit ist, nicht möglich ist. Jedoch waren die ersten 6 Jahre in unserer Beziehung plus die Zeit in der während seinen schweren Depressionen in Behandlung war vollkommen anders. Mit diesem Menschen könnte ich mir durchaus ein erfülltes Leben vorstellen.
Gerade das macht es mir so schwierig, wir hatten 6 Jahre eine traumhafte Beziehung bis es mit seinen Depressionen immer schlimmer wurde und er auch mit dem Alkohol anfing, als er seine Medikamente nahm und auf den Alkohol verzichtete war es wieder wie in den 6 Jahren davor.
Ich weiß somit also, dass ein theoretisches glücklich sein möglich wäre, dies wäre aber immer daran gekoppelt, dass er aktiv was gegen seine Depressionen tut und dies lässt er nun seit knapp 6 Monaten wieder schleifen.

Deine Sorge, bei einer Trennung auf deinen Kinderwunsch verzichten zu müssen und vielleicht keinen oassenden Partner mehr zu finden, kann ich nachvollziehen. Aber es kann auch gutgehen und sich alles fügen, wie das Beispiel meiner Freundin zeigt. Und wenn Du ehrlich bist, ist Dein aktueller Partner der richtige zur Realisierung deines Wunsches nach Liebesbeziehung, Kind, Familie?

Mein Therapeut hat mal gesagt: Die meisten verharren lieber im bekannten Unglück als das unbekannte Glück zu wagen.

Bei mir müsste es wohl eher heißen "Die meisten verharren lieber im unbekannten Unglück als das unbekannte Glück zu wagen".
Es gibt für beide Szenario gute und schlechte Ausgänge. In einen der beiden guten Szenario könnte mein aktueller Partner endlich wieder eine Therapie beginnen und wir könnten wieder glücklicher werden oder in dem anderen Szenario finde ich einen neuen Partner der mich glücklich macht.

Die beiden schlechten Szenarios würde so aussehen, dass ich mich an einen depressiven, alkoholkranken Menschen binde, mit dem ich niemals Kinder bekommen werden kann, weil er sich nicht die Therapie sucht die er benötigt oder das andere Szenario ich mache Schluss und werde anschließend keinen passenden Partner finden.

Ich hoffe diese Gedankengänge machen klar, wie zerrissen ich gerade bin.
 
Sehr schwierig. Ich verstehe Dein Problem gut.
Vieles von dem, was ich Dir raten würde, wurde bereits gesagt. Vielleicht kann ich noch ergänzen: Mir hat jemand mal den Rat gegeben: Bekommen Sie nur dann ein Kind, wenn sie es allein aufziehen könnten und wollten. Da ist sehr viel Wahres dran: Ein Kind sollte man nur dann in die Welt setzen, wenn man klar sagen kann: "JA, ich schaffe das zur Not auch allein." Natürlich ist es schöner, wenn man es zu Zweit machen kann, aber das sollte nicht die einzige Bedingung für so eine Entscheidung sein: Man kann- egal wie gut die Beziehung ist- schon morgen allein sein.
Und wenn man dann sagen kann: "JA trotzdem will und kann ich ein Kind haben" dann sollte man es durchziehen.
Macht man aber die Beziehung zur Bedingung für eine Elternschaft, steht das auf wackligen Füßen.
Konkret heißt das in Deinem Fall (meiner Meinung nach): Bereite Dich darauf vor, dein Kind allein großzuziehen! Dann bist Du frei, Dich für den Partner, der Dein Leben bereichern kann und darf zu entscheiden. Dann triffst Du nämlich eine freie Entscheidung und keine, zu der Dich Deine Torschlusspanik drängt.
Wenn Du innerlich bereit bist, dein Kind allein zu bekommen (notfalls mit einem Samenspender, oder in einer alternativen Familienform) und allein groß zu ziehen, dann bist Du nicht gezwungen, im Punkto Partnerschaft halbe Sachen zu machen, oder Erwartungen an den Partner zu stellen, die der nicht erfüllen kann. Dann ist es eben eine freie Entscheidung. Natürlich ist auch dann möglich, dass es doch alles so ausgeht, wie Du es Dir wünschst und Du ein Kind mit dem Mann zusammen großziehst, aber dann ist das eben nicht mehr die Voraussetzung und dann lähmt Dich diese Frage nicht mehr.
Also trenne beide Fragen und gewöhne Dich an den Gedanken, das Kind allein großzuziehen. Dann baust Du auch die Kraft dafür auf und dann schaffst Du es auch: Und wenn dann doch ein Mann an Deine Seite ist, der es mit Dir teilt: Umso besser! Wenn nicht: auch kein Weltuntergang.
Für Dich könnte das heißen, dass Du mit Deinem Partner zusammen bleibst und vielleicht auch ein Kind mit ihm hast, aber Du bist vorbereitet, dass Du, wenn er als Vater nicht "funktioniert", die Reißleine ziehst und Dich trennst, oder eine Beziehung auf "Distanz" führt oder ein sonstiges alternatives modell lebt(man muss ja nicht zusammen leben, wenn man sich zwar liebt, aber im Alltag seinem Kind keinen Partner mit Alkoholproblem zumuten will: Dann wäre es besser, wenn man nicht zusammen lebt, aber einen guten Umgang pflegt und das Kind den Vater nur von seinen guten Seiten zu sehen bekommt).
Es könnte aber zB auch heißen, dass Du jetzt das Wagnis einer Trennung eingehst, in dem sicheren Wissen, dass Du auch ohne feste Beziehung ein Kind haben kannst (sollte der Richtige nicht rechtzeitig kommen).

Aber Du befreist Deine Entscheidung damit und dann wird sie hoffentlich leichter, rationaler und selbstbestimmter! Und Du kannst offen werden für die vielen Alternativen: Es gibt nicht immer nur den EINEN Weg eine Familie zu gründen, in dem Frau nach dem richtigen Mann sucht und wenn sie ihn nicht findet, es komplett sein lässt: Es gibt Alternativen und wenn Du die auf dem Schrim hast, wird das auch Druck von Dir nehmen.
Wünsche Dir viel Glück!

Vielen, vielen Dank für diesen neuen Denkanstoß. Das ist alles ein sehr guter Vorschlag. Ich denke die wenigsten Menschen denken bei der Kinderplanung darüber nach, ob sie es auch alleine schaffen würde. Das ist ein Gedankenspiel was sehr viel hergibt und sich viel mehr Menschen stellen sollten.
 
das stimmt schon. wenn man in einer beziehung nur verbleibt, weil man "angst" hat, keinen passenden partner mehr zu finden, dann sind dies definitiv die falschen gründe. aber hast du das gefühl hier im thread? ich bin mir nicht so sicher.

liebe TE, du kommst mir sehr reflektiert vor. ich, als jemand, der wirklich keinen bock auf kinder hat, werde wahrscheinlich von den meisten als falscher ratgeber angesehen werden. ich würde dir dennoch immer nur eines raten : gehe in dich, und frage dich, aus welchen gründen du in deiner aktuellen beziehung verbleibst. gibt es viele (gute), dann machst du eigentlich alles richtig, selbst wenn du auf den kinderwunsch verzichten muss. in anbetracht deiner aktuellen probleme bist du ja SELBST nicht wirklich in der lage, diesen umzusetzen (bzw denkst selbst, dass es nicht der richtige zeitpunkt sein dürfte).

gibt es allerdings nur wenig gründe, und die meisten fangen mit "aber es kann doch auch ...", dann würde ich eine trennung immer in betracht ziehen. nachdem, was du schreibst, gibt es jede menge gründe, und dein partner scheint ein GUTER zu sein, trotz allem. ich weiss nicht, ob ich diese partnerschaft aufgeben würde, nur weil ein erfüllter kinderwunsch unwahrscheinlich sein könnte.
Ob Kinderwunsch oder nicht, ich schätze deine Beiträge hier sehr, da sie mir dabei helfen weiter und eben auch mal anders über all dies nachzudenken.

Also vielen Dank für all deine Beiträge.

vergleichbar mit anderen beispielen hier im thread, ist deine situation IMO nicht. in den genannten beispielen wird z.b. nichts über das verhältnis der beteiligten beschrieben - wie auch, sie schreiben hier ja nicht selbst. sicher ist, dass man eine perfekte beziehung (ehrlich zu sich selbst sein natürlich wichtig!) niemals aufgeben sollte, nur weil eine einzige sache vielleicht nicht drin ist (auch wenns ein kinderwunsch ist).

ja, es gab hier schon einige threads, da kamen auf diese meinung so antworten wie "du kannst das gar nicht verstehen, bist ja ein mann und noch dazu einer, der keine kinder will" - aber ich habe auch dinge, die mir ultrawichtig sind, und ich würde ohne mit der wimper zu zucken drauf verzichten, wenn es nötig wäre (weil ich in einer "ansonsten" perfekten partnerschaft lebe) - ich habe dies auch schon getan, da es aber zum thema nichts beiträgt, beende ich hier nun einfach mal den beitrag 🙂
Das meine Beziehung mit manchen hier erwähnten Horrogeschichten nicht übereinstimmt weiß ich auch, auch wenn manch anderer das nicht hören möchte. Ich müsste einige Zeit in mich gehen um zu wissen, ob ich für diese oder auch eine andere Partnerschaft den Wunsch nach einem Kind, zur Liebe für den Partner, an die Seite stellen könnte. Das kann ich so auf die schnelle nicht beantworten.

nichts ist daran schlimm. solche leute sind allerdings eben etwas "verkorkst" und beziehung ist nicht so einfach. das heisst nicht, dass mit etwas mühe nicht trotzdem ne tolle beziehung möglich wäre. hat auch keiner behauptet. trotzdem sind es eben keine "einfachen" beziehungen, und auch keine, in denen alles ohne probleme "entspannt" ablaufen wird. sie erfordern viel mehr arbeit als andere, und viele haben darauf keine lust. wie gesagt, ICH SELBST hätte damit keine probleme, viele andere eben doch.

Danke, du hast mich diesbezüglich verstanden!

edit, noch ein nachtrag :

liebe TE, du gehst davon aus, dass du deine probleme in 2-3 jahren im griff hast, du weisst dies aber mitnichten. genauso ist möglich, dass es in 2-3 jahren alles schlimmer ist als heute (kein angst machen, nur eine realistische einschätzung).

aktuell solltest du dich auf zwei fragen/baustellen kontentrieren

1) deine eigene. wielange das dauert, und ob du in 2-3 jahren reif bist, ein kind zu bekommen (reif im sinne von "probleme mehr oder weniger im griff) steht in den sternen.

2) deine beziehung. hier gilt wie gesagt, wie gut die beziehung ist. den kinderwunsch würde ich erstmal aussen vorlassen, aber alles andere hinterfragen. insbesondere, ob dein partner ne realistische chance mitbringt, seinen kram in den griff zu kriegen. wenn nicht hilft auch die beste beziehung nichts.

2b) solltest du die beziehung über kurz oder lang beenden, wäre das dümmste überhaupt, SOFORT/zeitnah eine neue zu suchen. erstmal musst du mit dir selbst klarkommen, in jeder hinsicht. erst dann bist du überhaupt in der lage, genau den passenden partner zu finden. nur wer selbst klar ist, hat auch klare sicht auf andere.

ich an deiner stelle, nach allem, was du geschrieben hast, würde mich auf 1) fokussieren, und schauen, wie die situation bei euch/deinem partner in dieser zeit sich entwickelt. kann er nicht schritthalten bzw kriegt seine probleme nicht in den griff, kommt "irgendwann" leider zwangsläufig die trennung. aber aktuell? finde ich sinnlos, noch besteht ja die chance, und du bist für was "anderes" eh nicht reif.

Ich danke dir für diese Anregungen, ich kann dir bei allen drei Punkten nur absolut Recht geben und sehe es auch so, dass ich erstmal an mir arbeiten muss. Damit es auch möglich ist, im Fall der Fälle alleine Mutter sein zu können, egal ob bei diesem oder einem anderen Partner, dort hatte @Maximiliane40 einen wirklich guten Punkt aufgegriffen.
 

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