Sehr schwierig. Ich verstehe Dein Problem gut.
Vieles von dem, was ich Dir raten würde, wurde bereits gesagt. Vielleicht kann ich noch ergänzen: Mir hat jemand mal den Rat gegeben: Bekommen Sie nur dann ein Kind, wenn sie es allein aufziehen könnten und wollten. Da ist sehr viel Wahres dran: Ein Kind sollte man nur dann in die Welt setzen, wenn man klar sagen kann: "JA, ich schaffe das zur Not auch allein." Natürlich ist es schöner, wenn man es zu Zweit machen kann, aber das sollte nicht die einzige Bedingung für so eine Entscheidung sein: Man kann- egal wie gut die Beziehung ist- schon morgen allein sein.
Und wenn man dann sagen kann: "JA trotzdem will und kann ich ein Kind haben" dann sollte man es durchziehen.
Macht man aber die Beziehung zur Bedingung für eine Elternschaft, steht das auf wackligen Füßen.
Konkret heißt das in Deinem Fall (meiner Meinung nach): Bereite Dich darauf vor, dein Kind allein großzuziehen! Dann bist Du frei, Dich für den Partner, der Dein Leben bereichern kann und darf zu entscheiden. Dann triffst Du nämlich eine freie Entscheidung und keine, zu der Dich Deine Torschlusspanik drängt.
Wenn Du innerlich bereit bist, dein Kind allein zu bekommen (notfalls mit einem Samenspender, oder in einer alternativen Familienform) und allein groß zu ziehen, dann bist Du nicht gezwungen, im Punkto Partnerschaft halbe Sachen zu machen, oder Erwartungen an den Partner zu stellen, die der nicht erfüllen kann. Dann ist es eben eine freie Entscheidung. Natürlich ist auch dann möglich, dass es doch alles so ausgeht, wie Du es Dir wünschst und Du ein Kind mit dem Mann zusammen großziehst, aber dann ist das eben nicht mehr die Voraussetzung und dann lähmt Dich diese Frage nicht mehr.
Also trenne beide Fragen und gewöhne Dich an den Gedanken, das Kind allein großzuziehen. Dann baust Du auch die Kraft dafür auf und dann schaffst Du es auch: Und wenn dann doch ein Mann an Deine Seite ist, der es mit Dir teilt: Umso besser! Wenn nicht: auch kein Weltuntergang.
Für Dich könnte das heißen, dass Du mit Deinem Partner zusammen bleibst und vielleicht auch ein Kind mit ihm hast, aber Du bist vorbereitet, dass Du, wenn er als Vater nicht "funktioniert", die Reißleine ziehst und Dich trennst, oder eine Beziehung auf "Distanz" führt oder ein sonstiges alternatives modell lebt(man muss ja nicht zusammen leben, wenn man sich zwar liebt, aber im Alltag seinem Kind keinen Partner mit Alkoholproblem zumuten will: Dann wäre es besser, wenn man nicht zusammen lebt, aber einen guten Umgang pflegt und das Kind den Vater nur von seinen guten Seiten zu sehen bekommt).
Es könnte aber zB auch heißen, dass Du jetzt das Wagnis einer Trennung eingehst, in dem sicheren Wissen, dass Du auch ohne feste Beziehung ein Kind haben kannst (sollte der Richtige nicht rechtzeitig kommen).
Aber Du befreist Deine Entscheidung damit und dann wird sie hoffentlich leichter, rationaler und selbstbestimmter! Und Du kannst offen werden für die vielen Alternativen: Es gibt nicht immer nur den EINEN Weg eine Familie zu gründen, in dem Frau nach dem richtigen Mann sucht und wenn sie ihn nicht findet, es komplett sein lässt: Es gibt Alternativen und wenn Du die auf dem Schrim hast, wird das auch Druck von Dir nehmen.
Wünsche Dir viel Glück!