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Traumatische Kindheit: Mutter (90) fordert Absolution vor ihrem Lebensende.

Dass grausige Eltern die Vergangenheit mit Glitzer besprühen um sich selber nicht schuldig fühlen zu müssen habe ich so oft erlebt.
Ihre unehrlichen Sätze über die Vergangenheit nahm ich nicht ernst.
Man weiss was früher passiert war .
Ich weiss, dass Eltern nicht absichtlich grausig sind.
Oft waren sie überfordert, mit sich selber beschäftigt, untherapiert, hatten eigene psychische Probleme, waren psychisch krank, narzisstisch, hatten Geld und Partnerschaftsprobleme,
verhielten sich egozentrisch und nicht einfühlsam, waren körperlich und mit Worten verletzend,
hatten selber eine schlimme Kindheit und schwierige Elternbeziehung gehabt, usw.

Wie sehr ihr schlimmes Verhalten ihre Kinder prägten war ihnen oft selber nicht bewusst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jeder steht irgendwann vor den Toren Gottes, alle sind wir Nackt und All-eine,
auf die Welt gekommen und so gehen wir auch wieder.
Jeder wird dort stehen und Rechenschaft ablegen.
Meine Mutter ist ein sehr langen qualvollen Tod gestorben und es hat sich unenedlich hingezogen.
Ich war die letzten Wochen bei ihr und habe sie Sterbebegleitet, trotzallem und es war schwer aber eine Großzügige und gute Entscheidung, letzendlich für meinen Frieden.

So einen Tod , mit einer unerledigten schuldigen Seele, wünsche ich niemanden,
auch meinen ärgsten Feind nicht.
Ich glaube schon, das es ihr undendliche Erleichterung verschaffen hätte, sich nur einmal wenigstens bei uns Entschuldigt zu haben, und mir hätte es alles bedeutet.
Aber Sie konnte es nicht, Sie konnte es einfach nicht.

Jahre vorher, noch im Zwiespalt,weil sie meine Kindheit auch für so Toll hinstellte, Sachen verdrehte und meinte ich Lüge, was für eine Frechheit von mir, wurde mir Klar-wenn Sie verstehen würde was sie da Grausames über Jahre getan hat, in ihrer blinden Wut, müsste sie sich ein Kopfschuss geben.
Und das wollte ich natürlich auch nicht. Die Sehnsucht nach echten Mutterliebe bleibt wohl immer.

Als sie verstorben ist, hat es mich Erleichtert, viel Trauer hatte ich nicht, schluss mit den Wahn-sinn.

Heute , Jahre später habe ich ihr Ver-geben, kann auch ihre Lebensgeschichte besser verstehen. Vergessen ist es aber nicht.
Möge ihre Seele Ruhe finden.
Mögen unseren Seelen Frieden finden.
Es ist ein langer Prozess Struwelpeter, höre auf dein Herz es wird dir den Weg weisen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke auch, dass sie sich bewusst ist., dass sie nach ihrem Ableben direkt bei dem Kerl mit den zwei Hörnern landen wird und sich dort mit ihrer Vergangenheit und all den Fakten auseinandersetztewn muss.
Das wird eine Umschreibung sein von Befindlichkeiten, Erfahrungen, Zuständen- eine Metapher...bist du so, wird es dir an nichts fehlen, bist du anders, leidest du, also landest du im Leid.
 
So einen Tod , mit einer unerledigten schuldigen Seele, wünsche ich niemanden,
auch meinen ärgsten Feind nicht.
Ich bin kein gläubiger Mensch, aber der Meinung, dass niemand es verdient hat, alleine zu sterben. Wir wissen nicht, was in einem sterbenden Menschen vor sich geht, was da abläuft und ob im Todeskampf nicht doch um Verzeihung gebeten wird.

Meine Eltern waren Kriegsmenschen und Flüchtlinge, haben sehr viel durchgemacht und ihre unbearbeiteten Traumata an ihren Kindern ausgelassen. Dass eine Erziehung auch anders möglich ist, habe ich an meinen Ex-Schwiegereltern (fast identische Geschichte) erlebt. Sie haben ihre Kinder mit sehr viel Liebe erzogen.

Ich habe damals, um das alles besser verstehen zu können, die Bücher "Kriegskinder" und "Kriegsenkel" gelesen und verstanden, dass ich zu der Generation gehöre, die an den Folgen der Erziehung dieser Eltern schwer zu kämpfen hatten.

Dennoch bin ich der Meinung, dass es keinen Grund und keine Entschuldigung dafür gibt, seine Kinder zusammenzuschlagen, zu misshandeln und psychisch fertig zu machen. Warum sonst konnte ich mein Kind, trotz Gewalterfahrung, mit Liebe, Verständnis und ohne Gewalt erziehen?
Warum sollte ich Verständnis dafür haben, wenn es niemanden kümmert, wie ich damit durch mein Leben gehen musste?

Als sie verstorben ist, hat es mich Erleichtert, viel Trauer hatte ich nicht, schluss mit den Wahn-sinn.
Ich war sehr zwiegespalten, wirklich getrauert habe ich um meinen Vater nicht, da ich das Gefühl hatte, nun werde ich endlich von der Last meiner Vergangenheit befreit. Dem ist leider nicht so, weil man Vergangenheit nicht einfach ausradieren kann.
 
Es verändern sich die Erinnerungen und Folgen an Generationen.
Es kommt auch drauf an, wie Stark und Bewusst jemand ist, trotzdessen jemand Sterbezubegleiten.
Und nicht jeder kommt überhaupt so tief in die Situationen.

Ich gehöre auch zu den Folgekindern der Nachkriegzeiten.
In meiner Ahnenlinie liegen Entbehrungen, Trauma, Flucht, Gefangenschaft, das Zuhause verloren,
Gewalt und Ungerechtigkeiten, Mangel ect..
Ich denke, es geht sogar noch viel weiter zurück, worauf die wenigsten aber zurück greifen können.

Ich habe auch oft gedacht,wie kann es sein, das ich den Scheiss ausbade,.. dann in der Hoffnung das die Struktur in den Genen /Körper aufgelöst werden können, für wiederum folgende Kinder in meiner Famlienbande.
Es gibt auch Rituale für solche Auflösungen, das ist aber tief Spirituell und bedeutet nix andere wie ins "innere" zu schauen, nicht im "Außen" lösen.

Ich habe meine Tochter in Liebe, ohne Schläge und Zwang wohl Erziehen können unter schwersten Umständen. Diese Liebe gebend, die ich selbst kaum Erfahren habe.
Das hab ich aus meinen Wunden / Wünschen und Erfahrungen heraus ganz bewusst getan
und es war Gut so.^^
In meiner Tochter hängt kein WEH fest, kein Mangel, kein Schmerz, der Ohnmächtig macht.🙏

Man sagt, das spätestens jeder zwölft Geborene in der Familie/Ahnenlinie, die Chance hat
Trauma, Verfolgungen, Folter, Verfluchungen ect, eine Familienschwere wieder aufzulösen.
Dazu gehört Reflektieren, sich damit auseinander zu setzen, zu Alchemieren und Vergebung zu üben. Danach kommt die Demut, was nix andere heisst, wie den "ist Zustand" hinzunehmen,
weil es keine andere Möglichkeiten mehr gibt. Und es ist kein einfacher Weg.
Aber ich denke, das ist wohl für den Thread hier zuviel und ein tieferes Thema
für jeden persönlich.
Und ist auch keine Verallgemeinerung oder Entschuldigung für Misshandlungen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich nicht die Fähigkeit habe ihnen zu verzeihen
Dann bist du halt noch nicht so weit. Du kannst sein, wie du willst. Bei dir ist die Entscheidung getroffen worden, ohne dieses "Nachtragend sein" geht es dir wohler.
Ein anderer wiederum braucht Sadisfaktion, dann erst fühlt er sich besser.

Hier in diesem Faden gehts auch um die Frage, was würde mir besser tun, abhaken, oder anklagen? Das wird jeder für sich selber entscheiden müssen. Ich habe mich dafür entschieden, das als menschliches Fehlverhalten einzustufen, für das es Gründe gibt. Kranke Psyche etc. oder die Unfähigkeit damals, sich anders zur Wehr zu setzen.
 

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