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Traumatische Kindheit: Mutter (90) fordert Absolution vor ihrem Lebensende.

Ein paar Fragen, die du dir selbst stellen könntest, um einen Entscheidung zu treffen:
- Was ist dein Ziel, wenn du das Thema ansprichst? Soll sie deinetwegen ihre Schuld eingestehen? Oder möchtest du das Thema nur ausgesprochen haben? Dinge verlieren ja auch viel ihren "Schrecken", wenn sie in Worte gefasst werden.
- Was hatte sie für eine Kindheit? Sie müsste ja um 1935 geboren worden sein und damals gab es ja auch häufig Gewalt in der Kindererziehung. Das soll keine Rechtfertigung für ihr Verhalten sein, denn sie war schließlich erwachsen und du ein Kind, als die Dinge in deiner Kindheit passiert sind. Trotzdem kann das Wissen über ihre Kindheit dir vielleicht helfen, eine andere Perspektive einzunehmen.
- Was ist dir wichtiger? Dein Seelenfrieden, deine Gedanken ausgesprochen zu haben, aber von ihr vielleicht nicht anerkannt zu bekommen? Oder ihr eine schöne letzte Zeit zu bescheren und dem losen Kontakt halbwegs OK zu pflegen?
- Wie würdest du dich fühlen, wenn wie stirbt, ohne dass du das Thema angesprochen hast?
- Schätzt du den Kontakt, so wie er jetzt ist?

Die Fragen brauchst du nicht hier zu beantworten, wenn du nicht möchtest, aber vielleicht helfen sie, dass du deine Entscheidung für dich richtig treffen kannst.

Ich glaube, es ist sehr schwer, so ein Verhalten jemals zu vergeben. Insbesondere, weil ich denke, man wünscht sich so sehr, dass das eigene Leid anerkannt wird. Insbesondere von so einer wichtigen Person, wor der Mutter, die man (auch wenn es nicht für jeden zutrifft) als Kind geliebt hat.
Wobei es auch immer wieder Menschen gibt, die noch viel schlimmere Dinge vergeben. Das finde ich sehr bewundernswert. Und wenn man diese Menschen fragt, warum sie so schlimme Dinge vergeben, wird oft etwas gesagt, wie dass es nicht für die Person war, die einem diese Dinge angetan hat, sondern für sich selbst, weil man dieser Person nicht die Macht geben will, nicht nur die Vergangenheit zu zerstören, sondern auch Gegenwart und Zukunft.
Ich persönlich finde das einem vernünftigen Ansatz.
Aber das ist vermutlich auch Typsache.
Wenn die Gedanken dazu nicht helfen, kannst du sie einfach ignorieren.
 
Auf keinen Fall würde ich das abnicken. Meine Mutter konnte das auch gut, im Nachhinein alles schönreden und mich quasi als Lügnerin hinstellen, wenn ich sagte, wie es wirklich war. Ich fühlte mich da immer, als würde es das zweite Mal passieren.

An deiner Stelle würde ich den Kontakt noch weiter einschränken oder ihr zumindest sagen, dass sie das Thema lassen soll, da sie genau weiß, dass es nicht so war. Denn das wissen sie genau.
Ich bin aber nicht der Meinung, dass man jemanden, nur weil er alt ist oder bald sterben wird, deswegen plötzlich anders sehen muss, als er wirklich war. Und auch wenn man todkrank ist und bald sterben wird, wird man deshalb nicht auf einmal ein Heiliger, wenn man zeitlebens ein A*Loch war.

Von mir bekam niemand eine Absolution.
 
Ist schon arg
Mittlerweile habe ich den Kontakt zu ihr stark eingeschränkt. Wir telefonieren in größeren Zeitabständen.
In unseren Gesprächen betont sie in letzter Zeit immer wieder, was für eine schöne, unbeschwerte Kindheit ich doch hatte.
Bisher schweige ich bei diesen Aussagen einfach.
Aber innerlich zerreißt es mich.
Ich stehe vor einem riesigen moralischen und emotionalen Konflikt.
Soll ich ihre Aussagen einfach abnicken und schlucken, damit sie mit einem ruhigen Gewissen ihre letzten Lebensjahre verbringen kann?
Das ist bestimmt gesünder und besser so für Dich. Zudem spricht Dein Schweigen ganze Bände.
Das sie durch das Alter die Vergangenheit verklärt, ist das eine (als Erklärung), aber ihre Wahrheit wird sich nie mit Deiner decken. Ihr scheint ja immer noch das Problembewusstsein zu fehlen.

- Ich würde ihr nur sagen, dass Du zwar verstehst das sie ihren Frieden finden möchte, aber nicht auf Deine Kosten! Punkt, mehr gibt es dazu nicht mehr zu sagen.

Ignoriere sie, wo es nur geht, dass dürfte für sie die angemessene Strafe sein.
Du und Dein Leben ist wichtiger als sie. Das sieht sie doch auch! Würdest Du sie aktiv bestrafen, wärest Du nicht besser. Das ist das Kernproblem dabei. Das wärest nicht mehr Du. Daher der Konflikt.

15 Jahre bevor meine Mutter starb, habe ich mich von ihr endlich lossagen können = null Kontakt. Ich weiß nun aus Erzählungen, dass sie sehr darunter gelitten hat. Das hat mich nicht berührt. Ihr tot auch nicht. Bei mir war das ähnlich schlimm wie bei Dir.
 
Viele Eltern geben es nicht zu wie schrecklich die Kindheit ihrer eigenen Kinder waren, sie verklären diese Kindheit rosarot, um nicht so starke Schuldgefühle gegenüber ihren Kindern zu bekommen.
Sie wollen sich als Eltern nicht so schlecht und schuldig fühlen.

Zahlreiche grausige Eltern hatten selber eine schlimme Kindheit und schreckliche Eltern gehabt.
 
So war es auch nicht gemeint.
Zahlreiche Eltern machten keine Therapie.
Oft fehlte ihnen die Kraft für die Kinder.

Vom Krieg, der Hungersnot und der Nachkriegszeit waren viele Eltern traumatisiert.
 
Ich habe im Abstand von einigen Jahren immer wieder versucht, mit ihr über die Vorkommnisse in meiner Kindehit zu reden.
Sie stritt immer alles ab und unterstellte mir sogar, ich würde das alles nur erfinden, um sie und meinem armen verstorbenen Vater in den Dreck zu ziehen.

Deine Mutter liegt ja noch nicht auf dem Sterbebett (deshalb verwundert mich dein Titel), sondern sie ist geistig und körperlich noch fit.

Überlege dir gut, wie und ob du Kontakt zu deiner Mutter halten möchtest. Denke an dich und womit es dir für dein Seelenheil besser geht. Ich lese sehr viel aufgestaute, verständliche Wut.

Ich möchte dir hierlassen, wie ich mit ähnlicher Kindheit eines jähzornigen, gewalttätigen Vater, der seine Kinder bis zur Ohnmacht schlug und sie psychisch zusätzlich fertig machte, damit umgegangen bin. Unsere Mutter hat uns auch nicht geschützt bzw. schützen können, weil sie mit betroffen war (sie ist dann sehr früh verstorben).

Ich hatte über 40 Jahre keinen Kontakt zu meinem Erzeuger, bis eine familiäre Todesnachricht im Ausland ihn zu mir führte. Er inzwischen sehr alt, einsam, krank. Leider musste ich als einzige Tochter, (die plötzlich auf der Bildfläche erschien) vieles regeln und alle stürzten sich auf mich.

Ein paar Wochen vor seinem Tod, ich war bei ihm (anderes Bundesland), weil er ins Krankenhaus musste und Papierkram, Ärzte, Voruntersuchungen usw. nicht alleine regeln konnte, konfrontierte ich ihn mit all seinen Taten. Meine kaputte Kindheit, meine Wut, meine Wunden, die ich durch mein Leben trug, alles sprudelte ohne Rücksicht aus mir heraus. Er, der vorher jede auch nur so kleine Andeutung abstritt und seine eigene Wahrheit hatte, verstummte und sprach nicht mehr mit mir, bis ich abreiste. Ich wusste, alles ist bei ihm angekommen. Ich habe ihm also alles vor die Füße geworfen und ihn damit alleine gelassen.

Wie ging es mir damit? Sehr gut, weil ich alles Unausgesprochene endlich, endlich richtig adressieren und loswerden konnte. Ich hatte keine Rachegefühle, ich wollte nur, dass er weiß, dass ich nichts vergessen habe. Er nahm meine Worte mit aufs Sterbebett. Nein, ich wollte keine Rache, die kann es in dem Fall auch gar nicht geben und nein, ich spürte auch keine Genugtuung, aber ich fühlte, dass es mir besser ging, als jemals zuvor. Ich verzieh ihm sogar, damit er in Frieden gehen konnte und ich meinen Seelenfrieden haben konnte.

In deinem Fall kannst du deine Mutter immer wieder aufs Neue konfrontieren, das Thema ignorieren oder den Kontakt reduzieren/abbrechen. Du musst für dich herausfinden, was dein Gefühl dir sagt und womit du am besten leben kannst.
 
Oh mein Gott, ich habe das Gefühl, Du erzählst über meine Kindheit. Mein Vater hat sich nie entschuldigt, sagte später, Kinder brauchen eine harte Hand. Mit 28 habe ich eine Therapie gemacht, die mir quasi das Leben gerettet hat. Mit 31 lernte ich meinen Mann kennen und führe bis heute eine sehr glückliche Ehe. Ich finde alles darin, was ich in meiner Kindheit nicht hatte. Im August haben wir Silberhochzeit.

Für meine Mutter habe ich mit zunehmenden Jahren immer mehr Wut empfunden. Ja, mein Vater hat zugeschlagen (z.B. hat er einen Teppichklopfer auf meinen nackten A**** zerbrochen), aber meine Mutter hat absolut nichts unternommen, um das zu unterbinden. Sie hat da immer eher ihre Seite gesehen und hat die Vorteile einer Lehrersehe bevorzugt. Als sie starb, habe ich nicht eine einzige Träne vergossen, sie hatte sie nicht verdient.

Richtig Ruhe fand ich erst mit dem Tod meines Vaters ein Jahr später. Ich hielt seine Hand, als er starb. Und dann habe ich einige Wochen unfassbar getrauert und viel geweint. Nicht darüber, dass er tot war, sondern all die ganze Trauer über meine unglückliche und damit versäumte Kindheit.

Kein Kind sollte so leiden, auch damals nicht!
 
(Ich weiß nicht, ob du dir mit dem sehr reißerischen, seifenoperesquen Clickbait-Titel einen Gefallen getan hast, wenn du dir einen konstruktiven Austausch und verschiedene Perspektiven zu deinem Thema wünscht. Denn wie du nun klarstellst, liegt deine Mutter nicht im Sterben und fordert auch keine Absolution ein. Dass sie die gemeinsame Vergangenheit verzerrt erinnert und darstellt ist natürlich schlimm genug und es ist verständlich, dass es dir damit schlecht geht.)

Zum Thema:

Ich finde nicht, dass man als Außenstehende*r gut etwas Konkretes raten und eine der beiden Optionen, die du zur Diskussion stellst (Abnicken, runterschlucken, Lebenslüge stützen gegenüber Widerspruch, Konfrontation, Abwehr), als richtig oder zumindest besser als die andere benennen kann.
Dafür ist das Ganze vermutlich viel zu komplex und vielschichtig, vor allem die emotionale Dimension davon.

Ich denke, es gibt mehrere Blickwinkel und Ebenen und möchte nur zwei davon herausgreifen.

Ebene 1:

Was ist für dich jetzt, hier, heute, gegenwärtig richtig? (Das kann und darf sich auch verändern). Was brauchst du und was wünscht oder erhoffst du dir von deiner Mutter?
Nachdem deine Mutter aktuell nicht auf dem Sterbebett liegt und gesund ist, gibt es keinen akuten Zeitdruck - du bist nicht in der Situation, in der du dich abschließend dazu verhalten musst. Sicher kann sich das in hohem Alter auch recht plötzlich ändern und es ist gut, dafür gewappnet zu sein, falls man sich für so einen Ernstfall überhaupt wappnen kann.

Aber erstmal: was willst und brauchst und kannst du jetzt? Wenn du die Beschönigungen und Verharmlosungen deiner Mutter nicht stillschweigend hinnehmen kannst, ohne emotional Schaden davon zu tragen, lassen sich vielleicht Strategien entwickeln, die dir helfen, dich abzugrenzen ohne in eine Diskussion zu gehen, die erfahrungsgemäß ohnehin nichts bringen würde (- und dir vielleicht auch nicht gut tut, weil die Haltung deiner Mutter dann noch deutlicher zutage tritt?).

Das könnte zum Beispiel das klare Formulieren von Grenzen sein, z.B. „Ich möchte nicht über die Kindheit sprechen.“
Dafür kannst du dir Sätze überlegen, die für dich und zu euren Gesprächen passen, zur Sicherheit auch gleich zwei, drei, je nachdem, welche Reaktion du ihrerseits auf so eine Grenzsetzung erwartest. Das müssen keine langen Erklärungen und Rechtfertigungen sein, sondern können auch nur kurze, weitere Bestätigungen der eingangs verbalisierten Grenze sein: „Ich möchte das einfach nicht und deswegen beende ich das Gespräch jetzt auch.“ oder "Ich möchte wirklich nicht darüber reden und mache jetzt Schluss. Ich rufe dich nächste Woche wieder an!" und auflegen.

Vielleicht ist das auch zu wenig, um sich richtig anzufühlen, vielleicht bräuchte dein Kopf deutlich mehr Widerspruch, aber vielleicht ist es auch erstmal ein guter Zwischenschritt, der sich besser anfühlt als schweigend hinnehmen?

Ein Gedanke für die Auseinandersetzung mit dir selbst, kam mir beim Lesen noch: was würde es für dich ändern, wenn deine Mutter deine Erinnerungen und Erfahrungen plötzlich nicht mehr verleugnet, sondern sie bestätigt und ihre Fehler benennt?
Brauchst und wünscht du dir das für deinen Verarbeitungsprozess oder beschäftigt dich eher die akute Situation im Kontakt mit deiner Mutter, wenn sie über deine vermeintlich schöne Kindheit spricht, was in in dem Moment schwer auszuhalten ist?

Ebene 2:

Deine Mutter.

(Den Aspekt, dass nach einem neunzigjährigen Leben vermutlich auch schon altersbedingte Demenzsymptome Einfluss haben können, lasse ich mal außen vor, aber kann mir durchaus vorstellen, dass das mitspielen und Grund dafür sein kann, warum sie vermehrt über deine lange vergangene Kindheit spricht. Das schreibe ich nicht, um irgendetwas zu entschuldigen, sondern, weil es für mich persönlich schon Relevanz hätte, ihre Äußerungen für mich selbst einzuordnen.)

Dass sie Absolution will, ist dein Gefühl, schreibst du.
Aktiv fordert sie diese jedoch nicht ein, sie fragt nicht nach, wie du deine Kindheit empfunden hast oder, ob die Zeit gut war.

Letztlich denke ich, dass jeder Mensch fühlen und sich wünschen darf, was er eben fühlt und sich wünscht. Wenn sich deine Mutter Frieden und oder gar Vergebung wünschen sollte, ist das so.
Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht automatisch, dass sie das bekommen kann und wird - und schon gar nicht, dass beteiligte Menschen ihr das geben müssen, nur weil sie aktiv oder passiv danach fragt - oder alt ist.

Teil des Menschseins ist es, dass man Verantwortung für sich und sein Leben trägt und, ja, wenn man welche bekommt, auch für die eigenen Kinder. Das ist verdammt viel und manchmal auch beängstigend und schaurig, vor allem, wenn man große Fehler macht. Mit solchen Fehlern lebt jeder Mensch auf seine Weise, manche durch Aufarbeitung, Reflexion, Reue, Wiedergutmachung, Heilung und dem Versuch, es besser zu machen, andere durch Verdrängung, Verleugnung, Verharmlosung. Für die meisten Menschen trifft wahrscheinlich ein komplexes Durcheinander von allem zu, selten ist etwas nur schwarz oder weiß oder nur einer der genannten Zugänge da.

Absolution ist letztlich ein sehr stark in der Gesellschaft verankertes Konstrukt, sicherlich sind wir alle über Generationen davon geprägt, wenn wir auch nur die kleinsten Berührungspunkte mit den großen Religionen hatten.
Aber: selbst wenn es diese Absolution gibt und sie ausgesprochen wird, ändert es nicht viel daran, dass die Jahre deiner Kindheit waren, wie sie waren. Letztlich weißt du auch nicht, was es mit deiner Mutter macht und ihr gibt, wenn sie deine „Absolution“ bekommt - was auch immer das in eurem konkreten Fall heißen soll. Vielleicht ändert es für sie viel weniger, als man von Außen denken könnte, weil sie seit so vielen Jahren und Jahrzehnten in diesem Tunnel aus Verdrängung und Verzerrung steckt.

Deswegen wäre mein Ausgangspunkt viel eher, wie schon eingangs geschrieben: was ändert es für dich. Was willst du, was brauchst du? Was kannst/könntest du geben, was nicht? Wo sind deine Grenzen, wo hast du keine oder weniger? Womit wirst du später, wenn deine Mutter irgendwann nicht mehr da ist, gut leben können? Und mit dir selbst lebst du auf jeden Fall bis zum allerletzten Moment, deswegen finde ich am wichtigsten, dass du dich mit deiner Entscheidung identifizieren kannst.

Selbst habe ich auch eine traumatische Kindheit und eine komplizierte, schlechte Beziehung zu meiner Mutter und stand vor wenigen Monaten tatsächlich an ihrem Sterbebett. (U. a. deswegen irritiert und verwundert mich der Thread-Titel auch so sehr.)
Und mit „tatsächlich“ meine ich: sie ist gestorben, ich war dabei, es war intensiv und einschneidend und schrecklich und zugleich auch irgendwie schön, aber in jedem Fall mit nichts, was ich bisher erlebt habe in irgendeiner Form vergleichbar. Ich war danach nicht derselbe Mensch wie zuvor.

Meine Erfahrung am tatsächlichen Sterbebett meiner Mutter: am Ende des Tages ist das, was jetzt wichtig und groß ist, vielleicht ganz anders und hat nicht mehr die Relevanz, die es für dich heute hat und haben darf. Vieles, was im Leben sehr existenziell ist, verändert sich. Zumindest habe ich das Sterben meiner Mutter so miterlebt. Vieles hatte plötzlich keine Bedeutung mehr oder zumindest eine andere.
Und nein, damit meine ich nicht, dass man einem Sterbenden vergibt und verzeiht, "nur" weil er eben stirbt. Das meine ich ganz und gar nicht. Auch nicht, dass es leicht ist, wenn etwas offen, ungesagt und ungeklärt bleibt. Im Gegenteil. Aber am Sterbebett war das alles nicht wichtig und entscheidend, zumindest nicht so, wie ich es mir im Vorfeld vorgestellt hatte.

Deswegen würde ich den Aspekt eines möglichen, baldigen Sterbens deiner Mutter im Bezug auf deine Überlegungen nicht am höchsten priorisieren, sondern vor allem deine gegenwärtigen Bedürfnisse und Grenzen und deinen Wunsch, wie ein Umgang und Kontakt mit ihr unter den aktuellen Gegebenheiten aussehen könnte.
 

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