„Menschen mit non-konformen Geschlechtsidentitäten sind darauf angewiesen, nicht als "krank" oder "gestört" angesehen zu werden,
was eben auch damit zu tun hat, dass "krank" in diesem Fall mit "gestört" gleichgesetzt wird und als Mittel benutzt wird, um andere klein zu machen. Es ist ein abfälliges Denkmuster. Was heißt schon "krank". Das ist eine Frage der Definition und dahinter verbirgt sich eine defizitiäre Sichtweise. Spannenderweise zeigt sich das hier bei einigen Beiträgen zwischen den Zeilen.
Da meinen Leute, die drei Videos gesehen haben, sie müssten "diesen Menschen" zur Hilfe eilen. Sie müssten aufklären, vor bösen übergriffigen Therapeuten retten und Gesetze ändern.
Zum größten Teil stehen aber Transmenschen selbstbestimmt im Leben und sind durchaus in der Lage, ihren eigenen Weg zu wählen. Nachdem es eben kein einfacher Weg ist, braucht es Unterstützung, aber eben weil es ein schwieriger, komplexer Weg ist, sollte diese Unterstützung von Therapeuten und Ärzten kommen.
Da schreien Leute, dass es gar keine richtigen Männer/Frauen sind und machen Vorwürfe, da würde mit der Natur gepfuscht, (Hasenscharten operieren wir dann in Zukunft auch nicht mehr? Warum einem blinden Menschen das Augenlicht per OP zurückgeben?), und forcieren und unterstützen damit Gewalttätigkeiten gegenüber diesen Menschen, wollen ihnen aber gleichzeitig den Weg zu anpassenden OPs verweigern. Ganz schön zynisch.
Und dieTrans*Menschen die Suizidversuche unternehmen weil ihnen die Angleichung verweigert wird oder die sich nicht trauen wegen der Intoleranz des Umfelds oder die zusammengeschlagen oder gar getötet werden weil sie Trans* sind…die interssieren einfach mal nicht. Ode? Bedauerliche Einzelschicksale.🥲
Das ist ein wichtiger Punkt. Es geht nicht so sehr darum, ob diese Menschen krank sind, sondern dass sie leiden und dieses Leid im schlimmsten Fall zu Suizid führen kann.
Zu sagen, wenn sie nicht krank sind, müssen sie selbst zahlen, ist zu einfach gedacht. In der Medizin gibt es schließlich auch präventive Maßnahmen, mit denen man verhindert, dass Menschen krank WERDEN. Oder aufbauende OPs, die im Grunde auch nicht nötig sind, so wie der Brustaufbau nach einer Krebs-OP, bei der die Brüste abgenommen werden mussten.
„Nicht jeder hat die Empathie, die Reife oder die Muße darüber nachzudenken, was er in der Psyche seiner Mitmenschen anrichten kann.
Aber "einfach mal die Klappe halten" das sollte jedem gelingen.“
Entweder Klappe halten - oder Fragen stellen und verstehen wollen. Das wäre ein guter Anfang.
Hilfe sollte immer Hilfe zur Selbsthilfe sein und überhaupt sollte man erst mal fragen, ob diese Hilfe überhaupt gewollt ist und nicht per se den Menschen ihre Selbstbestimmung abnehmen. Und - ich kann es nur noch mal sagen - da entscheiden ganz andere Gremien, ob und warum diese OPs bezahlt werden.